Tagebuch 2008.
Lost in a Roman
wilderness of pain
and all the children are insane
- by Jim Morrison / DOORS
oder
„Auf dem Küchenfußboden sterben um sieben Uhr früh, wenn andre Menschen Spiegeleier braten, ist nicht so schlimm, außer es passiert dir selbst.“
- by Charles Bukowski

Tagebuch
April 2008
Dienstag,
22.04.2008
Habe
mich entschlossen mein "Tagebuch" auch weiterhin zu
schreiben.
Mir ist es inzwischen egal wie das andere sehen. Aber es ist mein
Leben, mein Glück, mein Leiden, mein Hoffen.
Das
hat mich heute sehr beeindruckt:
Die
letzte Vorlesung des krebskranken Professors jetzt als Buch
Lebensweisheiten eines Sterbenden
Von ATTILA ALBERT
Er
hat zehn Tumore in der Leber und nur noch wenige Monate zu leben:
Prof. Dr. Randy Pausch (47), Computerforscher an der Carnegie
Mellon Uni (US-Staat Pennsylvania).
Seine
letzte Vorlesung war eine Bilanz seines Lebens. Millionen sahen
sie im Internet (gratis z. B. auf Google Video), das Buch dazu
ist in den USA ein Bestseller.
Gestern
erschien die deutsche Ausgabe. Auszüge aus den Lebensweisheiten
des sterbenden Forschers.
Träume
groß!
Im Sommer des Jahres 1969 betrat der erste Mensch
den Mond. Ich war acht Jahre alt und wusste vom ersten Moment
an, dass so ziemlich alles möglich ist. Es war, als hätte
man uns, allen von uns in der Welt, die Erlaubnis erteilt, große
Träume zu träumen.
Sei
ernsthaft!
Ernsthaftigkeit wird allgemein unterschätzt. Dabei entwickelt
sie sich im Kern des Wesens, wogegen dich die Person, die hip
sein will, immer nur mit ihrer Oberfläche zu beeindrucken
sucht.
Beklage
dich nicht!
Eine Menge Leute verbringen ihr Leben da mit, über
ihre Probleme zu klagen. Ich fand immer, wenn sie nur ein Zehntel
der Energie, die sie fürs Klagen verbrauchen, der Lösung
ihrer Probleme widmen würden, wären sie überrascht,
wie schnell die Dinge eine gute Wendung nehmen können.
Rechne
mit dem Guten!
Wenn du nur lange genug wartest, werden dich die
Leute überraschen und beeindrucken... Fast jeder hat eine
gute Seite. Du musst nur warten können. Sie wird zum Vorschein
kommen.
Gehe
Risiken ein!
Wer einmal einen Fehlschlag erlebt hat, der weiß
meist, wie er so etwas künftig vermeiden kann. Wer nur Erfolge
erlebt, der stolpert viel schneller in eine Falle. Erfahrung ist
das, was du bekommst, wenn du nicht bekommen hast, was du wolltest.
Und Erfahrung ist nicht selten das Wertvollste, was du anzubieten
hast.
Bedanke
dich!
Dankbarkeit zu zeigen ist eines der einfachsten und
zugleich wirkungsvollsten Dinge, die Menschen für einander
tun können. Ungeachtet meiner Vorliebe für Effizienz
finde ich, dass Dankschreiben am besten auf altmodische Weise
mit Papier und Füller geschrieben werden.
Gib
nicht auf!
Mauern stehen nicht grundlos da. Und wenn du es geschafft
hast, eine zu überwinden – selbst, wenn dich letztlich
jemand drüber werfen musste –, dann kann es anderen
eine Hilfe sein, wenn du ihnen erzählst, wie du es geschafft
hast.
(Quelle: bild.de)
Tagebuch Oktober
2008
Donnerstag, 09.10.2008
Das ich ab heute wieder "regelmäßig"
schreiben will, verdanke ich der Gewißheit, das es mir bis
dato immer geholfen hat.
Es berührt mich nicht mehr, was andere darüber denken,
welche Meinung sie von mir haben. Der eine rennt zum Psychiater
und legt sich auf die Couch, der andere sucht sich eben einen
individuellen Weg. Und der meinige ist dieses "Tagebuch".
In meinem Leben gab es genug Gründe, die mich zur Hauptrolle
im Theater meines Lebens gedrängt haben. Der Grund aber,
der die Basis für alles folgende schuf, war und ist die Umsiedlung
im November 1957 von der damaligen DDR in die BRD. Auch heute
noch; so bescheuert es auch sein mag.
Meines Erachtens kann man negative Elemente nur aus seinem Leben
fernhalten, wenn man sie nicht zur Seite schiebt oder im Mülleimer
des Seins entsorgt. Man muß sie angehen, sich mit ihnen
beschäftigen und auseinandersetzen. Probleme lösen sich
NIE von selbst.
Bevor es wieder richtig los geht in diesem Tagebuch oder wie
immer man es bezeichnen soll, möchte ich an dieser Stelle
einigen mir sehr wichtigen Menschen einen individuellen Dank aussprechen.
Dank deswegen, weil sie maßgeblich an meinem Leben teilgenommen
haben und nie den Glauben an mich oder an meine offenen oder verborgenen
Stärken verloren haben. An mich glaubten und mir ab und an
im richtigen Moment in den Hintern traten.
Meiner Frau Helga gebührt mein aller höchster Respekt
in diesem Leben. Dank ist da nicht genug und durch die Menschheit
zu sehr in die Banalität gedrängt worden.
Meiner Mutter Ellen F. aus SB.
Frau Dr. med. Christiane G., meiner Onkologin aus dem
Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt
am Main. Nicht ich habe meinen Krebs besiegt (?), sondern du,
weil du mir immer im richtigen Moment durch dein offenes Lachen
den Mut zum Weiter kämpfen gegeben hast. Das muß jetzt
auch niemand verstehen. Wir beide wissen, das es nicht immer einfach
mit mir war und ist. Aber ich glaube nicht, dass ich auf diesem
Planeten nochmals einen Menschen finden oder treffen werde, dem
ich der artig blind vertraue wie dir - außer meiner Helga.
God bless you!
Annett "Wolfkristall" L. aus LP, Rudolf "Roger"
O. aus HG, Jürgen + Rosi D. aus F., Andy K. aus AB, Marcus
R. aus DA, Jörg + Jeannette D. aus AB, Martina H. aus SB,
Sabine H. aus L.A.
JIMI HENDRIX, The DOORS, LED ZEPPELIN, ROLLING STONES, CREAM,
PINK FLOYD, FRANK ZAPPA, RANDY HANSEN, RIDERS ON THE STORM, BOB
MARLEY, METALLICA, IRON MAIDEN für den Rock.
JOHN LEE HOOKER, MUDDY WATERS, ERIC BURDON, JAMES BROWN für
den Blues und Soul.
BOB MARLEY, PETER TOSH für den Reggae.
JOHNNY CASH für den Country.
CORVUS CORAX, IN EXTREMO, die APOKALYPTISCHEN REITER für
ihre spezielle Musik.
HANS SÖLLNER, BOB DYLAN für den Protest.
MARIA CALLAS, ENRICO CARUSO, EDITH PIAF, PAUL POTS für ihre
Stimmen.
Und last but not least:
Isa M., die es - wie kaum jemand zuvor - geschafft hat,
in null-komma-nichts einen Stamm platz in meinem Herzen zu erobern.
Danke Muse.
Euch allen, mein Respekt, meine Hochachtung und mein Dank.
Montag, 13.10.2008
Bei Hans Sorg zu Besuch. Stamm Hans war auch da.
Zuvor hatte ich Isa in Neustadt bei Stadtallendorf abgeholt. Das
erste Mal gesehen.
Bei Hans großes Hallo.
Wollten Essen gehen, alle Restaurants im Umkreis von Niederklein
geschlossen.
Bei Edeka Semmeln und Wurst geholt und dann bei Hans gegessen.
Viel Lachen, viel Geredet. Wohl gefühlt.
Abends kam dann noch Olaf, den ich auch schon seit 1993 nicht
mehr gesehen hatte.
Nachdem mir Hans Sorg und Isa noch ein paar Brötchen als
Marsch verpflegung eingepackt hatte, fuhr ich dann Isa wieder
nach Hause. Nach einer halben Stunde los gefahren. Navi spinnt.
Umweg gefahren. Gießen, Gambacher Kreuz wieder auf die Autobahn.
Kurz vor dem Rast hof Wetterau tierischer Schlag unter dem Auto.
Dachte erst, Nebenmann berührt. Raus gefahren auf Rastplatz,
angehalten und Auto gecheckt. Nix gesehen. Keine Beschädigungen.
Weitergefahren.
Fast die ganze Nacht mit Isa gechattet. Mich tierisch über
Gott und die Welt ausgelassen. Geschimpft. Total im Arsch. Morgens
um ca. 08:30 uhr ins Bett.
Samstag, 18.10.20089
Buchmesse.
Vorstellung von Anna-Marie Ruf's END OF THE NIGHT oder DER RUF
DES SCHMETTERLINGS auf der Frankfurter Buchmesse 2008.
10:30 Uhr gefahren. Ca. 11:30 Uhr waren wir das erste Mal am Stand.
Begrüßte den Verleger und Publisher Georg Stein des
PAMYRA Verlags, den ich seinerzeit bei einem Konzert der DOORS
EXPERIENCE im Schwimmbad-Club Heidelberg kurz kennengelernt habe.
Kleiner Rundgang durch die Messehalle. Um ca. 12:40 Uhr trafen
wir dann auf die frisch gebackene Mannheimer Autorin Anna und
ihre Freundin Iris aus Hamburg, die extra wegen der Präsentation
des Erst werks mit dem Nachtbus aus der Hansestadt an gereist
war. Ich und Helga freuten uns tierisch, Anne und Iris nach Jahren
wieder einmal zu treffen. Und bei so einem Anlaß noch viel
mehr.
Von Anna waren auch noch ein paar Freundinnen mit von der Partie
und gaben der sichtlich aufgeregten Hauptperson an diesem Tag
ihren seelischen Beistand.
Sonntag, 19.10.2008
Nach langer zeit mal wieder beim fce. 8:0 gegen frauenstein. herz
hängt immer noch hier. nun ja.
letzte zeit (ab und an) ups and downs. zu viel wirrwar im ko
Samstag, 25.10.2008
Randy Hansen Band in der "Scheune" in Idstein-Wörsdorf.
Sehr nettes und angenehmes Treffen mit den Jungs der Band und
Kevin Fillo, dem Manager von Randy.
Kevin überreichte mir eine neue live CD, die im April im
Aschaffenburger Colos-Saal mit geschnitten war.
Ich war stolz wie Oskar, dass alleinig meine Bilder für die
neue CD "European Tour 2008", RANDY HANSEN ausgesucht
wurden. Das bedeutet aber auch für mich, nicht auszuruhen,
an der Fotografie weiter zu arbeiten und nicht inne zuhalten.
Gerade jetzt erst noch mehr "schöpferische Kraft"
zu investieren, um den gesteckten Level noch höher zu schrauben.
Aber irgendwie hatte sich der bis dato nicht immer leichte und
eingeschlagene Weg als "Konzertfotograf" gelohnt. Will
es an dieser Stelle auch nicht unerwähnt lassen, dass mir
eine kleine Träne der Freude, der Rührung oder was auch
immer im Augenwinkel hing. Warum auch nicht. Und warum sollte
man seine Freude, seinen Stolz verbergen. Von Kevin erhielt ich
dann auch noch eine digitalisierte DVD, die im Studio neu abgemischt
worden war.
Bis zum Konzert selbst hatten wir dann noch etwas Zeit. Diese
verbrachte ich mit Randy und Kevin in der Garderobe. Manni von
Bohr, der Drummer und der Bassist Ufo Walter waren noch mal ins
Hotel zurückgekehrt, um sich vor dem Gig noch etwas zu relaxen.
Mit meinem terrible English war es schwer, den Worten der beiden
immer zu folgen; aber irgendwie schien es doch zu funktionieren,
denn wir hatten jede Menge Spaß.
Dabei wurde mir zum ersten Mal so richtig bewußt, welch
ein lieber und netter Kerl Randy ist. Sehr zart, fast zerbrechlich
von seiner Gestalt her, aber mit einer unbändigen innerlichen
Power ausgestattet. Auch Kevin ist ein ganz lieber Mensch, der
sich nie in den Vordergrund schiebt. Das ist mir bisher wenigstens
aufgefallen.
Da für ist er mit einem Lachen ausgestattet, das jeden in
seinem Bann sofort mitreißt, in sein dröhnendes Gelächter
einzustimmen.
In Schweinfurt ein paar Tage später habe ich ihm dann gesagt:
"Weißt du, Kevin, wenn sie mich in einen dunklen Saal
sperren würden, in dem sich 500 Personen aufhalten und alle
müssten nacheinander Lachen, ich würde dich erkennen.
Das fand er dann sehr cool.
Das Konzert selbst war geil wie immer. Und ebenfalls wie immer:
Gänsehaut pur!
Nur die Beleuchtung - rot und blau! - war vielleicht gut für
die Leute in der Scheune, aber nichts zum fotografieren.
Sonntag, 26.10.2008
Mit der Germania beim Spitzenreiter Hadamar mit 1:4 unter die
Räder gekommen. Na ja...!
Montag, 27.10.2008
Gestern Nacht und heute Morgen ist eine Entscheidung für
mich gefallen. Ich werde mein Amt als Betreuer oder Equipment
Manager bei Germania Weilbach in der Winter pause beenden.
Die betreffenden Personen habe ich vorläufig per eMail davon
in Kenntnis gesetzt.
Der Grund ist einfach der, dass ich nicht im Ärger gehe,
sondern einfach keine Lust, keine Freude, keine Energie mehr für
dies Dienstleistung meinerseits am Verein aufbringe und aufbringen
werde. Ich denke, dass knapp 14 Jahre Betreuer tätigkeit
genug ist. Der Haupt grund liegt aber auch vermehrt darin, dass
ich meine Liebe zur Fotografie noch intensiver ausbauen möchte.
Da zu kommt noch, dass ich fast jedes Wochenende unterwegs bin
und da durch kaum noch Zeit für Helga habe. Und gerade dieser
Punkt liegt mir ganz besonders am Herzen, denn ich habe ihr so
viel zu verdanken. In einem gewissen sogar meinen Lebensmut, meine
Kampf bereitschaft nach den beiden schweren Zeiten nach den Krebs
erkrankungen. Sie war es immer wieder, die mir einen "seelischen
Tritt" in meinen Hintern gab, wenn ich mal ganz unten frustriert
am Boden lag.
Sonntag, 01.11.2008
Gestern war ich bei der RANDY HANSEN BAND in Erfurt. Fahrt dahin
war okay.
Da ich bis zum Eintreffen der Band noch etwas Zeit war, hatte
ich mich mit Martina verabredet. Sie ist Annett "Wolfkristalls"
beste Freundin, und sie hatte den Weg wieder zurück in ihre
alte Heimat Erfurt gewagt.
Wir hatten uns im ANGER MAIER verabredet, mitten im Stadt zentrum
gelegen, wie der Name bereits sagt, direkt am Anger (dort, wo
die Schlösserstraße in den Anger mündet) und nicht
zu verfehlen - genau am Straßenbahn kreuz.
Ganz unauffällig ist der Anger Maier da in ein Eckchen gequetscht.
Der Eingang ist eher unauffällig, aber weil man nach dem
Anger Maier Ausschau hält findet man ihn auch.
In jenem Lokal wird auch die Sendung "Unter uns" des
MDR aufgezeichnet wird. Sehr interessante Gaststätte
Wen es interessiert:
Anger Maier
Café · Restaurant · Biergarten
Schlösserstraße 8
99084 Erfurt
Tel. 0361-566 10 58
Fax. 0361-566 10 57
Martina wollte Abends zum Gig von Randy Hansen kommen, aber eine
Erkältung hielt sie dann doch davon ab. Sie teilte es mir
später per SMS mit. Schade, denn sie hat einen guten Randy
Hansen am späteren Abend des Tages verpaßt.
Nebenbei bemerkt war ich sehr erstaunt, wie schön sich dieses
ehemals DDR-triste Erfurt in den Jahren herausgepuzt hatte.
Gegen 16:45 Uhr war ich dann wieder am Gewerkschaftshaus, einem
riesigen Gebäudekomplex am Juri-Gagarin-Ring 150. Hier sollte
auch das Konzert stattfinden.
Da es ein kalter und unfreundlicher erster November tag war, fand
ich Gefallen daran, dass sich die Sound crew und der Veranstalter
schon in der Halle befanden. Der dem Erfurter Museumskeller angeschlossene
Saal im Gewerkschaftshaus bietet Raum für größere
Konzerte. Ich stellte mich den Leuten kurz vor.
Nach kurzer Wartezeit fuhr dann auch schon der weiße Personen
transporter mit Stau raum für das Equipment vor.
Ich hatte mich im Laufe der Zeit etwas mit Kevin angefreundet,
dem amerikanischem Manager von Randy Hansen, der mir wegen seiner
unaufdringlichen Art sehr sympathisch ist.
Die Halle war nicht ganz ausverkauft, aber Randy gab den Leuten
einen sehr guten Gig.
Nach dem Konzert bin ich dann wieder heim gefahren. Hätte
mir auch ein Hotelzimmer nehmen können, aber da zu hatte
ich keinen Bock.
Eine unglückliche Entscheidung, denn es war ein Shitwetter!
Starker Nebel mit teilweise nicht mal 20 m Sichtweite. Und das
fast bis Butzbach in Hessen.
+++++ +++ +++++
In der Formel 1 wurde Hamilton zum ersten Mal Weltmeister.
Dienstag, 04.11.2008
Bei den Apokalyptischen Reitern in der Batschkapp, einer Frankfurter
Live Location, gewesen. Hatte mich erst ziemlich spät an
diesem Tag da zu entschieden., dem Gig beizuwohnen.
Hatte ein paar Tage zuvor an Volk-Man, dem Bassisten der Band
geschrieben, um eine Foto genehmigung zu erhalten. Er hatte sich
aber nicht gemeldet.
Auch ein Anruf im Club selbst erbrachte keine Foto genehmigung.
Also ich trotzdem nach Frankfurt gefahren, wo ich mich mit Ally,
einer lieben Freundin, verabredet hatte. Sie brachte ihre Tante
und ihren neuen Freund mit. Sehr liebenswerte Menschen.
Bewaffnet war ich mit meiner kleinen Digi Cam Samsung AV10. Doch
diese Fotos konnte ich dann sämtliche in den Mülleimer
des Computers verfrachten, denn sie waren alle, außer drei
von Ally und Anhang, nichts geworden.
Ich fand das Konzert nicht schlecht, aber persönlich hatte
es mir letztes Jahr im Dezember in Würzburg besser gefallen.
Aber vielleicht lag das auch daran, dass die Band drei Vor gruppen
hatte.
Ein Zusammentreffen mit dem Bassisten der Band war nach dem Gig
nicht mehr möglich, da der Club eigentlich sofort nach Ende
der Veranstaltung geräumt wurde. Auch seltene Sitten, fand
ich...
Mittwoch, 04.11.2008
Heute erhielt ich eine Nachricht von Volk-Man, dass er meine
Anfrage erst gelesen hatte.
Kaiserslautern mit Foto genehmigung geht klar!
Tierisch freu!
Mittwoch, 12.11.2008
Heute spielte Randy Hansen im Frankfurter Sinkkasten, einem Club,
der in der Zeit der Hippies und Beatniks unter dem Namen ZOOM
bekannt war. Zu jener Zeit meine Lieblings location, nachdem ich
im Juni 1975 nach Mörfelden-Walldorf in Hessen gezogen war.
Randy gab ein gutes Konzert und die Leute waren wie überall
begeistert.
Lernte an diesem Abend auch den Deutschland Veranstalter der
Randy Hansen Band - Reinhard Buchman von JazzHaus Booking in Freiburg
- kennen. Ein sehr angenehmer Mensch.
Aus Belgien war auch Eckhard Pech an gereist, ebenfalls ein genialer
Konzert fotograf, den ich durch die Foto Community (www.fotocommunity.de)
kennengelernt hatte. Er kennt den Europa Bassisten von Randy Hansen,
Ufo Walter.
Donnerstag, 13.11.2008
Heute war ich zum Gig der Randy Hansen Band nach Schweinfurt
gefahren, um mein letztes Konzert für dieses Jahr zu sehen.
Die Fahrt war beschissen! Stau... Stau... Stau.
Aber irgendwann hatte ich es gegen 18:00 Uhr geschafft und fuhr
auf den Parkplatz des Stattbahnhofs. Der Tourbus der Band stand
schon vor dem Backstage Eingang.
Den Stattbahnhof kannte ich ja schon durch einige Gigs von Light
my Fire. Das ist der Club mit der geilen Garderobe in der obersten
Etage des Etablissements, deren Wände über und über
mit Graffity und Sprüchen voll geschmiert sind. Hier hat
sich scheinbar jede Band, jeder Künstler mit einem Spruch
oder einem Gemälde verewigt. Um alles zu lesen und zu betrachten,
gehen bestimmt die Stunden eines Tages drauf. Wenn es denn langt.
Der erste der mir mit seinem dröhnenden Lachen entgegen kam,
war Kevin, der mich in seine Arme nahm. Wenn es nur überall
in der Welt so cool abgehen würde, wie bei den meisten Musikern
und Gruppen, die ich so im Laufe der Jahre kennengelernt hatte.
Es ist schon ein verrückter Haufen im großen und ganzen.
Selbstverständlich gibt es auch in dieser Szene Leute, die
prüder und normaler sind als jeder Otto normalverbraucher
es je sein könnte.
Aber die gehören nicht hierher, denn ich will ja noch auf
ihre Konzerte zum Fotografieren.
Randy war beim Sound check bund dudelte irgendwie lustlos auf
seinem Instrument herum. Irgendwie schien er mir geistesabwesend.
Von Ufo, dem Bassisten erfuhr ich dann, das am vorherigen Tag
Mitch Mitchell, der Drummer der Jimi Hendrix Experience tot in
seinem Hotelzimmer in den Staaten aufgefunden wurde. Randy hatte
es Nachts im TV mitbekommen.
Jetzt war mir auch einiges klar. Da Randy ein guter Freund von
Mitch war und auch öfters mit ihm zusammen gespielt hatte,
ging es ihm ziemlich nah. Dies wurde mir dann später auch
noch von Kevin bestätigt.
In der Garderobe war Randy dann ziemlich okay. Machte seine Späße,
zog neue Saiten auf die Gitarren und nahm sich sehr viel Zeit
mit seiner Bühnen garderobe. Probierte dieses und jenes Tuch
aus, so nach dem Motto: passen muß es schon zum schwarzen
Dress.
Manni von Bohr, sein Drum techniker und Ufo waren noch mal ins
nahe gelegene Hotel gegangen, und sie stießen dann ca. eine
drei viertel Stunde vor Konzert beginn zu uns.
Manni und Ufo schlüpften ebenfalls in ihre Bühnen klamotten
und dann war es auch schon so weit.
Der Saal war ziemlich gut gefüllt und ein Raunen ging durch
die Menge, als die Band durch ein sich öffnendes Spalier
nach vorne zur Bühne gingen.
Und dann begann das, was mir auch noch heute einen Schauer über
den Rücken jagt. Randy Hansen spielte ein Konzert, dass das
geilste war, das ich je von ihm und der Band gesehen hatte. Es
kam mir vor, als sehe er die Leute im Saal gar nicht und spielte
nur für Jimi Hendrix, Noel Retting und Mitch Mitchell, die
jetzt wieder in ihrer Ur besetzung im Sound himmel der Musik welt
vereint waren. Genial!
Und mir soll nie mehr einer erzählen, dass Randy auch nur
eine "billige Kopie" ist, der auf der Welle und dem
Vermächtnis von Jimi Hendrix durch die Welt reist. Wer Jimi
nie gesehen hat, ihn nur von Videos, DVDs, Platten oder CDs her
kennt, der wird mir immer und jederzeit zustimmen, das es wirklich
keinen besseren Interpreten als Randy Hansen gibt, der Jimi in
seinem Spiel, in seinem Gesang und seiner Show das Wasser reicht.
Er spielte an diesem Abend jeden, aber auch wirklich jeden Song
mit einem Feeling, das nicht nur mir und Kevin, sondern auch vielen
im Publikum die Tränen in den Augen standen.
Carmina Burana, die amerikanische und deutsche Nationalhymne.
Bei letzterem wäre Angela - unserer Nr. 1 im Staat - wahrscheinlich
das Höschen in Flammen gestanden.
Und dann stellte sich Randy Hansen hin und spielte für Mitch
Mitchell das Amazing Grace.
Das Amazing Grace (deutsch: „Staunenswerte Gnade“)
ist ein bekanntes englischsprachiges geistliches Lied, das zu
den beliebtesten Kirchenliedern der Welt zählt.
Die heute weltweit bekannte Melodie, die sog. New Britain,
wurde von James P. Carrell und David S. Clayton komponiert und
taucht erstmals in einem Gesangbuch von 1831 namens Virginia Harmony
auf. Sie soll ursprünglich auf schottische oder irische Wurzeln
zurückgehen. Der ursprünglich zur Melodie gesungene
Originaltext ist heute verloren. Der heute üblicherweise
gesungene Text von John Newton wird gelegentlich auch mit einer
anderen Melodie gesungen, der 1958 in Kentucky entstandenen Old
Regular Baptist.
In ihrer Nachwirkung besonders bedeutsam ist die Harmonisierung,
wie sie im Gesangbuch Southern Harmony von 1835 geboten wird.
Die für dieses Hymnen buch charakteristische Setz weise,
in der die Haupt melodie in der Mittel stimme liegt und von jeweils
einer darüber bzw. darunter liegenden, leiser gesungenen
Stimme begleitet wird, findet sich in US-amerikanischer Musik
für Vokal trios bis auf den heutigen Tag und ist in Europa
besonders bekannt durch den Stil der Andrews Sisters.
In dem erstmals 1779 in den Olney-Hymnen veröffentlichten
Text erzählt John Newton von seiner Bekehrung zum Christentum.
Er lehnt sich lose an mehrere Bibel stellen an, genannt werden
u. a. die Beschreibung von Gottes Gnade in Eph 2,8 und die Heilung
des Blinden nach Joh 9,25.
Amazing Grace verdankt seine Entstehung angeblich einem Schlüssel
erlebnis seines Autors John Newton, der Kapitän eines Sklaven
schiffs war. Nachdem er am 10. Mai 1748 in schwere Seenot geraten
und nach Anrufung des Erbarmens Gottes hieraus gerettet worden
war, behandelte er zunächst die Sklaven menschlicher. Nach
einigen Jahren gab er seinen Beruf sogar ganz auf, wurde stattdessen
Geistlicher und trat gemeinsam mit William Wilberforce für
die Bekämpfung der Sklaverei ein.
Große Popularität genoss Amazing Grace bei beiden
Parteien des amerikanischen Bürgerkriegs sowie auch bei den
Indianern. Den Cherokee gilt es gar als inoffizielle Nationalhymne,
haben sie doch während des berüchtigten Pfades der Tränen
1838 ihre Toten häufig aus Zeitmangel ohne große Zeremonie,
sondern nur unter Ab singen von Amazing Grace beerdigt.
In den 1960er Jahren erreichte das ursprünglich fast
ausschließlich in Amerika verbreitete Lied die britischen
Inseln – was mit Blick auf die irisch-schottischen Wurzeln
der Melodie eine Art Heimkehr darstellt. Dort wurde Amazing Grace
insbesondere in Dudelsackfassungen populär, insbesondere
nachdem sich Musiker im Zuge des Folk-Revival verstärkt auf
die traditionellen Melodien und Lieder besannen. Bis zum Film
Alice's Restaurant 1969 von Arthur Penn war es außerhalb
von Kirchen und Folk festivals eher unbekannt. 1972 gewann es
unter dem Titel "Wie das Licht nach der Nacht", gesungen
von Siegfried Fietz, in frei kirchlichen und evangelikalen Gemeinden
große Verbreitung mit einer Text übertragung von Renate
Wagner. Lee Hays von der amerikanischen Folk gruppe The Weavers
führte die Verehrer des Songs an.
Heute zählt Amazing Grace zu den beliebtesten Kirchenliedern
der Welt und wird von den Angehörigen unterschiedlichster
christlicher Konfessionen gesungen. Daneben gilt das Stück
als Protest song gegen die Sklaverei sowie als Hymne christlicher
wie nicht-christlicher Menschenrechts aktivisten. Aufgegriffen
wurde es insbesondere aber von der Gospel musik.
Im Laufe der Zeit wurde es vielfach bearbeitet und von einer
kaum mehr übersehbaren Vielzahl von Künstlern interpretiert.
Zu nennen sind Connie Francis,Louis Armstrong, Ray Price, Vera
Lynn, Mahalia Jackson, Janis Joplin, Elvis Presley, Judy Collins,
Hayley Westenra, Johnny Cash, Yes, Rod Stewart, Willie Nelson,
George Jones, Groundhogs, Lena Valaitis (1976, Ein schöner
Tag), Helmut Lotti, Ireen Sheer, David Hasselhoff, André
Rieu, Céline Dion, Steve Morse, Leann Rimes sowie Katie
Melua und Jessye Norman. 1985 eröffnete Joan Baez ihren Beitrag
zum legendären Live Aid-Konzert zugunsten der Hunger hilfe
in Afrika mit einer Aufführung von „Amazing Grace“.
Mike Oldfield verwandte den Text mit neuer Melodie auf seinem
Album "The Millennium Bell" und auf dem Konzert an der
Berliner Siegessäule zum Jahreswechsel von 1999 zu 2000.
Weiter gibt es Punk- (Dropkick Murphys) sowie Heavy-Metal-Versionen
(Stryper). Schließlich existieren zahllose Instrumental
fassungen insbesondere schottischer Dudelsackbands, von denen
die kommerziell wohl erfolgreichste von der Militär kapelle
der Royal Scots Dragoon Guards stammt, die 1972 sogar Platz 1
der Verkaufscharts in Großbritannien war.
Da Amazing Grace sehr bewegend auf die Zuhörer wirkt,
wird es bis heute häufig auf Beerdigungen oder Gedenkveranstaltungen
gespielt und gesungen, so etwa 2004 anlässlich der Beisetzung
des ehemaligen US-Präsidenten Ronald Reagan.
(Quelle: http://de.wikipedia.org)
Nachdem Randy das Lied beendet hatte, war es total still im Saal.
Niemand schien sich zu rühren, niemand schien zu atmen.
Und dann brannte ein Beifallssturm auf, den ich in der Art selten
mitbekommen hatte. Und ich habe schon mehrere Hundert Konzerte
hinter mir.
Wir saßen dann noch alle eine Zeitlang zusammen und ich
verabschiedete mich dann von den Jungs, um wieder die Rückreise
anzutreten.
Es war zwar eine Nebel fahrt, aber ich fühlte mich richtig
wohl und dachte fast die ganze Heimfahrt an den irren Abend und
das geile Konzert im Schweinfurter Stattbahnhof.
Freitag, 14.11.2008
Ohne Unterbrechung - nach der halben Tour mit der RANDY HANSEN
BAND - ging es gleich am nächsten Tag weiter zum Konzert.
Diesmal war das Kammgarn in Kaiserslautern mein Ziel, um den Gig
der APOKALYPTISCHEN REITER mit meiner Camera festzuhalten.
Zum Kammgarn selbst muß ich auch an dieser Stelle ein paar
Worte loswerden. Das Kammgarn steht unter Denkmalschutz. Das Areal
(ca. 1300 M² indoor / ca. 1000 M² Outdoor) beherbergte
früher eine Spinnerei. So umgibt die Häuser und Höfe
ein attraktives Flair von Vintage-Atmosphäre. (So die Beschreibung
auf der Internet präsenz)
Ein wirklich geiler Laden!
Die Fahrt von Hattersheim am Main nach Kaytown - wie wir früher
Kaiserslautern immer bezeichneten - geht relativ schnell. Die
Autobahn ist genial zu fahren und man kommt eigentlich recht zügig
voran. Ich spreche hier von der Strecke über Mainz.
An der Location angekommen, fiel mir schon gleich der riesige
schneeweiße Tourbus der Band auf, der auch schon ein paar
Tage zuvor in Frankfurt vor der Batschkapp gestanden hatte.
Ich war erstaunt, mit welcher Freundlichkeit mich Volk-Man - der
Bassist der Apo Reiter - begrüßte. Das ist nicht immer
selbstverständlich; deswegen auch die extra Erwähnung.
Und wir hatten uns bis dato erst ein einziges Mal letztes Jahr
im Dezember in Würzburg gesehen. Volk-Man stellte mich Arne,
dem Tormanager der Band vor, der alles mit mir regeln und besprechen
sollte.
Arne machte es kurz und bündig.
"Hier haste'n Pass und du kannst hin wo du willst."
"Nun", dachte ich so bei mir, "das zählt aber
nicht für die Bühne. Davor und seitwärts ja, aber
die Bühne selbst ist Tabuzone."
Ich lernte dann noch die neue Gitarristin Cat-Man kennen, eine
sehr nette Lady. Später gesellte sich dann noch Fuchs dazu,
der Gitaarist, Sänger und Ur-Reiter. Er begrüßte
mich sehr freundlich - wie auch die ganze Band - und wußte
sogar noch meinen Namen. Als ich ihn erstaunt anblickte, meinte
er nur trocken "du warst doch beim Abschluß Gig Ende
letztens Jahres in Würzburg." Das er sich daran noch
erinnern konnte. Aber bei diesem biblischen Bandnamen und "dem
Draht nach oben" wunderte mich nichts mehr
Im Gegensatz zu dem Gig in der Frankfurter Batschkapp schaute
ich mir diesmal auch einen großen Teil der Shows an, welche
die drei Vorgruppen - Marionette aus Schweden, Honigdieb aus Deutschland
und Mustasch ebenfalls ein Schweden Import - ablieferten. Fotografiert
wurden sie auch gleich mit.
Zu den Vorgruppen kann ich nur sagen, dass sie sehr gut ausgewählt
wurden und mir ihre Mugge ganz gut gefiel. Zumal der Sänger
von Honigdieb, Sir Hennes, ein spindeldürrer Iggy Pop der
deutschen Szene, eine absolut irre Show abzog. Trotz einer starken
Erkältung. Hut ab!!!
Die Reiter selbst gaben einen richtig geilen Set zum Besten,
der mir besser als jener in der Frankfurter Batschkapp gefiel.
Vielleicht lag es auch daran, dass die Bewegungsfreiheit auf der
relativ großen stage ihren Teil dazu beitrug.
Die meisten Bilder schoß ich von der Galerie aus, die an
diesemTag für das Publikum gesperrt war. Und so hielten sich
fast nur Leute der Reiter dort oben auf. Unter anderem auch Arne
der Tourmanager.
Nach einer Weile sagte er zu mir,
"Du kannst auch unten auf der Bühne fotografieren wenn
du willst. Du hast absolut freie Hand."
Das ließ ich mir dann nicht zweimal sagen und ehe er es
sich vielleicht wieder anders überlegte, war ich auch schon
nach unten verschwunden.
Auch wenn es schwierig war, man will sich ja nicht in den Vordergrund
drängen, gelangen mir einige ganz brauchbare Bilder.
Nach dem Gig und etwas Small Talk in der Garderobe bin ich dann
wieder nach Hause gebrettert.
Zum Schluß noch einees in eigener Sache:
warum ich so ein Fan DIESER Band geworden bin liegt allein daran,
dass sie für mich eine Band mit EIGENEM Charisma geworden
sind, und ihre Musik in einer offenen und spürbaren Glaubwürdigkeit
an das Publikum weitergeben.
Und gerade das Letztere ist nicht jeder deutschen Band in die
Wiege gelegt worden, noch kümmern sich manche zu wenig darum,
selbiges zu verbessern.
Samstag, 15.11.2008
Die Damen von LEZ ZEPPELIN im Colos-Saal von Aschaffenburg.
Von Matthias, dem Soundman des Colos hatte ich schon lange Zeitr
zuvor erfahren, dass diese Damen formation mit das beste ist was
er on stage erlebt hat. Und genau mit dieser Erwartungshaltung
besuchte ich den Gig der vier New Yorkerinnen.
Was mich dann die nächsten knapp zwei Stunden erwartete,
übertraf meine Erwartungen bei weitem. Die Band war genial.
Vor allem die Gitarristin und die Drummerin.
Problematisch war es nur beim fotografieren. Nicht nur das sich
fast zehn Leute mit großen Cameras vor der Bühne tummelten,
der Colos-Saal war auch noch fast sold out, und ich schäzte
mich hinterher glüklich, doch noch ein paar vernünftige
Bilder geschossen zu haben.
Ende November 2008
Habe mich nach langen Überlegungen für die neue Canon
EOS 50D entschieden, selbige bestellz und zwischenzeitlich auch
schon erhalten. Bin begeistert von der Camera.
Tagebuch Dezemberr 2008
Mittwoch, 03.12.2008
Heute Nacht entschlief unsere langjährige Eddersheimer Vermieterin
Betty R. Möge der Herr oder wer auch immer ihr DEN Frieden
geben, den sie die letzten Jahre in ihrem Haus nicht mehr gefunden
hat.
Helga und ich werden dich, liebe Betty, in ewiger Erinnerung behalten;
du warst die beste Vermieterin, die wir jemals hatten.
Montag, 08.12.2008
Seit Wochen kämpfe ich mit einer schmerzhaften Entzündung
der Blase. Die Antibiotika und die anderen Medikamente schlagen
nicht an. Mist!
Von meiner Onkologin habe ich einen neuen Urologen empfohlen bekommen,
der sogar einen Prof. Titel besitzt
Was mir beim ersten Besuch in seiner Praxis auffiel war, dass
er ganz anders an die Sache dranging, als mein Urologe bisher.
Nun soll am Mittwoch eine Spieglung etwas mehr Licht in die schmerzhafte
und unangenehme Untersuchung bringen. So nach meinem Lieblingsmotto:
wenn's der Wahrheitsfindung dient...
Am Samstag, 06.12. war ich in Ffm-Unterliederbach im Musikkeller
und habe mir die Gruppe HARDRIDE angeschaut. In dieser Formation
spielt mein langjähriger Freund PJ Fairley die Drums. Es
war ein netter Abend und die Band hätte auch mehr Zuschauer
verdient, als die wenigen Leute die gekommen waren. Wer auch anwesend
war, war mein alter Kumpel Hajo Z., der ehemalige Bassist der
Band FOREST aus Mörfelden-Walldorf.
Am Samstag, 13.12. wollte ich nun nach Frankreich fahren, um
mal wieder nach langer Zeit die DOORS Tribute Band DOORS EXPERIENCE
aus Österreich ansehen, die in Meisenthal in der Nähe
von Metz einen Gig in einer schönen großen Halle zum
Besten gibt. Aber da hat mir nun die Blase einen Strich durch
die Rechnung gezogen. Schade zwar, aber die Gesundheit geht vor.
Bei den Fußballern in Flörsheim-Weilbach werde ich
nach sehr langen und intensiven Überlegungen auch bleiben.
Erste Entscheidung war, dass Adi unser Trainer verlängert
hat und zweitens weil man sich von Vereinsseite aus sehr intensiv
und lieb um mich bemüht hat. Aber die Fotografiererei wird
auch weiterhin Vorrang haben. Das ist auch so mit denen besprochen.
Den Rest wird die Zukunft zeigen. Zumindest in dieser Geschichte.
Dienstag, 09.12.2008, 01:55 Uhr
das leben gibt manchen menschen so viele dellen, das es manchmal
unbedeutend ist, welch beulen in einem gegenstand spuren hinterlassen,
die man jederzeit ersetzen kann.
was ist eine delle in einem auto die man reparieren kann, gegen
eine beule in der seele, die nicht wegzuwischen ist.
nur ein geschädigter
Es gibt Tage an denen es einem schwerfällt, an das Schöne
und an das Gute zu glauben. Es sind diejenigen Tage meistens vor
der Weihnachtszeit, wenn man sich in stillen Stunden die Zeit
nimmt und man empfänglich ist für die Nachdenklichkeit.
Andere bezeichnen diesen Zustand auch als Melancholie.
Erklärung: Cyclothymie
Die Cyclothymie ist eine Form der Psychosen, deren Ursachen unbekannt
sind. Sie verläuft oft in wiederholt auftretenden Krankheitsphasen,
zwischen denen eine gesunde Periode liegt. Die Cyclothymie stellt
sich in der Form der Melancholie und der Manie dar. Die Melancholie
äussert sich in depressiver Stimmung. Ohne direkten äusseren
Anlass tritt Bewegungs- und Antriebsarmut auf. Unter Schlafstörungen
leidend bietet der Patient das Bild eines von Hoffnungslosigkeit
gezeichneten Menschen, der in seinem Leben keinen Sinn mehr findet
und zum Selbstmord neigt. Körperlich zeigt sich Druckgefühl
in der Brust, ständige Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit
und Darmträgheit. Die zweite Form der Cyclothymie ist die
Manie, die sich durch gesteigerte Stimmung auszeichnet. Der Betroffene
kann fröhlich, übertrieben ausgelassen oder aggressiv
und streitsüchtig sein. Er neigt zur Selbstüberschätzung
und zur Durchführung der daraus entstehenden Pläne,
was dadurch erleichtert wird, dass er aufgrund der Stimmungslage
erst spät von seiner Umwelt als krank erkannt wird. Im Gespräch
zeigt sich der Manische in extremem Redebedürfnis und Ideenflucht.
Für die Behandlung der Cyclothymie stehen Psychopharmaka
zur Verfügung, die beim Melancholiker die Depressionen lösen,
beim Manischen beruhigend wirken. Daneben steht die Psychotherapie
zur Verfügung. Zur Vorbeugung gegen das erneute Auftreten
der Cyclothymie dienen lithiumhaltige Arzneimittel.
(Quelle: http://iq.lycos.de/qa/show/815962/was-ist-melankolie-definition)
MELANKOLIE
- by Ludwig Tieck
Schwarz war die Nacht und dunkle Sterne brannten
Durch Wolkenschleier matt und bleich,
Die Flur durchstrich das Geisterreich,
Als feindlich sich die Parzen abwärts wandten,
Und zorn'ge Götter mich ins Leben sandten.
Die Eule sang mir grause Wiegenlieder
Und schrie mir durch die stille Ruh
Ein gräßliches: Willkommen! zu.
Der bleiche Gram und Jammer sanken nieder
Und grüßten mich als längst gekannte Brüder.
Da sprach der Gram in banger Geisterstunde:
Du bist zu Qualen eingeweiht,
Ein Ziel des Schicksals Grausamkeit,
Die Bogen sind gespannt und jede Stunde
Schlägt grausam dir stets neue blut'ge Wunde.
Dich werden alle Menschenfreuden fliehen,
Dich spricht kein Wesen freundlich an,
Du gehst die wüste Felsenbahn,
Wo Klippen drohn, wo keine Blumen blühen,
Der Sonne Strahlen heiß und heißer glühen.
Die Liebe, die der Schöpfung All durchklingt,
Der Schirm in Jammer und in Leiden,
Die B1üte aller Menschenfreuden,
Die unser Herz zum höchsten Himmel schwingt,
Wo Durst aus sel'gem Born Erquicken trinkt,
Die Liebe sei auf ewig dir versagt.
Das Tor ist hinter dir geschlossen,
Auf der Verzweiflung wilden Rossen
Wirst du durchs öde Leben hingejagt,
Wo keine Freude dir zu folgen wagt.
Dann sinkst du in die ew'ge Nacht zurück,
Sieh tausend Elend auf dich zielen,
Im Schmerz dein Dasein nur zu fühlen!
Ja erst im ausgelöschten Todesblick
Begrüßt voll Mitleid dich das erste Glück.
Warum ich das schreibe? Nur so...
Donnerstag, 11.12.2008, 23:53 Uhr
Für den kommenden Montag wurde ich von meinem Prof. der
Urologie in die Uniklinik Frankfurt eingewiesen. Am nächsten
Tag, den Dienstag will er mich operieren.
Was ist geschehen?
Nachdem ich immer wieder Probleme mit der Blase hatte, die verschriebenen
Antibiotika nicht mehr anschlugen, wurde mir ein anderer Urologe
empfohlen, den ich dann auch in seiner riesigen Praxis in der
Frankfurter Innenstadt aufsuchte. Nach zwei Terminen bei ihm,
den unterschiedlichsten Untersuchungen von Ultraschall bis Röntgen
wurde dann von ihm diagnostiziert, das irgendwas an meinem Blasenausgang
nicht in Ordnung sei und er sich die Blase unbedingt von innen
ansehen will. Eine Gewebeprobe soll dabei auch vorgenommen werden.
Bei meiner Vorgeschichte (1998 Leberkrebs, 2002 Darmkrebs) ist
auch eine erneute Tumorbildung - ob gut- oder bösartig -
nicht auszuschließen. Klarheit soll die mikroskopische Analyse
des Gewebes bringen.
An alle mit medizinischen Kenntnissen, auf der Einweisung steht Vd Npl zur TUR-Blase.
Bezeichnung ist mir bekannt...
So sitzt man nun mal wieder da. Grübelnd, nachdenklich,
etwas verängstigt...
Und im Radio spielen sie O du fröhliche...
FROHE WEIHNACHTEN EUCH ALLEN DA DRAUSSEN !!!
Am Samstag wolltte ich erst nach Frankreich fahren, präziser
in die Nähe von Metz, um die DOORS EXPERIENCE aus Austria
zu sehen und zu fotografieren. Doch die Blase hat es nicht zugelassen.
So werde ich nun an der Weihnachtsfeier des Fußball Clubs
teinehmen, den die aktiven Mannschaften ausrichten. Etwas Abwechslung
ist bestimmt kein falscher Ansatz.
Am Sonntag bekommen wir dann endlich mal wieder Besuch von einer
Person mit ihrer Tochter, auf die wir uns sehr freuen. Namen bleiben
aber außen vor.
Sonntag, 14.12.2008
Trotz Handicap mit einem meiner Organe zur Zeit, bin ich gestern
Abend noch zur Weihnachtsfeier meines Vereins. Es war eigentlich
wie jedes Jahr. Gutes Essen. Viel Alkohol nach dem Motto: hau
wech den Scheiß. Tombola. Später bei vielen Gästen
glasige Augen. Hicks...
Was mich nicht gefreut hat an diesem Abend: kein winzig kleines
Dankeschön an die Trainer und Betreuung der 1. Dafür
eine kleine Laudatio von Icke an einen, der es vorzog den Verein
zu verlassen und es nicht mal für nötig hielt, an diesem
letzen seiner Germania Tage persönlich zu erscheinen.
23:05 Uhr
Danke C. für deinen Besuch heute. Es war sehr toll von dir,
dass du wieder mal da warst und dir die wenige Freizeit für
uns genommen hast. Ich und Helga wissen es zu schätzen.
Morgen geht es nun in die Uniklinik nach Frankfurt.
Nervös? Ja!
Aber es soll auch Schutzengel geben, und vielleicht hat einer
von ihnen am Dienstag Zeit für mich.
Donnerstag, 25.12.2008
FROHE WEIHNACHTEN EUCH ALLEN !!!
Am Montag, 15.12.
fuhr mich nun mein Schwiegervater in die Uniklinik Frankfurt a.M.
Dort wurde dann jedoch erst mal ein Mißverständnis
aufgeklärt. An diesem Tag sollte jedoch nur die Vorbesprechung
zur OP am nächsten Tag stattfinden. Von da bleiben war keine
Rede.
Nach Artzgespräch, Ultraschall, Blutentnahme fürs Labor,
konnte ich dann wieder nach Hause fahren und sollte am nächsten
Tag um 06:30 Uhr in der Klinik erscheinen.
Dienstag, 16.12.
Zur besagten Zeit war ich in der Klinik. Schwiegervater hatte
mich wieder gefahren, Auch Helga war dabei, sie mußte zur
Arbeit.
Da wir gut durch den Verkehr kamen, war ich dann auch schon um
ca. 06:00 Uhr auf der Station im neuen Empfangsgebäude. Einem
riesigen Glasbau mit vielen Anmeldungen zu den verschiedensten
Abteilungen. Auch die neuen Operationssäle und die Intensivstation
war hier untergebracht.
Um 06:30 Uhr kamen dann die Stationsschwestern und ab diesem
Moment ging alles ziemlich schnell. Ich zog mich aus, die Operationswäsche
(das obligatorische "Totenhemd", das aufreizende Netzhöschen
und die Stützstrümpfe an. Rein ins Bett. Beruhigungstablette
geschluckt und dann ging es auch schon kurz vor 08:00 Uhr ab Richtung
OP.
Über ein Fließband wurde ich auf den OP-Tisch geschoben
und in den Operationsraum Nr. 8 gerollt.
Kanüle legen, an den Monitor angeschlossen etc.
Dann fragte auch schon der Anästhesist seine Assistentin,
ob sie fertig sei. "Ich bin soweit", antwortete die
Schwester.
" Wir leiden jetzt die Narkose ein," der Anästhesist
zu mir.
Er stülpte mir eine Maske über Mund und Nase. Ich atmete
tief und fest ein. Und aus war das Licht. Keine Helligkeit. Keine
Dunkelheit. Keine Gedanken. Keine Empfindungen Nur Leere. Nur
Nichts. Aus...
Um ca. 12:15 Uhr erwachte ich dann wieder in meinem Bet5t, das
man zwischenzeitlich auf die Station A6 gebracht hatte. 4-Bett
Zimmer. International. Ein Engländer, ein Türke, ein
Österreicher und ich.
Schmerzen hatte ich keine. Schlief an diesem Tag viel. Nach der
Arbeit schaute Helga vorbei.
Mittwoch, 17.12.
Wie meistens zuvor auch, hatte ich auch die erste Nacht ziemlich
schlecht geschlafen. Zimmer total überhitzt. Einer röchelte,
der anderen schnarchte und der dritte hustet sich die Lunge aus
dem Körper.
Um 08:00 Uhr stand der Prof. an meinem Bett und klärte mich
über die ausgeführte Operation auf.
Die Blase war ein einziger vereiterter und entzündeter bakteriell
verseuchter Herd. Und die vergrößerte Prostata hatte
die Harnröhre abgedrückt. Sie wurde ausgeschabt, da
mit der Durchlaß wieder normal war. Außerdem wurden
an fünf verschiedenen Stellen der Blase und der Prostata
Gewebeproben für eine pathologische Untersuchung genommen.
Man hatte mich ja mit Verdacht auf TUR, Blasen-Karzinom eingewiesen.
Nachmittags kam wieder Helga zu Besuch. Sie brachte mir einen
Telefonchip für das Telefon an meinem Bett mit. Der Engländer
auf unserem Zimmer war froh, dass ich wenigstens so viel Englisch
konnte, um mich mit ihm einigermaßen zu unterhalten.
Donnerstag, 18.12.
Nach einer sehr unruhigen Nacht war ich auch schon relativ früh
wach. Um fünf Uhr war ich schon duschen.
Der türkische Zimmerkollege war in der Nacht wegen Verdacht
eines Herzinfarktes behandelt und dann auf die Intensivstation
gebracht worden.
Als ich um ca. 02:00 Uhr in der Nacht von eigenartigen Geräuschen
aus dem Halbschlaf gerissen wurde, die aus der "türkischen
Ecke " kamen, rief ich die Nachtschwester. Und von da an
war Action angesagt auf unserer Bude. Festbeleuchtung, EKG Gerät,
laute Stimmen von drei Personen des Pflegedienstes uns einem Arzt.
Und so soll man gesund werden?!
In diesem Moment verfluchte ich wieder mal innerlich den Zustand
der 4-Bett Zimmer. Vier sind einfach zuviel. 3 wären okay
und 2 optimal.
An dieser Stelle möchte ich auch mal ein paar lobende Worte
für die Ärzte und das Pflegepersonal auf der Station
loswerden. Es ist genial, mit welcher Höflichkeit und teilweise
auch Geduld sie auf ihre Patienten eingehen. Und wie schwer es
manchmal ist, mit Patienten in Einklang zu kommen, da kann auch
ich ein Lied davon singen.
Nachmittags nach getaner Arbeit kam Helga wieder zu Besuch, was
mich immer sehr freute. Ich liebe diese Person inzwischen mehr
als mein Leben, denn ist erstaunlich mit welcher inneren Kraft
sie das alles meistert und ihre Ängste so gut wie nie nach
außen trägt. Ich liebe dich, mein Engel.
Abends stellte sich dann raus, dass man dem Engländer, der
an diesem Tag operiert wurde und mir den Telefonchip entfernt
hatte. Vielleicht hatte ihn sich jemand ausgeborgt und dann vergessen,
ihn wieder ins Telefon zu schieben.
Freitag, 19.12.
Wieder schlecht geschlafen. Um 08:15 Uhr dann große Visite
mit dem Chefarzt der Abteilung. Prof. Dr. Jonas war mir von der
Leberabteilung ein Begriff. Aber an diesem Morgen schwebte er
mit fast 10 Personen im Schlepptau ins Zimmer.
Um ca. 09:00 Uhr wurde dann nach fast neun Tagen endlich der Katheter
gezogen. Halleluja!!!
Vom Stationsarzt Dr. Tsaur wurde mir irgendwann auch mitgeteilt,
dass mein pathologischen Befund auch vorliegen würde. Eisschauer
im Genick:
"Es ist alles okay. Keine Krebszellen", hörte ich
ihn sagen. Die Tränen schossen mir in die Augen.
Mit Helga, die auch an diesem Tag jeder zu Besuch kam, plärrte
ich dann im Duett.
Es ist kaum zu beschreiben, was da in solchen Momenten in einem
vorgeht. Man spürt die Angst in sich, wie sie in jede Zelle,
in jede Pore des Körpers kriecht. Sich bemerkbar macht. Man
will dagegen ankämpfen, aber das gelingt nur an der Oberfläche.
Nach dem Motto, laß es andere nicht spüren, was in
dir abgeht. Cool bleiben. Mann sein. Scheiße!!! Man ist
allein. Man hat eiskalt6e Angst. Man ist kleiner als ein Atom.
Samstag, 20.12.
Endlich heim. Endlich in die "Freiheit", obwohl man
nicht weg gesperrt war.
Schwiegervater und Helga holten mich ca. 10:30 Uhr in der Klinik
ab.
Viele Emails und Messages von vielen Leuten. Es ist schön
und ein geiles Gefühl, Freunde zu haben. Wertvoller als ein
gefülltes Konto. Bin glücklich...
Mittwoch, 24.12.
Helgas Schwester und Partner waren zu Besuch. Hatten einen schönen
Nachmittag zusammen.
Abends dann bei den Schwiegereltern verbracht.
Heute
geht es mir relativ wohl. Auch wenn es hier und da noch ab und
an etwas zwickt.
Wollte heute eigentlich zu HOT STUFF, die im Irish Pup in Hanau
einen Gig haben. Aber es ist mir noch alles etwas zu frisch. So
werde ich erst mit Helga zu der Sylvesterparty in den Colos-Saal
nach Ashaffenburg fahren, wo HOT STUFF und ABBA EXPLOSION musikalisch
einheizen werden.
Da für kommt heute der Bassist von HOT STUFF, der Marcus
zu Besuch, bevor er weiter nach Hanau zum heutigen Gig fährt. |