Tagebuch
Januar 2005
Donnerstag,
06.01.2005
Reiner Zufall
© 01.2005 by Gernot W. Freudenberger
Erfahrungen...
Auch aus Gästebüchern...
Aus verlorenen Worten...
Die anderen weh tun sollen...
Aber nicht können, weil sie nicht treffen.
DU
windest DICH in DEINEM Schmerz.
Suchst Beachtung.
Aber man spielt nicht mit den Schmuddelkindern.
Das haben auch die begriffen;
die DICH nicht haben wollten.
Einsamkeit ist brutal.
Die Schreie sind unzählig
Die andere nicht hören wollen
Scheiße!
Scheiße! Scheiße!
Wegen meinem aufgetriebenem Bauch
war ich gestern
Morgen bei meiner Hausärztin.
Sie diagnostizierte schnell.
Sie diagnostizierte präzise.
Narbenbruch!
Und zwar der Schnitt,
der von meinem Brust- zum Schambein reicht.
Hi,
wortgewaltige Person
DU bist gut
Denkst DU
Du bist schlau
Meinst DU
DU bist anonym
Glaubst DU
Richtiger
Name und Anschrift demnächst,
denn diese "Beutelratte" sucht Aufmerksamkeit
und Kontakte.
+++++
+++ +++++
Diese
Zeilen mußten einfach sein. Geschrieben für einen Schatten
und viele werden es verstehen was sich dahinter verbirgt.
Ach
ja, HAPPY NEW YEAR an alle.
War
schon ein schlimmes Jahr. Vor allem der 26. Dezember mit seinem
Verderben. Bin mal gespannt ob einige daraus gelernt haben, denn
schon die alten Kulturen hatten Achtung und Ehrfurcht vor der
Natur. Vor allem versuchten sie ihr die Achtung entgegen zu bringen,
die heute kaum noch up to date ist. Heute geht es doch nur vielerorts
nur um die Kohle. Wen interessiert schon groß die Natur?
Da werden Wälder abgeholzt. Da wurden oder werden Atomtests
durchgeführt, Kriege geführt und in jeder westlichen
Familie muß jde Person ihr eigenes Auto haben.
Mir
hat es sehr weh getan, was da in Asien abging. Und dann diese
Einstellung der dortigen Menschen ihren Mitmenschen gegenüber.
Egal ob Einheimische, Touristen, Retter. Sie machten mit ihrer
Dankbarkeit keinen Unterschied. Trotz ihrem großen Leid
und Schmerz teilten sie noch das Letzte was ihnen geblieben war.
Und dann als Gegenpart die vereinzelten Touristen, die sich über
den schmutziigen Starnd beschwerten oder darüber, daß
es kein kaltes Bier gab.
Montag,
10.01.2005
16
Grad zeigte heute das Thermometer. Ein Tag wie im Frühling.
Es fehlten nur die frischen Knospen der Blätter an den kahlen
Bäumen.
Heute
auch wieder ein Tag mit Entspannung und Relaxen in den Rhein-Main
Thermen. Sportstudio. Zweimal Sauna mit Aufguß. Eigentlich
komisch, daß mir früher ewin Saunagang nie von Bedeutung
war. Eine Sauna ist so unwahrscheinlich schön, wenn man sich
einfach nur fallen läßt. Abschaltet. Sich treiben läßt.
Da kann ich schon verstehen, daß es auch schon zum Lebensstandard
der Indianer gehört hat. Aber bei ihnen Teil einer heiligen
Zeremonie war. Ein Ritus.
Aber
die Sauna war auch schon bei unseren Urahnen bekannt und läßt
sich auf jedem unserer Kontinente nachweisen.
Otto
wollte heute auch unbedingt ein paar Fotos von mir schießen,
um sie auf seiner Homepage www.smartiotti.de zu verarbeiten. Er
ist ein liebenswerter älterer Herr, der immer 'guud druff
is', wie wir in Hessen so sagen. Otto kennt in der Therme jeden
und jeder kennt Otto.
Inzwischen sind wir auch schon eine kleine Gemeinschaft geworden,
die sich da immer wieder trifft. Ist schon echt lustig meistens,
und wir haben 'ne Menge Spaß.
Morgen
muß ich in die Uniklinik. Meine Ärztin hatte am Freitagabend
angerufen und mit mir einen Termin vereinbart. Sie will unbedingt
meine Blutwerte haben, nachdem ich ihr in einem Email mitteilte,
daß es mir in der letzten Zeit nicht so gut ging und ihr
die Symptome beschrieben hatte. Am 20. muß ich dann nochmals
in die Klinik. Da wird dann noch ein CT angefertigt.
Träge
Löwen, hingestreckt auf nassem Strand.
Das Universum kriecht an den Sumpf,
um seltsam zu beäugen seine eigenen rohen Posen des Verfalls
in dem Spiegel menschlichen Bewußtseins.
Abweisender und bewölkter Spiegel, absorbierend,
passiv gegenüber allem, was besichtigt und behält dessen
Interesse ein.
Tür des Durchgangs zur anderen Seite.
Die Seele befreit sich selbst im Schreiten.
Wende die Spiegel zur Wand im Haus der Toten.
(Quelle: Jim Morrison/ The DOORS in THE
SPY)
Sonntag,
16.01.2005
Der
Mooshammermord ging mir ziemlich nah. Ich finde es erschreckend,
daß sich auch heute im zweiten Jahrtausend Menschen wegen
ihrer Neigung verstecken müssen, und sich somit in eine viel
größere potentielle Opferschar begeben müssen.
Warum kann nicht einfach jeder so leben wie er es für richtig
empfindet? Warum müssen manche Menschen andere immer wieder
wegen ihrer Vorliebe verletzen? Und da wird auch heute noch kein
Unterschied gemacht zwischen körperlicher und psychischer
Gewalt. Scheiße ist das!
Mittwoch,
19.01.2005
Ja,
es ging mir einiges ziemlich auf den Sack die letzte Zeit. Aber
ich werde hier so lange schreiben, bis ich eines Tages die Kraft
dazu nicht mehr habe. Egal, ob es ein paar Scheiße finden.
Es gibt eben unterschiedliche Auffassungen und Interpretationen.
Ich für meinen Teil versuche jediglich durch diese Schreiberei
nur mit einigen Dingen in meinem Leben fertig zu werden. Ob das
nun einige zu kritisieren haben soll in Zukunft nicht meine Angelegenheit
sein. Es muß niemand an meinem Leben teilhaben. Ich schreibe
rein für mich. Und für ein paar Menschen die mir sehr
wichtig sind. Sehr sogar.
Menschen,
die mich in meinem Leben begleitet haben. Von denen ich gelernt
habe. Denen auch ich etwas geben konnte. Mir ist es einfach wichtig
ein Ventil zu haben, das ich kontrollieren kann. Das ich benutzen
kann, wenn mir danach verlangt. Was aus diesem Ventil herauskommt,
sind diese Buchstaben. Diese Worte. Diese Sätze. Diese Zeilen.
Was
ich oft nicht verstehen kann ist, daß es ab und zu Leute
gibt, die an anderen immer etwas zu bemängeln haben. Die
immer nach einem Makel, einem Schandfleck im Gegenüber suchen
müssen. Wie Mistkäfer wühlen sie sich durch die
Scheiße.
Eh,
nochmals speziell für euch:
ich will diese Welt NICHT verändern. Ich will sie auch NICHT
besitzen. Ich will NICHT für einige von euch schreiben, die
es eh nicht verstehen und den Sinn nicht begreifen. Ich will NIEMANDEN
demütigen, denunzieren, verraten, töten. Ich will leben.
Nur leben. Will auf der Bühne meines Theaters stehen und
denen zurufen, die ich versetzt habe: "Eh, ich habe EUCH
nicht vergessen!"
Es
gibt zwei Menschen in diesem Land, die ich erst durch meine Liebe
zu einer bestimmten Band kennenlernte. Der eine wohnt in Hamburg,
meiner geliebten Vergangenheit, und der andere wohnt noch etwas
höher im Lande und ist Fotograf. Da gibt es so verdammt viele
Parallelen in unseren Leben bisher. Warum ich das schreibe? Nun,
weil ich die beiden so mal auf die Schnelle grüßen
möchte. Hey, JimLizardKing, hey, Vater von Jim-Lukas, ich
hoffe es geht euch gut.
Wegen
Liebe nur
© 19.01.2005 by Gernot W. Freudenberger
Vollgefressene
Parasiten
durchschreiten die verruchten Hallen
des Reichstages in Berlin.
Mondscheinserenaden
bohren sich durch den muffigen Stoff
des zerschlissenen Vorhangs.
"DNS-Datei!",
schreit jemand
und das Echo bricht sich
an Adolfs Stein.
Der gierige Jüngling
trägt die schwarze Perücke
aus dem Todeshaus.
Daisys Tränen
benässen das Zottelfell.
Flackernde Kerzen beleuchten
verwelkende Blumen
vor der schillernden Glasfront.
Tot.
Tot. Tot.
Erwürgt
mit einer Plastikschnur.
Tot. Tot. Tot.
Ermordet
wegen Liebe nur.
Dienstag,
25.01.2005
CT
hinter mich gebracht. Alles okay. No cancer!!! Die Schatten, die
in der Leber gesehen wurden existieren schon länger. Aber
jetzt haben sie Diabetes festgestellt. Öfter mal 'was Neues,
kann ich da nur sagen. Zwar nicht sehr hoch (so um die 150...
- oder ist das hoch???), aber es ist auch nicht von der Hand zu
weisen, daß ich Zucker habe.
Habe
auch diesmal intensiver mit meiner Ärztin darüber gesprochen,
daß ich irgendwann nach meinem Tod meinen Körper für
Forschungszwecke der Uniklinik Frankfurt am Main zur Verfügung
stellen möchte. Sollen die angehenden Ärzte meinen Body
zu Studienzwecken ausweiden. Ich bin der Meinung, daß mir
die Klinik so viel Gutes gegeben hat, mir zweimal das Leben rettete
und immer da war, wenn es mir beschissen ging, da ist die Verfügung
über meinen Leichnam das wenigste was ich zurückzahlen
kann. Und: so steht es geschrieben, so soll es geschehen. (Dieses
Zitat ist NICHT von mir, sondern von Yul Brenner als Pharao Ramses
in dem Monumentarfilm die zehn Gebote).
Ganz
liebe Grüße an Wolfkristall, Martina und Roger.
Selbstverständlich auch an alle anderen, die mich näher
kennen als die, die immer meinen mir etwas mitteilen zu müssen.
Helga,
ich liebe Dich
Tagebuch
Februar 2004
Donnerstag,
05.02.2004 0:02
Heute
muß ich nun mal wieder zur Nachsorgeuntersuchung in die
Uniklinik. Bin mal gespannt was da diesmal heraus kommt. Habe
ja schon berichtet, daß es mir die letzte Zeit nicht so
gut geht. Zumal sich an der Übelkeit nicht viel geändert
hat. Auch in meinen Darm scheint etwas nicht zu stimmen. Einige
Symptome erinnern mich an die Zeit vor der Darmkrebsdiagnose.
Oder sind es nur wieder mal meine Nerven, die mir da einen Streich
spielen?
Auch
das der Internist Dr. Torres aus Flörsheim am Main vor kurzem
am 26.01.2004 an Herzversagen gestorben ist, der damals meinen
Darmkrebs feststellte, stimmt mich schon traurig. Es ist nun schon
der zweite Arzt der aus dem Leben scheiden mußte und der
mir sehr geholfen hatte. Der erste war Prof. Dr. Lorenz von der
Uniklinik Frankfurt, ein absoluter Leberkrebsspezialist, der an
einem bösartigen Gehirntumor dahin gerafft wurde. Manchmal
stelle ich mir die Frage, was Gott eigentlich da mit bezweckt,
wenn er solche Menschen so früh aus dem Leben reißt,
andere aber - wie das Arschloch G. W. Bush, Bin Laden und andere
Kriegs- oder Aggressionstreiber gewähren läßt.
Ist schon eine verrückte Welt!
Hier
an dieser Stelle möchte ich auch mal wieder ein paar Menschen
meinen ganz herzlichen Dank aussprechen, weil sie immer für
mich da sind und mir mit Rat und Tat zur Seite stehen.
An
erster Stelle meiner Frau Helga, die Tag und Nacht für mich
da ist. Ich liebe Dich, Baby. Dann einen herzlichen Dank an meine
"Schwester" Annett, der ich so viel Erfahrung und Wissen
verdanke. Danke auch an Christian P. einen wunderbaren Menschen
und Pysiotherapeuten. Dank an Tommy, Marion für ihre Freundschaft.
Dank an Klaus Ptak, Jürgen und Rosi Delp, Frau Dr. med Gog,
Gabi Grote, Heiner Reimann und Maike. Und einen speziellen Dank
an meine Mutter Ellen und meine Schwiegereltern Walter und Hanni.
An die SEELENKÜCHE in Berlin und ihre DOORS-Gemeinschaft.
An Lizard King aus Hamburg und an Uwe aus Halle. Gottes Segen
für euch alle. Und: es ist schön, daß es euch
gibt.
Donnerstag,
05.02.2004
16
jährige gefunden. Es war Mord.
Wir kommen zum Sport.
Im Biatlon gewannen 2,
alles andere ist vorbei.
Das Wetter bleibt so wie es ist. Stur.
Die nächsten Nachrichten um 20 Uhr.
©
2004 by Gernot W. Freudenberger
Montag,
09.02.2004
Am
vergangenen Donnerstag hatte ich nun meine Nachuntersuchung. Wegen
meinem Bruch stellte mich Frau Dr. Gog noch einem Arzt vor, der
mich kurz untersuchte. Er bestätigte den Bruch. Aber wie
ich ihn verstanden hatte, soll es sich um einen Riß meiner
Bauchmuskulatur handeln. Sch....!!!
Am
Freitag rief dann Frau Dr. Gog bei mir zu Hause an, um mir mitzuteilen,
daß bei der Krebsnachsorge alles okay ist. Gottseidank!!!
Da fällt einem immer so richtig eine Last von den Schultern,
wenn man diese Nachricht erhält. Nun wird noch ein Termin
für die Operation zur Beseitigung meines Bruchs gesucht.
Es wird wohl im März passieren, daß ich wieder mal
meine "Lieblingsstation" in der elften Etage des Hauptgebäudes
der Uniklinik besuchen darf. Oh, wie freue ich mich!!!! Sarkasmus
pur...
Am
Donnerstag habe ich auch mitbekommen, daß meine Homepage
in der Uniklinik Frankfurt ganz schön die Runde durch die
Abteilungen macht. Finde ich echt geil! Und: Danke für Ihre
Besuche...#
Freitag,
20.02.2004
Aber
nun doch mal der Reihe nach.
Am 13.02.2004 gab es im Colos-Saal, Aschaffenburg das Jubilaümskonzert:
10 Jahre BACKDOORS!!!
Der Laden war gerammelt voll und die Leute tobten wie blöd.
Ich hatte Jürgen, den Sänger noch nie so fertig gesehen
wie nach diesem Gig. Die Band spielte einmalig, zumal man noch
zu ein paar vereinzelten Songs drei Bläser mit in das Konzert
eingebaut hatte. Auch Alex, der erste Bassist der BACKDOORS war
mit von der Partie und spielte ein paar Songs mit. Unter anderem
auch bei Spanish Caravan, wo Alex die Band mit einer akustischen
Konzertgitarre begleitete. Echt geil!
Helga war mit von der Partie und sie war dann auch ganz schön
kaputt, als wir morgens gegen 02.00 Uhr wieder zu Hause eintrafen.
Sie muß ja auch jeden Morgen um 05.00 Uhr aufstehen. Armes
tapferes Mädchen.
Na
ja, wie oben schon mal angedeutet, war ich Anfang der Woche in
Saarbrücken und habe im Studio von Pedro, dem alten RS Rindfleisch-Sänger,
meine 2. CD aufgenommen. War schon echt lustig und es hat mir
tierischen Spaß bereitet.
Nun
wird es aber langsam mal Zeit, einen Gruß nach Süderbrarup
an Kai zu senden, dem ich auch von dieser Stelle nochmals meinen
aller herzlichsten Dank aussprechen will für die Sachen die
er mir geschickt hat. Somit ist jetzt meine DOORS-Sammlung auf
ca. 160 CD's angewachsen. Wow! Lauter Liveconcerte meiner Lieblingsband.
Danke, danke, danke...
Ich
hoffe, das mit dem Bild ist okay für Dich, Kai. Wenn nicht,
sofortige Email an mich oder Anruf. Wenn Du nix dagegen hast:
D A N K E ! ! !
Heute
war auch der Tag eines großen Schrittes. Genauer gesagt
eines Umzugs. Nein, nicht von mir, sondern von einer Person, die
ich auch ganz lieb grüßen möchte und der ich alles,
alles Liebe wünsche. DU... huhu... ja, DU.
Helga
hat es diese Tage auch nicht immer gerade leicht mit mir, denn
die bevorstehende Operation zerrt doch ab und zu mehr an meinen
Nerven, als ich mir das eingestehen wollte. Auch wenn es nicht
gerade eine lebensbedrohende OP ist, so ist es doch wieder nicht
nur ein Einschnitt in meinen Bauch, sondern auch in mein Leben.
Dreimal innerhalb von sechs Jahren den Bauch ca. 20 cm aufgeschnitten
zu bekommen, erlebt man auch nicht in jedem Leben. Da muß
es doch bestimmt irgendwo jemanden geben, der es besonders gut
mit mir meint. Danke auch an ihn, für die viele und große
Aufmerksamkeit, die du mir entgegen
bringst. Ist schon nett!
Aber was ich eigentlich sagen wollte: danke auch an Dich, Helga.
Und... ich liebe Dich.
Mittwoch,
25.02.2004
The
DOORS: Minneapolis Auditorium, 11-10-1968 ziehe ich mir gerade
rein, während ich diese Zeilen beginne. Geiles Konzert mit
einem genialen Jim Morrison.
Nun
rückt meine OP auch immer näher. Nur noch etwas mehr
als 'ne halbe Woche. Ein bißchen Schiß habe ich schon,
denn wenn man es sich mal so durch den Kopf gehen läßt,
wie man diesen Chirurgen ausgeliefert ist. Es sind ja auch nur
Menschen. Menschen, die auch mal schlecht drauf sind, die fehlerhaft
sind und auch mal 'was übersehen können. Und da liegt
man nun mit seinem aufgeschnittenem Leib. Mit Blick auf Innereien
und Gedärm. Auf Muskeln, Fett, Knochen und Blut. Ist schon
echt hart oder? Und vor allem über was die sich alles unterhalten.
Ich meine das Op-Team. Hatte da mal vor 20 - 25 Jahren eine Krampfader
am Samenstrang, die mir weg operiert werden mußte. Aber
irgendwie müssen sie mir dann 'ne falsche Dosis an Narkotika
gegen haben. Denn, ich spürte zwar nichts, hatte auch keine
Schmerzen, aber ich bekam jedes Wort mit, daß im OP gesprochen
wurde. war schon tierisch. Vom Liebeskummer, über den Krankenhausfick
bis zum Einkaufen irgendwelcher Dessous war da alles vertreten.
Aber es nützt alles Gejammere nichts, denn es muß getan
werden. Die Gefahr eines Einklemmen des Darmes ist viel zu groß.
Und was habe ich davon, wenn mir dann auch noch die ganze Scheiße
in den Bauchraum läuft, sich entzündet und mich elendig
verrecken läßt. Nee, nee, nee, dann lieber kurzfristig
in den sauren Apfel gebissen, die Zähne ins Holzstück
schlagen und durch...
Was
mich auch interessiert ist, dass so viele Leute meine Homepage
lesen, sich voyeuristisch an meinen Schicksalsschlägen ergötzen
oder sich vielleicht über manche Dinge mit mir freuen, aber
das sie dann doch so verdammt wenig Interesse an meiner CD zeigen.
Hm,
wird wohl daran liegen, das sich manche nicht vorstellen können,
dass die CDs doch irgendwie individuell und gar nicht schlecht
sind. Aber was soll's?
Mittwoch,
25.02.2004
Habe
uns gerade Karten bestellt für das einzigste Konzert in Deutschland
der DOORS of the 21st Century OPEN AIR SAISON 2004
Samstag, 17. Juli 2004 um 19.30 Uhr, Museumsmeile Bonn, Germany.
GEIL!!!
Mehr
auf meiner DOORS-page www.the-doors-world.com
Sonntag,
29.02.2004
Letzter
Tag vor dem Krankenhaus. Na ja, es wird schon werden und der oder
die Chirurg(en) werden es schon richten. Am Freitag war ich schon
mal zum Vorgespräch in der Klinik. EKG, Lugenfunktionstest,
Gespräch mit dem Anästhesisten, Blutentnahme wegen Blutgruppenbestimmung
(müßte ja eigentlich in meiner Krankenakte stehen???!!!???),
Blut- und Leberwerten. etc.
Am
Montag soll ich dann spätestens um 09.00 Uhr auf der Station
sein. Okay, lassen wir es über uns ergehen.
Tagebuch
März 2005
Mittwoch,
09.03.2005
Die
letzte Zeit nicht so viele Einträge hier.
Habe mir überlegt, diese Seite nur noch mit Passwort zugänglich
zu machen. Es wird dann auch nur noch einen bestimmten Personenkreis
geben, der Zugang zu dieser Page bekommt. In der letzten Zeit
habe ich zu viele negative Erlebnisse mit dieser Internetpräsenz
gehabt. Deshalb auch dieser Selbstschutz.
Näheres
demnächst.
Mittwoch,
30.03.2005
Nee,
Scheiß drauf! Warum Passwort? Warum aufhören? Was soll
das???
Klar
schreibe ich weiter. Danke für das Email, U.
Hallo
Gernot,
ich
habe noch nie geschrieben, obwohl ich schon seit über einem
Jahr regelmäßig bei Dir rein schaue, um mich nach Deinen
Befinden zu erkunden. Es hat mir immer sehr gut getan von Dir
zu lesen. Umso erschreckter war ich, als ich jetzt lesen musste,
dass Du aufhören willst zu schreiben, weil da wohl
einige ihren Senf dazugeben. Bitte hör NICHT auf!!!!!
Was
mich betrifft, leide ich seit meiner Pubertät unter Depressionen.
Manchmal sanfter, manchmal heftiger. Ständig bin ich im Kampf.
Ich kann selber nicht so gut schreiben und aufgrund meiner Krankheit
auch nicht so "gut drauf". Umso mehr bewundere ich Dich,
weil Du so vielen Menschen wie mir Mut machst, zum Nachdenken
anregt und so heldenhaft mit seinem Leben
umgeht.
Auch
von Deiner Helga lese ich sehr gerne. WAS FÜR EINE TOLLE
FRAU!!!!
Viele
Grüße,
U.
He,
U., besorge Dir eine Jimi Hendrix-CD. Am besten die Electric Ladyland.
Lege sie in Deinen Player, setze die Kopfhörer auf, schließe
die Augen und laß Dich davon tragen auf einer Wolke aus
Akkorden und Klängen. Glaube es mir, es hilft! Hendrix zu
genießen und seinen Klängen zu lauschen ist eine Reise
in sein Inneres. So nach dem Motto: He, leg dich zurück,
den Rest mach' ich. So habe ich es auch schon im Vorwort zu meiner
Hendrix-page geschrieben. Eh, ihr DOORS-Fans, ich habe Jimbo nicht
vergessen, auch verleugne ich ihn nicht. Aber ich bin echt der
Meinung, daß die DOORS nichts für Menschen mit Depressionen
oder schweren Gemütsproblemen sind. Ich meine, gerade wegen
seiner mystischen und dunklen Texte ist Morrison der begnadete
Magnet für solche Leute. Ich habe es selbst erlebt. Immer
wenn ich bad drauf bin, z. B. in der Zeit wenn ich wieder zur
Nachsorge muß, und dann zu diesen depressiven Phasen auch
noch DOORS auflegte, hat mich das am Anfang ziemlich unbewußt
noch tiefer runter gezogen. Bis ich irgendwann einmal dahinter
kam als ich in ähnlicher Stimmung war und nicht nach den
DOORS griff, sondern eine HENDRIX DVD einlegte und mich von ihm
davontragen ließ. Anders definiert, die DOORS höre
ich mit dem Kopf, HENDRIX mit dem Körper. Aber ihr habt es
schon verstanden, Leute. Für mich persönlich die zwei
bedeutendsten Bands der 70e Jahre: JIM MORRISON & the DOORS
und The JIMI HENDRIX EXPERIENCE. Ja ja, da sind dann noch Janis
Joplin, Frank Zappa and the Mothers of Invention, Led Zeppelin,
Pink Floyd, Vanilla Fudge, Iron Butterfly, John Lee Hooker, B.B.
King und... und... und...
Aber
ja, das sind halt meine Favoriten..
+++++
+++ +++++
Die
letzte Zeit war ich wieder oft mit AB CD unterwegs. Sie hatten
ein paar geile Gigs gespielt und es war oft ein tierisches Publikum
in der Halle. So z. B. am vergangenen Samstag im BISTRO 108 in
Niederbrechen bei Limburg a.d. Lahn. Eine Bühne, so groß
wie ein Bettvorleger für sechs Mann, aber ein absolut geniales
Publikum. Die Jungs haben ihnen ganz schön den Schädel
weggeblasen. (Wenn es jemanden interessiert: Bilder der Gigs findet
ihr unter www.buehnenbilder.com .
Tagebuch
April 2005
Dienstag,
05.04.2005
Born
to be wild. Oder auch geboren um sich selbst zu verwirklichen.
Das zu tun was mir Spaß macht. Anderen nicht weh tun. Sich
selbst lieben. In den Spiegel schauen und sich anlächeln
können. Das Leben zu erleben ist die Schönheit der Religion.
Leben ist die Gabe, seinen individuellen Weg zu finden. Selbst
zu entscheiden für JA oder NEIN. Verantwortlich zu sein für
sein Handeln. Selbst zu entscheiden über GUT und BÖSE.
Selbst zu sein. Frei zu sein. Zu leben. Bewußt!
Mai
2005
Montag,
09.05.2005
In
den letzten Wochen war ich oft mit HOT STUFF unterwegs. In dieser
Band spielt auch Andy von der Coverband AB CD die Gitarre.
HOT
STUFF finde ich echt geil. Sie spielen eine Musik der 70er - 80er
Jahre.
Am
Anfang hatte ich ehrlich zugegeben etwas meine Probleme mit der
Musik, denn Abba, Donna Summer und so weiter gehörten bis
dato noch nicht zu meiner Richtung der Akkorde. Aber in der Zwischenzeit
finde ich es richtig gehend cool was da so auf der Bühne
abgeht. Zumal die Bandmitglieder richtig nett sind.
Themawechsel.
An Benny, den Leadsänger der DOORS-Coverband LIZARD KINGS
von hier aus kurz eine Nachricht:
Danke,
Benny. Du hattest damals in Deinem Email an mich sehr Recht mit
Deinem Hinweis, daß ich mich mit meiner Krankheit nicht
so wichtig nehmen soll; es gibt schlimmeres Leid auf dieser Welt.
Da hast Du Recht, Alter. Habe erst heute Abend wieder von einem
Typ erfahren, der seit 2001 mit dem Schicksal geprügelt wurde.
Er ist jetzt so an oder um die 40. Bekam 2001 einen Herzinfarkt
und nach der Reha einen Schlaganfall. 2002 hatte er einen schweren
Autounfall und 2003 stellten sich die Rückenschmerzen nach
Erstdiagnose nicht als Spätfolgen des Unfalles dar. Jenes
Rückenleiden wurde dann durch einen Spezialisten als Leber-
und Lungenmetastasen diagnostiziert. Es folgte Chemotherapie und
die ewige Angst auf die Frage: schaffe ich es. Nun ist 2005 und
er wurde zwischenzeitlich noch erfolgreich an Darmkrebs operiert.
Was ein Hammer! Ich will ehrlich sein: gesehen gestern Abend in
der Sendung auf SAT3 Nur die Liebe zählt.
Ja
ja, das ist schon genial, wie das Schicksal die Lose verteilt.
Meine
Gesundheit?
So
weit okay. Bei der letzten Routineuntersuchung wurde im CT nichts
Auffälliges festgestellt. Nur ein Blutwert, der sogenannte
Tumormaker war etwas oder mehr erhöht. Aus diesem Grund ist
für morgen noch eine Kerspinthomografie angesagt. Da gibt
es nun radioaktives Material in die Vene und ich muß eine
ca. vierstündige Untersuchung über mich ergehen lassen.
Aber was soll's? Und wenn es der Wahrheitsfindung dient...
Meine
Vermieterin hat die letzten Tage auch rapide abgebaut. Ich hoffe
und bete, daß ihr nichts passiert. Die Dame ist im Februar
diesen Jahres 80 geworden und hatte im Jahre 1998 auch und fast
mit mir zusammen Krebs bekommen. Trotz allem, Benny, es ist eine
Scheiß Krankheit.
God
bless you all...
Mittwoch,
11.05.2005
Gestern
hatte ich nun meinen Termin in der Uniklinik Frankfurt. Die Untersuchung
war notwendig, weil mein Tumormaker gestiegen war. Statt der normalen
37 wurde ein Wert von 77 festgestellt. Kann jetzt aber auch nicht
genau definieren, welchen Maker in der Uniklinik bei mir gemessen
wurde, da es verschiedene Werte und Untersuchungen gibt:
CEA
- Carcinoembryonales Antigen
AFP - Alpha-Fetoprotein
CA 19-9 - Carbohydrate-Antigen 19/9 oder Cancer-Antigen 19/9
CA 72-4 - Cancer-Antigen 72/4
CA 125 - Cancer-Antigen 125
CA 15-3 - Cancer-Antigen 15/3
NSE - Neuronenspezifische Enolase
SCC - Squamous cell carcinoma antigen
CYFRA - Cytokeratin-19-Fragment
hCG - Humanes Choriongonadotropin
PSA - Prostataspezifisches Antigen
hTG - Humanes Thyreoglobulin
MCA - Mucin-like cancer associated antigen
(Quelle: http://www.netdoktor.de/laborwerte/fakten/tumormarker/tumormarker.htm)
Was
sind Krebsmarker (Tumormarker)?
Krebsmarker
sind Stoffe, die bei der Entstehung und dem Wachstum von bösartigen
Tumoren, also von Krebs, produziert werden. Alle Tumormarker werden
entweder von den entarteten Zellen selbst gebildet oder vom gesunden
Gewebe als Reaktion auf das Wachstum des Tumors. Krebsmarker sind
Eiweiße. Manche Tumormarker können auch wie Enzyme
Stoffwechselvorgänge im Körper beeinflussen.
Da
die meisten Krebsmarker weder kennzeichnend für ein bestimmtes
Organ noch für eine bestimmte Tumorart sind, eignen sie sich
nicht zu einer gezielten Suche nach einem möglichen Krebsleiden.
Weiterhin ist es auch nicht möglich, das Stadium, in dem
sich ein Tumor befindet, anzugeben, da der gemessene Wert des
Krebsmarkers nur zu einem sehr geringen Teil von der Größe
des entarteten Gewebes abhängt.
Wichtiger
sind Krebsmarker für die Kontrolle nach einer Tumorbehandlung
wie Operation oder Chemotherapie. So weist ein erneuter Anstieg
von Krebsmarkern im Blut beispielsweise auf einen Rückfall,
ein so genanntes Rezidiv, hin. Anhand der Krebsmarker kann der
Arzt ein solches Rezidiv frühzeitig erkennen und behandeln.
Sinkt dagegen der Wert im Verlauf der Messungen unter einen bestimmten
Punkt, deutet das darauf hin, dass das kranke Gewebe komplett
entfernt wurde.
Um
08:00 Uhr sollte ich in der Nuklearmedizin antanzen. Vorher mußte
ich noch in der Onkologie benötigte Papiere abholen.
Ich
meldete mich in der Nuklearmedizin an, wurde danach ins Wartezimmer
der Abteilung gebracht. Dort mußte ich eine Flasche Mineralwasser
trinken. Nach einiger Zeit kam dann eine Ärztin, welche mir
ein paar Fragen über meinen Allgemeinzustand stellte und
mich über die Risikn der Unersuchung aufklärte. Mein
Autogramm auf dem Hinweispapier besiegelte mein Einverständnis.
Ein
kleiner Pixer in meinen Finger zum Blutzuckertest. Wert bei 100.
Bestens! Dann mußte ich mich in einen Sessel setzen, der
in Liegeposition gebracht wurde. Ich erhielt intravenös eine
Spritze mit einer Glukose-Substanz, die mit Fluor18 markiert ist.
Diese wird von den Krebszellen ähnlich wie normaler Traubenzucker
(Glukose) verstoffwechselt, d.h. als Energielieferant eingesetzt.
Da die “entarteten” Tumorzellen gegenüber gesunden
Zellen einen gesteigerten Glukoseverbrauch haben, hebt sich der
Krebs ebenso wie seine Tochtergeschwülste (Metastasen) im
PET-Bild vom gesunden Gewebe ab und kann so erkannt und teilweise
quantifiziert werden.
Danach
mußte ich erst mal eine Stunde ruhig liegen. Ruhig liegen
bedeutete in diesem Fall: absolut ruhig liegen. Nicht lesen, nicht
sprechen. Nun gut, ich verbrachte die Stunde wörtlich im
Schlaf.
Nach
diesem Nickerchen mußte ich noch auf die Toilette um meine
Blase zu erleichtern und dann ging es auf den Ganzkörper-Vollring-PET-Scanner.
Es
dauerte eine Ewigkeit, bis sich der Schlitten mit mir drauf durch
den Ring schob. Dann war erst mal wieder Pause angesagt, denn
nach ca. 35 Minuten stellte man fest, daß die Software des
Gerätes den Geist aufgegeben hatte. Ich wurde wieder zurück
gefahren und es dauerte wieder ca. eine halbe Stunde bis mir gesagt
wurde, daß jetzt alles in Ordung sei. Dann gin es wieder
durch den Ring und die ganze Prozidur dauerta noch mal 60 Minuten.
Mir kam es wie eine Ewigkeit vor. Aber was ist Ewigkeit? Für
manche drei Sekunden. Für andere ein ganzes Leben. Für
mich waren es 60 harte Minuten, denn, wie schon angedeutet, ich
durfte mich nicht bewegen. Die Nase juckte. Mein Bein schlief
ein. Ich mußte Wasser lassen. Aber: still halten war angesagt.
Als
die Untersuchung dann endlich vorüber war, mußte ich
noch warten, ob noch ein oder mehrere Aufnahmen gemacht werden
mußten. Ich setzte mich wieder ins Wartezimmer, wo ich mich
mit einer Dame meines Alters unterhielt, die ein Krebsgeschwür
hinter dem rechten Auge hatte. Diuese Scheiß Krankheit Krebs!!!
Als
dann die Ärztin kam und mir mitteilte, daß man nichts
Auffälliges gefunden hatte, trieb es mir die Tränen
in die Augen und ich machte mich schleunigst vom Klinikgelände.
Für
alle Interessierten hier noch etwas über diese PET-Untersuchung:
Positronen-Emissions-Tomografie
(PET) & ultraschnelle Computertomografie (UCT)
Eine
starke Kombination für die Krebsfrüherkennung: das PET/UCT
Durch
die computergestützte Bildverarbeitung ergänzen sich
jetzt bei der Krebsfrüherkennung der hochempfindliche Ganzkörper-Tumor-Check
mittels Positronen-Emissions-Tomografie (PET) und die anatomisch
mit hoher Detailgenauigkeit abbildende ultraschnelle Computertomografie
(UCT) optimal:
In
einem ersten Schritt wird die PET eingesetzt, um mit äußerster
Empfindlichkeit Krankheitsherde wie bösartige Tumoren, Metastasen
oder Entzündungsherde aufzuspüren. Zeigt die PET einen
Normalbefund mit einem gesunden Stoffwechselmuster, kann eine
Krebserkrankung schon weitgehend ausgeschlossen werden.
Sollte
sich aber tatsächlich irgendwo eine auffällige Anreicherung
im PET zeigen, kommt die UCT zum Einsatz: Hiermit wird das betroffene
Organ nochmals in sehr dünnen, genauen Schichten abgebildet.
Nach der Untersuchung werden mittels eines Bildverarbeitungsprogrammes
die UCT-Schichten den PET-Bildern anatomisch richtig zugeordnet.
Auf diese Weise kann der untersuchende Arzt sogleich erkennen,
welche anatomische Struktur der Mehranreicherung im PET entspricht
? und damit in aller Regel eine präzise Diagnose stellen.
Im
Gegensatz zu PET-CT Untersuchungen in anderen radiologischen Zentren
setzen wir in der Diagnoseklinik bei der Krebsfrüherkennung
die UCT also erst dann ein, wenn dies wirklich aufgrund eines
auffälligen PET-Befundes nötig ist. Das erspart Ihnen
zusätzliche Strahlenbelastung und Unannehmlichkeiten!
(Quelle:
http://www.diagnoseklinik-muenchen.de/pet_uct.php)
Tagebuch
Juni 2005
Donnerstag,
23.06.2005
Hi...
Hier
isser mal wieder. Zurück vom Oberbayern, dem Mega Park, dem
Paradies, dem Bierkönig und dem RIU Palace in el Areneal,
Mallorca.
Wir
waren wieder auf Abschlußfahrt mit unserem Fußballverein
in Mallorca. Überwiegend aus der 1. Mannschaft. Außer
Thomas, der aus der 2. mitgeflogen war. Ein sehr angenehmer Zeitgenosse,
den Helga und ich inzwischen richtig gern haben.
Die
Jungs waren sehr gut drauf und es gab nicht einmal Streß
oder eine dumme Aggressivität. Außer mal 'nen gewaltigen
Brummschädel von allen nach der ersten Disconacht im RIU
PALACE und dem PARADIES. Zwei geile Discos. Aber das lag vielleicht
auch daran, dass ich mit Helga seit mindestens 10 - 15 Jahren
in keiner Disco mehr war. So hatten wir halt einen tierischen
Nachholbedarf, den wir gewaltig auskosteten. Aber wann sind wir
auch zum letzten mal morgens teilweise um 4 Uhr aus der Disco
raus. Es war echt geil und es hat uns eine Menge Spaß bereitet,
den wir aber auch in vollen Zügen genossen haben.
Nachdem
die Jungs dannwieder alle abgereist waren, hatte ich mit Helga
noch zwei Solotage, wovon wir einen bei Markus in Cala Ratjada
verbrachten. Er hatte ja seine MALLORCA-Sportsbar total neu gestylt.
Toll!!! Wir waren begeistert von dem neuen Ambiente und ich habe
eine Menge Bilder für seine Homepage geschossen, der ich
nach unserem Mallorca Aufenthalt auch ein neues Design verpaßte
und einiges änderte (www.mallorca-sportsbar.com).
Am
02.07. haben wir nun auch wieder unsere traditionelle 3. Hattersheimer
Boxnacht. Da gibt es auch wieder viel mit anzupacken und am 03.07.
geht auch beim FCE schon wieder der Trainingsbetrieb für
die neue Saison los.
Dienstag,
28.06.2005
Gestern
hatte ich meinen 55. Geburtstag und es war einer der geilsten
Tage der letzten Zeit. So viele Glückwünsche, Anrufe,
Emails etc. hatte ich schon lange nicht mehr bekommen.
Außerdem
hatte Helga ohne mein Wissen eine Menge Leute eingeladen, mit
denen ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Mir hat es tierischen
Spaß bereitet und ich danke meiner Maus auch von dieser
Stelle auch nochmals recht lieb. Was Du gestern geleistet hast,
werde ich Dir, Helga, so schnell nicht vergessen. DANKE!!!
Ich
hatte mich morgens in die Rhein-Main Therme verkrümmelt.
Sauna und Massage genossen und mit einigen Leuten meinen Spaß
gehabt, die ich im Laufe der Zeit in der Therme kennenlernte.
Um
14:00 Uhr war ich dann wieder zu Hause, wo ich Helga immer noch
bei den Vorbereitungen des Essens antraf. Diese Beschäftigung
von ihr zog sich dann bis 18:00 Uhr hin. Danach unter die Dusche
hüpfen und die ersten Leute standen schon vor der Tür.
Es war eine sehr interessante Mischung der Gäste und wir
hatten jede Menge Fun.
Ein
kleiner Dank von meiner Seite auch nochmals an alle, die mich
den GANZEN Tag über angerufen hatten oder ein SMS oder ein
Email geschickt haben. Ein besonderer Dank deswegen an Annett
aus Höster, Martina H. aus SB, an meinen langjährigen
und einzigartigen Freund Roger O. aus HG, an meinen Bruder Gisbert
aus SB, Rosi und Sonja D. aus F, Bodo und Hajo von der Gruppe
FOREST, an Peter und Heike E., an Buffa und Barbara S., an Thomas,
Christine und Fabian E., an Andre E. und Andi B. aus Eddersheim.
An Hans B. und die Gruppe DOORS Experience aus Wien, an Frohwald,
Ramona und Sebastin L. aus BZ und... und... und. Nochmals: ich
habe mich SEHR über EURE Glückwünsche gefreut.
Und es ist ein tierisch geiles Gefühl, so viele Freunde zu
haben.
Tagebuch
Juli 2005
Sonntag,
10.07.2005
Ein
Gitarrenrevolutionär. Ein Magier der elektischen Gitarre.
Ein Pionier. Ein Wegbeschreiter. Ein Klangvirtuose. Ein Gott?
Nein, da Mensch. Aber ich liebe ihn. Seine Hinterlassenschaft.
Sein Andenken. Sein Werk.
1983
... ( A merman I should turn to be )
© by Jimi Hendrix
Hurrah i awake from yesterday
Alive but the war is here to stay
So my love catherina and me
Decide to take our last walk
Through the noise to the sea
Not to die but to be re-born
Away from a life so battered and torn....
Forever...
Oh say can you see its really such a mess
Every inch of earth is a fighting nest
Giant pencil and lip-stick tube shaped things
Continue to rain and cause screaming pain
And the arctic stains
From silver blue to bloody red
As our feet find the sand
And the sea is strait ahead..
Strait ahead.....
Well its too bad
That our friends
Cant be with us today
Well thats too bad
"The machine
That we built
Would never save us"
That's what they say
(That's why they aint coming with us today)
And they also said
"It's impossible for man
To live and breath underwater..
Forever" was their main complaint
(Yeah)
And they also threw this in my face:
They said
Anyway
You know good well
It would be beyond the will of God
And the grade of the King
(Grace of the King yeah yeah)
So
my darling and I
Make love in the sand
To salute the last moment
Ever on dry land
Our machine has done its work
Played its part well
Without a scratch on our bodies
And we bid it farewell
Starfish
and giant foams
Greet us with a smile
Before our heads go under
We take a last look
At the killing noise
Of the out of style...
The out of style, out of style
Moon,
turn the tides...gently gently away
Moon, Turn The Tides... Gently Gently Away
So down and down and down and down
And down and down we go
Hurry my darling we mustn't be late
For the show
Neptune champion games to an aqua
World is so very dear
Right this way smiles a mermaid
I can hear atlantis full of cheer.
Atlantis
full of cheer
I could hear atlantis full of cheer
Lord thank you
Mittwoch,
13.07.2005
Zur
Zeit lese ich eine Biografie über eines der bekanntesten
Groupies der 70er: Pamela Des Barres. Zum besseren Verständnis,
da es auch heute noch eine unterschiedliche Auffassung des Begriffes
GROUPIE gibt, hier eine kleine Definition:
Der
Begriff entstand in den 60er Jahren und kommt aus dem Englischen.
Groupies findet man vor allem in der Umgebung von Rock- und Popstars,
Schauspielern und Sportlern, aber auch bei Politikern, Modells
und Moderatoren.
Im
Unterschied zu Fans wollen Groupies nicht nur Autogramme und Fotos,
sondern wirklichen Kontakt und Nähe zum Subjekt ihrer Begierde.
Mal geht es ihnen dabei mehr um Freundschaft und mal mehr um sexuelle
Kontakte. Für den Groupie ist es erregend, an eine verehrte
und scheinbar unerreichbare Person heranzukommen. Und so ein Stück
seines vermeintlichen Glamours abzubekommen. Im Groupie-Dasein
vermischen sich Phantasien, Traumwelten und sexuelle Wünsche.
Gerade in der Pubertät träumen Kids von ihren Lieblingsstars
und deren bewundernswertes Leben. Es ist eine Art Flucht aus dem
Leben, das einen wirklich umgibt. Man beschäftigt sich lieber
mit jemanden der weit weg ist, als mit seinen Mitschülern,
Verwandten und Freunden.
Ein
Groupie richtet sein Leben nach dem Star aus. Er versucht ihn
nach den Konzerten, in Hotels oder bei öffentlichen Veranstaltungen
abzupassen.
Für
den Verehrten ist es geil zu wissen, dass er gut ankommt und sich
seine Sex-Partner einfach nur auszuwählen braucht.
Sogenannte
„star fucker“ wollen Promis ins Bett bekommen und
danach öffentlich – in den Medien oder vor angesagten
Leuten - darüber sprechen.
Ja
ja, die guten 70er. Da habe ich auch einiges mitgenommen. Sex
and Drugs and Rock'N'Roll. War 'ne geile Zeit, obwohl wir auch
unsere Schwierigkeiten hatten. Aber andererseits waren wir auch
die Vorreiter da für, das die heutige Jugend ihre "Freiheit"
hat. Wir haben sie uns erkämpft, wir haben sie uns genommen.
Morgens stoned und total zugedröhnt im Hauptbahnhof von Saarbrücken
aufgetaucht, mit bösen Blicken der Leute erdolcht, die ihre
marschgedrillten Körper zu den jeweiligen Arbeitsstätten
bewegten. War schon tierisch geil. Manchmal blieb das nicht ohne
Folgen, denn die Sittsamen wollten manchmal zu genau wissen, ob
man diesem langhaarigen Gesindel nicht Anstand einprügeln
konnte. Das ging aber sehr oft nach hinten los, denn das Leben
auf der Strasse härtet ab. Da ist manch einer mit blutiger
Nase oder aufgeplatzter Lippe auf seinem Job aufgekreuzt. Wir
haben die Musik revolutioniert, die Klamotten modernisiert
und eine neue Gesellschaftsschicht geschaffen: die Hippies.
Wir
zählten uns dazu. Waren Teil von Ihnen. Eine gigantische
Menschenmenge, die sich von Kalifornienüber Westeuropa und
Marokko bis nach Goa in Indien hinzog.
Wir
machten es möglich, daß Hunderttausende zu Konzerten
pilgerten, nackt und bekifft der Musik lauschten und sich fickend
im Schlamm wälzten. Wir schufen aus Nobodys Superstars, die
den Erdball bereisten und ihrem jeweiligen Publikum vom 'Aufbruch
in eine neue Welt' berichteten. Vom NEIN zum Krieg einer beschissenen
Politik. NEIN zu der Verlogenheit einer Plastikgesellschaft, besudelt
mit dem Filz aus Korruption und Habgier. Dank an Jimi Hendrix,
den DOORS, den ROLLING STONES, LED ZEPPELIN und... und... und.
Es sind ALLE, die sich elektrische Gitarren umgehängt haben
und Freddys Heimatscheiße aus deutschen Wohnzimmern geblasen
haben. Glory, Glory, Halleluja!
Let's
Spend The Night Togheter mit dem Street Fighting Man,
der Gloria vorm Back Door Man errettet. I
Can't Get No Satisfaction ohne Cocaine mit Lucy
In The Sky With Diamonds. My Generation war im Purple
Haze getroffen worden von einem Mashine Gun. Nicht
nur ich sang mit den Stones vom Starfucker.
Anderes
Thema.
Habe
diese Tage mit Jürgen S. aus Berlin telefoniert, dem Begründer
der Berliner Seelenküche. Ist schon Scheiße mit seiner
Krankheit, die einfach nicht besser werden will. Jetzt fahren
sie bei ihm schon die ganz großen Geschütze auf. Aber
darüber will ich hier nichts erzählen, sondern Jürgen
nur alles Gute wünschen. Gib den Fight nicht auf, Alter,
denn was uns nicht umbringt, macht uns nur noch härter. (Anmerk.:
alle, die sich jetzt Gedanken machen, Jürgen hat keinen Tumor,
keinen Krebs. Trotzdem geht es ihm beschissen). Lizardking aus
HH wird meine Worte verstehen. Gruß von hier, alter Stadtindianer.
Am
30. fahre ich nun mit Wolfkristall, die ich vorher zu Hause abhole,
nach Magdeburg zum FEAST OF FRIENDS. Ein Festival von einigen
coolen Leuten - darunter auch die DOORS-Fans Uwe aus Halle und
Benny, der Sänger von den LIZARD KINGS aus Schwerin - geplant
und organisiert. Freue mich schon tierisch darauf, zumal es viel
zu snakken gibt, wie Jürgen aus HH immer sagt. Gruß
von dieser Stelle aus auch an meinen Freund Jürgen aus HH
(nice to met you!) und meinen Freund Kai, den blonden Engel aus
dem deutschen DOORS Forum. (Habe die DVDs nicht erhalten oder
liegen die noch bei Dir?).
Sonntag,
17.07.2005
"Ist
es nicht schön eine Frau zu sein? Ist es nicht schön
eine Frau zu sein und geliebt zu werden? Ist es nicht wunderwunderwunderschön
begehrt und geliebt zu werden? Ist es nicht wunderschön eine
Frau zu sein? Und
wenn er dann endlich nachts nach Hause kommt, so gegen vier oder
fünf, liegen wir dann da mit offenen Armen und Beinen? Liegen
wir da und sind bereit, wenn er endlich mit einer gewaltigen Bier-
oder Whiskyfahne ins Zimmer getorkelt kommt? Sind wir bereit ihn
zu empfangen? Neeeeeeeeeiiiiiin!!! Ist es in diesem Moment nicht
erhabend, eine Frau zu sein und ihm zu sagen FICK ! DICH ! SELBST
!! ? Ja, das tun wir und wir tun es mit Stolz und dem Wissen,
dass es auch anders sein kann wie in meinem nächsten Song...
WHEN
A MAN LOVES A WOMAN
-
by James Brown
When
he held me in his arms,
When he held me in his arms and said,
Baby, baby, baby, you are the only one for me.
When
a man loves a woman,
Can’t keep his mind on nothing else.
He’ll trade the world
For the good thing he found.
Yeah, if she’s bad, he can’t see it.
She can do no wrong.
Turn his back on his best friend
If he put her down.
When
a man loves a woman,
Spend his very last dime
Tryin’ to hold on to what he needs.
He’ll give up all his comforts,
Go out and sleep out in the rain,
If she says, baby, that is how it’s gonna be.
When
a man loves a woman,
Gives her everything that he has,
Tryin’ to hold on to her precious love,
Cryin, baby, baby please don’t treat me bad.
When
a man loves a woman
Down deep in his soul,
She can bring him such misery.
Yeah, she’s bad, but, oooh,
He’s the last one to know.
Lovin’ eyes don’t ever see.
So,
this man says he loves me, he loves me.
He gives me everything, everything,
Everything that he has,
Tryin’ to hold on to my precious love,
Cryin’, baby, baby, baby, don’t you, don’t you
Treat me, treat me bad.
Ohhhh . . . yeah.
When
a man loves a woman
He can do her no wrong.
He could never hold another girl.
Oh, you tell me you love me, baby,
And gonna hold me tight.
Baby, baby, this is a man’s world.
No, no.
Oh, baby, a change is gonna come down
In this man’s world."
Bette
Midler in ihrem Film THE ROSE, den ich mir gerade reingezogen
habe. Ein echt guter Film, der in einigen Szenen an das Leben
der genialen Janis Joplin erinnern soll, die unter ähnlichen
Umständen ums Leben gekommen sein soll. Den Soundtrack der
CD kann ich nur jedem empfehlen. Tierisch geil!
Freitag,
29.07.2005
Morgen
früh geht es nach Magdeburg zum 1. deutschen DOORS-Festival
Feast of friends, worauf ich mich schon sehr freue. Nicht
nur um alte Freunde wieder mal zu treffen, sondern auch darauf,
neue kennenzulernen. Hoffe nur im Stillen, dass uns das Wetter
keinen Strich durch die Rechnung macht, denn es sind teilweise
Unwetter vorhergesagt. Es wäre schade für die ganze
Mühe und Plagerei, die sich die Verantwortlichen für
diesen Event auf die Schultern geladen haben. Ganz besonderen
Dank deswegen auch noch mal von dieser Stelle aus an Uwe Huhn
und Benny von den Lizardkings.
Montag,
01.08.2005
Zurück
aus Magdeburg. Zurück von einem super geilen Event. Zurück
von Freunden und neuen Bekanntschaften. Zurück von Musik...
Musik... Musik.
Am
Samstagmorgen um drei Uhr setzte ich mich in meinen Wagen und
begann den Trip zu Feast Of Friends in der Nähe der Stadt
Magdeburg. Mit wirklich gemächlichen 120 - 140 Stundenkilometern
fuhr ich zuerst nach LIP, um Annett "Wolfkristall" abzuholen
und sie mit zu der DOORS-Nacht zu nehmen.
Nachdem
wir in Magdeburg an einem bestimmten Kreisel dann erst nach der
sechsten Umrundung - ich kam mir dabei wie auf dem amerikanischem
High speed Motodrom in Indianapolis vor, und ich denke JLK wird
das schmunzelnd verstehen - die richtige Ausfahrt fanden, ist
mir jetzt kein Rätsel mehr, nachdem wir den Kreisel von Heyrothsberge
aus angefahren hatten.
Wir
trafen uns dann mit JLK und seiner lieben Nina, wobei ich auch
Iris "flugschatten.de" (eine bezaubernde Person!) und
Jan-Erik Hubele, den Buchautor von Zwischen Himmel und Hölle
- Jim Morrison in Paris, nebst einen Freund persönlich
kennenlernen durfte.
Da
wir alle ziemlich hungrig waren, wollten wir noch einen Imbiß
zu uns nehmen, aber die einzige Gaststätte in der Umgebung
war für eine Familienfeier gebucht. Also auf zum Ort des
Geschehens, zumal es dort auch einen Imbiß geben sollte.
Nina und Iris zogen aber erst noch mal zum nahegelegenen Lidlmarkt.
Am
Festivalgelände angekommen wurden wir dann erst mal für
kurze Zeit vom Glauben an sofortigen Einlass befreit, denn die
Leute die sich am Tor aufhielten zeigten sich von der "harten"
Seite. ÖFFNUNG UM DREI!!!
Erst
nachdem Jan-Erik erklärt hatte, dass er vor den Bands eine
Ansprache hält, erst nachdem Benny der Sänger der LIZARDKINGS
mit einem der Verantwortlichen gesprochen hatte, erst dann wurde
der geölte Riegel aus der Halterung gezerrt, der das Tor
vor uns zu einer Barriere machte. Wir begrüßten Uwe
Huhn und seine Angelika. Und wir machten eine niederschmetternde
Erfahrung: es gab noch nichts für den Magen. Und es gab nichts
für die Kehle. Schmerzlich... Schmerzlich.
Nach
und nach trafen dann auch schon die ersten Gäste ein, nachdem
der Einlaß begann. Unter anderem Kai aus Süderbrarup,
Marco der Rock 'n' Roll Guy aus Hessen und... und... und... Aber
niemand aus Berlin. Aber das hatte ich schon von Berni und seinem
Hummelchen aus einem Email erfahren, dass auch JLK und einigen
mehr zugegangen war. Danke da für, Bernd und Brigitta, das
zeigt uns, dass ihr über den Dingen steht. So nach dem Motto:
ich
liebe die Freunde, die ich
auf diesem schmalen Floß
versammelt habe
wir haben zu Ehren unseres Entkommens
Pyramiden errichtet
dies ist das Land, in dem
der Pharao starb -
by
Jim Morrison / KLÄNGE FÜR EUREN GEIST
Nach
langem Warten in der brennenden Sonne begann endlich das Programm.
Jan-Erik hielt seine Rede, Darryl Read las Gedichte und es folgte
ein Paukenschlag mit der Band COSMIC BLUES. Erst plätscherte
es so esistgutemusik in meinen Gehörgang. Plötzlich
wand sich die Stimme der Sängerin in meine Seele. Was-für-eine-Stimme!!!
Was für-ein-Klang. War das die Reinkarnation von Janis Joplin?
War die weibliche weiße Bluesqueen, die man mit einer Nadel
im Arm fand, aus dem Himmel ausgebüxt, um für einen
Moment mal wieder auf einer irdischen Bühne zu stehen? Eine
Hammer diese Sängerin! Ein Hammer ihr Harpsolo (Anm. Mundharmonika).
Ein Hammer diese Band aus Köln. Es
folgte die Peter S.Dodge Band, die Jimi Hendrix in Erinnerung
rief. Dann betrat die erste "DOORS"-Band an diesem Abend
SHAMAN 'S BLUES mit ihrem Sänger John die Stage. Es kam Bewegung
in die Menge. Vor der Bühne tanzten die ersten zu der jederzeitwiedererkennenden
Musik der DOORS. Kai war noch immer auf der verzweifelten Suche
nach seiner Pam, die doch irgendwoindieserrunde zu finden
sein mußte. Und so machte er sich immer wieder, einen schweren
Rucksack auf dem Rücken tragend, auf nach DER Pam. (Alter,
ich liebe Dich!)
LIZARDKING
betraten die Bühne, und ich registrierte es gar nicht richtig.
Ich saß zwischenzeitlich wieder bei JLK, Nina und Iris am
Tisch, der eine gewisse Distanz zwischen Bühne und uns herstellte.
Ein zweites Mal an diesem Abend war es die Stimme des Sängers,
die sich bei mir im zweiten Song bemerkbar machte. "Wer is'n
der Sänger?" fragte ich JLK. "Benny und die LIZARDKINGS",
brummte er zurück. Sorry, Benny, aber ab diesem Moment war
ich nur an der Bühne und ihr wart klasse.
Dann
begann die Zeremonie der DOORS Experience aus Austria. Ehrlich
zugegeben, ich favorisiere diese Band. Ich kann auch nicht neutral
bleiben. JLK meinte noch, am Besten wir schreiben so, dass wir
keinen Favoriten küren, denn es ist schön, dass JEDE
Band da ist. Ja! Ohne Einschränkung. Scheiße! Was soll
das jetzt? Werde nicht blöd, HM, auch wenn manche Dinge einen
grinsen lassen. Hihi. Punkt und Amen: ich oute mich zum Liebhaber
der Jungs aus Austria.
Seit
ich sie zweimal im Heidelberger Schwimmbad-Club on stage bei einem
ihrer zahlreichen Gigs (leider zu wenig in Germany!) erlebt habe,
bin ich von der Präsentation dieser Band begeistert. Für
mich spielen sie nicht einfach die Musik der DOORS, sie lassen
uns teilhaben an Celebration of the lizard. Ihre Show
ist perfekt. Die Stimme von Jason Boiler genial. Und die Instrumentalisten
verlieren nie ihre Individualität. Begleitet von der "Mutter-ohne-Brust"
Hans Böhm. Der arme Hans. Er war ganz nervös, nachdem
er auf der Fahrt mit dem Keyboarder Klaus Bergmaier - vom Gig
am Vorabend aus Heidelberg kommend - in Heyrothsberge angekommen
war. Der Rest der Band war im manchmal-nicht-zu-ändernden
Stau auf der Autobahn verschwunden. Ich mag Hans, obwohl wir beide
uns besser von den Emails her kennenlernten, als von unseren kurzen
Begegnungen. (Werde Dir meine über 200 geschossenen Fotos
- auf CD gebrannt - zukommen lassen, Hans).
Viel
zu schnell war das Feast Of Friends zu Ende. Kaputt nach 20 Stunden
Wachsein fiel ich gegen 02:00 Uhr innerlich zufrieden in Schlaf.
This is NOT the end, Jimbo...
Feast
of Friends
© Montag, 01.08.2005 by Gernot W. Freudenberger
Ein Traum
Ein Wunsch
Eine Idee
Eine Planung
Eine Erwartung
Ein Motto
This is NOT the end
Kilometer
gefressen
Staub geschluckt
Pneus schnurren auf Asphalt
Folge dem Ruf
Feast of Friends
Gedanken
versuchen sich zu ordnen
Fragen werden ins Bewusstsein geschleudert
Wer war diese Band,
die auch heute noch Millionen bewegt?
War es der Rhythmus der Schamanen?
War es die Orgel,
die einem in den Strudel reißt?
Oder die Gitarre,
die einen auf den Wellen reiten läßt?
War es John Densmore,
der heute seinen Weg gehen muß?
Oder war es nur der,
der am 3. Juli 1971 in einer Wanne entschlief?
Paris
Notre-Dame de Paris
Tour Eiffel
Arc de Triomphe
Palais Royal
Montmartre
Musée du Louvre
Montparnasse
Sacré-Coeur
Avenue des Champs-Elysées
Hervé Muller, Place Bernhard Nr. 6
Rue Beautreillis Nr. 17
3.Etage
Hofseite
Hinter dem Fenster
Badewanne
Kerzenschein
Ein Arm ruht auf dem Rand
Ein Kopf ruht auf der Seite
Feuchte Haare
Schwarz
Locken
Stille
Frieden
Tod
Heimgekehrt
Im Bewußtsein gestorben
Père-Lachaise
Die Orgel schreit
Die Gitarre weint
Die Trommel donnert durch den Schmerz
Eh, bist du da?
Eh, bist du nah?
König der Echsen
Berater der Ekstase
Killer der Herzen
Maler der Worte
Poetischer Vulkan
EINFACH
NUR LEEEEEEEEEEEEEEEEBEN
LASST MICH EINFACH NUR LEEEEEBEN
ICH BRAUCHE EUCH NICHT
ABER ICH WERDE EUCH DAZU BRINGEN
MICH ZU BRAUCHEN
ICH BIN
DIE GIER
DIE SUCHT
DER WAHN
DAS VERLANGEN
ICH BIN DER SCHWEIF
DES KOMETEN
DEM IHR FOLGT
KOMMT
ZURÜCK
IN DAS LAND OHNE ANGST
KOMMT ZURÜCK
AN DEN ORT OHNE FURCHT
TANZT IM FEUERRING EURES SAMENS
DEN REIGEN DER WEISHEIT
Eh,
aufpassen am Steuer!
Nicht träumen!
Feast of Friends
Ende der Reise
Freunde treffen
Umarmungen
Freude
Lachende Gesichter
Ab und zu
eine Träne
In ihren Kristallen
die Weisheit
und das Verstehen
Bands
auf der Bühne
Poesie am Mikrofon
Tanzende Leiber
Back to the roots
Kopfnicken
Mitgröhlen der Songs
Blicke zum Gegenüber
Die Augen
zeigen die Woodstock Aera
Feast
of Friends
Tagebuch
August 2005
Mittwoch,
03.08.2005

Ja,
da zehre ich noch heute. Vom FOF (Feast of Friends) in Magdeburg.
Das schöne daran, man lernt nicht nur Gleichgesinnte kennen,
sondern man findet vor allem Freunde. Manche offener, manche verborgener.
Ich mag JLK, den JimLizardKing aus Hamburg. Seit er uns letztes
Jahr besuchte und meine Helga und wir beide nach Heidelberg zum
Gig der DOORS Experience fuhren. Eine gigantische Show der Jungs
aus Austria erleben durften, die fast über vier Stunden dauerte.
Die reizende Anna aus Mannem und die reizende Sabine aus Wien
kennen lernten. Seit dieser Nacht und der anschließenden
Heimfahrt ist etwas zwischen uns dreien gewachsen, das man nicht
in Worte kleiden kann, denn die Art von Seide, die das beschreiben
könnte, ist noch nicht gewebt.
Vielleicht liegt es aber auch daran, dass das Leben von JLK dem
meinigen in vielen Fassetten ähnelt. Auch er ist parallel
zu mir durch Täler und über Berge der unterschiedlichsten
Gefühls ebene des Lebens gewandert, wie sie nicht jeder Erdenbürger
unbedingt erleben sollte. Das klingt jetzt vielleicht etwas hochtrabend,
eingebildet und was auch immer, but let it be. Was soll's?
Er bereut eigentlich nix. Ich bereue eigentlich nix. Auch wenn
wir vielleicht heute, mit dem Wissen, der Erkenntnis, der Erinnerung
an backstage anders reagieren würden. Das Leben hat für
uns beide seinen Reiz gehabt. Und es hat vor allem wieder seinen
Reiz gefunden. Stay groovy war immer eines der Lieblings
floskeln von Jimi Hendrix. Und genau das isses! Stay groovy.
Irgendwie strahlt JLK so eine undefinierbare Ruhe aus, die
so tief aus der Erfahrung des Lebens kommt.
Iris
(Flugschatten) kommt mir ähnlich vor. Auf mich wirkte sie
tiefinsichruhend. So fern. Nein, mehr in sich versunken
in den tiefen See, aus der sie ihre wunderschöne Homepage
mit Worten füllt, die sich girlanden gleich durch das türkisfarbene
Element schlängeln. Behalte es bei. Geniale HP, Iris. Danke
für unsere kurze Unterhaltung, HH Woman.
Benny,
auf Dich war ich am meisten neugierig. Habe absolut daneben gelegen
mit meiner Vorstellung. Auch 66 gewechselte Worte (???) in Magdeburg
haben mir mehr gebracht, als unser langes Telefonat. Stay groovy,
Alter und vergiß NIIIIEEEEE DOORS-Songs zu singen!
Uwe
the backdoorman.
Genau
was ich Dir heute im Email geschrieben habe. Wir müssen nicht
viel quatschen, denn wir befinden uns bewußt auf der gleichen
Party mit dem Motto FEAST OF FRIENDS. Würde mich freuen,
wenn Du und Angelika auch mal Euer Auto in unsere Richtung lenken
könntet. Ride the highway west, baby...
Sollte
ich jemanden nicht erwähnt haben, so hat das KEINE Bedeutung
oder Mißachtung eurer Person. I love you all, Wolfkristall,
Kai, Jochen, Marco, Jan-Erik, Darryl Read, John, Maggie of Cozmic
Blue, Jason, DOORS XP, Lizardkings, Shman's Blues...
Freitag,
12.08.2005
Hm,
heute würde ich einiges zuvor gesagte nicht mehr so stehen
lassen. Es haben sich da einfach ein paar Dinge geändert,
die mich sehr verwundert haben. Die mich geärgert haben.
Gekränkt und auch beleidigt. Okay, das soll's auch schon
gewesen sein...
Ein
sehr positiver Aspekt an dieser ganzen Sache war, dass ich einen
Freund gefunden habe. Einen, der mich in einem sehr langen Telefonat
überzeugte, nicht einfach alles hinzuschmeißen und
der DOORS-Gemeinde den Rücken zu kehren. Danke, Lizardking
aus HH. Danke Hans Böhm, Jason Boiler, Klaus Bergmeier von
DOORS XP. Danke Uwe the Backdoor Man. Danke Iris, Annett, Lizardqueen.
Danke allen, die mich festgehalten haben.
Am
Samstag, 06.08. war ich dann mit HOT STUFF in Saarbrücken.
Wir hatten da einen Gig auf dem Saarspektakel. Einem gigantischen
Stadtfest, welches auf beiden Uferseiten der Saar stattfand. Für
mich persönlich war es ein sehr emotioneller Gig. Nicht nur
weil die Band tierisch geil abging, und eine Menge Leute vor der
Stage eine bombastische Stimmung verbreiteten. Es war mehr aus
dem Gefühl heraus, dass in dieser Stadt sehr viele Änderungen
meines Lebens begannen und stattfanden. Ob meine Zeit als erster
saarländischer Roadie mit RS Rindfleisch, dieser genialen
Band aus Saarlands Landeshauptstadt, die alles und jeden der Konkurrenz
aus saarländischen Gefilden gnadenlos an die Wand spielte
und weit über die Regionen hinaus einen Namen hatte. Auch
wenn ich bis heute noch nicht begreifen kann, wie man sich so
einen "bescheuerten" Namen geben konnte. Aber was soll's?
Hier
hatte ich schon unter der Brücke gepennt, die direkt neben
der Bühne stand, und unter der wir unsere Fahrzeuge geparkt
hatten, nachdem man unsere WG 1971 aus dem "Roten Haus"
in der Uhlandstrasse geschmissen hatte. Hier hatte ich ich eine
längere Zeit in Saarbrückens Langzeitpension "Lerchesberg"
verbracht. Hier auf der Berliner Prommenade hatte man meine damalige
Freundin Christiane tot auf der Toilette eines Lokals gefunden.
Todesursache: overdose of Heroin. Hier am Saarufer hatten wir
in den sonnigen Monaten unsere Happenings abgehalten, Musik gemacht,
Dope geraucht, am Acid getränkten Zuckerwürfel oder
Löschpapier gelutscht und manchmal auch eine Runde gebumst.
Für die Saarbrücker Stadt- oder die saarländische
Landbevölkerung, die uns "Schmarotzer" faul in
der Sonne herumhängen sah, waren wir immer ein gefundenes
Fressen. An uns" langmähnigen Beutelratten der Gesellschft"
konnten sie ihren Frust ablassen. Manchmal liess sich dann auch
mal der eine oder andere zu einem Gespräch herab. Dann gab
es oft auch mal 'nen Trip ins Bier oder sonstige Getränk
des vormaligen Stänkerers. Er wurde sehr schnell geheilt,
denn die Reise zog in ungebremst in das Unterbewußtsein.
So nach dem Motto
You know I smoked a lot of grass.
Oh Lord! I popped a lot of pills.
But I've never touched nothin'
That my spirit couldn't kill.
Danke
STEPPENWOLF für den geilen Text und den geilen Song...
Halt!!!
Nur mit dem ganz klitzekleinen Unterschied, dass manch kleiner
spirit ganz schön gekillt wurde. Karel Gott (welch ein abgefuckter
Name. Der Kerl muß auch irgendeine versteckte sadistische
Ader in seinem Körper besitzen.) besang es so:
Schicksalsmelodie... lalala, Schicksalsmelodie...
Schicksalsmelodie - ich hoer' den Himmel weinen.
Und ich geh' mit Dir im Sternenschein
durch meinen wunderbaren Traum.
doch dieser wunderbare Traum wird keinerzeit
mir Wirklichkeit.
Unterwegs
nach SB hatte ich Markus, dem Bassisten von HOT STUFF, sehr viel
über meine damalige Zeit im Saarland und im besonderen in
Saarbrücken erzählt. Ihm müssen ganz bestimmt die
Ohren geglüht haben bei meinen Ausschweifungen in vergangene
Zeiten.
In Saarbrücken war ich schon öfters. Sehr oft. Aber
diesmal war es anders. Es war so ein eigenartig undefinierbares
feeling in mir drin. So wie ein heimkommen nach einer
langen Reise. Es war einfach nur geil. Ich traf mich dabei mit
Viktoria, meinem Patenkind und die älteste Tochter meines
Bruders. Sie war mit ihrem Freund gekommen, der mir mit der Zeit
richtig sympathisch wurde. Nicht nur, weil er unheimlich lieb
mit Viktoria umging, sondern auch, weil ich mich auf Anhieb ganz
gut mit ihm verstand. Auch ohne sehr viel blabla. Später
gesellte sich noch Pedro, der Ex-Frontman von RS Rindfleisch da
zu, der mir im Laufe der Jahre immer wieder über den Weg
gelaufen ist und mit dem ich mich auch heute noch sehr gut verstehe.
Pedro war mit seiner Freundin da, welche mir auch schon bekannt
war. Es war ein echt geiler Abend.
Ina die Sängerin von HOT STUFF erzählte dann den Leuten
von der Homepage der Band, und dass ich die Fotos da zu beitragen
würde, die ich während des Gigs von Band und Zuschauern
geschossen hatte. Ich mußte dann wieder auf die Stage. Unter
normalen Umständen ein Wink ins Publikum, eine Verbeugung
und wieder ab die Lucy. Aber diesmal war es auch hier anders.
Es zog mich einfach ans Mikro, um den Leuten persönlich hello
zu sagen. Nur das es diesmal nicht nur beim hello blieb,
sondern ich den Leuten kurz erklärte, dass ich früher
in den 70ern auch hier in dieser geilen Stadt gelebt hatte und
ich es tierisch fand, wieder hier zu sein, wo so viel für
mich begonnen hatte. Hallo, eigentlich wollte ich nie mehr
in das Mikro do schwätze. Aber heut auf der Herfahrt do her
mit unserem Bassiste, is es mir schon ganz kalt und warm geworden.
Es is schön emol widder in DER Stadt zu sein, in der man
so viele geile Zeite erlebt hat. Danke an eine sehr geile Stadt
un an ein noch geileres Publikum. Es überkamt mich einfach
mal so. Aber es war schon okay. Andy, der Gitarrist meinte später
am Telefon, als wir wieder zu Hause waren: du warst ganz schön
laut mit deiner Ansprache, denn es dröhnte gewaltig aus den
Monitoboxen. Nun ja, es war auch ziemlich laut in meinem Herzen.
Als ich hocherhobenenhauptes die Bühne verließ,
grinsten die Mitglieder der Band gewaltig und aus dem Publikum
regnete es Gernot-Rufe. Ja ja, sweet home Saarbrigge.
Morgen
beginnt bei uns im Kaff wieder mal das Fischerfest. Der
Highlight unserer dörflichen Idylle. Drei Tage Bier, Wein
und Gesang. Oder anders formuliert mit den Worten meines geliebten
Jimi Hendrix:
Lately
things just don’t seem the same
Actin’ funny, but I don’t know why
’scuse me while I kiss the sky...
September
2005 h
N
Sonntag,
11.09.2005
"Yeah,
I'm a backdoor man", dringt die Stimme von Jim Morrison aus
meinen PC-Speakern, der sich im Hollywood Bowl lüstern am
Mikrofon räkelt. Das Konzert läuft als filmischer Hintergrund
in einem kleinen Fenster meines Monitors. Der Zeiger meiner Uhr
steht auf 23:35 Uhr.
Am
vergangenen Donnerstag hatte ich meine Nachsorgeuntersuchung.
Das Ergebnis der CT- und Röntgen bilder war zufriedenstellend.
Keine Auffälligkeiten festzustellen. Nur mit einem Blut wert
war Frau Dr. Gog nicht ganz einverstanden oder zufrieden. Mit
dem sogenannten Tumormaker:
Was
sind Krebsmarker (Tumormarker)?
Krebsmarker
sind Stoffe, die bei der Entstehung und dem Wachstum von bösartigen
Tumoren, also von Krebs, produziert werden. Alle Tumormarker werden
entweder von den entarteten Zellen selbst gebildet oder vom gesunden
Gewebe als Reaktion auf das Wachstum des Tumors. Krebsmarker sind
Eiweiße. Manche Tumormarker können auch wie Enzyme
Stoffwechsel vorgänge im Körper beeinflussen.
Da
die meisten Krebsmarker weder kennzeichnend für ein bestimmtes
Organ noch für eine bestimmte Tumor art sind, eignen sie
sich nicht zu einer gezielten Suche nach einem möglichen
Krebs leiden. Weiterhin ist es auch nicht möglich, das Stadium,
in dem sich ein Tumor befindet, anzugeben, da der gemessene Wert
des Krebsmarker's nur zu einem sehr geringen Teil von der Größe
des entarteten Gewebes abhängt.
Wichtiger
sind Krebsmarker für die Kontrolle nach einer Tumor behandlung
wie Operation oder Chemotherapie. So weist ein erneuter Anstieg
von Krebsmarkern im Blut beispielsweise auf einen Rückfall,
ein so genanntes Rezidiv, hin. Anhand der Krebsmarker kann der
Arzt ein solches Rezidiv frühzeitig erkennen und behandeln.
Sinkt dagegen der Wert im Verlauf der Messungen unter einen bestimmten
Punkt, deutet das darauf hin, dass das kranke Gewebe komplett
entfernt wurde.
Nun
muß ich halt zu einer erneuten CT-Sitzung in die Klinik.
Auch eine erneute Darm spieglung steht an. Als wenn man sonst
nichts zu tun hat. 'He, komm doch mal wieder vorbei, wir schieben
dir auch einen Schlauch in den Arsch.' Toll! Da freue ich mich
schon wieder wie verrückt drauf. Scheiße! Scheiße!
Scheiße! Aber was tut man nicht alles zur Wahrheitsfindung.
Ebenfalls
- wie oben schon angedeutet - soll auch ein neues CT angefertigt
werden. Diesmal aber nicht von der Leber, sondern von der Lunge.
Könnte sich ja etwas gebildet haben, was sich auf den Röntgen
bildern nicht eindeutig feststellen ließ. Okay, werden wir
auch erledigen. Da ich wieder seit längerem dem Nikotin verfallen
bin oder mich von ihm zum willenlosen Wesen herabsetzen lasse,
muß man immer und zu jeder Zeit mit einem nicht erfreulichen
Ergebnis rechnen. Scheißzigarettensucht! Scheißtabak!
Scheißnikotinundzusatzstoffe! Nee, so einfach darf ich es
mir nicht schon wieder machen. ICH bin es der keinen WILLEN hat,
mit dem Scheißrauchen auf zuhören. ICH! Und NUR ich...
Mit
den Beinen habe ich auch seit längerem Probleme. Durchblutungsstörungen
sagte der Arzt. Okay, lieber Gott, was gibt es sonst noch alles?
Ja
ja, Leute, ist mir alls bewußt, dass es auch Millionen von
Menschen gibt, denen es bedeutend schlechter geht als mir. Ich
will ja auch nicht den Eindruck erwecken, dass ich mich beschwere.
Ich stelle NUR fest. Und Morrison schreit 'We want the world and
we want it NOOOOOOWWWWWW!!!'
Yeah, Jim, you've been down so goddamn long, that it looks like
up to me...
Freitag,
23.09.2005
Wie
schon angedeutet hatte ich in den letzten Tagen eine ganze Menge
an Untersuchungen. Am Donnerstag, 08.09.2005 meine Haupt nachsorgeuntersuchung.
CT der Leber und Röntgen bilder der Lunge waren okay. Nur
der Tumormaker war wieder erhöht. Hatte es ja schon erwähnt.
Das
CT der Lunge und die Darm spieglung zeigten keine Anzeichen eines
Rezidivs.
Gestern
morgen, bevor ich in das Flörsheimer Krankenhaus zur Endoskopie
fuhr, rief nun Frau Dr. Gog an und teilte mir mit, dass man wegen
dem erhöhtem Tumormaker eine Leberpunktion vorschlug. Dies
soll unter CT geschehen, da mit man gezielt Gewebe entnehmen könne.
Man habe einen "Schatten" oder eine "nicht näher
zu definierende Stelle" an meiner Leber entdeckt, die genauer
untersucht werden sollte. Der Schatten sei schon länger sichtbar,
hätte sich aber in den letzten Monaten nicht verändert.
Sie meinte noch, dass der Prof nach Studium der CT-Bilder zu dem
Entschluß gekommen sei, dass man - sollte da ein erneuter
Tumor wachsen - an dieser Stelle ganz gut operieren könne.
Geile Aussichten! Geile Info!
Ich
mache mir halt immer und immer wieder Gedankens wegen einem eventuellen
Rezidivs (Rückfall). Auch wenn meine Onkologin meinte, dass
es nicht unbedingt etwas sein muss, da der Schatten seit fast
9 (???) Monaten unverändert ist, kann ich meinen Kopf nicht
immer abschalten wie eine Stehlampe. Eine Spur von Angst bleibt
immer. Da kann ich kämpfen oder abschalten wie ich will.
Aus diesem Grund schreibe ich ja auch mein "Tagebuch"
im Internet, um auf diese Weise einen Teil meines Stresses abzubauen.
Es hilft sehr oft, aber halt nicht immer.
Diese
Geisel Krebs ist so ein undefinierbarer Faktor, den man halt nicht
einfach zur Seite schieben kann. Da gibt es Tage, wo es mich ganz
schön durch schüttelt. Wo die Angst durch das Gehirn
kriecht wie ein gefräßiger Band wurm. Und er lässt
dir keine Sekunde Zeit nicht an ihn zu denken. Er ist allgegenwärtig.
Konstant und brutal. Er bestimmt deine Gefühle, deine Emotionen,
deine Gemütslage. Er zwingt dich in die Knie und zeigt dir
in einer schonungslosen Offenheit, wie klein und nichtig man eigentlich
in manchen Situationen als Mensch ist. Frau Dr. Gog schlug mir
mal vor längerer Zeit eine psychologische Behandlung vor.
Das habe ich jedoch auch schon hinter mir. Und es hat mir nix
gebracht. Was soll ich in stundenlangen Gesprächen von meinen
Ängsten ab und zu berichten, die man mir im Endeffekt doch
nicht ganz narkotisieren kann. Da muß ich halt durch und
mich diesem Thema einfach stellen. Fortlaufen ist der schlechteste
Weg. Und den Kopf in den sprichwörtlichen Sand zu stecken
noch mehr.
Mit
einer Diagnose wie Krebs muß man IMMER da mit rechnen, dass
sich ein Rezidiv bildet, ein neuer Tumor wächst oder der
Körper von Metastasen heimgesucht wird. Das ist wie Russisch
Roulett. Entweder der Bolzen haut auf eine leere Patronen kammer
oder aber die Kugel bläst einem ein Loch in die Schädeldecke.
Da gibt es nichts anderes. Keine Hintertür. Kein stilles
Davonschleichen von der Bühne. Da zählt nur eines: die
Rolle im Theater des Lebens bis zum letzten Vorhang zu spielen...
Tagebuch
Oktober 2005
Samstag,
01.10.2005, 00:28 Uhr
Eigentlich
ist es so einfach. Doch man geht immer wieder den Weg mit dem
wenigsten Widerstand.
Ich
hadere mit jedem und ich hadere mit der ganzen Welt. Nur nicht
mit mir. Ich möchte alles und jeden ändern. Nur nicht
mich.
Ich
bin es doch selbst schuld, daß ich meine Lektion in Form
von Krebs erhalten habe. Ursache und Wirkung. Karma pur. Warum
ertappe ich mich dann so unheimlich oft bei der Feststellung,
daß ich die Schuld immer wieder bei anderen suche? Ich
habe doch zu einer gewissen Zeit meiner Vergangenheit da für
gesorgt, daß meine Leber einen Knacks oder treffender
formuliert, einen (vielleicht???) unheilbaren Schaden davon
getragen hat: Brown Sugar... H (sprich Ätsch)...
Sister Morphin... Cocaine... Unsteril... Dreckig... Schmutzig...
Versüft... Die Nadel von Mann zu Mann. Von Frau zu Frau...
Rein in die Vene, raus aus der Vene und wieder rein in die Vene.
Kolben runter gedrückt. Bruchteile der Zeit Warten... Pssssssssssssssssssttttttttttt!...
Abflug, nachdem sich das Gemisch in der Blutbahn entzündete.
Wuschhhhhhh!.... Zeitreise über der Milchstrasse. Explosionen
in der DNS-Kette meines Gehirns. Entfliehen! Verschwinden! Sich
aus dem Staub machen! Wenn auch nur für Minuten.
Karma
© Okt. 2005 by Gernot W. Freudenberger
Ich
glaubte nicht an mich
Ich glaubte nicht an Gott
Ich glaubte nicht an Wunder
Ich verkroch mich,
auf einer silbernen Nadel reitend,
im Zugang meiner Vene
Ließ mich davonspülen
mit der Woge der Glückseligkeit
Tauchte hinab in die Fluten
des Selbstbetruges
Säte
den Samen
dessen was man Ursache nannte
Ist
das Karma?
Dienstag,
11.10.2005
There
I was on a July morning looking for love.
With the strength of a new day dawning and the beautiful sun.
At the sound of the first bird singing I was leaving for home.
With the storm and the night behind me and a road of my own.
With the day
came the resolution
I'll be looking for you.
I was looking for love in the strangest places.
There wasn't a stone that I left unturned.
I must have tried more than a thousand faces,
but not one was aware of the fire that burned
In my heart,
in my mind,
in my soul.
In my heart,
in my mind,
in my soul.
There I was on a July morning - I was looking for love.
With the strength of a new day dawning and the beautiful sun.
At the sound of the first bird singing I was leaving for home.
With the storm and the night behind me and a road of my own.
With the day
came the resolution
I'll be looking for you.
Diesen
geilen Song sang gerade der jung verstorbene Leadsänger
von Uriah Heep, David Byron, auf einer Live DVD dieser Band,
welche ich in meinen DVD-Player gelegt hatte. Ja ja, David Byron,
den ich dreimal live on stage erleben durfte. Das erste mal
in Saarbrücken ca. 1971.
In
Saarbrücken traten RS RINDFLEISCH (meine erste Band
als Roadie) zusammen mit Moody Blues, Uriah Heep und der Edgar
Brougthon Band vor 4-5000 Leuten in der Messehalle auf. Dope
und Groupies en Mass. Von Uriah Heep hatte Gerd (Bassist von
RS R.) ein riesiges Pice Haschisch bekommen, weil der Bassist
von denen mit seinem Bass spielen durfte. Es war absolut geil!
Samstag,
15.10.2005
"Peace, peace! He is not dead, he doth
not sleep
He has awakened from the dream of life...
The One remains, the many change and pass;
Heaven's light forever shines, erath's shadows fly;
Life, like a dome of many-coloured glass,
Stains the white radiance of eternity,
Until Death tramples it to fragments, - Die,
If thou wouldst, be that which thou dost seek!"
Hallo
G.,
wenn
Du es noch nicht erfahren hast, Mischa ist gestern um 23.58 h
kurz vor Vollendung seines 51. Lebensjahres verstorben. Ich würde
mich sehr freuen, wenn wir uns alle vor der bevorstehenden Trauerfeier
verabreden könnten.
Alles
Gute
R.
(Roger) O.
Diese
Email erhielt ich heute Nachmittag. Rummmmmms, das schlug ein,
obwohl ich damit gerechnet hatte, das es passieren würde.
Roger hatte es mich schon früher wissen lassen, dass Mischa
in ein Saarbrücker Krankenhaus eingeliefert wurde, und das
es sehr schlecht um Mischas Gesundheitszustand stehen würde.
Donnerstag,
20.10.2005,
01:46 Uhr
Heute
ist die Trauerfeier in einem Stadtteil von Saarbrücken. Um
13:30 Uhr beginnt die letzte - und vielleicht einzigste - öffentliche
Ehrung für einen Kumpel. Für Michael "Mischa"
Meyer.
Mischa
war ein alter Bekannter aus der Saarbrücker Scene, der auch
wie Roger, Schneider Gerd und ich vom Saarbrücker Eschberg
kam. Sein Vater arbeitete meines Wissens beim saarl. Rundfunk,
seine Mutter war wie die unsrigen Hausfrau. Er hatte noch einen
Bruder an den ich mich noch erinnern kann und eine kleine Schwester,
die mir aber nur noch schattenhaft in Erinnerung ist. An Micha
kann ich mich erinnern, der in seinem kleinen Zimmer auf einer
Jugendliege saß und - fast - immer seinen Elektrobass in
den Händen hielt. Er wollte immer ein tierischer Musiker
werden, die Bühnen der Welt und die Herzen der Groupies erobern.
Dabei grinste er immer so dreckig verschmitzt aus seinen Augen
und schüttelte seine schulterlange dunkle Lockenmähne.
Eigentlich
waren wir beide nie richtige Freunde, aber wir waren gute Kumpels
denke ich. Ja, Kumpels, das waren wir. Und... wir verloren uns
nie ganz aus den Augen und später aus den Ohren, weil er
sich immer und immer wieder mal aus heiterem Himmel telefonisch
meldete. Egal wo ich zwischenzeitlich auch hingezogen bin. Meine
Telefonnummer hatte er immer wieder gefunden. Dafür möchte
ich ihm heute DANKE sagen. Scheiße, das so einem immer wieder
nur dann einfällt, wenn man es dem anderen nicht mehr selbst
mitteilen kann und man es nicht zu den Zeiten getan hat, als es
noch möglich war.
Das
letzte Mal hatte ich Micha bei einem Konzert von Wishbone Ash
in der Flörsheimer Stadthalle gesehen, einem kleinen Ort
in Hessen am Main. Er war da mit Roger und dessen Frau, glaube
ich. Aber auch schon wieder ca. 5 - 6 Jahre her.
Ja,
sein Tod hat mich getroffen. Nicht weil ich ihn kannte, sondern
aus dem Grund heraus, das er ein Teil eines Teiles meines Lebens
war.
Und
da ich weiß, dass Du, Mischa, ihn sehr gemocht hast, hier
ein Song eines Deiner Lieblingsmusiker:
Shapes
Of Things
by Jeff Beck -
The shapes of things before my eyes
Just teach me to despise.
Will time make man more wise?
Here
within my lonely frame,
My eyes just hurt my brain.
Will time make man more sane?
Come
tomorrow, will I be older?
Come tomorrow, maybe a soldier?
Come tomorrow, may I be bolder than today
Mach's
gut, Kumpel...
Allen
anderen die mich persönlich kennen: sorry, dass ich mich
so verkrochen habe.
Samstag,
22.10.2005
03:13 Uhr
Am
Donnerstag war ich in Saarbrücken, um an der Trauerfeier
für Mischa teilzunehmen. Roger war auch da mit seiner Familie.
Ich war enttäuscht, dass nicht mehr von den alten Bekannten
aus vergangenen Tagen gekommen waren, und ich bin mir ganz sicher,
dass es Roger ähnlich gesehen hat.
Seit
über dreisig Jahren hatte ich Mischas Eltern nicht mehr gesehen
und seine Geschwister. Der Vater und Mischas Mutter hatten sich
kaum verändert, außer dass sie älter geworden
waren in diesen Jahren. Was aber auch nicht verwunderlich ist
in dieser Zeit. Aber ich erkannte sie wieder. Mischas Bruder sah
im Gesicht Mischa sehr ähnlich, auch wenn T. das vielleicht
nicht so gerne hört. An Mischas Schwester konnte ich mich
wie schon gesagt nur noch schattenhaft erinnern, aber sie war
zu einer hübschen reifen Frau geworden. Mischas Frau T. sah
ich zum ersten Mal.
Das
war dann auch ein ganz schön beklemmendes Gefühl, ein
zwei Meter vor dem Sarg zu sitzen und auf diese hellbraun lackierte
Holzkiste zu starren, die mit einem wunderschönen Gesteck
aus vielen Sonnenblumen geschmückt war. Wie ich später
erfuhr, waren es Mischas Lieblingsblumen gewesen. Auch auf dem
Altar lag so ein wunderschönes Gebinde.
Der
Pfarrer sprach in der Beschreibung von Mischas Leben sehr viele
Dinge an, die mich an vieles in meinem Leben erinnerten. Mir hatte
es mehrmals ganz schön die Tränen in die Augen getrieben.
Roger erging es noch schlimmer. Er hatte aber auch die ganzen
Jahren viel engeren Kontakt zu Mischa gehabt und ihn auch noch
vor ein paar Wochen im Krankenhaus besucht.
Doch
wir müssen das Leben nehmen wie es uns geschenkt wurde. Wir
haben individuell NUR eine Freiheit, und das ist unser Wille.
WIR entscheiden und bestimmen welchen Weg wir einschlagen. Und
WIR sind auch einschließlich über die Folgen verantwortlich.
Und ich wiederhole mich: das ist UNSERE Freiheit. Die Einzige!
Tagebuch
November 2005
Dienstag,
15.11.2005
Meine
Pisse stinkt an manchen Tagen wie die Seele des Hohepriesters
Kaiphas, der nicht unbedeutend an der Ermordung Jesus von Nazareth
beteiligt war. Der Arzt meinte, dass ich mir eine deftige Blasenentzündung
eingefangen hätte. Nun gut, auch das werde ich überleben.
Gibts ein paar Pillen.
Aber
ich denke, dass interessiert hier niemanden die Bohne...
Dezember
2005
Samstag,
03.12.2005
Was
soll ich eigentlich noch groß schreiben? Wie man bestimmt
auch bemerkt hat, war es in den letzten Wochen ziemlich ruhig
hier. Das hat viele Gründe. Oder gar keine? Ein paar vielleicht?
Nun,
einer der Hauptgründe war der, dass ich keine richtige Lust
mehr hatte. Wie schon oft hatte ich mir die Frage gestellt: wozu
eigentlich. Was geht es eigentlich die Menschheit an, was ich
so erlebte und erlebe? Angeberei
wurde mir vorgeworfen. Mit meiner Krankheit um Bedauern winseln.
Neben den vielen positiven Emails und Gästebucheinträgen,
gab es auch ziemlich krasse Reaktionen von Leuten, die mir unbedingt
in "die Fresse hauen " wollten. Okay, so ist das Leben!
Zur
Zeit bin ich "Strohwitwer". Helga ist drei Wochen in
Kur und kommt erst am 20.12. wieder Heim. Obwohl sie erst am Dienstag
gefahren ist, fehlt sie mir. Sie ist der Mensch im Theater meines
Lebens, der die weibliche Hauptrolle darin spielt. Der mir Stabilisation
und Lebensmut gibt. Und für den es sich lohnt, Tag und Nacht
zu kämpfen. Als die Trauerfeier von Mischa vor ein paar Wochen
war, und ich an seinem Sarg saß, schwirrten so unzählig
viele Gedanken durch meinen Kopf. Mir wurde einiges sehr klar
und vor allem bewußt in der Realität. Jede Fernsehsendung,
jedes Kaufhaus, jedes Kino, jedes Theater, jedes Konzert, jedes...
jedes... jedes... ist eine Ablenkung, um nicht an den Tod und
ans Sterben zu denken. Der Mensch ist verdammt in seiner Angst,
bis er sich mit der Erkenntnis anfreundet, dass er eines Tages
abtritt von seiner Bühne des Lebens. Und erst DIESER Schritt
gibt ihm innere Ruhe und Zufriedenheit. Jeder Tag in diesem Akt
ist zu wertvoll, um ihn wie eine Seifenblase zerplatzen zu lassen.
Before I sink
Into the big sleep
I want to hear
I want to hear
The scream of the butterfly...
Donnerstag,
15.12.2005, 01:09 Uhr
Am
Donnerstag, 09.12. war ich mit einem Interview im Stadtradio Göttingen
live auf Sendung. Der Hammer! Letztlich erhielt ich ein Email
von einem Dr. Dieter Porth der irgendwann und irgendwie auf diese
Homepage und auf eins meiner Gedichte (Und alles für Gold)
gestoßen war. Das muß ihm gefallen haben, denn er
fragte mich dann, als wir nach einer Zeit miteinander am Telefon
sprachen, ob ich in seiner Sendung "Sprachlabor" für
ein Interview bereitstehen würde. Ich war sehr überrascht
und auch sehr stolz. Ich? Mit einem meiner Gedichte im Radio?
Mit allem habe ich gerechnet. Das war schon etwas ganz besonderes.
Nun
ja, am Donnerstag nachmittag rief er mich dann zur abgesprochenen
Zeit an und so kam ich live ins Radio. Echt geil!!!
Einen
Mitschnitt habe ich zwischenzeitlich auch - auf CD gebrannt -
erhalten. Vielen Dank auch nochmals von dieser Stelle Herrn Dr.
Porth und dem Stadtradio Göttingen.
Am
Samstag, 10.12. hatte dann der FCE seinen jährlichen Winterball.
Früher hatte man kaum noch einen Platz bekommen, diesjährig
gab es noch viele freie Stellen in den Stuhlreihen an den Tischen.
Viele - meist ältere - Mitglieder beschweren sich über
die laute Musik der Band, andere maulen hinter vorgehaltener Hand
am 10 Euroschein, welchen man an der Eingangstür als Opulus
ab drücken muß. Nun ja, wer weiß wie lange der
Verein diese eigentlich schöne Veranstaltung noch am Leben
läßt.
Am
Dienstag, 13.12. hatte es mich zu Helga gezogen. So fuhr ich gegen
Mittag los und war um 15:15 Uhr in der Reha Klinik in Bad Sooden
Allendorf. Helga war nicht da. Es dauerte etwas bis sie aus ihrer
letzten Tages behandlung kam, und sie staunte nicht schlecht,
als sie mich auf dem Handy zurückrief und ich ihr sagte "wenn
Du mich sehen willst, dann mußt du schon an die Rezeption
kommen". Es war ein schöner Nachmittag. Kurz vor 20:00
Uhr bin ich dann wieder losgefahren, denn ich machte mir Sorgen,
ob es zu Glatteis kommen würde, da es auf der Herfahrt ziemlich
oft genieselt hatte. Aber am kommenden Dienstag ist sie nun endlich
wieder da.
Freitag,
16.12.2005
Wenn
sich kleine Blätter
im Nachtwind unter Sternen
aneinander kuscheln,
dann empfinde ich meine Liebe
zu dir
als ein wunderbares
und einmaliges Geschenk.
Dargereicht durch das Licht
unseres Lebens.
Ich
vermisse dich
wie mein Blut
Du fehlst mir
wie mein Atem
Ich liebe dich
in der Vergangenheit
in der Gegenwart
in der Zukunft
in der Ewigkeit.
Schmettelinge gaukeln
auf den Akkorden
unserer pochenden Herzen.
An
Tagen wie diesen
wird mir der Begriff Einsamkeit bewußt.
Leere
im Haus.
Leere
in den Zimmern.
Leere
in meinem Herzen.
Und es ist erstaunlich
was wir erlebt haben.
Kerzenschein
im Spiegel
meiner Pupille.
Wärme
i n den Zellen
meines Körpers.