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Tagebuch 2008.

Lost in a Roman
wilderness of pain
and all the children are insane
- by Jim Morrison / DOORS

oder

„Auf dem Küchenfußboden sterben um sieben Uhr früh, wenn andre Menschen Spiegeleier braten, ist nicht so schlimm, außer es passiert dir selbst.“
- by Charles Bukowski

Tagebuch April 2008

Dienstag, 22.04.2008

Habe mich entschlossen mein "Tagebuch" auch weiterhin zu schreiben.
Mir ist es inzwischen egal wie das andere sehen. Aber es ist mein Leben, mein Glück, mein Leiden, mein Hoffen.

Das hat mich heute sehr beeindruckt:

Die letzte Vorlesung des krebskranken Professors jetzt als Buch
Lebensweisheiten eines Sterbenden

Von ATTILA ALBERT

Er hat zehn Tumore in der Leber und nur noch wenige Monate zu leben: Prof. Dr. Randy Pausch (47), Computerforscher an der Carnegie Mellon Uni (US-Staat Pennsylvania).

Seine letzte Vorlesung war eine Bilanz seines Lebens. Millionen sahen sie im Internet (gratis z. B. auf Google Video), das Buch dazu ist in den USA ein Bestseller.

Gestern erschien die deutsche Ausgabe. Auszüge aus den Lebensweisheiten des sterbenden Forschers.

Träume groß!
Im Sommer des Jahres 1969 betrat der erste Mensch den Mond. Ich war acht Jahre alt und wusste vom ersten Moment an, dass so ziemlich alles möglich ist. Es war, als hätte man uns, allen von uns in der Welt, die Erlaubnis erteilt, große Träume zu träumen.

Sei ernsthaft!
Ernsthaftigkeit wird allgemein unterschätzt. Dabei entwickelt sie sich im Kern des Wesens, wogegen dich die Person, die hip sein will, immer nur mit ihrer Oberfläche zu beeindrucken sucht.

Beklage dich nicht!
Eine Menge Leute verbringen ihr Leben da mit, über ihre Probleme zu klagen. Ich fand immer, wenn sie nur ein Zehntel der Energie, die sie fürs Klagen verbrauchen, der Lösung ihrer Probleme widmen würden, wären sie überrascht, wie schnell die Dinge eine gute Wendung nehmen können.

Rechne mit dem Guten!
Wenn du nur lange genug wartest, werden dich die Leute überraschen und beeindrucken... Fast jeder hat eine gute Seite. Du musst nur warten können. Sie wird zum Vorschein kommen.

Gehe Risiken ein!
Wer einmal einen Fehlschlag erlebt hat, der weiß meist, wie er so etwas künftig vermeiden kann. Wer nur Erfolge erlebt, der stolpert viel schneller in eine Falle. Erfahrung ist das, was du bekommst, wenn du nicht bekommen hast, was du wolltest. Und Erfahrung ist nicht selten das Wertvollste, was du anzubieten hast.

Bedanke dich!
Dankbarkeit zu zeigen ist eines der einfachsten und zugleich wirkungsvollsten Dinge, die Menschen für einander tun können. Ungeachtet meiner Vorliebe für Effizienz finde ich, dass Dankschreiben am besten auf altmodische Weise mit Papier und Füller geschrieben werden.

Gib nicht auf!
Mauern stehen nicht grundlos da. Und wenn du es geschafft hast, eine zu überwinden – selbst, wenn dich letztlich jemand drüber werfen musste –, dann kann es anderen eine Hilfe sein, wenn du ihnen erzählst, wie du es geschafft hast.
(Quelle: bild.de)

Tagebuch Oktober 2008

Donnerstag, 09.10.2008

Das ich ab heute wieder "regelmäßig" schreiben will, verdanke ich der Gewißheit, das es mir bis dato immer geholfen hat.
Es berührt mich nicht mehr, was andere darüber denken, welche Meinung sie von mir haben. Der eine rennt zum Psychiater und legt sich auf die Couch, der andere sucht sich eben einen individuellen Weg. Und der meinige ist dieses "Tagebuch".

In meinem Leben gab es genug Gründe, die mich zur Hauptrolle im Theater meines Lebens gedrängt haben. Der Grund aber, der die Basis für alles folgende schuf, war und ist die Umsiedlung im November 1957 von der damaligen DDR in die BRD. Auch heute noch; so bescheuert es auch sein mag.
Meines Erachtens kann man negative Elemente nur aus seinem Leben fernhalten, wenn man sie nicht zur Seite schiebt oder im Mülleimer des Seins entsorgt. Man muß sie angehen, sich mit ihnen beschäftigen und auseinandersetzen. Probleme lösen sich NIE von selbst.

Bevor es wieder richtig los geht in diesem Tagebuch oder wie immer man es bezeichnen soll, möchte ich an dieser Stelle einigen mir sehr wichtigen Menschen einen individuellen Dank aussprechen. Dank deswegen, weil sie maßgeblich an meinem Leben teilgenommen haben und nie den Glauben an mich oder an meine offenen oder verborgenen Stärken verloren haben. An mich glaubten und mir ab und an im richtigen Moment in den Hintern traten.

Meiner Frau Helga
gebührt mein aller höchster Respekt in diesem Leben. Dank ist da nicht genug und durch die Menschheit zu sehr in die Banalität gedrängt worden.
Meiner Mutter Ellen F. aus SB.
Frau Dr. med. Christiane G., meiner Onkologin aus dem Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Nicht ich habe meinen Krebs besiegt (?), sondern du, weil du mir immer im richtigen Moment durch dein offenes Lachen den Mut zum Weiter kämpfen gegeben hast. Das muß jetzt auch niemand verstehen. Wir beide wissen, das es nicht immer einfach mit mir war und ist. Aber ich glaube nicht, dass ich auf diesem Planeten nochmals einen Menschen finden oder treffen werde, dem ich der artig blind vertraue wie dir - außer meiner Helga. God bless you!
Annett "Wolfkristall" L. aus LP, Rudolf "Roger" O. aus HG, Jürgen + Rosi D. aus F., Andy K. aus AB, Marcus R. aus DA, Jörg + Jeannette D. aus AB, Martina H. aus SB, Sabine H. aus L.A.

JIMI HENDRIX, The DOORS, LED ZEPPELIN, ROLLING STONES, CREAM, PINK FLOYD, FRANK ZAPPA, RANDY HANSEN, RIDERS ON THE STORM, BOB MARLEY, METALLICA, IRON MAIDEN für den Rock.
JOHN LEE HOOKER, MUDDY WATERS, ERIC BURDON, JAMES BROWN für den Blues und Soul.
BOB MARLEY, PETER TOSH für den Reggae.
JOHNNY CASH für den Country.
CORVUS CORAX, IN EXTREMO, die APOKALYPTISCHEN REITER für ihre spezielle Musik.
HANS SÖLLNER, BOB DYLAN für den Protest.
MARIA CALLAS, ENRICO CARUSO, EDITH PIAF, PAUL POTS für ihre Stimmen.

Und last but not least:
Isa M., die es - wie kaum jemand zuvor - geschafft hat, in null-komma-nichts einen Stamm platz in meinem Herzen zu erobern. Danke Muse.

Euch allen, mein Respekt, meine Hochachtung und mein Dank.

Montag, 13.10.2008

Bei Hans Sorg zu Besuch. Stamm Hans war auch da.
Zuvor hatte ich Isa in Neustadt bei Stadtallendorf abgeholt. Das erste Mal gesehen.
Bei Hans großes Hallo.
Wollten Essen gehen, alle Restaurants im Umkreis von Niederklein geschlossen.
Bei Edeka Semmeln und Wurst geholt und dann bei Hans gegessen. Viel Lachen, viel Geredet. Wohl gefühlt.
Abends kam dann noch Olaf, den ich auch schon seit 1993 nicht mehr gesehen hatte.
Nachdem mir Hans Sorg und Isa noch ein paar Brötchen als Marsch verpflegung eingepackt hatte, fuhr ich dann Isa wieder nach Hause. Nach einer halben Stunde los gefahren. Navi spinnt. Umweg gefahren. Gießen, Gambacher Kreuz wieder auf die Autobahn. Kurz vor dem Rast hof Wetterau tierischer Schlag unter dem Auto. Dachte erst, Nebenmann berührt. Raus gefahren auf Rastplatz, angehalten und Auto gecheckt. Nix gesehen. Keine Beschädigungen. Weitergefahren.

Fast die ganze Nacht mit Isa gechattet. Mich tierisch über Gott und die Welt ausgelassen. Geschimpft. Total im Arsch. Morgens um ca. 08:30 uhr ins Bett.

Samstag, 18.10.20089

Buchmesse.
Vorstellung von Anna-Marie Ruf's END OF THE NIGHT oder DER RUF DES SCHMETTERLINGS auf der Frankfurter Buchmesse 2008.
10:30 Uhr gefahren. Ca. 11:30 Uhr waren wir das erste Mal am Stand. Begrüßte den Verleger und Publisher Georg Stein des PAMYRA Verlags, den ich seinerzeit bei einem Konzert der DOORS EXPERIENCE im Schwimmbad-Club Heidelberg kurz kennengelernt habe.
Kleiner Rundgang durch die Messehalle. Um ca. 12:40 Uhr trafen wir dann auf die frisch gebackene Mannheimer Autorin Anna und ihre Freundin Iris aus Hamburg, die extra wegen der Präsentation des Erst werks mit dem Nachtbus aus der Hansestadt an gereist war. Ich und Helga freuten uns tierisch, Anne und Iris nach Jahren wieder einmal zu treffen. Und bei so einem Anlaß noch viel mehr.
Von Anna waren auch noch ein paar Freundinnen mit von der Partie und gaben der sichtlich aufgeregten Hauptperson an diesem Tag ihren seelischen Beistand.

Sonntag, 19.10.2008

Nach langer zeit mal wieder beim fce. 8:0 gegen frauenstein. herz hängt immer noch hier. nun ja.
letzte zeit (ab und an) ups and downs. zu viel wirrwar im ko

Samstag, 25.10.2008

Randy Hansen Band in der "Scheune" in Idstein-Wörsdorf.
Sehr nettes und angenehmes Treffen mit den Jungs der Band und Kevin Fillo, dem Manager von Randy.
Kevin überreichte mir eine neue live CD, die im April im Aschaffenburger Colos-Saal mit geschnitten war.
Ich war stolz wie Oskar, dass alleinig meine Bilder für die neue CD "European Tour 2008", RANDY HANSEN ausgesucht wurden. Das bedeutet aber auch für mich, nicht auszuruhen, an der Fotografie weiter zu arbeiten und nicht inne zuhalten. Gerade jetzt erst noch mehr "schöpferische Kraft" zu investieren, um den gesteckten Level noch höher zu schrauben. Aber irgendwie hatte sich der bis dato nicht immer leichte und eingeschlagene Weg als "Konzertfotograf" gelohnt. Will es an dieser Stelle auch nicht unerwähnt lassen, dass mir eine kleine Träne der Freude, der Rührung oder was auch immer im Augenwinkel hing. Warum auch nicht. Und warum sollte man seine Freude, seinen Stolz verbergen. Von Kevin erhielt ich dann auch noch eine digitalisierte DVD, die im Studio neu abgemischt worden war.
Bis zum Konzert selbst hatten wir dann noch etwas Zeit. Diese verbrachte ich mit Randy und Kevin in der Garderobe. Manni von Bohr, der Drummer und der Bassist Ufo Walter waren noch mal ins Hotel zurückgekehrt, um sich vor dem Gig noch etwas zu relaxen.
Mit meinem terrible English war es schwer, den Worten der beiden immer zu folgen; aber irgendwie schien es doch zu funktionieren, denn wir hatten jede Menge Spaß.
Dabei wurde mir zum ersten Mal so richtig bewußt, welch ein lieber und netter Kerl Randy ist. Sehr zart, fast zerbrechlich von seiner Gestalt her, aber mit einer unbändigen innerlichen Power ausgestattet. Auch Kevin ist ein ganz lieber Mensch, der sich nie in den Vordergrund schiebt. Das ist mir bisher wenigstens aufgefallen.
Da für ist er mit einem Lachen ausgestattet, das jeden in seinem Bann sofort mitreißt, in sein dröhnendes Gelächter einzustimmen.
In Schweinfurt ein paar Tage später habe ich ihm dann gesagt:
"Weißt du, Kevin, wenn sie mich in einen dunklen Saal sperren würden, in dem sich 500 Personen aufhalten und alle müssten nacheinander Lachen, ich würde dich erkennen. Das fand er dann sehr cool.

Das Konzert selbst war geil wie immer. Und ebenfalls wie immer: Gänsehaut pur!
Nur die Beleuchtung - rot und blau! - war vielleicht gut für die Leute in der Scheune, aber nichts zum fotografieren.

Sonntag, 26.10.2008

Mit der Germania beim Spitzenreiter Hadamar mit 1:4 unter die Räder gekommen. Na ja...!

Montag, 27.10.2008

Gestern Nacht und heute Morgen ist eine Entscheidung für mich gefallen. Ich werde mein Amt als Betreuer oder Equipment Manager bei Germania Weilbach in der Winter pause beenden.
Die betreffenden Personen habe ich vorläufig per eMail davon in Kenntnis gesetzt.

Der Grund ist einfach der, dass ich nicht im Ärger gehe, sondern einfach keine Lust, keine Freude, keine Energie mehr für dies Dienstleistung meinerseits am Verein aufbringe und aufbringen werde. Ich denke, dass knapp 14 Jahre Betreuer tätigkeit genug ist. Der Haupt grund liegt aber auch vermehrt darin, dass ich meine Liebe zur Fotografie noch intensiver ausbauen möchte. Da zu kommt noch, dass ich fast jedes Wochenende unterwegs bin und da durch kaum noch Zeit für Helga habe. Und gerade dieser Punkt liegt mir ganz besonders am Herzen, denn ich habe ihr so viel zu verdanken. In einem gewissen sogar meinen Lebensmut, meine Kampf bereitschaft nach den beiden schweren Zeiten nach den Krebs erkrankungen. Sie war es immer wieder, die mir einen "seelischen Tritt" in meinen Hintern gab, wenn ich mal ganz unten frustriert am Boden lag.

Sonntag, 01.11.2008

Gestern war ich bei der RANDY HANSEN BAND in Erfurt. Fahrt dahin war okay.
Da ich bis zum Eintreffen der Band noch etwas Zeit war, hatte ich mich mit Martina verabredet. Sie ist Annett "Wolfkristalls" beste Freundin, und sie hatte den Weg wieder zurück in ihre alte Heimat Erfurt gewagt.
Wir hatten uns im ANGER MAIER verabredet, mitten im Stadt zentrum gelegen, wie der Name bereits sagt, direkt am Anger (dort, wo die Schlösserstraße in den Anger mündet) und nicht zu verfehlen - genau am Straßenbahn kreuz.
Ganz unauffällig ist der Anger Maier da in ein Eckchen gequetscht.
Der Eingang ist eher unauffällig, aber weil man nach dem Anger Maier Ausschau hält findet man ihn auch.
In jenem Lokal wird auch die Sendung "Unter uns" des MDR aufgezeichnet wird. Sehr interessante Gaststätte
Wen es interessiert:
Anger Maier
Café · Restaurant · Biergarten
Schlösserstraße 8
99084 Erfurt

Tel. 0361-566 10 58
Fax. 0361-566 10 57

Martina wollte Abends zum Gig von Randy Hansen kommen, aber eine Erkältung hielt sie dann doch davon ab. Sie teilte es mir später per SMS mit. Schade, denn sie hat einen guten Randy Hansen am späteren Abend des Tages verpaßt.

Nebenbei bemerkt war ich sehr erstaunt, wie schön sich dieses ehemals DDR-triste Erfurt in den Jahren herausgepuzt hatte.

Gegen 16:45 Uhr war ich dann wieder am Gewerkschaftshaus, einem riesigen Gebäudekomplex am Juri-Gagarin-Ring 150. Hier sollte auch das Konzert stattfinden.
Da es ein kalter und unfreundlicher erster November tag war, fand ich Gefallen daran, dass sich die Sound crew und der Veranstalter schon in der Halle befanden. Der dem Erfurter Museumskeller angeschlossene Saal im Gewerkschaftshaus bietet Raum für größere Konzerte. Ich stellte mich den Leuten kurz vor.
Nach kurzer Wartezeit fuhr dann auch schon der weiße Personen transporter mit Stau raum für das Equipment vor.
Ich hatte mich im Laufe der Zeit etwas mit Kevin angefreundet, dem amerikanischem Manager von Randy Hansen, der mir wegen seiner unaufdringlichen Art sehr sympathisch ist.

Die Halle war nicht ganz ausverkauft, aber Randy gab den Leuten einen sehr guten Gig.

Nach dem Konzert bin ich dann wieder heim gefahren. Hätte mir auch ein Hotelzimmer nehmen können, aber da zu hatte ich keinen Bock.
Eine unglückliche Entscheidung, denn es war ein Shitwetter! Starker Nebel mit teilweise nicht mal 20 m Sichtweite. Und das fast bis Butzbach in Hessen.

+++++ +++ +++++

In der Formel 1 wurde Hamilton zum ersten Mal Weltmeister.

Dienstag, 04.11.2008

Bei den Apokalyptischen Reitern in der Batschkapp, einer Frankfurter Live Location, gewesen. Hatte mich erst ziemlich spät an diesem Tag da zu entschieden., dem Gig beizuwohnen.
Hatte ein paar Tage zuvor an Volk-Man, dem Bassisten der Band geschrieben, um eine Foto genehmigung zu erhalten. Er hatte sich aber nicht gemeldet.
Auch ein Anruf im Club selbst erbrachte keine Foto genehmigung.
Also ich trotzdem nach Frankfurt gefahren, wo ich mich mit Ally, einer lieben Freundin, verabredet hatte. Sie brachte ihre Tante und ihren neuen Freund mit. Sehr liebenswerte Menschen.
Bewaffnet war ich mit meiner kleinen Digi Cam Samsung AV10. Doch diese Fotos konnte ich dann sämtliche in den Mülleimer des Computers verfrachten, denn sie waren alle, außer drei von Ally und Anhang, nichts geworden.

Ich fand das Konzert nicht schlecht, aber persönlich hatte es mir letztes Jahr im Dezember in Würzburg besser gefallen. Aber vielleicht lag das auch daran, dass die Band drei Vor gruppen hatte.
Ein Zusammentreffen mit dem Bassisten der Band war nach dem Gig nicht mehr möglich, da der Club eigentlich sofort nach Ende der Veranstaltung geräumt wurde. Auch seltene Sitten, fand ich...

Mittwoch, 04.11.2008

Heute erhielt ich eine Nachricht von Volk-Man, dass er meine Anfrage erst gelesen hatte.
Kaiserslautern mit Foto genehmigung geht klar!

Tierisch freu!

Mittwoch, 12.11.2008

Heute spielte Randy Hansen im Frankfurter Sinkkasten, einem Club, der in der Zeit der Hippies und Beatniks unter dem Namen ZOOM bekannt war. Zu jener Zeit meine Lieblings location, nachdem ich im Juni 1975 nach Mörfelden-Walldorf in Hessen gezogen war.

Randy gab ein gutes Konzert und die Leute waren wie überall begeistert.

Lernte an diesem Abend auch den Deutschland Veranstalter der Randy Hansen Band - Reinhard Buchman von JazzHaus Booking in Freiburg - kennen. Ein sehr angenehmer Mensch.

Aus Belgien war auch Eckhard Pech an gereist, ebenfalls ein genialer Konzert fotograf, den ich durch die Foto Community (www.fotocommunity.de) kennengelernt hatte. Er kennt den Europa Bassisten von Randy Hansen, Ufo Walter.

Donnerstag, 13.11.2008

Heute war ich zum Gig der Randy Hansen Band nach Schweinfurt gefahren, um mein letztes Konzert für dieses Jahr zu sehen.

Die Fahrt war beschissen! Stau... Stau... Stau.
Aber irgendwann hatte ich es gegen 18:00 Uhr geschafft und fuhr auf den Parkplatz des Stattbahnhofs. Der Tourbus der Band stand schon vor dem Backstage Eingang.
Den Stattbahnhof kannte ich ja schon durch einige Gigs von Light my Fire. Das ist der Club mit der geilen Garderobe in der obersten Etage des Etablissements, deren Wände über und über mit Graffity und Sprüchen voll geschmiert sind. Hier hat sich scheinbar jede Band, jeder Künstler mit einem Spruch oder einem Gemälde verewigt. Um alles zu lesen und zu betrachten, gehen bestimmt die Stunden eines Tages drauf. Wenn es denn langt.

Der erste der mir mit seinem dröhnenden Lachen entgegen kam, war Kevin, der mich in seine Arme nahm. Wenn es nur überall in der Welt so cool abgehen würde, wie bei den meisten Musikern und Gruppen, die ich so im Laufe der Jahre kennengelernt hatte. Es ist schon ein verrückter Haufen im großen und ganzen. Selbstverständlich gibt es auch in dieser Szene Leute, die prüder und normaler sind als jeder Otto normalverbraucher es je sein könnte.
Aber die gehören nicht hierher, denn ich will ja noch auf ihre Konzerte zum Fotografieren.

Randy war beim Sound check bund dudelte irgendwie lustlos auf seinem Instrument herum. Irgendwie schien er mir geistesabwesend.

Von Ufo, dem Bassisten erfuhr ich dann, das am vorherigen Tag Mitch Mitchell, der Drummer der Jimi Hendrix Experience tot in seinem Hotelzimmer in den Staaten aufgefunden wurde. Randy hatte es Nachts im TV mitbekommen.
Jetzt war mir auch einiges klar. Da Randy ein guter Freund von Mitch war und auch öfters mit ihm zusammen gespielt hatte, ging es ihm ziemlich nah. Dies wurde mir dann später auch noch von Kevin bestätigt.

In der Garderobe war Randy dann ziemlich okay. Machte seine Späße, zog neue Saiten auf die Gitarren und nahm sich sehr viel Zeit mit seiner Bühnen garderobe. Probierte dieses und jenes Tuch aus, so nach dem Motto: passen muß es schon zum schwarzen Dress.
Manni von Bohr, sein Drum techniker und Ufo waren noch mal ins nahe gelegene Hotel gegangen, und sie stießen dann ca. eine drei viertel Stunde vor Konzert beginn zu uns.
Manni und Ufo schlüpften ebenfalls in ihre Bühnen klamotten und dann war es auch schon so weit.

Der Saal war ziemlich gut gefüllt und ein Raunen ging durch die Menge, als die Band durch ein sich öffnendes Spalier nach vorne zur Bühne gingen.
Und dann begann das, was mir auch noch heute einen Schauer über den Rücken jagt. Randy Hansen spielte ein Konzert, dass das geilste war, das ich je von ihm und der Band gesehen hatte. Es kam mir vor, als sehe er die Leute im Saal gar nicht und spielte nur für Jimi Hendrix, Noel Retting und Mitch Mitchell, die jetzt wieder in ihrer Ur besetzung im Sound himmel der Musik welt vereint waren. Genial!
Und mir soll nie mehr einer erzählen, dass Randy auch nur eine "billige Kopie" ist, der auf der Welle und dem Vermächtnis von Jimi Hendrix durch die Welt reist. Wer Jimi nie gesehen hat, ihn nur von Videos, DVDs, Platten oder CDs her kennt, der wird mir immer und jederzeit zustimmen, das es wirklich keinen besseren Interpreten als Randy Hansen gibt, der Jimi in seinem Spiel, in seinem Gesang und seiner Show das Wasser reicht.

Er spielte an diesem Abend jeden, aber auch wirklich jeden Song mit einem Feeling, das nicht nur mir und Kevin, sondern auch vielen im Publikum die Tränen in den Augen standen.
Carmina Burana, die amerikanische und deutsche Nationalhymne. Bei letzterem wäre Angela - unserer Nr. 1 im Staat - wahrscheinlich das Höschen in Flammen gestanden.

Und dann stellte sich Randy Hansen hin und spielte für Mitch Mitchell das Amazing Grace.
Das Amazing Grace (deutsch: „Staunenswerte Gnade“) ist ein bekanntes englischsprachiges geistliches Lied, das zu den beliebtesten Kirchenliedern der Welt zählt.

Die heute weltweit bekannte Melodie, die sog. New Britain, wurde von James P. Carrell und David S. Clayton komponiert und taucht erstmals in einem Gesangbuch von 1831 namens Virginia Harmony auf. Sie soll ursprünglich auf schottische oder irische Wurzeln zurückgehen. Der ursprünglich zur Melodie gesungene Originaltext ist heute verloren. Der heute üblicherweise gesungene Text von John Newton wird gelegentlich auch mit einer anderen Melodie gesungen, der 1958 in Kentucky entstandenen Old Regular Baptist.

In ihrer Nachwirkung besonders bedeutsam ist die Harmonisierung, wie sie im Gesangbuch Southern Harmony von 1835 geboten wird. Die für dieses Hymnen buch charakteristische Setz weise, in der die Haupt melodie in der Mittel stimme liegt und von jeweils einer darüber bzw. darunter liegenden, leiser gesungenen Stimme begleitet wird, findet sich in US-amerikanischer Musik für Vokal trios bis auf den heutigen Tag und ist in Europa besonders bekannt durch den Stil der Andrews Sisters.

In dem erstmals 1779 in den Olney-Hymnen veröffentlichten Text erzählt John Newton von seiner Bekehrung zum Christentum. Er lehnt sich lose an mehrere Bibel stellen an, genannt werden u. a. die Beschreibung von Gottes Gnade in Eph 2,8 und die Heilung des Blinden nach Joh 9,25.

Amazing Grace verdankt seine Entstehung angeblich einem Schlüssel erlebnis seines Autors John Newton, der Kapitän eines Sklaven schiffs war. Nachdem er am 10. Mai 1748 in schwere Seenot geraten und nach Anrufung des Erbarmens Gottes hieraus gerettet worden war, behandelte er zunächst die Sklaven menschlicher. Nach einigen Jahren gab er seinen Beruf sogar ganz auf, wurde stattdessen Geistlicher und trat gemeinsam mit William Wilberforce für die Bekämpfung der Sklaverei ein.

Große Popularität genoss Amazing Grace bei beiden Parteien des amerikanischen Bürgerkriegs sowie auch bei den Indianern. Den Cherokee gilt es gar als inoffizielle Nationalhymne, haben sie doch während des berüchtigten Pfades der Tränen 1838 ihre Toten häufig aus Zeitmangel ohne große Zeremonie, sondern nur unter Ab singen von Amazing Grace beerdigt.

In den 1960er Jahren erreichte das ursprünglich fast ausschließlich in Amerika verbreitete Lied die britischen Inseln – was mit Blick auf die irisch-schottischen Wurzeln der Melodie eine Art Heimkehr darstellt. Dort wurde Amazing Grace insbesondere in Dudelsackfassungen populär, insbesondere nachdem sich Musiker im Zuge des Folk-Revival verstärkt auf die traditionellen Melodien und Lieder besannen. Bis zum Film Alice's Restaurant 1969 von Arthur Penn war es außerhalb von Kirchen und Folk festivals eher unbekannt. 1972 gewann es unter dem Titel "Wie das Licht nach der Nacht", gesungen von Siegfried Fietz, in frei kirchlichen und evangelikalen Gemeinden große Verbreitung mit einer Text übertragung von Renate Wagner. Lee Hays von der amerikanischen Folk gruppe The Weavers führte die Verehrer des Songs an.

Heute zählt Amazing Grace zu den beliebtesten Kirchenliedern der Welt und wird von den Angehörigen unterschiedlichster christlicher Konfessionen gesungen. Daneben gilt das Stück als Protest song gegen die Sklaverei sowie als Hymne christlicher wie nicht-christlicher Menschenrechts aktivisten. Aufgegriffen wurde es insbesondere aber von der Gospel musik.

Im Laufe der Zeit wurde es vielfach bearbeitet und von einer kaum mehr übersehbaren Vielzahl von Künstlern interpretiert. Zu nennen sind Connie Francis,Louis Armstrong, Ray Price, Vera Lynn, Mahalia Jackson, Janis Joplin, Elvis Presley, Judy Collins, Hayley Westenra, Johnny Cash, Yes, Rod Stewart, Willie Nelson, George Jones, Groundhogs, Lena Valaitis (1976, Ein schöner Tag), Helmut Lotti, Ireen Sheer, David Hasselhoff, André Rieu, Céline Dion, Steve Morse, Leann Rimes sowie Katie Melua und Jessye Norman. 1985 eröffnete Joan Baez ihren Beitrag zum legendären Live Aid-Konzert zugunsten der Hunger hilfe in Afrika mit einer Aufführung von „Amazing Grace“. Mike Oldfield verwandte den Text mit neuer Melodie auf seinem Album "The Millennium Bell" und auf dem Konzert an der Berliner Siegessäule zum Jahreswechsel von 1999 zu 2000. Weiter gibt es Punk- (Dropkick Murphys) sowie Heavy-Metal-Versionen (Stryper). Schließlich existieren zahllose Instrumental fassungen insbesondere schottischer Dudelsackbands, von denen die kommerziell wohl erfolgreichste von der Militär kapelle der Royal Scots Dragoon Guards stammt, die 1972 sogar Platz 1 der Verkaufscharts in Großbritannien war.

Da Amazing Grace sehr bewegend auf die Zuhörer wirkt, wird es bis heute häufig auf Beerdigungen oder Gedenkveranstaltungen gespielt und gesungen, so etwa 2004 anlässlich der Beisetzung des ehemaligen US-Präsidenten Ronald Reagan.
(Quelle: http://de.wikipedia.org)

Nachdem Randy das Lied beendet hatte, war es total still im Saal. Niemand schien sich zu rühren, niemand schien zu atmen.
Und dann brannte ein Beifallssturm auf, den ich in der Art selten mitbekommen hatte. Und ich habe schon mehrere Hundert Konzerte hinter mir.

Wir saßen dann noch alle eine Zeitlang zusammen und ich verabschiedete mich dann von den Jungs, um wieder die Rückreise anzutreten.
Es war zwar eine Nebel fahrt, aber ich fühlte mich richtig wohl und dachte fast die ganze Heimfahrt an den irren Abend und das geile Konzert im Schweinfurter Stattbahnhof.

Freitag, 14.11.2008

Ohne Unterbrechung - nach der halben Tour mit der RANDY HANSEN BAND - ging es gleich am nächsten Tag weiter zum Konzert. Diesmal war das Kammgarn in Kaiserslautern mein Ziel, um den Gig der APOKALYPTISCHEN REITER mit meiner Camera festzuhalten.

Zum Kammgarn selbst muß ich auch an dieser Stelle ein paar Worte loswerden. Das Kammgarn steht unter Denkmalschutz. Das Areal (ca. 1300 M² indoor / ca. 1000 M² Outdoor) beherbergte früher eine Spinnerei. So umgibt die Häuser und Höfe ein attraktives Flair von Vintage-Atmosphäre. (So die Beschreibung auf der Internet präsenz)
Ein wirklich geiler Laden!

Die Fahrt von Hattersheim am Main nach Kaytown - wie wir früher Kaiserslautern immer bezeichneten - geht relativ schnell. Die Autobahn ist genial zu fahren und man kommt eigentlich recht zügig voran. Ich spreche hier von der Strecke über Mainz.

An der Location angekommen, fiel mir schon gleich der riesige schneeweiße Tourbus der Band auf, der auch schon ein paar Tage zuvor in Frankfurt vor der Batschkapp gestanden hatte.
Ich war erstaunt, mit welcher Freundlichkeit mich Volk-Man - der Bassist der Apo Reiter - begrüßte. Das ist nicht immer selbstverständlich; deswegen auch die extra Erwähnung. Und wir hatten uns bis dato erst ein einziges Mal letztes Jahr im Dezember in Würzburg gesehen. Volk-Man stellte mich Arne, dem Tormanager der Band vor, der alles mit mir regeln und besprechen sollte.
Arne machte es kurz und bündig.
"Hier haste'n Pass und du kannst hin wo du willst."
"Nun", dachte ich so bei mir, "das zählt aber nicht für die Bühne. Davor und seitwärts ja, aber die Bühne selbst ist Tabuzone."

Ich lernte dann noch die neue Gitarristin Cat-Man kennen, eine sehr nette Lady. Später gesellte sich dann noch Fuchs dazu, der Gitaarist, Sänger und Ur-Reiter. Er begrüßte mich sehr freundlich - wie auch die ganze Band - und wußte sogar noch meinen Namen. Als ich ihn erstaunt anblickte, meinte er nur trocken "du warst doch beim Abschluß Gig Ende letztens Jahres in Würzburg." Das er sich daran noch erinnern konnte. Aber bei diesem biblischen Bandnamen und "dem Draht nach oben" wunderte mich nichts mehr

Im Gegensatz zu dem Gig in der Frankfurter Batschkapp schaute ich mir diesmal auch einen großen Teil der Shows an, welche die drei Vorgruppen - Marionette aus Schweden, Honigdieb aus Deutschland und Mustasch ebenfalls ein Schweden Import - ablieferten. Fotografiert wurden sie auch gleich mit.
Zu den Vorgruppen kann ich nur sagen, dass sie sehr gut ausgewählt wurden und mir ihre Mugge ganz gut gefiel. Zumal der Sänger von Honigdieb, Sir Hennes, ein spindeldürrer Iggy Pop der deutschen Szene, eine absolut irre Show abzog. Trotz einer starken Erkältung. Hut ab!!!

Die Reiter selbst gaben einen richtig geilen Set zum Besten, der mir besser als jener in der Frankfurter Batschkapp gefiel. Vielleicht lag es auch daran, dass die Bewegungsfreiheit auf der relativ großen stage ihren Teil dazu beitrug.
Die meisten Bilder schoß ich von der Galerie aus, die an diesemTag für das Publikum gesperrt war. Und so hielten sich fast nur Leute der Reiter dort oben auf. Unter anderem auch Arne der Tourmanager.
Nach einer Weile sagte er zu mir,
"Du kannst auch unten auf der Bühne fotografieren wenn du willst. Du hast absolut freie Hand."

Das ließ ich mir dann nicht zweimal sagen und ehe er es sich vielleicht wieder anders überlegte, war ich auch schon nach unten verschwunden.
Auch wenn es schwierig war, man will sich ja nicht in den Vordergrund drängen, gelangen mir einige ganz brauchbare Bilder.

Nach dem Gig und etwas Small Talk in der Garderobe bin ich dann wieder nach Hause gebrettert.

Zum Schluß noch einees in eigener Sache:
warum ich so ein Fan DIESER Band geworden bin liegt allein daran, dass sie für mich eine Band mit EIGENEM Charisma geworden sind, und ihre Musik in einer offenen und spürbaren Glaubwürdigkeit an das Publikum weitergeben.
Und gerade das Letztere ist nicht jeder deutschen Band in die Wiege gelegt worden, noch kümmern sich manche zu wenig darum, selbiges zu verbessern.

Samstag, 15.11.2008

Die Damen von LEZ ZEPPELIN im Colos-Saal von Aschaffenburg.

Von Matthias, dem Soundman des Colos hatte ich schon lange Zeitr zuvor erfahren, dass diese Damen formation mit das beste ist was er on stage erlebt hat. Und genau mit dieser Erwartungshaltung besuchte ich den Gig der vier New Yorkerinnen.

Was mich dann die nächsten knapp zwei Stunden erwartete, übertraf meine Erwartungen bei weitem. Die Band war genial. Vor allem die Gitarristin und die Drummerin.
Problematisch war es nur beim fotografieren. Nicht nur das sich fast zehn Leute mit großen Cameras vor der Bühne tummelten, der Colos-Saal war auch noch fast sold out, und ich schäzte mich hinterher glüklich, doch noch ein paar vernünftige Bilder geschossen zu haben.

Ende November 2008

Habe mich nach langen Überlegungen für die neue Canon EOS 50D entschieden, selbige bestellz und zwischenzeitlich auch schon erhalten. Bin begeistert von der Camera.

Tagebuch Dezemberr 2008

Mittwoch, 03.12.2008

Heute Nacht entschlief unsere langjährige Eddersheimer Vermieterin Betty R. Möge der Herr oder wer auch immer ihr DEN Frieden geben, den sie die letzten Jahre in ihrem Haus nicht mehr gefunden hat.
Helga und ich werden dich, liebe Betty, in ewiger Erinnerung behalten; du warst die beste Vermieterin, die wir jemals hatten.

Montag, 08.12.2008

Seit Wochen kämpfe ich mit einer schmerzhaften Entzündung der Blase. Die Antibiotika und die anderen Medikamente schlagen nicht an. Mist!
Von meiner Onkologin habe ich einen neuen Urologen empfohlen bekommen, der sogar einen Prof. Titel besitzt
Was mir beim ersten Besuch in seiner Praxis auffiel war, dass er ganz anders an die Sache dranging, als mein Urologe bisher. Nun soll am Mittwoch eine Spieglung etwas mehr Licht in die schmerzhafte und unangenehme Untersuchung bringen. So nach meinem Lieblingsmotto: wenn's der Wahrheitsfindung dient...

Am Samstag, 06.12. war ich in Ffm-Unterliederbach im Musikkeller und habe mir die Gruppe HARDRIDE angeschaut. In dieser Formation spielt mein langjähriger Freund PJ Fairley die Drums. Es war ein netter Abend und die Band hätte auch mehr Zuschauer verdient, als die wenigen Leute die gekommen waren. Wer auch anwesend war, war mein alter Kumpel Hajo Z., der ehemalige Bassist der Band FOREST aus Mörfelden-Walldorf.

Am Samstag, 13.12. wollte ich nun nach Frankreich fahren, um mal wieder nach langer Zeit die DOORS Tribute Band DOORS EXPERIENCE aus Österreich ansehen, die in Meisenthal in der Nähe von Metz einen Gig in einer schönen großen Halle zum Besten gibt. Aber da hat mir nun die Blase einen Strich durch die Rechnung gezogen. Schade zwar, aber die Gesundheit geht vor.

Bei den Fußballern in Flörsheim-Weilbach werde ich nach sehr langen und intensiven Überlegungen auch bleiben. Erste Entscheidung war, dass Adi unser Trainer verlängert hat und zweitens weil man sich von Vereinsseite aus sehr intensiv und lieb um mich bemüht hat. Aber die Fotografiererei wird auch weiterhin Vorrang haben. Das ist auch so mit denen besprochen. Den Rest wird die Zukunft zeigen. Zumindest in dieser Geschichte.

Dienstag, 09.12.2008, 01:55 Uhr

das leben gibt manchen menschen so viele dellen, das es manchmal unbedeutend ist, welch beulen in einem gegenstand spuren hinterlassen, die man jederzeit ersetzen kann.
was ist eine delle in einem auto die man reparieren kann, gegen eine beule in der seele, die nicht wegzuwischen ist.

nur ein geschädigter

Es gibt Tage an denen es einem schwerfällt, an das Schöne und an das Gute zu glauben. Es sind diejenigen Tage meistens vor der Weihnachtszeit, wenn man sich in stillen Stunden die Zeit nimmt und man empfänglich ist für die Nachdenklichkeit. Andere bezeichnen diesen Zustand auch als Melancholie.

Erklärung: Cyclothymie
Die Cyclothymie ist eine Form der Psychosen, deren Ursachen unbekannt sind. Sie verläuft oft in wiederholt auftretenden Krankheitsphasen, zwischen denen eine gesunde Periode liegt. Die Cyclothymie stellt sich in der Form der Melancholie und der Manie dar. Die Melancholie äussert sich in depressiver Stimmung. Ohne direkten äusseren Anlass tritt Bewegungs- und Antriebsarmut auf. Unter Schlafstörungen leidend bietet der Patient das Bild eines von Hoffnungslosigkeit gezeichneten Menschen, der in seinem Leben keinen Sinn mehr findet und zum Selbstmord neigt. Körperlich zeigt sich Druckgefühl in der Brust, ständige Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit und Darmträgheit. Die zweite Form der Cyclothymie ist die Manie, die sich durch gesteigerte Stimmung auszeichnet. Der Betroffene kann fröhlich, übertrieben ausgelassen oder aggressiv und streitsüchtig sein. Er neigt zur Selbstüberschätzung und zur Durchführung der daraus entstehenden Pläne, was dadurch erleichtert wird, dass er aufgrund der Stimmungslage erst spät von seiner Umwelt als krank erkannt wird. Im Gespräch zeigt sich der Manische in extremem Redebedürfnis und Ideenflucht. Für die Behandlung der Cyclothymie stehen Psychopharmaka zur Verfügung, die beim Melancholiker die Depressionen lösen, beim Manischen beruhigend wirken. Daneben steht die Psychotherapie zur Verfügung. Zur Vorbeugung gegen das erneute Auftreten der Cyclothymie dienen lithiumhaltige Arzneimittel.
(Quelle: http://iq.lycos.de/qa/show/815962/was-ist-melankolie-definition)

MELANKOLIE
- by Ludwig Tieck

Schwarz war die Nacht und dunkle Sterne brannten
Durch Wolkenschleier matt und bleich,
Die Flur durchstrich das Geisterreich,
Als feindlich sich die Parzen abwärts wandten,
Und zorn'ge Götter mich ins Leben sandten.

Die Eule sang mir grause Wiegenlieder
Und schrie mir durch die stille Ruh
Ein gräßliches: Willkommen! zu.
Der bleiche Gram und Jammer sanken nieder
Und grüßten mich als längst gekannte Brüder.

Da sprach der Gram in banger Geisterstunde:
Du bist zu Qualen eingeweiht,
Ein Ziel des Schicksals Grausamkeit,
Die Bogen sind gespannt und jede Stunde
Schlägt grausam dir stets neue blut'ge Wunde.

Dich werden alle Menschenfreuden fliehen,
Dich spricht kein Wesen freundlich an,
Du gehst die wüste Felsenbahn,
Wo Klippen drohn, wo keine Blumen blühen,
Der Sonne Strahlen heiß und heißer glühen.

Die Liebe, die der Schöpfung All durchklingt,
Der Schirm in Jammer und in Leiden,
Die B1üte aller Menschenfreuden,
Die unser Herz zum höchsten Himmel schwingt,
Wo Durst aus sel'gem Born Erquicken trinkt,

Die Liebe sei auf ewig dir versagt.
Das Tor ist hinter dir geschlossen,
Auf der Verzweiflung wilden Rossen
Wirst du durchs öde Leben hingejagt,
Wo keine Freude dir zu folgen wagt.

Dann sinkst du in die ew'ge Nacht zurück,
Sieh tausend Elend auf dich zielen,
Im Schmerz dein Dasein nur zu fühlen!
Ja erst im ausgelöschten Todesblick
Begrüßt voll Mitleid dich das erste Glück.

Warum ich das schreibe? Nur so...

Donnerstag, 11.12.2008, 23:53 Uhr

Für den kommenden Montag wurde ich von meinem Prof. der Urologie in die Uniklinik Frankfurt eingewiesen. Am nächsten Tag, den Dienstag will er mich operieren.
Was ist geschehen?

Nachdem ich immer wieder Probleme mit der Blase hatte, die verschriebenen Antibiotika nicht mehr anschlugen, wurde mir ein anderer Urologe empfohlen, den ich dann auch in seiner riesigen Praxis in der Frankfurter Innenstadt aufsuchte. Nach zwei Terminen bei ihm, den unterschiedlichsten Untersuchungen von Ultraschall bis Röntgen wurde dann von ihm diagnostiziert, das irgendwas an meinem Blasenausgang nicht in Ordnung sei und er sich die Blase unbedingt von innen ansehen will. Eine Gewebeprobe soll dabei auch vorgenommen werden. Bei meiner Vorgeschichte (1998 Leberkrebs, 2002 Darmkrebs) ist auch eine erneute Tumorbildung - ob gut- oder bösartig - nicht auszuschließen. Klarheit soll die mikroskopische Analyse des Gewebes bringen.

An alle mit medizinischen Kenntnissen, auf der Einweisung steht Vd Npl zur TUR-Blase.
Bezeichnung ist mir bekannt...

So sitzt man nun mal wieder da. Grübelnd, nachdenklich, etwas verängstigt...
Und im Radio spielen sie O du fröhliche...

FROHE WEIHNACHTEN EUCH ALLEN DA DRAUSSEN !!!

Am Samstag wolltte ich erst nach Frankreich fahren, präziser in die Nähe von Metz, um die DOORS EXPERIENCE aus Austria zu sehen und zu fotografieren. Doch die Blase hat es nicht zugelassen. So werde ich nun an der Weihnachtsfeier des Fußball Clubs teinehmen, den die aktiven Mannschaften ausrichten. Etwas Abwechslung ist bestimmt kein falscher Ansatz.

Am Sonntag bekommen wir dann endlich mal wieder Besuch von einer Person mit ihrer Tochter, auf die wir uns sehr freuen. Namen bleiben aber außen vor.

Sonntag, 14.12.2008

Trotz Handicap mit einem meiner Organe zur Zeit, bin ich gestern Abend noch zur Weihnachtsfeier meines Vereins. Es war eigentlich wie jedes Jahr. Gutes Essen. Viel Alkohol nach dem Motto: hau wech den Scheiß. Tombola. Später bei vielen Gästen glasige Augen. Hicks...
Was mich nicht gefreut hat an diesem Abend: kein winzig kleines Dankeschön an die Trainer und Betreuung der 1. Dafür eine kleine Laudatio von Icke an einen, der es vorzog den Verein zu verlassen und es nicht mal für nötig hielt, an diesem letzen seiner Germania Tage persönlich zu erscheinen.

23:05 Uhr
Danke C. für deinen Besuch heute. Es war sehr toll von dir, dass du wieder mal da warst und dir die wenige Freizeit für uns genommen hast. Ich und Helga wissen es zu schätzen.

Morgen geht es nun in die Uniklinik nach Frankfurt.
Nervös? Ja!

Aber es soll auch Schutzengel geben, und vielleicht hat einer von ihnen am Dienstag Zeit für mich.

Donnerstag, 25.12.2008

FROHE WEIHNACHTEN EUCH ALLEN !!!

Am Montag, 15.12.
fuhr mich nun mein Schwiegervater in die Uniklinik Frankfurt a.M.
Dort wurde dann jedoch erst mal ein Mißverständnis aufgeklärt. An diesem Tag sollte jedoch nur die Vorbesprechung zur OP am nächsten Tag stattfinden. Von da bleiben war keine Rede.
Nach Artzgespräch, Ultraschall, Blutentnahme fürs Labor, konnte ich dann wieder nach Hause fahren und sollte am nächsten Tag um 06:30 Uhr in der Klinik erscheinen.

Dienstag, 16.12.
Zur besagten Zeit war ich in der Klinik. Schwiegervater hatte mich wieder gefahren, Auch Helga war dabei, sie mußte zur Arbeit.
Da wir gut durch den Verkehr kamen, war ich dann auch schon um ca. 06:00 Uhr auf der Station im neuen Empfangsgebäude. Einem riesigen Glasbau mit vielen Anmeldungen zu den verschiedensten Abteilungen. Auch die neuen Operationssäle und die Intensivstation war hier untergebracht.

Um 06:30 Uhr kamen dann die Stationsschwestern und ab diesem Moment ging alles ziemlich schnell. Ich zog mich aus, die Operationswäsche (das obligatorische "Totenhemd", das aufreizende Netzhöschen und die Stützstrümpfe an. Rein ins Bett. Beruhigungstablette geschluckt und dann ging es auch schon kurz vor 08:00 Uhr ab Richtung OP.
Über ein Fließband wurde ich auf den OP-Tisch geschoben und in den Operationsraum Nr. 8 gerollt.
Kanüle legen, an den Monitor angeschlossen etc.
Dann fragte auch schon der Anästhesist seine Assistentin, ob sie fertig sei. "Ich bin soweit", antwortete die Schwester.
" Wir leiden jetzt die Narkose ein," der Anästhesist zu mir.

Er stülpte mir eine Maske über Mund und Nase. Ich atmete tief und fest ein. Und aus war das Licht. Keine Helligkeit. Keine Dunkelheit. Keine Gedanken. Keine Empfindungen Nur Leere. Nur Nichts. Aus...

Um ca. 12:15 Uhr erwachte ich dann wieder in meinem Bet5t, das man zwischenzeitlich auf die Station A6 gebracht hatte. 4-Bett Zimmer. International. Ein Engländer, ein Türke, ein Österreicher und ich.
Schmerzen hatte ich keine. Schlief an diesem Tag viel. Nach der Arbeit schaute Helga vorbei.

Mittwoch, 17.12.
Wie meistens zuvor auch, hatte ich auch die erste Nacht ziemlich schlecht geschlafen. Zimmer total überhitzt. Einer röchelte, der anderen schnarchte und der dritte hustet sich die Lunge aus dem Körper.
Um 08:00 Uhr stand der Prof. an meinem Bett und klärte mich über die ausgeführte Operation auf.
Die Blase war ein einziger vereiterter und entzündeter bakteriell verseuchter Herd. Und die vergrößerte Prostata hatte die Harnröhre abgedrückt. Sie wurde ausgeschabt, da mit der Durchlaß wieder normal war. Außerdem wurden an fünf verschiedenen Stellen der Blase und der Prostata Gewebeproben für eine pathologische Untersuchung genommen. Man hatte mich ja mit Verdacht auf TUR, Blasen-Karzinom eingewiesen.
Nachmittags kam wieder Helga zu Besuch. Sie brachte mir einen Telefonchip für das Telefon an meinem Bett mit. Der Engländer auf unserem Zimmer war froh, dass ich wenigstens so viel Englisch konnte, um mich mit ihm einigermaßen zu unterhalten.

Donnerstag, 18.12.
Nach einer sehr unruhigen Nacht war ich auch schon relativ früh wach. Um fünf Uhr war ich schon duschen.
Der türkische Zimmerkollege war in der Nacht wegen Verdacht eines Herzinfarktes behandelt und dann auf die Intensivstation gebracht worden.
Als ich um ca. 02:00 Uhr in der Nacht von eigenartigen Geräuschen aus dem Halbschlaf gerissen wurde, die aus der "türkischen Ecke " kamen, rief ich die Nachtschwester. Und von da an war Action angesagt auf unserer Bude. Festbeleuchtung, EKG Gerät, laute Stimmen von drei Personen des Pflegedienstes uns einem Arzt. Und so soll man gesund werden?!
In diesem Moment verfluchte ich wieder mal innerlich den Zustand der 4-Bett Zimmer. Vier sind einfach zuviel. 3 wären okay und 2 optimal.
An dieser Stelle möchte ich auch mal ein paar lobende Worte für die Ärzte und das Pflegepersonal auf der Station loswerden. Es ist genial, mit welcher Höflichkeit und teilweise auch Geduld sie auf ihre Patienten eingehen. Und wie schwer es manchmal ist, mit Patienten in Einklang zu kommen, da kann auch ich ein Lied davon singen.

Nachmittags nach getaner Arbeit kam Helga wieder zu Besuch, was mich immer sehr freute. Ich liebe diese Person inzwischen mehr als mein Leben, denn ist erstaunlich mit welcher inneren Kraft sie das alles meistert und ihre Ängste so gut wie nie nach außen trägt. Ich liebe dich, mein Engel.

Abends stellte sich dann raus, dass man dem Engländer, der an diesem Tag operiert wurde und mir den Telefonchip entfernt hatte. Vielleicht hatte ihn sich jemand ausgeborgt und dann vergessen, ihn wieder ins Telefon zu schieben.

Freitag, 19.12.
Wieder schlecht geschlafen. Um 08:15 Uhr dann große Visite mit dem Chefarzt der Abteilung. Prof. Dr. Jonas war mir von der Leberabteilung ein Begriff. Aber an diesem Morgen schwebte er mit fast 10 Personen im Schlepptau ins Zimmer.
Um ca. 09:00 Uhr wurde dann nach fast neun Tagen endlich der Katheter gezogen. Halleluja!!!
Vom Stationsarzt Dr. Tsaur wurde mir irgendwann auch mitgeteilt, dass mein pathologischen Befund auch vorliegen würde. Eisschauer im Genick:
"Es ist alles okay. Keine Krebszellen", hörte ich ihn sagen. Die Tränen schossen mir in die Augen.
Mit Helga, die auch an diesem Tag jeder zu Besuch kam, plärrte ich dann im Duett.
Es ist kaum zu beschreiben, was da in solchen Momenten in einem vorgeht. Man spürt die Angst in sich, wie sie in jede Zelle, in jede Pore des Körpers kriecht. Sich bemerkbar macht. Man will dagegen ankämpfen, aber das gelingt nur an der Oberfläche. Nach dem Motto, laß es andere nicht spüren, was in dir abgeht. Cool bleiben. Mann sein. Scheiße!!! Man ist allein. Man hat eiskalt6e Angst. Man ist kleiner als ein Atom.

Samstag, 20.12.
Endlich heim. Endlich in die "Freiheit", obwohl man nicht weg gesperrt war.
Schwiegervater und Helga holten mich ca. 10:30 Uhr in der Klinik ab.

Viele Emails und Messages von vielen Leuten. Es ist schön und ein geiles Gefühl, Freunde zu haben. Wertvoller als ein gefülltes Konto. Bin glücklich...

Mittwoch, 24.12.
Helgas Schwester und Partner waren zu Besuch. Hatten einen schönen Nachmittag zusammen.
Abends dann bei den Schwiegereltern verbracht.

Heute
geht es mir relativ wohl. Auch wenn es hier und da noch ab und an etwas zwickt.
Wollte heute eigentlich zu HOT STUFF, die im Irish Pup in Hanau einen Gig haben. Aber es ist mir noch alles etwas zu frisch. So werde ich erst mit Helga zu der Sylvesterparty in den Colos-Saal nach Ashaffenburg fahren, wo HOT STUFF und ABBA EXPLOSION musikalisch einheizen werden.
Da für kommt heute der Bassist von HOT STUFF, der Marcus zu Besuch, bevor er weiter nach Hanau zum heutigen Gig fährt.

 

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