„Trotzdem existiert kein Wille zum Selbstmord. Ich neige dazu, in der Randzone rumzuhängen, um zu sehen, was für seltsame Pannen mir die Götter noch aufhalsen werden.“
- by Charles Bukowski
Von
Anne-Marie Ruf, Mai 2004

Foto © by Gernot
Einleitung
In
Rainer Moddemanns Buch „The Doors“, die auch Gernot
sehr verehrt, schreibt Ray Manzarek in das Vorwort: (….) „Sei
so tiefschürfend und gründlich wie möglich.“ (…) „Lass dich nicht beeinflussen.“ (….) „Schreibe deine eigene Interpretation.“ (….) „Und wähle aus, was dir richtig und wichtig erscheint.“ (…) „Schreibe das, was dich betrifft.“ (…) „Dann bist du besser als alle anderen.“
Und
auch Gernot schrieb eine eigene Interpretation über seine Biografie.
Er führt uns unbeirrt und mit erschütternder und nackter
Ehrlichkeit, auf seiner umfangreich und vielfältig gestalteten
Internet-Seite in das Theater seines Lebens und portraitiert, reflektiert
und beleuchtet auf der Bühne des menschlichen Daseins aufrichtig
seine Lebensgeschichte.
Wie
der stolze Siegfried, Drachentöter in der Nibelungensage, begann
Gernot als junger Erwachsener seine rebellischen Jahre mit einem
Gefühl der Unverwundbarkeit; er lebte einfach. Nahm das Leben
wie es kam und sog den Atem der eigenen Existenz mit jeder Faser
seines Köpers auf. Er zelebrierte sein Dasein in vielen schillernden
Facetten, sich oftmals ähnlich auf der Überholspur befindend
wie seinerzeit Jim Morrison, der Gernot sehr viel später durch
seine Poesie, die um ganz unterschiedliche Themen kreiste, hin zum
Schreiben führen sollte.
Wie einst Morrisons Realität, wurde allerdings auch jene von
Gernot irgendwann gegen ein gefährliches Spiel mit experimentellem
Eskapismus in eine destruktive Welt der Drogen ausgetauscht, die
ihn gefangen nahm und nicht wieder loslassen wollte. Er spürte
sich in dieser Zeit so manches Mal wesentlich stärker als es
andere taten und schritt durch viele Türen. Er war ein schreiendes
Feuer in der sengenden Wüstensonne und verbrannte fast. Schließlich
blieb nicht aus, dass auch er einen Preis für dieses Leben
zahlen musste. Gernots Schicksal forderte ihn in unterschiedlichster
Form auf, einen individuellen Tribut zu entrichten.
Jeder
einzelne von uns hat auf der großen Bühne des Lebens
seine ganz persönlichen Tragödien durchzuspielen. Große
und kleine. Bedeutende und weniger prägende. Wir lernen und
erkennen durch Fehler und Erfahrungen. Und letztendlich sind wir
das Produkt, welches das Leben aus uns gemacht hat. Gernot war ein
Wanderer zwischen den Welten und hat viele unterschiedliche Episoden
in seiner Biografie durchschritten.
Der wohl schwerste Schicksalsschlag - die schreckliche Diagnose
Krebs – mit der er schließlich fertig werden musste,
brach in ihm ganz unvermutet, völlig neue und ungeahnte Fähigkeiten
auf, die bislang ungeachtete unter einer schützenden Oberfläche
wie eine wundervolle Perle verborgen waren.
Mit einem Mal fand er seine Liebe zum geschriebenen Wort, zum künstlerisch-kreativen
Bereich an sich und setzte in unterschiedlichster Form all jene
Gedanken in Worte, Bilder oder Collagen um, die ihm als wichtig
und bedeutend erschienen.
Mittels
des Schreibens entfloh er oftmals der eigenen Realität, der
schweren Bürde seiner Krankheit. Immer wieder spielte er mit
Worten. Gab ihnen Leben. Fand neue rhetorische Arten und unterschiedliche
Bedeutungsebenen, auf denen er das, was er sagen wollte ansiedelte.
Gernot vertraute seiner inneren Stimme und versuchte die Gedanken
möglichst ohne die eigene innerer Zensur zu Papier zu bringen.
Entstanden ist hierbei der freiwilde und imposante Stil eines Autodidakten,
dessen Geschichte einem zwingt, sie zu lesen. Es gelang ihm mittels
Schreiben, seine Seele zu öffnen, die unvermittelt erneut flog.
Aber dieses Mal hatte sie sich auf zu literarischen Höhenflügen
gemacht.
Entgegen
allem Leid, welches Gernot auf seiner Reise begegnet ist, hat er
durch das Schreiben und sein kreatives Tun an sich, dennoch ein
sehr kostbares Gut gefunden. Die Möglichkeit und die Bereitschaft,
sich intensiv mit seiner eigenen Person, dem Leben an sich, Schmerz,
Zielen, Angst und Verzweiflung und der inneren Isolation, bedingt
durch seine Krankheit, auseinanderzusetzen, was ihm ansonsten in
dieser intensiven Art und Weise vielleicht niemals begegnet wäre.
Es sind immer die einsamen, schmerzvollen Stunden, das Erleben schwerer
Schicksalsschläge, die uns wachsen und an innerer Größe
gewinnen lassen. Aus derartigen Erfahrungen zieht jeder Mensch seine
eigenen Grundsätze für das Leben.
Der
Mensch ist vergänglich, doch Poesie bleibt stehen für
die Ewigkeit.
Ich
bin nicht der,
den ihr seht,
sondern ich bin der,
den ihr nicht seht.
© by Gernot W. Freudenberger
Keep on risin’, lieber Gernot.
(© Anne-Marie Ruf, Mai 2004)
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Samstag,
14. Mai 2005 11:34
Lieber
Gernot!
Vielen
Dank für die beiden Links, die Deine wundervollen Bilder enthalten.
Mich haben natürlich verstärkt die Fotos vom Doors Experience
Konzert interessiert, da ich bei diesem Event ja selbst zugegen
war und viele nette Menschen treffen durfte, wie z.B. Dich und Helga
(die übrigens eine äußerst aparte Erscheinung darstellt
und als junge Frau wirklich hinreißend aussah - warum ich
das sage - siehe unten ... ), die ebenfalls mit im Boot unserer
großen Doors-Family sitzen. Einige dieser Bilder bekam ich
ja bereits von dir zugeschickt, kannte sie demnach bereits, aber
es sind ja noch jede Menge anderer dabei, auf denen du die gute
Stimmung im Schwimmbad Club - während dieses Konzertes eingefangen
hast. Die für mich schönsten Fotos habe ich als Erinnerung
auf meine Festplatte gebannt!
Ich
habe im Übrigen vor einigen Tagen endlich deine ganze Biografie
von vorne bis hinten in aller Ruhe einmal durchgelesen (innerhalb
zwei halben Tagen war ich dann auch durch - für deine Einleitung
hatte ich aus Zeitgründen den Text nur quer gelesen, um einen
Eindruck deiner Biografie zu bekommen). Nun bin ich mir auch ganz
sicher, dass meine einleitenden Worte Einhundertprozent auf diene
Biografie passend sind. Es ist wirklich sehr zu honorieren, den
eigenen Lebensweg in dieser ausführlichen Form niederzuschreiben.
Und du hast sehr oft wirklich gute und absolut treffende Worte gefunden.
An manchen Stellen hast du dich in meinen Augen, ein klein wenig
zu sehr am umgangssprachlichen Ausdruck bedient, was wiederum kleine
Lücken in den zuvor gewählten Ausdruck/Stil reißt,
der an sich sehr lebendig ist und den Leser wirklich mitreißt
und auch fesselt. Das aber nur am Rande und auch bitte als konstruktive
Kritik auffassen.
Auch habe ich bemerkt, dass du nach wie vor am Text arbeitest um
immer wieder Dinge änderst, bzw. die Biografie ist ja noch
nicht fertig gestellt. Eine schöne Aufgabe - hier weiterzumachen!
Angenehme Pfingsttage und liebe Grüße zu euch nach ...,
Anne
Donnerstag,
20.04.2006
Hallo
Gernot...
Wollte
Dir nur mitteilen, dass Du Dich nicht von irgendwelchen Vereinsheinis
oder sonstigen negativ eingestellten Menschen in Grau beleidigen
oder in Deiner (für Deine Mitmenschen) aufopfernden Art entmutigen
läßt.
Du selbst weißt es am besten: schon seit Menschengedenken
gibt es Spezies auf diesem Planeten, die wahrscheinlich nur dafür
auf die Welt kamen, um anderen Menschen Schaden zuzufügen,
sie zu quälen, sie zu demütigen oder falsch Zeugnis über
sie abzulegen. Selig sind die Säufer, denn ihnen wird laut
Rechtsprechung immer öfters eine Entschuldigung für ihr
Handeln und ihre Taten gegeben.
Auch ich habe viele Jahre in einem Verein gearbeitet, meine Freizeit
geopfert und meine Hilfe gern und unentgeltlich zur Verfügung
gestellt. Wie Du bin ich der Meinung: nie mehr Vereinsmeierei.
Laß es Dir weiterhin gut gehen und laß Dich von niemanden
auf diesem Planeten unterkriegen. Lebe Dein Leben inmitten Deiner
Musik, Deiner Bands und vor allem Deiner Camera. Lebe Dein Leben
zusammen mit Deiner Helga, eine der wunderbarsten Frauen die ich
kennenlernen durfte.
Und noch eins zum Schluß: was Du im Kampf gegen Deinen Krebs
geleistet hast ist genial. Piss auf alles, was Dich negativ beeinflußt
und fertig machen will.
In
diesem Sinne,
ein
Freund aus dem Saarland
(Anmerk.:
Name ist mir bekannt)