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Tagebuch 2004.

Before I sink into the big sleep
I want to hear
I want to hear
The scream of the butterfly
- by Jim Morrison / The DOORS

oder

Lost in a Roman
wilderness of pain
and all the children are insane

- by Jim Morrison / DOORS

Tagebuch Januar 2004

Samstag, 03.01.2004

Euch allen ein gutes Neues Jahr 2004. Vor allem Gesundheit, Freude und Frieden in euren Herzen.

Wünsche zum neuen Jahr

Ein bisschen mehr Friede und weniger Streit
Ein bisschen mehr Güte und weniger Neid
Ein bisschen mehr Liebe und weniger Hass
Ein bisschen mehr Wahrheit - das wäre was

Statt so viel Unrast ein bisschen mehr Ruh
Statt immer nur Ich ein bisschen mehr Du
Statt Angst und Hemmung ein bisschen mehr Mut
Und Kraft zum Handeln - das wäre gut

In Trübsal und Dunkel ein bisschen mehr Licht
Kein quälend Verlangen, ein bisschen Verzicht
Und viel mehr Blumen, solange es geht
Nicht erst an Gräbern - da blühn sie zu spät

Ziel sei der Friede des Herzens
Besseres weiß ich nicht

Gedicht zum neuen Jahr aus
"Mein Lied" von Peter Rosegger


Nun ist schon wieder ein Jahr verflossen, die Tage werden langsam wieder etwas länger und Ruck-Zuck wird der Frühling seinen Einzug im Land halten. Geil! Endlich wieder vermehrt blauer Himmel, Sonne und ständig steigende Temperatur. Winter? Schnee? Kälte? Fuck off!!! Dinge, die kein Mensch braucht. Ich am allerwenigsten.

Ängste..Diese Musik ist der absolute Wahnsinn in seiner Urform. Manchmal denke ich das Morrison irgendwie gewußt hat was ihn erwartet.

Dienstag, 06.01.2004

Ziehe mir gerade die neuste DOORS-CD rein, die mir ein Freund aus Halle geschickt hat. Und es ist immer wieder faszinierend, wie mich diese einmalige Band in ihren Bann zieht. Ich kenne viele Leute, die mit der Musik der DOORS nichts anfangen können, weil sie ihnen zu DURCHEINANDER ist. Aber gerade DAS ist es ja, was mich so an den DOORS anzieht. Dieser monotone stampfende Ryhtmus vom Baßteil der Orgel und den Drums. Gepaart mit einer schreienden, klagenden, weinenden, zerschneidenden Gitarre, die mich in einen saugenden Strudel in die Sterne schießt. Und dort oben zwischen Sternenstaub, Nichts und Unendlichkeit treffe ich auf die Stimme von Jim Morrison, der mir in die Eier tritt. Der mich mit Stachedraht peitscht und mir Schauderwellen in die Gehörgänge schraubt. Es ist zu geil, dieser Stimme zulauschen, die ihre Verachtung auf allen menschlichen Zwang in meinem Verstand ejakulieren läßt. Morrison windet sich durch die Zellwaben meines Gehirns. Trampelt auf meinem Verstand. Pißt auf meine Ängste... Diese Musik ist der absolute Wahnsinn in seiner Urform.

Manchmal denke ich, das Morrison irgendwie gewußt hat was ihn erwartet. Für mich war er nicht nur Frontman oder Sänger. Für mich hat er in seinen mystischen Texten gelebt. Ist eingetaucht in die Heimat seiner Seele, die ihn als Kind heimgesucht hat, als ein, bei einem Verkehrsunfall sterbendender Indianer seinen Geist zu Manitu reiten ließ. Very near jet, very far. Very soft, very clear... Come today, yeah, come today...

Danke, Carsten W. für die Grüße in meinem Tagebuch. Auch euch alles Liebe im neuen Jahr. Und ich denke, wir werden viel Spaß haben. Rock'n'Roll sowieso.

Dienstag, 13.01.2004

Zur Zeit ist so weit alles okay.
Habe mir eine neue Digitalkamera zugelegt. Helga hat zwar mit dem Kopf geschüttelt, aber ich wollte dieses Teil einfach haben, denn die fotographischen Möglichkeiten mit dieser Kamera sind fast unausschöpflich. Vor allem habe ich sie mir auch zugelegt, um eins meiner Hobbies besser ausführen zu können: die Herstellung von Collagen.

Am vergangenen Samstag war ich mit den BACKDOORS in Michelstadt. Der Club war zwar sehr schön von der Aufmachung her, aber es waren leider zu wenig Leute da.

Es bereitet mir wieder einen tierischen Spaß, die beiden Bands - BACKDOORS und AB/CD - als "Roadie" auf ihren Gigs zu begleiten. Zu mal die Jungs alle unheimlich nett sind und mir auch das Gefühl geben, daß sie sich über meine Hilfe freuen.

Letztens meinte ich so zu Helga: Es ist schon komisch, daß ich mit fast 54 Jahren so mit zwei Musikgruppen in der Gegend herum ziehe. Aber sie teilte mit ihrer Meinung auch die meinige: Hauptsache es macht Spoaß. Und das kann ich beschwören: es bereitet mir eionen tierischen Spaß!

Das nächste Konzert ist nun mit den BACKDOORS am 30. Januar 2004 im Live-Club, Bamberg.

Die BACKDOORS
aus Aschaffenburg interpretieren, wie der Name schon vermuten lässt, die Songs der legendären Doors um den leider früh verstorbenen Rockpoeten Jim Morrison.
Die Doors waren zweifellos die innovativste und zugleich radikalste Band Ende der 60er Jahre. Ihre bluesorientierte, hypnotische Musik sorgte in Verbindung mit der exzessiven Performance Jim Morrisons für weltweites Aufsehen. Morrisons tragisches Ende bedeutete auch das Ende der Doors, nicht aber für deren Musik, die in den 90ern noch genauso unverändert kraftvoll und tiefschürfend wirkt, wie vor 30 Jahren.
Die Backdoors lassen den Geist dieser Musik wiederauferstehen. Frontmann Jürgen Gehlert liefert eine charismatische und überzeugende Bühnenperformance ab, die dem Vorbild Jim Morrison würdig ist. Unaufdringlich und präzise wie ein Uhrwerk breitet die Band dazu den typischen Doors - Sound aus: magisch, mystisch und mit beständigem Groove. Klassiker wie "Riders on the storm" kommen ebenso zum Zuge, wie unbekannte Stücke, die vielleicht nur eingefleischten Fans ein Begriff sind.
Kein Wunder also, dass die BACKDOORS bei den "Jüngern" Jim Morrisons hervorragenden Anklang finden und mit ihren Auftritten den Doors auch 25 Jahre nach deren Ende noch neue Fans bescheren. Ein Tribut an eine der tragischsten und genialsten Persönlichkeiten der Rockgeschichte. Morrisons Musik, lebendig und magisch !
Regelmäßig ausverkaufte BACKDOORS Konzerte zeugen davon, dass die Musik der Doors weiterlebt und wohl unsterblich bleiben wird

AB CB
Bon Scott meets Brian Johnson
“AC/DC”, ein Synonym für Härte, rohe Gitarrenriffs und eingängige Songs von ungeheurer Energie.
Fünf Musiker aus dem Großraum Frankfurt-Aschaffenburg, allesamt mit den Songs von “AC/DC” aufgewachsen, entschlossen sich eine Band zu gründen, die selbst den eingefleischtesten Fan zufriedenstellen sollte.
Der Schwerpunkt wurde dabei auf die Zeit gelegt, in der die australischen Hardrocker noch mit dem legendären Sänger “BON SCOTT” die Fans und Kritiker zum toben brachten. Vor allem galt es auch, genau jenen “AC/DC-SOUND” zu treffen, mit dem die “AUSSIES” Ende der 70er Jahre berühmt wurden.
Daß dies erreicht wurde, bewies AB/CD, indem sie seit 1990 jedes Konzert, in Hallen, Live-Clubs oder auf Open-Air-Festivals, problemlos in eine Party verwandelten (auch Konzerte mit Uriah Heep, Nazareth, White Snake ect…..).
Ende der 90er stiess Dimi Deeds zu AB/CD und verkörperte Angus Young so perfekt, dass er für die Fans zum Mittelpunkt der Auftritte geworden ist.
Seit 2003 beschreitet die Band neue Wege und hat sich entschlossen, nicht zu kleckern, sonder zu klotzen und gleich zwei Sänger zu verpflichten (PaulMcGilley – GB / London und Massimo Leone – I / Rom)
Mit dem neuen Konzept >Bon Scott meets Brian Johnson< wird nicht länger polarisiert, sondern man führt Fans beider AC/DC-Ären zusammen und treibt mit “alten und neuen“ Klassikern wie“T.N.T”, “Highway to hell”, “Hells bells”, oder “Thunderstruck” die Stimmung regelmäßig zum Siedepunkt!
Schweißgebadete Band, tobendes Publikum, das ist “AB/CD” – ROCK`n`ROLL und Hard Rock, der durch Mark und Bein geht.

   
   

Montag, 19.01.2004

Dieses Gedicht schickte mir meine Erdenschwester Wolfkristall. Ich habe mich sehr darüber gefreut und wollte es anderen nicht vorenthalten. Deswegen habe ich mir auch die Erlaubnis zur Veröffentlichung auf meiner Homepage geholt.

TRAUMSCHLÄFER
© 13.01.2004 by Annett Lärz

Die Nacht
ist hernieder gesunken.

Über der Stadt liegt der süße Hauch des friedlichen Schlafes.

Der Schlaf,
in denen die Träume
aus der Tiefe des ICH´s empor steigen.

Auch DU wirst wieder träumen,
wenn Dich der Schlaf in seinen Armen hält.

Wind fegt um die Häuser,
und mit ihm kommen die Geister der Träume,
und jeder Geist findet seinen Träumer oder seine Träumerin.

ER kriecht durch die Öffnungen im Haus,
sucht DICH,
findet DICH,
in den Armen des Schlafes.

Er legt sich neben DICH,
betrachtet DICH,
beobachtet DICH,
kriecht in DEIN Ohr
und macht sich groß vor DEINEM inneren Auge.

Ihr reist in die Tiefen des unendlichen weiten ICH´s ...

TRÄUME ... TRÄUME ... TRÄUME

den TRAUM

Die Leber – ein Organ mit vielen Aufgaben

Die Leber ist das größte Organ und zugleich das wichtigste Stoffwechselorgan im menschlichen Körper. Sie wiegt ca. 1,5 kg und liegt im rechten Oberbauch.
Sie übernimmt viele lebensnotwendige Aufgaben für Verdauung, Stoffwechsel, Blutkreislauf, Entgiftung und Hormonhaushalt. So produziert die Leber jeden Tag bis zu einem Liter Gallenflüssigkeit, um Fette und fettlösliche Vitamine, die mit der Nahrung aufgenommen werden, abzubauen. Eiweißbausteine aus der Nahrung werden in der Leber in körpereigenes Eiweiß umgewandelt, Zucker für den kurzfristigen Energiebedarf gespeichert, Blutkörperchen und Fremdstoffe wie z.B. Medikamente abgebaut sowie Ausgangsstoffe für Sexualhormone gebildet.
Dieses große Aufgabenspektrum zeigt die Bedeutung der Leber und dass alles getan werden muss, um die Funktion dieses Organs zu erhalten.

Wenn wir uns oben das Bild betrachten, so kann man die Leber gut erkennen. Der Teil mit dem X (schwarze dicke Linie) wurde mir 1998 wegen einem 17x12x10 cm großen Leberzellkarzinom (= Leberkrebs) operativ entfernt.

Warum schreibe ich das heute?
Nun, seit einiger Zeit fühle ich mich körperlich nicht gerade auf Höchstform. Mir ist es die letzten Tage öfters übel, der Bauch ist "aufgetrieben" wie ein Hefeteig und ich bin auch so unruhig und hypernervös. Keine Ahnung was es zu bedeuten hat.Oder doch?

Die letzte Zeit habe ich doch das eine oder andere mal etwas alkoholisches getrunken. Helga meinte auch: du bist absolut bescheuert. Ja ja, ich weiß, daß sie total Recht hat mit ihrer Meinung. Aber ich habe es versucht, ihr eine Stellungnahme über das WARUM abzugeben. Verstanden hat sie es schon, aber nachvollziehen kann sie es nicht.

Es ist einfach so, daß ich mit der ganzen Krankheitsgeschichte viele Ding einfach lassen und ignorieren muß. Und gerade in diesen "Verboten", die ja eigentlich gar keine sind, liegt das Nichtgeheimnis meiner Uneinsichtigkeit. Jeder kann tun und lassen was er will. Er kann rauchen, er kann trinken, er kann essen und so weiter. Bei mir sind aber durch die Krankheit ein paar Dinge aus dem psychischen Gleichgewicht gefallen. Und gerade diese Dinge, die ich eigentlich lassen sollte, sind es, die mich immer wieder in Versuchung führen. Es ist wie ein Zwang, der mir ab und zu mal zuflüstert: heute hauen wir mal wieder so richtig auf den Putz. Und dann knallen ab und zu die Sicherungen durch und...

Die absolute Scheiße dabei ist ja auch noch, daß ich das alles weiß und mir mein Handeln im jeweiligen Moment tierischen auf den Sack geht. Aber... Ja, gerade dieses ABER muß es sein, daß mich in Zukunft bremst. Ich kann und will es mit meiner bestimmten Art von Intelligenz und Wissen und Erfahrung einfach nicht mehr zulassen, daß ich mehr oder weniger nichts anderes tue, als einen perversen Suizid auf Raten.

Normalerweise sagt man ja immer: Selbsterkenntnis ist der beste Weg zur Heilung. Dann hoffe und wünsche ich mir nur, daß meine Einsicht nicht zu spät kam. Und... mir ist es verdammt Ernst da mit.

Dienstag, 27.01.2004

Einen herzlichen Gruß aus dem Tal der Könige...

Mittwoch, 28.01.2004, 01:10 Uhr

Scheiße! Scheiße! Scheiße!
Wegen meinem aufgetriebenem Bauch war ich gestern Morgen bei meiner Hausärztin. Sie diagnostizierte schnell. Sie diagnostizierte präzise. Narbenbruch! Und zwar der Schnitt, der von meinem Brust- zum Schambein reicht. Irgendwo in der Mitte muß sich die Operationsnaht von ihnen gedehnt haben oder sie ist gerissen. Keine Ahnung. Auf jeden Fall habe ich einen Narbenbruch.
Wie schon oben geschrieben: Scheiße!

Ob es nun von meinen Fitneßstudiobesuchen her rührt, weil ich vielleicht mal einGewicht zu viel aufgelegt habe, oder ob es von sonst was kommt: Scheiße!
Wir haben nun gleich um einen Termin bei meiner Onkologin in der Uniklinik Frankfurt gebeten, damit sie sich den Bruch ansieht und dann entscheidet, was getan werden muß.
Erneute Operation oder eine andere Möglichkeit der Lösung
.

Tagebuch Februar 2004

Donnerstag, 05.02.2004
00:02 Uhr

Heute muß ich nun mal wieder zur Nachsorgeuntersuchung in die Uniklinik. Bin mal gespannt was da diesmal heraus kommt. Habe ja schon berichtet, daß es mir die letzte Zeit nicht so gut geht. Zumal sich an der Übelkeit nicht viel geändert hat. Auch in meinen Darm scheint etwas nicht zu stimmen. Einige Symptome erinnern mich an die Zeit vor der Darmkrebsdiagnose. Oder sind es nur wieder mal meine Nerven, die mir da einen Streich spielen?

Auch das der Internist Dr. Torres aus Flörsheim am Main vor kurzem am 26.01.2004 an Herzversagen gestorben ist, der damals meinen Darmkrebs feststellte, stimmt mich schon traurig. Es ist nun schon der zweite Arzt der aus dem Leben scheiden mußte und der mir sehr geholfen hatte. Der erste war Prof. Dr. Lorenz von der Uniklinik Frankfurt, ein absoluter Leberkrebsspezialist, der an einem bösartigen Gehirntumor dahin gerafft wurde. Manchmal stelle ich mir die Frage, was Gott eigentlich da mit bezweckt, wenn er solche Menschen so früh aus dem Leben reißt, andere aber - wie das Arschloch G. W. Bush, Bin Laden und andere Kriegs- oder Aggressionstreiber gewähren läßt. Ist schon eine verrückte Welt!

Hier an dieser Stelle möchte ich auch mal wieder ein paar Menschen meinen ganz herzlichen Dank aussprechen, weil sie immer für mich da sind und mir mit Rat und Tat zur Seite stehen. An erster Stelle meiner Frau Helga, die Tag und Nacht für mich da ist. Ich liebe Dich, Baby. Dann einen herzlichen Dank an meine "Schwester" Annett, der ich so viel Erfahrung und Wissen verdanke. Danke auch an Christian P. einen wunderbaren Menschen und Pysiotherapeuten. Dank an Tommy, Marion für ihre Freundschaft. Dank an Klaus Ptak, Jürgen und Rosi Delp, Frau Dr. med Gog, Gabi Grote, Heiner Reimann und Maike. Und einen speziellen Dank an meine Mutter Ellen und meine Schwiegereltern Walter und Hanni. An die SEELENKÜCHE in Berlin und ihre DOORS-Gemeinschaft. An Lizard King aus Hamburg und an Uwe aus Halle. Gottes Segen für euch alle. Und: es ist schön, daß es euch gibt.

Donnerstag, 05.02.2004

16 jährige gefunden. Es war Mord.
Wir kommen zum Sport.
Im Biatlon gewannen 2,
alles andere ist vorbei.
Das Wetter bleibt so wie es ist. Stur.
Die nächsten Nachrichten um 20 Uhr.
© 2004 by Gernot W. Freudenberger

Montag, 09.02.2004

Am vergangenen Donnerstag hatte ich nun meine Nachuntersuchung. Wegen meinem Bruch stellte mich Frau Dr. Gog noch einem Arzt vor, der mich kurz untersuchte. Er bestätigte den Bruch. Aber wie ich ihn verstanden hatte, soll es sich um einen Riß meiner Bauchmuskulatur handeln. Sch....!!!

Am Freitag rief dann Frau Dr. Gog bei mir zu Hause an, um mir mitzuteilen, daß bei der Krebsnachsorge alles okay ist. Gottseidank!!! Da fällt einem immer so richtig eine Last von den Schultern, wenn man diese Nachricht erhält. Nun wird noch ein Termin für die Operation zur Beseitigung meines Bruchs gesucht. Es wird wohl im März passieren, daß ich wieder mal meine "Lieblingsstation" in der elften Etage des Hauptgebäudes der Uniklinik besuchen darf. Oh, wie freue ich mich!!!! Sarkasmus pur...

Am Donnerstag habe ich auch mitbekommen, daß meine Homepage in der Uniklinik Frankfurt ganz schön die Runde durch die Abteilungen macht. Finde ich echt geil! Und: Danke für Ihre Besuche...

Freitag, 20.02.2004

Aber nun doch mal der Reihe nach.
Am 13.02.2004 gab es im Colos-Saal, Aschaffenburg das Jubilaümskonzert: 10 Jahre BACKDOORS!!!
Der Laden war gerammelt voll und die Leute tobten wie blöd. Ich hatte Jürgen, den Sänger noch nie so fertig gesehen wie nach diesem Gig. Die Band spielte einmalig, zumal man noch zu ein paar vereinzelten Songs drei Bläser mit in das Konzert eingebaut hatte. Auch Alex, der erste Bassist der BACKDOORS war mit von der Partie und spielte ein paar Songs mit. Unter anderem auch bei Spanish Caravan, wo Alex die Band mit einer akustischen Konzertgitarre begleitete. Echt geil!
Helga war mit von der Partie und sie war dann auch ganz schön kaputt, als wir morgens gegen 02.00 Uhr wieder zu Hause eintrafen. Sie muß ja auch jeden Morgen um 05.00 Uhr aufstehen. Armes tapferes Mädchen.

Na ja, wie oben schon mal angedeutet, war ich Anfang der Woche in Saarbrücken und habe im Studio von Pedro, dem alten RS Rindfleisch-Sänger, meine 2. CD aufgenommen. War schon echt lustig und es hat mir tierischen Spaß bereitet.

Nun wird es aber langsam mal Zeit, einen Gruß nach Süderbrarup an Kai zu senden, dem ich auch von dieser Stelle nochmals meinen aller herzlichsten Dank aussprechen will für die Sachen die er mir geschickt hat. Somit ist jetzt meine DOORS-Sammlung auf ca. 160 CD's angewachsen. Wow! Lauter Liveconcerte meiner Lieblingsband. Danke, danke, danke...

Ich hoffe, das mit dem Bild ist okay für Dich, Kai. Wenn nicht, sofortige Email an mich oder Anruf. Wenn Du nix dagegen hast: D A N K E ! ! !

Heute war auch der Tag eines großen Schrittes. Genauer gesagt eines Umzugs. Nein, nicht von mir, sondern von einer Person, die ich auch ganz lieb grüßen möchte und der ich alles, alles Liebe wünsche. DU... huhu... ja, DU.

Helga hat es diese Tage auch nicht immer gerade leicht mit mir, denn die bevorstehende Operation zerrt doch ab und zu mehr an meinen Nerven, als ich mir das eingestehen wollte. Auch wenn es nicht gerade eine lebensbedrohende OP ist, so ist es doch wieder nicht nur ein Einschnitt in meinen Bauch, sondern auch in mein Leben. Dreimal innerhalb von sechs Jahren den Bauch ca. 20 cm aufgeschnitten zu bekommen, erlebt man auch nicht in jedem Leben. Da muß es doch bestimmt irgendwo jemanden geben, der es besonders gut mit mir meint. Danke auch an ihn, für die viele und große Aufmerksamkeit, die du mir entgegen bringst. Ist schon nett!
Aber was ich eigentlich sagen wollte: danke auch an Dich, Helga. Und... ich liebe Dich.

Mittwoch, 25.02.2004

The DOORS: Minneapolis Auditorium, 11-10-1968 ziehe ich mir gerade rein, während ich diese Zeilen beginne. Geiles Konzert mit einem genialen Jim Morrison.

Nun rückt meine OP auch immer näher. Nur noch etwas mehr als 'ne halbe Woche. Ein bißchen Schiß habe ich schon, denn wenn man es sich mal so durch den Kopf gehen läßt, wie man diesen Chirurgen ausgeliefert ist. Es sind ja auch nur Menschen. Menschen, die auch mal schlecht drauf sind, die fehlerhaft sind und auch mal 'was übersehen können. Und da liegt man nun mit seinem aufgeschnittenem Leib. Mit Blick auf Innereien und Gedärm. Auf Muskeln, Fett, Knochen und Blut. Ist schon echt hart oder? Und vor allem über was die sich alles unterhalten. Ich meine das Op-Team. Hatte da mal vor 20 - 25 Jahren eine Krampfader am Samenstrang, die mir weg operiert werden mußte. Aber irgendwie müssen sie mir dann 'ne falsche Dosis an Narkotika gegen haben. Denn, ich spürte zwar nichts, hatte auch keine Schmerzen, aber ich bekam jedes Wort mit, daß im OP gesprochen wurde. war schon tierisch. Vom Liebeskummer, über den Krankenhausfick bis zum Einkaufen irgendwelcher Dessous war da alles vertreten. Aber es nützt alles Gejammere nichts, denn es muß getan werden. Die Gefahr eines Einklemmen des Darmes ist viel zu groß. Und was habe ich davon, wenn mir dann auch noch die ganze Scheiße in den Bauchraum läuft, sich entzündet und mich elendig verrecken läßt. Nee, nee, nee, dann lieber kurzfristig in den sauren Apfel gebissen, die Zähne ins Holzstück schlagen und durch...

Was mich auch interessiert ist, dass so viele Leute meine Homepage lesen, sich voyeuristisch an meinen Schicksalsschlägen ergötzen oder sich vielleicht über manche Dinge mit mir freuen, aber das sie dann doch so verdammt wenig Interesse an meiner CD zeigen. Hm, wird wohl daran liegen, das sich manche nicht vorstellen können, dass die CDs doch irgendwie individuell und gar nicht schlecht sind. Aber was soll's?

Mittwoch, 25.02.2004

Habe uns gerade Karten bestellt für das einzigste Konzert in Deutschland der DOORS of the 21st Century OPEN AIR SAISON 2004
Samstag, 17. Juli 2004 um 19.30 Uhr, Museumsmeile Bonn, Germany. GEIL!!!

Mehr auf meiner DOORS-page www.the-doors-world.com

Sonntag, 29.02.2004

Letzter Tag vor dem Krankenhaus. Na ja, es wird schon werden und der oder die Chirurg(en) werden es schon richten. Am Freitag war ich schon mal zum Vorgespräch in der Klinik. EKG, Lugenfunktionstest, Gespräch mit dem Anästhesisten, Blutentnahme wegen Blutgruppenbestimmung (müßte ja eigentlich in meiner Krankenakte stehen???!!!???), Blut- und Leberwerten. etc.

Am Montag soll ich dann spätestens um 09.00 Uhr auf der Station sein. Okay, lassen wir es über uns ergehen.

Tagebuch März 2004

Montag, 01.03.2004,
00:01Uhr

Meiner geliebten Schwester Wolfkristall wünsche ich von dieser Stelle aus meinen allerherzlichsten Glückwunsch zu Deinem heutigen Geburtstag.
Möge es ein Jahr werden, welches Dir überwiegend nur Freude und Sonnenschein beschert. Du hast es verdient...
Ich habe Dich lieb...

Freitag, 12.03.2004, 01:00 Uhr

Ich bin wieder hier
in meinen Revier,
war nie wirklich weg
hab mich nur versteckt.
Ich rieche den Dreck,
ich atme tief ein
und dann bin ich mir sicher
wieder zu Hause zu sein.
© Wieder hier... by Marius Müller-Westernhagen

Am Sonntag, 07. März konnte ich die Johann Wolfgang Goethe Universitätsklinik von Frankfurt am Main nach meinem operativen Eingriff wieder verlassen.

Aber von Anfang an:

Der Kalender zeigte den 01. März 2004 - auch der irdische Geburtstag einer Erdenschwester Wolfkristall, die ich von dieser Stelle aus ganz herzlich grüße - als mal wieder die Zeit für mich gekommen war, die Station A11 der Uniklinik Frankfurt aufzusuchen. Dieser Besuch galt aber nicht irgendeiner bestimmten Person oder der Institution Uniklinik als Gesamtprojekt, sondern alleinig meiner stationären Aufnahme, um meinen Narbenbruch des Bauchmuskel's operativ behandeln zu lassen.

Am Dienstag, 02. März war dann meine OP an zweite Stelle der Station A11 des Hauses 23A angesetzt. Wie auch schon bei der Entfernung meines Sigmakarzinoms (Darmkrebs) am 07.07.2002 wurde es auch diesmal wieder Mittag bis man mich in meinem Zimmer abholte und in meinem Bett von der elften Etage in den 1. Stock brachte, wo auch ein großer Teil der Operationssäle untergebracht sind.
Meine Stimmung war relativ ruhig und gelassen. Keine Angst. Keine Aufregung. Nur Neugier.

Im Gegensatz zu den beiden vorangegangenen Operationen (1998 Leberkrebs, 2002 Darmkrebs), wurde ich nach der Umbettung auf den harten schmalen OP-Tisch sofort in einen der vielen Operationssäle gerollt; also nicht erst in den Vorbereitungsraum. Den Operationssaal hatte ich diesmal das erste Mal bewußt erlebt, da ich ja vorher schon immer in Narkose lag. Über mir an der Decke hing die große runde Operationsleuchte, deren sieben blaue und kreisrunde Lampen auf mich herabblickten und mir zu verstehen gaben, es wird schon alles gut. Und komisch erweise nahm mir diese OP-Leuchte auch noch den letzten Anflug von leichter Beunruhigung vor dem Ungewissen der OP.

Im Raum war ein ganz schön geschäftigstes Treiben. OP-Schwestern, Helfer und der Narkosearzt wieselten beschäftigt hin und her. Ich saugte alles in mich auf. Befriedigte meine Neugier.

Nach einer Weile wurde ich dann vom Narkosearzt gebeten, mich auf die rechte Seite zu rollen, meine Beine an den Bauch ziehen und den Kopf auf die Brust senken. Kurz gesagt: ich zeigte einen Katzenbuckel. Der Arzt tastete meine Wirbelsäule ab, um eine passende Einstichstelle für die Kanüle des automatischen Schmerzkatheders zu finden, die mir dann zwischen die Rückenwirbel geschoben wurde.

Ich wurde wieder auf den Rücken gerollt, meine Beine am OP-Tisch fest gegurtet An die linke Seite des OP-Tisches wurde eine Schiene befestigt, an der mein linker Arm angeschnallt wurde. Eine Kanüle wurde in meine Armvene eingeführt und mit einem durchsichtigen dünnen Plastikschlauch verbunden. ""Über diesen Schlauch wirst du auch das Narkotika erhalten"", dachte ich bei mir. Es war alles unheimlich interessant und auch irgendwie eigenartig mystisch. Ich wußte, daß ich gleich in eine andere Welt eintauchen würde. Eine Welt ohne Zeit, ohne Gefühl und auch ohne Erinnerung. In diesem Augenblick hörte ich auch schon die Stimme des Narkosearztes, der von hinten rechts in mein Blickfeld trat. Seine Stimme hörte ich den Satz sagen "so, dann wollen wir einmal etwas schlafen". Eine Maske wurde mir auf Mund und Nase gedrückt und ich erhielt die Order kräftig und gleichmäßig durch Nase und Mund einzuatmen. Ich hatte mir diesmal vorgenommen, den Übergang in die Narkose voll auszukosten. Und auch sehr bewußt mitzuerleben. Dies gelang mir auch relativ gut. Ich atmete in tiefen und festen Zügen und spürte mit jedem Atemzug eine undefinierbare Leichtigkeit und ein wunderschönes Loslassen von allen Gedanken. Ein "geiles" Wohlbefinden schlängelte durch meinen Körper und breitete sich aus. Es legte mich auf einen Wattebausch. Tief sog ich noch einmal sehr bewußt den vielleicht sechsten Atemzug in meine Lungen und dann erfolgte das absolute Blackout. Es war einfach ein Abschneiden des Bewußtseins. Dunkelheit? Ich weiß es nicht. Weißes Licht? Ich weiß es nicht...

So sieht mein Bauch heute nun aus, nachdem ca. zehn Tage vergangen sind. Eine Narbe mehr hat ihre Spuren hinterlassen. Ist das Leben?
Ja, denn auch das ist ein Teil der irdischen Existenz. Jede Narbe ist ein Teil meines Karmas. Und ich weiß heute, in diesem Augenblick noch nicht, was in 24 Stunden geschieht. Obwohl ich glaube, daß alles vorgegeben ist. Irgendwie. Irgendwann...

Einen lieben Gruß von dieser Stelle aus an die Praktikantin Maxi. Danke für Deine Hilfe...

Montag, 22.03.2004, 03:57 Uhr

Ich betrete die Bretter,
welche die Welt bedeuten,
und der Shamane mit der Büffelmaske
läßt den sich öffnenden Vorhang
in einem bläulichen Flammenmeer verschwinden.

Meine lächelnden Augen öffnen sich
auf der anderen Seite des blutroten Planeten,
der im marmornen Lichtermeer
seine schuppigen Fische hütet.

Geil!
Auch wenn manchen meine Lyrik nicht gefällt, was mir aber auch am Arsch vorbei geht, ich finde sie - wie schon gesagt - geil.

Guten Morgen, ihr alle da draußen.
Wünsche euch einen wunderschönen Tag mit wunderschönen Menschen (ihr wißt schon was ich meine) und wunderschönen Erlebnissen, die euch auf eurer spirituellen Wegbestimmung begegnen und begleiten. All you need is love! I wanna hold your hand! Stairway to heaven! Since I've been lovin' you! Look at yourself! Dazed and confused! Tittis and beer! Don't eat the yellow snow! Und... und... und...

Bei ein paar Menschen muß ich mich an dieser Stelle entschuldigen, daß ich mich zur Zeit so rar melde. Aber das liegt an meiner Seele, der es in den letzten Tagen nicht gerade Seil hüpfend ging,sondern die etwas gebeutelt wurde. Was wahrscheinlich auch zu einem großen Teil mit meiner Operation vor kurzem zusammen hing. Ist halt nicht alles so einfach. Aber ich bin auf dem Weg der Besserung.

Mittwoch, 24.03.2004

Habe mir zwei wunderschöne Teile gegönnt.

..........

Waren zwar nicht gerade billig, aber ich denke, daß es auf dieser Seite ein paar Besucher gibt, die das verstehen können. Hallo DOORS-Fans: Ich grüße euch... !!!

Montag, 29.03.2004

Habe ein paar Collage hochgeladen. Ein paar sind schon älter, aber es sind auch viele neue mit dabei. Dem einen werden sie gefallen, dem anderen nicht. Was soll's?!

Ansonsten alles im grünen Bereich momentan.

Außerdem freue ich mich schon sehr auf meine Berlinfahrt im April, unseren (mit Helga!) Urlaub in Florida (Saisonabschluß der ersten Mannschaft unseres Fußballvereins) und dann im Juli das erste Mal ans Grab von Jim Morrison in Paris. Na ja, wie man sieht: die Zeit der irdischen Existenz wird ausgelebt...

Tagebuch April 2004

Donnerstag, 08.04.2004

Ich suche dich, Baby
© 08. April 2004, 00.52 Uhr by Gernot W. Freudenberger

Ich suche dich, Baby,
in den Mohnfeldern der Afghanen
und in den Kokasträuchern Mayas.

Du fehlst mir so,Baby,
das die Adler meine Schreie
auf ihren Schwingen
in die Unendlichkeit tragen.

Ich suche dich, Baby,
im Weihrauch der Pharaonen
und in den Goldminen verschleppter Neger.

Du fehlst mir so, Baby,
das die Dephine meinen Atem
hinter ihren nichtvorhandenen Kiemen
zu Poseidon ins Element tragen.

Ich suche dich, Baby,
in den Nebelschwaden der Mystik
und in den tobenden Massen.

Du fehlst mir so, Baby,
das die Liebe meines Herzens
im Flammenmeer des Pulsschlags explodiert

Ich suche dich, Baby,
ich suche dich Susie.

Weiße Wolkenfetzen
© April 2004, by Gernot W. Freudenberger

Deine Liebe ist geschmolzen
in einem Feuerball aus Eis.
Grüne Blätter glänzen im Sonnenball
der feuchten Vulva.
Kinder
springen
hüpfend
durch
das Leben.

Weiße Wolkenfetzen
kristallisieren sich
und werden zu hellem Staub
in deiner antiken Sanduhr.

Ein fahler Mond
springt durch die gläserne Nacht
und erzählt vorbeifliegenden Glühwürmchen
vom Sinn der Kreuzigung Christi.

Nun hört,
was ich euch zu sagen habe.
Laßt mich zu euch sprechen
in verklärten Worten.
Wißt ihr, was Leben ist?
Wißt ihr,
was Liebe ist?
Habt ihr je in Kinderaugen geblickt,
aus denen das Lachen purzelte?

Ihr sitzt in verräucherten Kneipen,
und bestellt schon die allererste
der letzten Runde.
Hört ihr nicht die Rufe
eurer weinenden Frauen?

Ich sag' euch folgendes...
berichte euch vom Werdegang
einer verfetteten Leber.
Das ist so
wie ein Teufelsritt auf einem goldenen Drachen,
Ja, sperrt eure Ohren weit auf,
denn der Krebs sitzt in jedem Glas.
Oh ich weiß,
jederzeit könnt ihr aufhören,
habt alles im Griff.
Aber laßt mich dies sagen,
diese verwahrlosten Worte
kamen auch über meine Lippen.

Auch ich hatte eine Frau,
deren Weinen ich nicht hören wollte.
Auch ich belog mich selbst
mit jedem Schluck aus Pulle und Glas.
Was interessierte mich die Leber,
die mich nie rührte.

Weiße Wolkenfetzen
kristallisieren sich
und werden zu hellem Staub
in deiner antiken Sanduhr.

Ein fahler Mond
springt durch die gläserne Nacht
und erzählt vorbeifliegenden Glühwürmchen
vom Sinn der Kreuzigung Christi.

Werden wir es je begreifen?
Werden wir es je verstehen?
Oder sind wir alle schon verloren?

Und die Antwort, mein Freund;
rauscht an uns vorbei
und zerschellt an den Wänden unseres Verstand's.

Donnerstag, 08.04.2004

Heute haben Helga und ich uns Prof. Gunther von Hagens Ausstellung KÖRPERWELTEN angesehen. Kannte die Ausstellung von den Medien her und von einem Bildband, den wir uns vor längerer Zeit gekauft hatten. Aber es war dann doch etwas anderes, die präparierten Körper in real zu sehen, als im Fernsehen, in den Zeitungen oder als Abbildungen.

Was mich aber nach ca. einer halben Stunde sehr nachdenklich stimmte war nicht allein die Ansicht einer von Metastasen übersäten Leber, sondern die teilweise ausgeprägte Jahrmarktsstimmung im Saal. Breitgefächtertes Angebot an Merchandisingprodukten, einem Erfrischungsraum mit Biergartenatmosphäre und Getränke- und Süßigkeitenautomaten. Für meinen Begriff unwahrscheinlich viele Kinder und Jugendliche unter dem Volljährigkeitsalter. Mich kotzte es ziemlich an, und es erinnerte mich somit an Schausteller auf Jahrmärkten zur Jahrhundertwende, die in irgendwelchen Wagen oder Zelten mißgebildete Menschen der gaffenden und glotzenden Meute darboten. Die Würde vor den Lebenden und vor allem vor den Toden blieb total auf der Strecke.

Was ich damit sagen will ist, das ich nichts gegen eine derartige Ausstellung habe, sondern nur etwas gegen solch eine nach außen getragene Gleichgültigkeit vieler der gekommenen "Gaffer". Und diesen Begriff benutze ich sehr bewußt. Was mir persönlich gefehlt hat, und ich spreche da nur über meine Person, war, daß das ganze Drumherum nicht gepaßt hat.

Sonntag, 11.04.2004

Gestern mal wieder in der Eissporthalle gewesen. Die Frankfurter Lions stehen im Endspiel um die deutsche Meisterschaft. Die Halle war so voll, wie ich sie schon seit langem nicht mehr erlebt habe. Die Lions schlugen die Eisbären Berlin mit einem sensationellen 5:2. Da die Löwen das erste Game in Berlin verloren, steht es nun somit 1:1 in der Finalserie "Best of five“. In dieser Regel reichen drei Siege zum Weiterkommen bzw. zum Titelgewinn. An dieser Stelle einen tollen Gruß an Bernd K. auf dem Frankfurter Flughafen, der sich extra und aus Sympathie mit den Spielern einen Bart hat wachesen lassen. Einen lieben Gruß auch an seine langjährige Freundin Petra M. und alles Gute für dein geschundenes Knie.

Ach, das Leben ist so unwahrscheinlich geil. Und ich bin so unsagbar süchtig nach Leben... Leben... Leben...

Ich für meinen Teil bin bestimmt auch kein einfacher Typ. Erstens weil ein großer Teil meines Lebens ziemlich hart, oft sehr beschissen und ab und zu auch ziemlich konfus war. Ich trage mit 54 noch Lederhosen, Piratenhemden, Kopftücher, bunte und verrückte Klamotten. Höre alle Art von Musik. Ob Heavy, soft, laut oder leise. Ich bin verrückt und süchtig. Verrückt und süchtig nach Leben... Leben... Leben. Und auch das hat sich nach meinem Krebs total verstärkt. Ich hasse (auch wenn man sie manchmal über sich ergehen lassen muß!) Etikette, Vorschriften und Bevormundung. Ich mag es nicht, wenn das Äußere eines Menschen höher bewertet wird als sein Inneres.
Mag sein, daß ich für einige oder mehrere ein Spinner bin; ist mir egal.
Mag sein, daß der ein oder andere meine Lebensphilosophie ablehnt: ist mir egal.
Was mir aber nicht egal ist, ist die Tatsache, daß ich das Leben Tag und Nacht ficken könnte, weil es so unsagbar schön ist. So unsagbar geil. So unsagbar individuell und schnelllebig.

Ich möchte im Morgengrauen auf einem Eichenblatt erwachen, vom Morgentau gebadet und auf den Flügeln eines Schmetterlings in die Wolken getragen werden.

Mittwoch, 21.04.2004

Flüsternde Stimme
© 21. April 2004, by Gernot W. Freudenberger

Flüsternde Stimme an deinem Ohr
Eine sanfte Stimme,
die dich erzittern läßt
Bittend
Lockend
Bettelnd

Sanfte Erregung in deinem Körper
Eine zarte Erregung,
die deinen Atem keuchen läßt
Elektrizität
Vibration
Zittern

Warme Hand berührt die Lippen
Eine erregte Klitoris,
die zum Leben erwacht
Hitze
Feuchte
Geilheit

Kostende Zunge in deiner Quelle
Ein streichelnder Feenflügel,
der dich kommen läßt
Explodieren
Ekstase
Erlösung


Freitag, 30.04.2004

Am vergangenen Wochenende war ich mal wieder on the road again.
Erst hatte ich ja vor zu dem Gig der BOOTLEG Doors nach Berlin zu fahren. Als ich dann aber erfuhr, daß die Band auch in Northeim bei Göttingen einen Auftritt hat, war es für mich von der Anzahl der Kilometer her einfacher dahin zu fahren. Nach Berlin wollte ich dann nicht mehr, weil mich die Anzahl Strecke doch etwas abschreckte. Nicht das ich nicht gern Auto fahre, nein, das lange Fahren macht mir immer mehr zu schaffen, denn es ist wahnsinnig anstrengend geworden, auf einer deutschen Autobahn zu fahren.
So bin ich dann also am vergangenen Freitag gegen Mittag nach Northeim aufgebrochen. Es war beschissen wie die Sau. Regen. Regen. Nichts als Regen. Sicht teilweise gerade mal fünf bis zehn Meter. Zum Kotzen!

So ging es bis Göttingen, was ungefähr 250 km sind. In Northeim erst mal verfahren und ein paarmal die Stadt durchquert und umfahren. Aber irgendwie habe ich es dann doch geschafft, die Lokalität zu erreichen. Von der Band war noch niemand da, und auch Jürgen Schuschke war weit und breit noch nicht zu sehen. Jürgen ist der Besitzer der SEELENKÜCHE in Berlin/Treptow. Das ist der Treffpunkt aller hardcore Doors-Fans in Deutschland. Vielleicht etwas übertrieben, aber irgendwie trifft es doch des Nagels metallenen Kopf. Jürgen ist auch noch so nebenbei der deutsche Manager der Band.

Irgendwann sind sie dann doch alle eingetroffen. Zuerst Jürgen und dann die BOOTLEG Doors mit ihrem Techniker Mike. Ja ja, Mike, eine Nummer für sich. Aber darüber später.
Ich half den Jungs beim Aufbau ihrer Anlage und genoß den anschließenden Soundcheck. Dann ging es erst mal zum ein checken ins Hotel "Deutsches Haus". Jürgen hatte mir ein Bett in seinem Doppelzimmer überlassen. Danach wurde ein kurzer Imbiß zu sich genommen. Die BOOTLEGS schlürften ihre ersten Biere und die Stimmung wurde immer gelöster. Allgemeine Heiterkeit machte sich breit, wo zu das deutsche Bier bestimmt seinen Anteil genoß. Ich sabberte meine Cola.

Um 19.30 Uhr ging es dann wieder in den Club "Wolke's Turm". Eine ehemalige Brauerei fast inmitten der City. Vom Veranstalter gab es das obligatorische und vertraglich zugesicherte Essen, wie es fast bei jeder Band üblich ist und die weiß, wie man Verträge ordentlich verfaßt. Bin ich z. B. von den BACKDOORS und AB CD auch nicht anders gewohnt. Während des Dinners wurde Rick der Sänger von der hiesigen Zeitung interviewt. (Bericht könnt ihr auf der Homepage der SEELENKÜCHE unter news nachlesen. Die URL zur Homepage steht hier im Menü.)

Wie schon angedeutet, die Jungs privat zu erleben war eine richtige Party. Es wurde nur rum gealbert, gelacht und sich gegenseitig verarscht. Vor allem Hans der Drummer und Ed der Keyboarder ließen keinen Scherz im Verborgenen.

Um 21.45 Uhr begann dann das Konzert. Was soll ich da zu sagen, der die BOOTLEGS nun mal schon live gesehen hatte. Es war einfach nur geil. Auch wenn es ein paar Zuschauer mehr hätten sein können. Aber die Stimmung war gut. und auch Leute, die mit der Musik der DOORS nicht so viel am Hut hatten waren begeistert.

Nach zwei sehr langen Zugaben war dann der offizielle Teil des Konzertes vorbei, welches ich die ganze Zeit neben Mike vorne am Mixer verbracht hatte. Ja ja, dieser Mike ist schon eine Nummer für sich. Irgendwie verstanden wir uns auf Anhieb und hatten einen riesigen Spaß mit einander.

Nachdem die Band wiedetr umgezogenund die Anlage wieder abgebaut war, ging es zum "Relaxen" in die offizielle Kneipe. Die Band ließ sich ein paar Tequillas und Biere schmecken, bis Ed der Keyboarder sich an das Klavier setzte, welches mit im Lokal stand. Nach den ersten Klängen von Riders on the storm stieg auch Rick mit seiner Stimme ein, Hans fand ein paar Congas und schon wurde die Luzy aus dem Stall gelassen. Brian griff nach seinem Bass, Peter holte seine GFitarr und den kleinen Garderopenverstärker und schon war die schönste After-Show-Party im Gange. Die Leute wollten gar nicht nach Hause und auch der Besitzer strahlte über so vielen nächtlichen Umsatz. Um 02.45 Uhr verließen der Gitarrist, der Bassist und ich das Lokal und begaben uns zum Hotel. Der Rest folgte ca. eine halbe Stunde später.

Jürgen Schuschke war sehr gut drauf, was auch mit an den unzähligen (???) Bieren gelegen haben kann. Ihn lernte ich persönlich im Juli 2003 zur Einweihung des Jim Morrison Denkmals in Berlin Treptow kennen, wo er ein Lokal sein eigen nennt.

In einer Gegend wo man meint, hier liegt noch nicht mal der sprichwörtliche Hund und die Katze begraben. Aber gerade diese Idylle in der Abgeschiedenheit des Berliner Großstadtdschungels hat dieses gewisse Flair, das einem so oft deja vue-gleich in alte Erinnerungen zurück taumeln läßt. Wie ein Spaziergang bei Sonnenaufgang in einer amerikanischen Wüste unter Meskalinrausch. Wie ein Schrei, der in deinem Inneren zu ertrinken droht: Mr. Mojo risin'...

Und da Jürgen die geilste Berliner Currywurst, die ich jemals zuvor gegessen habe, in seinem Lokal anbietet und auch selbst in seiner kleinen Küche herstellt und seine Seele verschlungen ist mit der eines verstorbenen ehemaligen Filmstudenten, einem der genialsten modernen Poeten der Gegenwart und dem im mystischen Nebel wanderndem Sänger der Kultband the DOORS aus Los Angeles, Kalifornien oder präziser formuliert: Venice, Kalifornien, taufte er sein Lokal auf den Song dieser Band: SEELENKÜCHE. Soulkittchen in Treptow. Inmitten einer spießbürgerlichen Laubenkolonie. Datschen zum klönen, zum Karten spielen, zum hangin' around. Zum Diskutieren, warum die Hertha in der 67 Minute den Elfmeter nicht bekommen hat. Oder auch nur, um die Frau von Karl-Heinz zu poppen, der gerade im Westen auf Montage ist. In dieser Gegend, durchwachsen von alten und neuen Siedlungen, in einer Gegend, in der an manchen Bäumen noch der alte SED-Mief hängt, in dieser geilen fuckin' Gegend, hat dieser Jürgen Schuschke seine Hülle des Kleinbürgertum's abgestreift und sich selbst einen Traum erfüllt. Let's swim to the moon, aha...

Ja, da hat einer von wenigen den Mut besessen und gerade diesen gewissen Schritt zur anderen Seite gewagt. Manche würden ihn vielleicht für einen Spinner halten, einen Durchgeknallten eben. Aber gerade das ist dieser Schuschke bei Leibe nicht.

Er hat für sich eine Oase entdeckt, die ihm das seelische Gleichgewicht wieder gegeben hat, das er für sich selbst so schmerzlich vermißte. Die Musik der DOORS und die Lyrik ihres Leadsingers James Douglas Morrison, kurz Jim genannt oder Jimbo oder auch Lizard King.

Willkommen Jürgen, im Kreis derer, die diesen Lizard King in ihrem Herzen nie vergessen haben. Es ist schön, daß der Same deines Vaters da zu beigetragen hat, daß aus dir ein Mensch wurde, der in seinem Herzen mit Seelen in Ekstase fallen kann.

Danke da für und es ist schön, daß Du geboren wurdest.
Welcome in HYACINTH HOUSE ...

Okay, das zum Thema Schuschke, zu dem sich in der Zwischenzeit eine sehr schöne und freundschaftliche Beziehung entwickelt hat.

Nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel, fuhren wir nochmals zu dem Club und luden die Anlage in die Autos. Dann ging es weiter nach Berlin. Ich auch gleich mit!!!
Nun, das alles hatte mich am Vortag derartig angeturnt, daß ich gar nicht anders konnte, als in mein Fahrzeug zu steigen und mich dem Konvoi in die Bundeshauptstadt an zu schließen.
Mit zwei Zwischenstops - einmal zum Tanken und das zweitemal zum Essen - ging es zugig voran. Da ich die ganze Zeit versuchte Anschluß an Rick zu halten, der ein Navigationssystem in seinem Wagen hatte, dauerte es dann auch nicht lange und vom Rest war weit und breit nichts mehr zu sehen. D. h. es ging flott voran.

Gegen 15.00 - 15.30 Uhr hatten wir dann die SEELENKÜCHE in Berlin/Treptow erreicht. Wir hielten zum Kaffeetrinken und warteten auf den Rest der Truppe. die dann ca. eine halbe Stunde nach uns eintrudelten. Danach ging es erst mal zu Schuschkes nach Hause, wo uns Doro, Jürgens Gattin, zum Kaffee erwartete.

Nach viel Spaß und auch viel Gelächter ging es dann noch mal in die SEELENKÜCHE, wo sich inzwischen schon einige Doorsfans eingefunden hatten. Tatjana, Dietmar, Bernd mit Lebensgefährtin Brigita, Jaqueline. Da zu noch Uwe und Angelika aus Halle. Hoffe nur, daß ich jetzt niemanden vergessen habe...

Wir - die Band, Jürgen und ich - hielten uns dann auch gar nicht so lange im Lokal auf, sondern fuhren in den Bezirk Weißensee, wo sich der Club befand, in welchem an diesem Abend die BOOTLEGS ihren Auftritt haben sollten.

Es dauerte dann schon eine gewisse Zeit, bis die Anlage aufgebaut war und der Soundcheck den richtigen Ton brachte. Zwischenzeitlich war auch Cornelius mit seiner neuen Band eingetroffen. Cornelius hatte ich ebenfalls letztes Jahr kennengelernt, als wir der Einweihung des Jim Morrison Denkmals vor der SEELENKÜCHE in Berlin beiwohnten. Er hat eine geile Bluesstimme finde nicht nur ich.

So um kurz nach acht kamen dann auch schon die ersten Gäste. Jürgen hatte sich als Manager der Band mehr Zuschauer gewünscht. Aber die anwesenden Leute kamen später trotzdem auf ihre musikalischen Kosten. Cornelius eröffnete mit seiner Band GUTBUCKET als Vorgruppe den musikalischen Abend. Ich muß sagen, daß ich die Band sehr gut fand. Auch wenn man merkte, daß die Jungs noch nicht all zu lange zusammen sind.

Nach einer kleinen Umbaupause betraten dann die BOOTLEG Doors die Bühne. Ich verfolgte das Konzert zum größten Teil vom Mischpult aus und hatte da natürlich wieder viel Spaß mit Mike, dem Soundman der Band.

Rick der Sänger war am Anfang des Konzertes ziemlich schlecht drauf, was sich auch auf bei seinen Gesangseinlagen bemerkbar machte. Wie ich später von ihm selbst und auch von Jürgen Schuschke erfuhr, hatte er den ganzen Vormittag keine Stimme mehr und hatte Angst, daß er den Gig eventuell canceln mußte. Aber mit Hustensaft und -bonbons ging es dann wieder. Nach ca. 'ner halben Stunde auf der Bühne wurde er dann wieder sicherer, weil er auch spürte, daß seine Stimme ihn nicht im Stich lassen würde. Es wurde dann noch ein ganz schön geiler Gig.

Gegen 03.00 Uhr verließen wir dann das Lokal und fuhren noch mal mit der Band zu ihrem Hotel, um 'nen Abschiedstrunk zu nehmen. Ich fuhr Jürgens Rover, da er - ich schwöre!!! - zwei Bier getrunken hatte. Hihihi. Mit uns im Auto fuhren auch noch Tatjana und Dietmar, der eine ganz schöne Breitseite hatte und versuchte, der armen Tatjana laufend auf den Pelz zu rücken, die sich aber erfolgreich zur Wehr setzen konnte. Tatjana ist eine ganz, ganz liebe. Nicht war dark-brown-eyes-lady???

Nachdem wir dann noch die beiden zuletzt genannten nach Hause gebracht hatten, kamen wir dann so gegen halb fünf bei Jürgens Haus an. "Das gibt es ja nicht", sagte Jürgen, "die Vögel zwitschern ja schon." Oh, welch eine göttliche Eingabe, denn es war ja auch schon fast hell.

Jürgen hatte mir für die Übernachtung, von deer ja um diese frühe Morgenstunde auch keine Rede mehr sein konnte, seine Gastfreundschaft angeboten, die ich dankend angenommen hatte. Es dauerte dann auch noch einen Moment, was auch mit dran lag, daß ich noch ganz schön afgekratzt war, bis ich endlich einschlief.

Nachdem ich geduscht hatte, dauert es auch nicht lange und die beiden erschienen auch. Beim Frühstück kam dann noch Uwe und Angelika, die in der Nähe in einer kleinen Pension wohnten. Gegen 11 Uhr trat ich dann die Heimreise wieder an. Es waren drei geile Tage gewesen.

Tagebuch Mai 2004

Sonntag, 02.05.2004

Irgendwie habe ich die Orientierung verloren. Irgendwie treibe ich wie ein gekentertes Boot auf den wogenden Wellen des Ozeans. Irgendwie verwirren mich die Gedanken in meinem Kopf immer mehr. Irgendwie ist alles ziemlich konfus. Been Dazed and Confused for so long it’s not true. Led Zeppelin lassen grüßen.

Oder sage es mit den Worten Jim Morrisons:
THE POET'S DREAMS / ANGELS AND SAILORS

Hey Mann, willst du Mädchen, Pillen, Gras?
Komm' her! Dieser Platz hat alles!
Komm' her! Ich zeig' Dir's!
Engel und Seefahrer, reiche Mädchen, Hintergartengeschöpfe, Zelte
Träume beobachteten sich genau
Verschwenderische Superschlitten
Mädchen in Garagen, ausgezogen für Likör und Klamotten
Halbe Schoppen Wein und Sechser-Pack-Bier
Entsprungen, geduckt für's Leid
Geboren, geschaffen, um nackt in diese Wildnis zu gehen
Ich werde dir nichts böses tun, nichts verheimlichen und dir jeden
Platz und Menschen nennen, der ich war
Immer ein Spielplatzwächter, niemals ein Mörder
Immer eine Brautjungfer am Rande des Ruhms
Stets auf der Hut manövriert er zwei Mädchen in sein Hotelzimmer
'ne Freundin und 'ne fremde, junge aus Puerto Rico oder Mexiko
Der arme Junge seufzte
und sein Podex wurde gestreift vom Gürtel des Vaters.
Sie versucht aufzustehen.
'ne Geschichte von einem Freund und Teenager-Todesträumen.
Wunderhübsch in den Tod gelenkt, diesen Schlitten.
Verwirrung, keine Verbindungen.
Komm' her, ich liebe dich!
Friede auf Erden.
Willst du für mich sterben!
Iß mich, so - das Ende...
Ich werde stets wahrhaftig sein,
werde nicht losziehen und herumschnüffeln, Babe,
wenn du mir nur noch einmal Far Arden zeigst.
Ich war überrascht, daß du es so hinnahmst.
Deine Miene verriet nicht die Spuren des Gürtels.
Hab' ich nicht genug hinter mir?
Fragt sie nun, bekleidet und im Gehen.
Das spanische Mädchen begann zu bluten.
Sie sagt, ihre Regel.
Es ist der katholische Himmel.
Und ich habe einen echten indianischen Kruzifix am Hals.
Meine Brust ist hart und braun,
auf dem elenden Laken mit diesem Girl.
Wir könnten 'nen Mord planen oder eine neue Religion gründen.

Irgendwie rennt mir das Leben davon. Irgendwie beschäftigen sich meine Gedanken immer öfters mit Krebs und Tod. Irgendwie verliere ich den Lebensmut. Weiß es auch nicht, was mit mir los ist. Kann es nicht deuten, kann es nicht definieren. Kann es nicht begreifen. Werde immer mehr zum einsamen Wolf, der den Anschluß an sein Rudel verloren hat. Herum streunen in der Wildnis der Verlorenheit. Nackt im Gras liegen, wenn der silberne Vollmond strahlt. Zärtlich an Schamlippen knappern, an denen der Morgentau wie Brillanten glitzert und die Sterne sich im bläulichen Strahlenkranz brechen. Ich möchte mit Kindern im sprudelnden Bach Forellen fangen und mir Weisheiten der Greise erzählen lassen. Ich möchte... l e b e n !

Weiß überhaupt jemand was Leben ist? Weiß überhaupt irgend jemand was es heißt Leben zu leben?

Oder ist es so, daß ich mit bald 54 Jahren noch immer in kurzen Lederhosen barfuß über eine Sommerwiese renne und versuche, einen bunten Papierdrachen zum fliegen zu bringen? Bin ich ein Gefangener meiner Kindheit? Bin ich ein Sklave meiner Vergangenheit, die mich in ihrem klebrigen Spinnennetz inhaftiert hält? Es ist schon hirnverbrannt, nicht aus dem Schmelztiegel des Lebenssiegels klettern zu können.

Oder ist es dieses gewisse unerklärliche Leben, von welchem die Farbigen auf den Baumwollfeldern gesungen haben. In einem Rhythmus aus Schmerz, Pein und Leid. In einem treibenden Akkord aus Liebe, Hoffnung und Glück. Ist das der Blues? Ist das die Musik des Lebens? Ist MEIN Leben der Blues meiner Eksistenz? Ist das die Botschaft, die Jim Morrison in seiner Lyrik beschrieben hat? Der ewige Kampf Gott gegen Satan. Liebe gegen Haß. Leben gegen Tod. Gesundheit gegen Krankheit. Frische gegen Alter.

Ich werde kämpfen. Mein Leben lang...

Wolfkristall, ich hoffe Du hattest eine wunderbare Walpurgisnacht.
Danke für die Worte:

Alle lebenden Dinge sind miteinander verwandt.
Berühre die Erde und schmecke sie!
Wir leben in einer geheimnisvollen Welt.

Helga, ich habe Sehnsucht nach Dir...

Freitag, 07.05.2004

Traumheimat
© Mai 2004 by Gernot W. Freudenberger

Die Heimat
Die Bäume, die Felder
Die Straßen, die Häuser
Die Menschen,
die man mag
Die Menschen,
die man nicht mag
Tag und Nacht mit Bekanntem

Und Jimi Hendrix ließ seine Gitarre explodieren,
auf einem Regenbogen aus gefrorenem Eis.
Schrille Akkorde schrien ihren Schmerz in die kristallene Nacht.

Feuer!
Feuer!
Feuer!

Schlangengleich sich windend in züngelnden Flammen.
Rote Trauben werden zerbissen von weißen Zähnen.
Ich liege da und träume in der Vergangenheit meiner Fantasie.
Werde geweckt von den Küssen der Engel.

Ich bewege mich sanft
zu den Klängen der Band.

Aufstehn!
Aufstehn!
Aufstehn!

Montag, 10.05.2004

Wir, das waren: Helga, Bebby unser Vereinswirt, Andrea seine Freundin und ich. Das Konzert war echt geil. Und die Band powerte kräftig ab.

Wer TANZWUT nicht kennt, hier ein kleiner Bericht der Band von der Seite http://home.t-online.de/home/maik.heinsohn/musik/tanzwut2.htm:

Musikalische Vagabunden
der Neuzeit
Mittelalterliche Spielmannskunst gepaart
mit schnellen Techno-Beats: Tanzwut

Der Name der Gruppe ist Programm.
Die Musik der Berliner Spielleute ist die ultimative Droge für alle Tanzwütigen.Techno ist out - Tanzwut wird in sein.


Tanzwut wird in der Literatur beschrieben als ein krankhafter Zwangstanz, dem im Mittelalter die Menschen verfallen waren, die die Pest vor Augen hatten. Ein neues Millennium bricht an und mit der Musik von Tanzwut hat das Volk die adäquate Endzeitmusik zum Tanz in eine ungewisse Zukunft auf den Plattentellern liegen.
Tanzwut ist ein Ableger oder besser gesagt eine moderne Variante der Formation Corvus Corax. Mit mittelalterlicher Spielmannskunst dargeboten auf Mittelaltermaerkten haben Corvus Corax sich einen Namen gemacht. In der Mischung aus bis zu fünf selbst gefertigten Dudelsäcken (Bagpipes), Pauken, Trommeln und Flöten unterhalten sie ihr Publikum gänzlich ohne elektrische Verstärkung. Ganz unbescheiden bezeichnen sie sich als die „Könige der Spielleute“. Tanzwut verfolgten eine zeitgemässere, technoide Variante der traditionellen Spielmannskunst des Mittelalters. Harte Gitarrenriffs, schnelle Technobeats, kalte Electroklänge und ein rauher, deutscher Gesang bereiten das Feld für das eigentliche Charakteristikum von Tanzwut, den melodischen Dudelsäcken.
Im musikalischen Zeitalter des Crossover wurde nahezu alles miteinander gekreuzt. Ungewöhnlich ist bisher der Einsatz von mehreren Dudelsäcken in der Rockmusik. Es gibt nur wenige Musiker, die Dudelsäcke so effektiv spielen können.

Neben den musikalischen Qualitäten kommt auch der visuelle Reiz von Tanzwut nicht zu kurz. Ihre Bühnenkleidung besteht zum Großteil aus selbst gefertigten Stahlassecoires, Ketten, Lederschürzen, Hornpanzern und mittelalterlichen Gewändern getragen auf geschmiedeter, nackter Männerbrust. Bei ihren Auftritten bringen Feuerdarbietungen und Explosionen die Luft zum brodeln. Die Aktion und die Show auf der Bühne stehen gleichberechtigt zur Musik bei ihren Liveauftritten. Tanzwut sind aus der Vergangenheit zu uns gestoßen, um die Tradition der Spielleute in die Neuzeit zu retten.
Produziert hat das Debütalbum Jon Caffery, der seines Zeichens auch die Toten Hosen produziert hat. Auch wenn Vergleiche den eigentlichen Kern nie genau treffen, ist eine musikalische Nähe zu Gruppen wie Rammstein, Joachim Witt und Prodigy nicht zu übersehen. Der an NDW-Zeiten erinnernde Begriff der Neuen Deutschen Härte drängt sich zur Beschreibung dieser neuen Musikform unweigerlich auf.
(Quelle: (Maik Heinsohn 03/1999, http://home.t-online.de/home/maik.heinsohn/musik/tanzwut2.htm )

Einen Tag zuvor war ich in Dittigheim, ein Ortsteil von Tauberbischhofsheim bei einem Gig mit AB CD. Es war so eine Veranstaltung mit mehreren Bands. Und AB CD begannen ihren Auftritt erst am späten Abend um 23.30 Uhr. Weil sich aber der ganze Ablauf etwas in der Zeit nach vorne verschoben hatte, war es dann schon Mitternacht als die Jungs die Bühne betraten. Die Leute im Saal waren nicht nur durch den reichlichen Alkoholgenuß "gut" drauf, sondern lieferten sich auch die tollsten Tanzeinlagen vor der Bühne.

Ich persönlich finde AB CD eine recht geile Band und ich denke, daß ich inzwischen mit den Jungs ein recht gutes Verhältnis habe. Zumal sie mir immer das Gefühl geben, daß mein Job bei ihnen nicht unnütz ist. Wie ich mitbekommen habe, wollen sie nun auch eigene Stücke mit in ihr Programm nehmen. Die Songs sollen aber nicht vom Gesamtkonzept der Band abweichen. Sie sind nun mal eine AC DC-Coverband. Und ich finde sie sehr gut. Ein Grund liegt auch mit darin, daß alle in der Band gute Musiker sind.

Gegen 05.00 Uhr war ich dann am Sonntagmorgen wieder zu Hause. Manche werden denken: was ein irrer Typ. Schlägt sich da wegen so ein bisschen Musik die Nächte um die Ohren. Aber denen kann ich nur sagen: viel, viel besser als nächtelang besoffen in irgend einer Kneipe rumgelungert und sich auf die Straße des vorbestimmten Suizid zu begeben. Oder treffender formuliert: es ist MEIN Leben.

Danke für die Zeilen, Wolfkristall!

Montag, 24.05.2004

Am vergangenen Samstag wieder mal im Heidelberger Schwimmbad-Club gewesen, wo wir einen Gig der DOORS Experience aus Wien besucht hatten. Wir, das waren Helga + LizardKing aus Hamburg, der uns besucht hatte und extra zu dem Konzert angereist war und meine Person.

Da wir schon rechtzeitig im Schwimmbad-Club waren, hatten wir dann auch noch Gelegenheit mit den Jungs der Band ein paar Worte zu wechseln. Fotos wurden natürlich auch geschossen! Es kamen dann noch LizardQueen, welche ich am letzten Gig der Band vor einem Jahr kennengelernt hatte und Sabine, ein Fan der Band und ebenfalls extra aus Wien angereist da zu.

He, DOORS XP, sagenhafter Gig im Heidelberger Schwimmbad-Club.

Die Band gab dann auch ein gigantisches, über drei Stunden dauerndes Konzert der Superlative. Auch wenn es jetzt vielleicht anderen von mir geliebten Coverbands der DOORS etwas weh tut, aber für mich zählt diese österreichische Band zu den Kings der DOORS-Gemeinde. Was mir an dieser Coverband so gefällt ist, mit welcher Ausdauer, Leidenschaft, Power und Spielfreude die fünf Vollblutmusiker aus dem Alpenstaat die Musik der DOORS aus den 60igern wieder in neuem Glanz erstrahlen lassen.

Als ich die Jungs aus Österreich vergangenes Jahr zum ersten Mal in der gleichen Heidelberger Lokalität und live on stage erleben durfte, fand ich die Band gut. Kurz und schmerzlos.

Doch dieser Gig am vergangenen Samstag ließ es zu, daß ein symbolischer Schweißbrenner mein Herz und meine Seele öffnete. Die vier Instrumente spielenden Mitglieder der DOORS XP ließen den Raum mit dem pulsierendem und stampfendem Tongewitter erzittern, der die Musik der DOORS weltbekannt werden ließ. René Galik an der Gitarre, Klaus Bergmaier an den Tasten seiner Keyboards, Christoph Zauchinger an Becken und Trommeln, so wie Hermann Draxler am Baß boten einen musikalischen Höhepunkt nach dem anderen. Und vor, neben, hinter ihnen oder inmitten des Publikums im Saal sang sich Jason der Frontman die Jim-Morrison-Seele aus dem Leib. Schloß man da zu noch seine Augen, wurde man von einer unsichtbaren Zeitmaschine ins LONDON FOG oder ins WHISKEY A GOGO geschleudert, wo die DOORS in ähnlicher Atmosphäre ihre ersten Bühnenpräsentationen zum Besten gaben.

Gratulation für so viel Ausdauer, Power + Spielfreude. Ihr seit GENIAL.

Und an alle anderen im Land, die diese Band noch nicht gesehen haben, egal ob ihr DOORS-Fans seit oder (NOCH) nicht, euch kann ich nur den Rat geben: schaut sie euch zu mindestens einmal an. Ihr seit 100%ig um ein Erlebnis ärmer, wenn ihr sie euch entgehen laßt.

Mittwoch, 26.05.2004

Seit Wochen habe ich wieder so ein Brennen im Darm, welches sich bis in die Hoden ausbreitet. Das Brennen im Darm hatte ich schon einmal, bevor sie dann meinen Darmkrebs diagnostizierten. Die Frage lautet jetzt bestimmt "und warum gehst du dann nicht zum arzt?". Nun, weil ich ganz schlicht diesmal Schiß davor habe. Obwohl mir sehr bewußt ist, daß gerade dies der falsche Weg ist, konnte ich es bisher nicht ändern. Aber an diesem Freitag habe ich nun auch mal wieder meine Nachsorgeuntersuchung in der Uniklinik Frankfurt. Da will ich dann mit meiner Onkologin ein paar Dinge besprechen, die meinen Ist-Zustand betreffen. Da ist zum einen ein Knoten unter einem Muttermal 10 cm links von meiner linken Brust und ein Knoten unter der linken Achselhöhle. Beunruhigt ist man wegen so einer Veränderung immer oder sie beschäftigt einen zu mindestens.

Die letzte Zeit - wie auch schon mal beschrieben - fahre ich ganz schön oft seelische Achterbahn. Bin mit manchen Dingen in meinem Leben nicht einverstanden und möchte sie auch unbedingt ändern. Obwohl ich es überhaupt nicht darf und auch das größte Gift für mich ist, habe ich ein paar mal etwas zu viel getrunken. Eine Erklärung da für gibt es nicht, denn ich kann mir selbst keine geben. Ob ich wissen will wie weit ich gehen kann? Dann wäre ich total bescheuert. Ist es die Angst vor einem erneuten Ausbrechen dieser verfluchten bösartigen Zellveränderung? Dann würde ich sie ja noch fördern. Ich weiß es nicht, und ich kann es auch nicht definitiv beantworten. Aber es wird nicht wieder vorkommen. Wirklich? Ja!!!

Eigentlich ist das Leben viel zu schön, als das man sich in solche Moorlandschaften begibt, deren faulig blubbernde Erde einen nicht mehr los läßt, wenn man von seinem Weg abgewichen ist. Standhaft bleiben! ist die Devise. Und kämpfen! Kämpfen für meine individuelle Erleuchtung. Für meine eigene Unsterblichkeit. Für meine Zeugung. Für meine Geburt. Für mein Leben, meinen Tod und meine Reinkarnation. Für das Kennenlernen von Menschen, die mir weitergeholfen haben und mir auch in den Arsch getreten haben, wenn ich mich selbst beweinte, selbst bedauerte und mit meiner Melancholie, meinem Schmerz und meiner Angst ein Rudelficken veranstaltete. Ich liebe euch alle, denn ihr seit die Perlen. die man nicht gleich findet, um sie vor die Schweineherden zu werfen.

Unten am Meer
© 19.06.2003 by Gernot W. Freudenberger,
geschrieben in Mallorca

Weißt du,
ich saß unten am Meer
auf einem Fels,
der so bizarr war
wie der Schlag meines Herzens.
Meine Gedanken
schaukelten auf der See,
eingeschlossen in einer leeren Flasche.

Weißt du,
ich saß unten am Meer
auf einem Fels,
der so zerrissen war
wie die Kristalle miner Tränen.
Meine Erinnerung
tauchte in die Tiefe,
gefangen in untergegangenen Galeeren.

Weißt du,
ich saß unten am Meer
auf einem Fels,
der so uralt war
wie der Samen meiner Zeugung.
Meine Liebe
segelt auf den Wellen,
von einem goldenen Mond gegrüßt.

Weißt du,
ich saß unten am Meer
mit meiner Melancholie,
meinem Schmerz
und meiner Trauer.

Weißt du,
ich saß unten am Meer,
mit meiner Hoffnung,
den Hafen zu errreichen,
bevor der Ozean
alles verschlingt.

Mittwoch, 26.05.2004

Wer immer mir auch dieses Email geschrieben hat, wer immer mir auch darin erzählt, daß meine Gedanken in Gedichtform ein Kleinod der deutschsprachigen Lyrik sind, dem muß ich an dieser Stelle sagen, daß er von der Muße und der Perfektion in einer stillen und wunderbaren Märchennacht geküßt wurde, dem Zauberer begegnet ist, welcher diesem Wesen das Leben in die Beschreibung gelegt hat. Grandios! Danke an die unbekannte Gestalt. Schreibe mit mir in einer Tinte, die aus aus dem metaphysischem Staub der Milchstraße gemixt wurde. Ich liebe deine Worte, denn sie lassen mich in deine Seele blicken.

Es ist so unwahrscheinlich und wunderschön, wie man immer wieder auf Menschen trifft, die einem das Gefühl geben, nicht allein mit seiner Denkweise zu sein. Ich danke euch allen; den bekannten und unbekannten Personen, die mein Leben mit Reichtum überhäufen.

Das Email
© by v.

habe heute ein kleinod
der deutschsprachigen lyrik entdeckt,
welches mir erst in die augen
und dann ein stück tiefer,
in die seele gesprungen ist.
hat mich natürlich neugierig gemacht,
was sich wohl hinter *happymountain* verbirgt.
sicher war ich während meiner reise
durch das doorsimperium,
auch schon früher
mal auf deinen seiten
zu gast,
allerdings habe ich
dabei
den pfad
zu deiner lyrik
entweder
vor lauter stolpersteinen,
geistiger blindheit
oder schlicht
und einfach
verwirrtheitszuständen,
nicht gefunden,
übersehen,
oder war dort
und habe diese,
deine poesie
mit der
von morrison "verwechselt" ;-)
keine ahnung ...

ich bin jedenfalls beeindruckt,
kompliment!
deine worte
haben mich umgehauen.
wunderbarer sprachstil,
kluge metaphern,
fantasie,
vernunft,
wahnsinn,
geheimnis,
wahrheit,
weisheit?,
hell
und dunkel,
tief und tiefer ...
leidenschaft ...
schön,
dass du
da reinschauen lässt ...
thanx!

auf der suche nach dem ursprünglichen sinn,
v.

Meine Antwort:

Die Eiche
© Mai 2004 by Gernot W. Freudenberger

Ich lehnte an einer antiken verwilderten Eiche
und lauschte dem mächtigen Stamm,
während ein strahlend blauer Himmel
meinen Kopf durchquerte,
in welchem kleine weiße Cunillinguswolken
Ringelreihen spielten.

Er erzählte mir von vergangenen Schlachten,
in denen man gefangene Soldaten
an seine Äste hing.

Er erzählte mir von nackten Menschen,
welche sich unter seinem Blätterdach liebten
und stöhnten.

Göttlich mächtiger Baum,
schenke mir einen Teil deiner Kraft.

Göttlich mächtiger Baum,
schenke mir einen Teil deiner Energie.

Göttlich mächtiger Baum,
schenke mir einen Teil der Unsterblichkeit.

Göttlich mächtiger Baum,
schenke mir die Reinkarnation
unter deinem Schutz.

Meine heiße Haut reibt sich
an der rauhen Rinde,
welche den Stamm bedeckt.

Bin ich der Lizard,
welcher seinen Herrn sucht?

Bin ich der Backdoor Man,
der nie von vorne durch die Tür kommt?

Bin ich das Geheimnis,
welches in einem Badezimmer seinen Anfang nahm?

Bin ich der Durchgebrochene,
der die andere Welt gesehen hat?

Göttlich mächtiger Baum,
schenke mir einen Teil deiner Weisheit.

Göttlich mächtiger Baum,
schenke mir einen Teil deiner Güte.

Göttlich mächtiger Baum,
schenke mir einen Teil deiner Liebe.

Ich bin die Wurzel,
die an einem Gründonnerstag
die Erde teilte
und in den Himmel schrie,
als Ameisenliliputaner
in roten Gewändern,
den Stein der Weisen fanden,
als sie auf der Flucht -
vor augenzwinkernden Raben -
in den Humusboden meines Ausbruchs sprangen.

Er schimmerte bläulich
und ejakulierende Funken
fielen aus seiner geschliffenen Fassette,
als der Spiegel in meinem Badezimmer zerbrach.

Freitag, 28.05.2004

Gestern Abend war ich bei einem Gig der AC DC-Coverband AB CD in Darmstadt, wo zur Zeit vom 27.05 bis 30.05 das Schloßgrabenfest stattfindet. Das Schlossgrabenfest findet Ende Mai 2004 bereits zum sechsten Mal in Darmstadts City statt. Jährlich strömen über 280 000 Fans zu dem hessischen Musikfestival. Auch in diesem Jahr dominiert das Event erneut für vier Tage das Leben der Wissenschafts- und Studentenstadt Darmstadt. Rund ums Schloss, auf dem Friedens-, dem Ernst-Ludwigs- und dem Karolinenplatz bietet das Schlossgrabenfest auf vier Bühnen Live-Musik.

Wie viele Menschen genau dem Act von AB CD beiwohnten, läßt sich nicht so genau sagen, aber es müssen schon ein paar Tausend gewesen sein. Die Band spielte auf einer riesigen Bühne. Am Anfang wirkte das Publikum noch etwas steif, aber schon nach dem zweiten Song hatten die Jungs die Menge gepackt und es gab ein tierisches Soundgewitter, das die Menge zum Kochen brachte. Angus Dimi, welcher den Part von Angus in der Band inne hatte, ließ sich sogar da zu hinreißen, der Menge vor der stage zweimal den blanken Arsch bei seinem obligatorischen Strip in der Show zu zeigen.

Heute war ich nun wieder mal in der Uniklinik, um mich meiner - alle drei Monate stattfindenden - Nachsorgeuntersuchung zu unterziehen. Auch wenn ich da immer sehr nervös und seelisch ziemlich aufgewühlt bin, so muß es doch sein. Muß es das wirklich? Ja, habe ich für mich entschieden.

Nun gilt es erst mal wieder ab zu warten, bis uns das Ergebnis der Untersuchung am Dienstag mitgeteilt wird. Aber egal wie es ausgeht, ich werde es immer als ein Ergebnis werten müssen. Ob positiv oder negativ.

Tagebuch Juni 2004

Sonntag, 20.06.2004

Zurück aus Florida habe ich die ganzen Eindrücke noch immer nicht verdaut. Ich persönlich habe die Original-Lederhose von Jim Morrison im Hard Rock Vault (ein Rockmuseum) in Orlando nicht nur gesehen, sondern sie auch berührt. Es war diese braune und abgewetzte Lederhose, die Jim bei seinem Konzert im Hollywood Bowl und auf dem Cover der Platte the DOORS in Concert trug. Ich persönlich habe vor einer echten Gitarre von Jimi Hendrix und anderen persönlichen Dingen aus seinem Leben gestanden. Einer weißen Hose mit blauen Ornamenten, vor seinen hohen Mokassins, bei denen mir auffiel, welche kleinen Füße Jimi hatte, vor einem Verstzärker. Ich persönlich habe vor Utensilien aus dem Leben der verschiedensten Stars der Rockmusikbranche gestanden und konnte mich an Gitarren, Schlagzeugen, Goldenen Schallplatten, Notizen, Autogrammen, Postern,und so weiter erfreuen. Bilder davon demnächst auf meiner HP. Es war traumhaft.

     
     

Dienstag, 22.06.2004

Am Freitag, den 11.06. sind wir nach Orlando abgeflogen. Helga, 13 Fußballer und ich. Nach über zehn Stunden Flug sind wir dann wohl erhalten in Orlando gelandet, wo wir dann mit zwei geleast Vans weiter nach Clearwater gefahren sind.

Clearwater! Eine Stadt für sich im ansonsten tristen Amerika. Fun! Action! Wet'n'wild! Auf der Flaniermeile, eingerahmt von Bars, Restaurants, Clubs, Hotels und Geschäften, die fast die ganze Nacht geöffnet sind, zeigen die Leute ihre Fahrzeuge. Die Straße hoch, die Straße runter geht es pausenlos mit den verrücktesten Pkws und den donnernden Motorrädern aller Typen und Preisklassen. Von der billigen Furzknarre aus Fuckin City bis zur geilsten Harley Davidson ist da alles vertreten. Und man präsentiert. Man will gesehen werden. Man lechzt nach Lob und Anerkennung. Man giert nach Leben und zeigt das auch. So nach dem Motto: hier ist alles anders als auf der übrigen Welt. Ist es das wirklich? Vielleicht für den Moment, um auch nur Abstand zum täglich wiederkehrendem Trott zu haben. Sich betrinken am Rausch des Seins. Des Augenblicks. Der Sekunde Leben pur. Das Hotel war auch ganz okay, zumal ich mit Helga ein Zimmer - wie die anderen auch - mit Blick auf mein geliebtes Meer hatte. Mein Meer. Dieses unergründliche zärtliche und gleichzeitig bestienhaft zuschlagende Element. Über das ich als 18 jähriger gefahren bin. Mit seinen unvergeßlichen Sonnenunter- und abgängen. Mit seinen das Schiff begleitenden Delphinschwärmen. Mit... Aufwachen, Gernot, weckt mich eine innere Stimme aus meinen Träumen. Es waren wunderbare Tage, die mir ewig im Gedächtnis bleiben werden. So auch der Besuch in BuschGarden. Einmalig, wenn man in der Liebe zum Detail lesen kann.

Nach Clearwater ging es dann wieder für die restlichen Tage zurück nach Orlando. Hier betrat ich dann mit Helga auch zwei Kultstätten der Rockfans dieser Welt. Das Hard Rock Cafe und das Hard Rock Vault. Bewegend. Ergreifend. Durch brechendes Schluchzen. Man erstarrt in Ehrfurcht. Man geht wie auf einem Trip an Gegenständen vorbei, die Rockgeschichte geschrieben haben. Die Personen in ihren Händen gehalten, getragen, geschrieben, erhalten hatten, die schon längst die letzte Pforte der Wahrnehmung durchschritten haben. Die auf einem kristallenem Schiff zu Lucy in the sky geschaukelt wurden. Es war so tierisch geil, daß mir fast die Eier geplatzt sind vor Ekstase. Ja, auch wenn das einige nicht begreifen können, das ist Sex pur. Das ist so geil wie eine feuchte Vagina zu lecken. Man steht vor diesen Dingen und ist erschlagen von der vergangenen Zeit. Man sitzt wieder langhaarig in irgendeiner Absteige, weil man mit RS Rindfleisch einen tierischen Gig hatte. Man sitzt auf bunten Kissen, die verstreut auf einem abgewetzten Sofa liegen, das mit einer bunten Decke aus Ornamenten vielfalt gehäkelten Decke belegt ist. Vor uns steht eine selbst gebaute Wasserpfeife und der tönerne Kopf dreht seine Kreise. Om nama shiva... Oder auch nur:
Sun turnin' 'round with graceful motion
We're setting off with soft explosion
Bound for a star with fiery oceans
It's so very lonely, you're a hundred light years from home

Freezing red deserts turn to dark
Energy here in every part
It's so very lonely, you're six hundred light years from home

It's so very lonely, you're a thousand light years from home
It's so very lonely, you're a thousand light years from home

Bell flight fourteen you now can land
Seen you on Aldebaran, safe on the green desert sand
It's so very lonely, you're two thousand light years from home
It's so very lonely, you're two thousand light years from home
( 2000 Light Years From Home, Lyrik (c) by the Rolling Stones)

Aus den Lautsprecher boxen der Stereoanlage donnert Iron Butterfly ihr In-A-Gadda-Da-Vida in den Raum. Geile Zeit. Wo man Konzerte besuchte und selbst auch mitmischte. Und diese Erinnerungsstücke sieht man plötzlich nach Jahrzehnten vor sich. In Glas vitrinen und Schaukästen. In echt vor einem liegend, hängend, stehend bei der Führung mit einem Kundigen der Rock dynastie. Bühnen klamotten, Gitarren, Bässe, Verstärker, Mikrofone, Autos, Notizen, Goldenen Platten und... und... und... was das liebe Erinnerungsvermögen so verlangt. Bühnen garderobe der legendären Beatles, Gitarren vom ersten verstorbenen Rolling Stones Gitarristen Brian Jones. Die oben beschriebenen Sachen von Jimi Hendrix, Jim Morrison und Janis Joplin. Schauer jagt einem über den Rücken. Man riecht förmlich den Geruch der 70er Jahre. Die Räucherstäbchen, den Haschisch qualm. Man erschaudert an der Atmosphäre der Erinnerung. Taucht ein. Läßt sich treiben.

Es war wie ein Meskalinrausch. In fließenden und vorbeigleitenden Wellen schwabbte das Erinnerungsmeer mit all seinen Bildern und Screensavern an einem vorbei. Sog mich ein in den Strudel der Zeitmaschine, die mich über dreisig Jahre zurück wieder ausspuckte. Die mich gebar und reinkarnierte in die Zeit von Peace and Love und Make Love no War. In die Zeit von Woodstock, dem Hamburger Starclub, dem Fillmore East in San Francisco, dem Marquee in London, dem Whisky-A-GoGo in Los Angeles, dem Madison Square Garden in New York.

Es war die Zeit, in der eine Generation zur musikalischen und bewußtseins erweiternden Zeit aufschrie. Wo sie gegen die Gesellschaft der "Alten" rebellierte und ihre eigenen freien Tugenden an den Tag legten. Wo man Männlein und Weiblein nicht unterscheiden konnte, wo man nackt im Regen auf den Straßen tanzte und in den Parks vögelte. Die Zeit der ins Eingeweide treffenden Musik und der individuellen Texte über Liebe, Blumen in den Haaren und Stairways to heaven. Der Zeit der Voodoo Childs und der im purpurnen Nebel taumelnden Blumenkinder mit Flowergirlanden in ihren Haaren. Sie fickte mit ihm, er vögelte mit ihr. Namen wußte man hinterher nur in den wenigsten Fällen. Ob ihr es glaubt oder nicht: es war eine tierische Zeit, als einem der Vater noch eigenhändig zum Friseur schleifen wollte oder man einen von ihm auf die Schnauze bekam, weil die "Urwaldmusik der kinder fressenden Kannibalen" zu laut aus dem ersten eigenen Transistorradio jaulte. I smoked a lot of grass and I took a lot of pills erzählten Steppenwolf in ihrem Hit The Pusher, und wir taten es ihnen auf der Stelle nach. Peter Fonda und Dennis Hopper ritten in Easy Rider auf blitzenden Motorrädern über den amerikanischen Highway auf der Suche nach Freiheit, die sie am Ende auch nur mit ihrem Leben bezahlen mußten. Johnny Kidd starb am 07.11.66 mit 27 an Car accident. Brian Jones von den Rolling Stones starb am 03.07.69 mit 27 an Drowned. Al Wilson von Canned Heat starb am 03.09.70 mit 27 an Suicide. Jimi Hendrix starb am 18.09.70 mit 27 an Drug overdose. Janis Joplin starb am 04.10.70 mit 27 an Drug overdose. Jim Morrison Doors starb am 03.07.71 mit 27an Heart attack. Les Harvey Stone von The Crows starb am 03.05.72 mit 27 an Electrocuted. Ron 'Pigpen' McKernan von Grateful Dead starb am 08.03.73 mit 27 an Alcohol. Wallace Yohn von Chase starb am 12.08.74 mit 27 einem Airplane crash. Gary Thain von Uriah Heep starb am 19.03.76 mit 27 an Drug overdose. Helmut Koellen von Triumvirat starb am 03.05.77mit 27an Poisoning (accidential). Chris Bell von Big Star starb am 27.12.78 mit 27 an Car accident. Jimmy McCulloch von Wings starb am 27.09.79 mit 27 an Heart attack. Dennes Boon von Minutemen starb am 22.12.85 mit 27 an Car Accident. Kurt Cobain von Nirvana starb am 05.04.94 mit 27 an Suicide. Jason Thirsk von Pennywise starb am 28.07.96 mit 27an Suicide. They DIE in youth, and their life is among the unclean. Kein Musiker starb öfters als die 27 Jährigen. Ein Geheimnis? Ein Rätsel? Ein Zufall im Niemandsland? Ich lebe! Ich bin Doppel27. Ich bin am 27. geboren. Aber ich bin KEIN Musiker...
Ich glaube, nein ich weiß, das wird einer der eindrucksvollsten Momente sein, die mir an dieser Floridareise in meinem Gedächtnis, in meinem Herzen und in meiner Seele haften bleibt. Long live Rock'n'Roll.. Oh wie wahr!

Ansonsten hat es mir wirklich sehr gut gefallen, obwohl es bei meinem letzten Besuch mit dem Eishockey team der Frankfurt Lions 1994 ein schöneres Wetter gab. Es gab fast jeden Tag einen Regenguß und der Himmel war meistens bewölkt. Aber es war okay und schwitzen mußte man damals wie auch heute. Billig gab es Sport sachen wie Sportschuhe, Trainigsklamotten und Freizeitkleidung in den riesigen Geschäften von Nike, Reebock, Addidas, Hildinger, Ray Ban etc. Da man aber nur für 160 EURO Zeug mitbringen darf, wegen der Einfuhr steuer und so weiter, haben wir uns auch selbstverständlich daran gehalten. Man will ja kein Steuerhinterzieher sein. Oder seht ihr das anders?

Donnerstag, 24.06.2004

Habe mit Wolfkristall telefoniert. Es war schön ihre Stimme zu hören; auch wenn ich es war, der bei dieser draht losen Kommunikation das meiste gesprochen hat. Hatte ja auch viel zu erzählen. Von Florida und meinen Empfindungen im Hard Rock Cafe und Vault. Trotzdem war es schön ihre Stimme zu hören. Dieses ruhige und fast geflüsterte Sprechen von Wolfkristall. Eine Stimme, die im Raum steht und nach schwingt. Ja ja, ich habe sie sehr lieb. Und Helga weiß es. Und es ist okay für sie. Danke, Maus, für Dein Vertrauen. Ich liebe Dich.

Heute war ich mal wieder in den Taunus thermen. Sauna gang, Whirlpool, römisches Dampfbad, Fitneßcenter. Es war gut und relaxend.
Das Thermalbad gönne ich mir dreimal die Woche, wenn nicht gerade etwas Wichtiges dazwischen kommt. Montags. Mittwochs. Freitags. Das sind die Tage der Erholung und Entspannung. Und ich versuche es auch immer wieder zu genießen. Manchmal gelingt es mir so gut, daß ich total in den Schlaf abtrifte und von Deja vue Erlebnissen träume. Geil!

Gesundheitlich fühle ich mich zur Zeit okay. Abgesehen davon, daß mein Problem mit dem Nacken immer schmerzhafter wird. Wird wohl daran liegen, daß ich zu viel Zeit vor meinem Steckenpferd dem Computer sitze und in die Tasten haue. Nun ja, das ist schon so 'ne Sache mit dem PC, aber das kennt ihr ja alle selbst, wenn auch ihr zur Gattung derindenmonitorglotzenden Spezies gehört, die dieses Gerät irgendwie auch nie mehr missen möchten. Nun, da halten wir halt fest an unserer Leidenschaft zum Zauber kasten, der einen
so in Verzückung versetzen kann. Wenn man es natürlich möchte... Zur Zeit beschäftige ich mich mit einem Programm, wo man aus digitalen Bildern eine geile Dia show auf DVD brennen kann. So mit Effekten und Sound. Ist echt heiß. Gruß an dieser Stelle auch an Martina im Saarland. Hoffe, du bist okay?! Ich melde mich wieder.

Wenn ich es mir so überlege, war es schnell vorbei mit unserer Floridareise. Da hat man "ewig" die Tage gezählt, bis es endlich so weit ist und dann, schwupp-schwupp!, war die Zeit auch schon wieder Vergangenheit. Wie schnell das Leben rennt wenn man älter wird. Ist schon ein Phänomen. 25 Jahre bin ich am 05.10. diesen Jahres nun schon mit Helga verheiratet. Ist schon ein Ding! Wenn ich mir so durch den Kopf gehen lasse, wie viele von diesen Menschen schon wieder gestorben, geschieden oder einsam sind, die man in dieser Zeit kannte oder kennt, dann ist das schon ein sehr eigenartiges Gefühl. Am 27. (geile Zahl!!!) diesen Monats werde ich nun schon 54 (Doppel 27!!!) Jahre alt. Und ich fühle mich tief in meinem Herzen noch immer in den 70igern. Irgend wie ist die Zeit damals wie eine freundlicher Geist in meine Seele geflogen. Und darauf bin ich gewaltig stolz. Auch wenn ich in den letzten Jahren so manchmal waden tief durch die Scheiße gestampft bin, es war immer trotz aller Fäkalien auch tierisch geil. Vor allem weil ich auch so wahnsinnig viele Menschen kennengelernt habe, die mir ähnlich sind. Wie aus Raumschiffen gekrochen und sich zu dieser Zeit auf diesem Planeten zu treffen. Es ist so animalisch tierisch geil. Dieses Leben nach meinem Krebs noch zu erleben und tief in mir drin auch zu genießen. Trotz meiner ewigen Nörgelei über dies und über das. Mit meiner Mimosenhaftigkeit und meiner Geilheit zum Leben. See you later...

Nie
© 2004 by Gernot W. Freudenberger

Nie den Kopf in den Sand stecken...
Nie den Mut verlieren...
Nie resignieren...
Nicht diese Krankheit bestimmt unser Leben,
sondern wir.
Halten wir uns immer fest
und denken an die,
die keine Beine haben
und nie barfuß auf Gras laufen können.
Denken an die,
die blind sind
und nie die Schönheit ihres Partners sehen können.
Denken an die,
die taub sind
und nie das Stöhnen der Lust
ihres Geliebten hören können.
Seit stark im Glauben an euch.

Verneigung
© Juni 2004 by Gernot W. Freudenberger

Ich verneige mich vor Palmen,
weil sie jeden Tag die Sonne sehen dürfen.
Ich verneige mich vor Möwen,
weil sie jeden Tag über das Meer fliegen.
Ich verneige mich vor Eremiten,
weil sie jeden Tag die Stille genießen.
Ich verneige mich vor Menschen,
wenn sie die Liebe begreifen.

Ich verneige mich vor mir,
weil ich wieder Achtung gefunden habe.

Sonntag, 27.06.2004
Geburtstag !


The day of my birth
© 27.06. by Gernot W. Freudenberger


This day is the day of my birth.
27 als Tag, Doppel 27 als Alter: 54
Ein Tag zum freuen?
EinTag zum trauern?
Es ist ein interessanter Tag
Man hat Erfahrungen gesammelt
Man hat aus Situationen gelernt
Man hat neue Eindrücke gehortet
Man hat geweint und gelacht
Man hat gelebt
Neu
Anders
Besser
Intensiver
Bewusst
Man hat geliebt - anders
Man hat geredet - schöner
Man hat sich gefunden - neu
Man hat sich kennen gelernt - Deja vue
Man hat sich getroffen - erinnernd

Danke an alle, die daran beteiligt waren


Wolfkristall, danke für ALLES;
vor allem
für die Ausbildung
Anna, danke für dein Leben
Martina, danke für das Verständnis
Julia, danke für deine Seele
Anita, danke für deine Augen
Rosi, danke für Sonja
Gabi G., danke für eine platonische Liebe in Schweden
Christiane G., thank you doc for so much

Lizardking aus Hamburg, angels and sailors
Uwe aus Halle, a feast of friends
Jürgen Sch. aus Berlin, Soulkitchen
Hans Böhm aus Wien, cars hiss by my window
Jürgen D. aus Frankfurt, hello I love you
Christian P. aus Diedenbergen, my eyes have seen you
Andy K. aus Aschaffenburg, back door man
BACKDOORS aus Aschaffenburg, danke für die schöne Zeit
Bootleg DOORS, danke für ein tolles Erlebnis
bei Göttingen
DOORS Experience aus Wien, danke für über drei Stunden Augen zu und Ready for take off
AB CD, danke für euer Vertrauen und den stillen Dank

Helga aus meinem Herzen,
danke zum Schluß
und so mit gleichzeitig zum Anfang
für deine Liebe.

Ich liebe dich...

Tagebuch Juli 2004

Sonntag, 18.07.2004

THE DOORS of the 21st Century nennt sich die Band, die von Ray Manzarek und Robby Krieger, den legendären Mitbegründern der noch legendäreren DOORS ins Leben gerufen wurde. Und diese neu formierte Gruppe gab am Samstagabend, 17.07.2004 in Bonn ihr einziges Deutschland Konzert. Der Gig war ein Open Air Konzert, und das Gute daran war, daß ein großer Teil der Zuschauer unter dem riesigen Vordach der Bühne im Trockenen stand. Denn passend zu dem Song RIDERS ON THE STORM zog ein tierisches Unwetter heran und lieferte den Klängen der Musik eine faszinierende Kulisse aus Sturm, Blitz, Donner und Regenguss.

Wie soll ich meine Gefühle beschreiben, als die Band die Bühne betrat? Wie soll ich ab und an Worte finden, um meine Seele zu beschreiben? Wie soll ich textlich darlegen wie es ist, wenn einem Gänsehaut kalte und heiße Schauer über die Haut treibt? Für mich war es DAS Konzerterlebnis. Und mir geht es nicht darum, dass da ein anderer Drummer den Takt vorgab und nicht John Densmore. Der hatte für mich seine Chance gehabt, in dieser Neuformation die "Schießbude" zu bedienen. Aber er zog es vor, schmollend und juristisch klagend gegen dieses Neubesetzung vorzugehen. Mir geht es auch nicht darum, dass Ray und Robby einen Bassisten eingestellt haben und Ray Manzarek die Bassläufe nicht mehr selbst auf seinen Tasteninstrumenten in die Welt jagt. Und mir geht es vor allem und alleinig nicht darum, dass ein gewisser Ian Ashbury jetzt das Mikrofon in seiner Hand hält und Songs präsentiert, die der für mich brillanteste Lyriker der Moderne JIM MORRISON zum großen Teil geschrieben und sie seinen Anhängern vorgetragen hat. Es ist richtig und es wäre vermessen eine Gegenbehauptung aufzustellen, Jim Morrison ist tot. Eingeschlafen, verreckt, am plötzlichen Herztod gestorben... Wer weiß die Wahrheit über sein Ableben in der Nacht vom 02. auf den 03. Juli 1971 in einem Badezimmer seiner Pariser Wohnung in der Rue Beautreilles Nr.17 wirklich? Niemand will diesem "wahnsinnigen " Poeten seine Anerkennung oder sogar sein Lebenswerk bestreiten, der schon in seinem Song Hyacinth House auf der in seinem Todesjahr, April 1971 veröffentlichten LP folgenden Text zum Besten gab:

I see the bathroom is clear - Ich sehe, das Badezimmer ist frei
I think that somebody's near - Ich glaube, jemand ist in der Nähe
I'm sure that someone is following me, oh yeah - Ich bin sicher, dass mir jemand folgt

Why did you throw the Jack of Hearts away? - Warum hast du den Herzbuben weggeworfen?
Why did you throw the Jack of Hearts away? - Warum hast du den Herzbuben weggeworfen?
It was the only card in the deck that I had left to play - Es war die einzige Karte im Spiel, die ich noch anspielen konnte

Hat er es gewußt? Hat er seinen Tod geahnt? Hat er damit um Hilfe geschrien? Nur er weiß es und hat die Antwort darauf mit in sein, von den Fans "geliebtes" und umlagertes, von der Pariser Verwaltung gehaßtes, Grab genommen. Niemand will am Lichtkranz dieser einmaligen Aura kratzen. Niemand! Und niemand wird es jemals schaffen. LizardKing aus Hamburg beantwortete mir einmal meine Frage nach seiner Meinung zu the DOORS of the 21st Century sinngemäß da mit: ich schaue sie mir nicht an, denn für mich sind die DOORS mit dem Tod von Jim Morrison als Band gestorben. Und es gibt niemals mehr Jim. Richtig, lieber Jürgen, voll Deiner Meinung, aber, egal ob sie die Neuformation wegen der Kohle gegründet haben oder aus tiefer Überzeugung, da scheiße ich persönlich drauf. Für mich zählt allein die Tatsache, dass sie da mit die Musik der DOORS einem noch größerem Publikum präsentieren und sie auch mit ihren unverwechselbaren Akkorden einer ganz neu herangewachsenen Generation in die Seele treiben. Und da ist noch ein Aspekt, der mir am Samstagabend diese Schauer über meine Seele jagte. Dieser Ray Manzarek persönlich traf 1965 an einem geilen? verregneten? sonnigen? Tag am Strand von Venice in Kalifornien auf einen Typen mit langen Haaren und etwas schüchtern (nicht verklemmt), der ihm erzählte, dass er Songs und Lyrik schreibe. Und dieser junge Mann sang ihm nach mehrmaliger Aufforderung einen seiner selbst geschriebenen Songs vor, dem er später den Titel MONLIGHT DRIVE gab. Ray war weg. Ray ging auf eine innere Reise. Ray traf der Blitz der Erkenntnis und er sagte den, für mich persönlich zumindest, genialen Satz der Rockgeschichte: Wow, Mann, laß uns eine Band gründen und 1 Million Dollar verdienen. Sie haben beides erreicht. Sie haben eine Band gegründet namens The DOORS und mehr als 1 Million Dollar verdient. Aber was mich an diesem Satz noch mehr beeindruckt ist die Wahrheit die Ray in seine Worte gelegt hat. Er hat damals schon von einer Band gesprochen und vor allem auch - verdammt noch mal!!! - davon, mit dieser auch Geld zu verdienen. Also finde ich es auch nicht schäbig, dass zwei Mitglieder dieser einmaligen Kultband eine Neuformation gründeten. Aber wie gesagt ist es meine individuelle Meinung. Und nur die meinige... Und noch eins: diese Worte gehen NICHT gegen LizardKing oder eine andere Person.

Zu Ian Ashbury folgendes: es kam mir bei dem Gig der DOORS of the 21st Century nicht so vor, als müßte er Jim darstellen. Ich bin mir sehr sicher, dass Ian ganz genau weiß, dass er es nie kann. Jim war Jim und Ian ist Ian. Toll von ihm fand ich, mit welchem Respekt er Ray und Robby die Stage überließ und der audience immer und zu jeder Zeit das Gefühl gab: He, peoples, Ich bin NICHT der Star an diesem Abend. Auch wenn seine Frisur ähnlich ist, seine Kopfbewegungen bei manchen Songs an den in Paris in einem 4 Meter tiefen Grab liegenden Ex-Frontman erinnern. Für mich war Ian gut, rücksichtsvoll und sich seiner gigantischen Aufgabe voll bewußt. Irgend wie war es für mich eine Verbeugung vor dem genialen Charisma eines James Douglas Morrison...

Dienstag, 20.07.2004

Diesen Eintrag wollte ich eigentlich gestern Abend schreiben. Aber durch meinen totalen PC-Crash und einem sehr, sehr langen Gespräch mit meinem Freund Christian P. komme ich erst heute Morgen da zu. (Nicht falsch verstehen, Chris, aber das Gespräch mit Dir hat mir verdammt gut getan. I love you...)

Heute werden mir nun in der Uniklinik zwei Knoten entfernt. Der eine an meiner linken Brust und der andere unter meiner linken Achselhöhle. Was soll ich jetzt groß darüber schreiben? Ich bin es gewohnt das immer wieder etwas passiert in meinem Leben und ich nehme es inzwischen auch so wie es kommt. Welche andere Möglichkeit bleibt mir? Die Knoten müssen raus. Das entnommene Gewebe wird analysiert und dann werde ich weiter sehen. Auch wenn es sich jetzt sehr groß tragend anhört, es beschäftigt mich schon. Aber ich wiederhole mich: Welche andere Möglichkeit bleibt mir?

Mittwoch, 21.07.2004

Gestern war ich ja in der Uniklinik, um mir die beiden Knoten operativ entfernen zu lassen. Ich sollte um neun Uher da sein und das ganze sollte so insgesamt drei Stunden dauern. Nun, zur verabredeten Zeit um neun Uhr war ich da, aber es wurde nichts mit den drei Stunden. Ich wurde in ein Zimmer gebracht, mußte mich ausziehen, "Todenhemd" anziehen. Todenhemd nenne ich immer die Hemden, in die man von vorne rein schlüpft und welche dann mit einem Bändchen am Hals geschlossen werden. Wenn man keine Unterhose trägt, flattert dieses Hemd um den nackten Arsch. Dazu gab es dann noch Trombosestümpfe oder anders formuliert: die ortophädischen Strümpfe von Gildo Horn. Mußte meine Markenshorts von Hugo Boss gegen ein unappetitliches Netzhöschen eintauschen, welches gerade so Schwanz und Eier bedeckte und den halben Arsch offen ließ. Meinen Schmuck mußte ich ausziehen (Ohring, Ringe, Armband, Uhr). Eine Prozedur wie bei meinen anderen großen chirurgischen Eingriffen. Irgendwie zum Lachen und aus einem Lehrfilm für alternative Medizin. Doch die Angelegenheit war zu ernst. So lag ich nun in dem mir zugewiesenem Hospitalbett und wartete, wartete, wartete. Um 14.00 Uhr - nach fünf langen Wartestunden - hatte ich einen derartige geschwollenen Hals, das ich am liebsten auf der Stelle in meine Kleidung gehüpft wäre und die Klinik verlassen hätte. Doch am Ende siegte meine Vernunft. Ich lief zornig dreimal über den Gang, legte mich wieder in mein Bett, schaltete das Fernsehgerät an, welches im Zimmer auf einer Halterung an die Wand geschraubt war. Zufällig oder mystisch - I don't know! - war es der Bayrische Rundfunk, der just in diesem Moment meines Einschaltens des TVs eine Sendung über Jim Morrison und sein Grab in Paris begann. Es war eigenartig. Und es war so, als hätte mir jemand damit sagen wollen: be cool, man, sich aufregen ist nicht gut für dein Seelenheil, denn es kann den Krebs wieder wachsen lassen. Ab diesem Moment war es okay. Auch wenn es dann erst 15.30 Uhr wurde, als der Eingriff selbst begann und ioch um 16.30 Uhr wieder auf meinem Zimmer war, es war okay. Die Leute in der Klinik tun auch nur ihre Pflicht und es gibt eben nicht nur den Freudenberger Gernot W. auf dieser Welt, der ein Wehwehchen hat. Danke an dieser Stelle nochmals an das Op-Team um Frau Dr. Holzinger. Vielleicht kann es ja meine Onkologin Frau Dr. Gog weitergeben. Thank you!

Aber was ich eigentlich damit sagen will ist, das es oft im Leben solche "Hilfestellungen" von irgend wo her gibt, wenn man sie braucht.

Um was es in der Sendung des BR ging:
Streit um das Grab von Jim Morrison
Umstrittene Kultstätte in Paris

Eine sehr lebendige Friedhofsgeschichte. Sie spielt in Paris und ihr Titelheld ist der vor nunmehr 33 Jahren verstorbene amerikanische Rocksänger Jim Morrison. Als Frontman der Gruppe "The Doors" mit Superhits wie "Light my fire" schon zu Lebzeiten eine Legende. Doch auch nach seinem Tod macht er weiter von sich reden. Denn bis heute ist Morrisons Grab auf dem berühmten Pariser Friedhof Pere Lachaise ein begehrtes Pilgerziel für seine immer noch zahlreichen Fans. Die letzte Ruhestätte für viele große Denker und Künstler ist dadurch ein bißchen zur Unruhestätte geworden. Und die Friedhofsverwaltung ist darüber gar nicht glücklich.

Das Grab von Jim Morrison in Paris Jim Morrison - Sänger der Doors

Paris - die romantische Stadt an der Seine ist jährlich Anziehungspunkt für Millionen von Touristen aus aller Welt. Und - man möchte es kaum glauben - gleich nach Sacre Coer und dem Louvre gehört ein Friedhof zu den meistbesuchten Touristenattraktionen - genauer gesagt der Künstlerfriedhof Pere Lachaise im Nordosten von Paris. Auf dem 200 Jahre alten Friedhof liegen Grössen der europäischen Kunst und Kultur, wie hier das Grab des britischen Schriftstellers Oscar Wilde, die französische Chansonsängerin Edith Piaf, der Komponist Frederic Chopin - Auf jeden einzelnen dieser grossen Namen ist die Friedhofsverwaltung stolz - mit einer Ausnahme. Das Grab von Jim Morrison, Sänger der legendären Band "The Doors". Die Friedhofsverwaltung würde es nur zu gerne loswerden. Denn es zieht mehr Besucher an als die Gräber alle anderen Geistesgrössen zusammen. Eine Kultstätte für die Anhänger des Hardrocks der späten 60er Jahre. Heute - am 3. Juli - ist der Ansturm besonders gross. Es ist Jim Morrisons 33. Todestag. Ein grosses Aufgebot an Ordnungskräften sichert den Ort. Ein Grab als einer der bestbewachten Plätzen in Paris.

Die aussergewöhnliche Karriere von Jim Morrison begann 1965 erst sechs Jahre vor seinem Tod. Damals gründete der Filmstudent "James Douglas" Morrison in Los Angeles zusammen mit seinem Studienkollegen Ray Manzareck die Band "The Doors". Im legendären Club Whisky A GoGo in Los Angeles gelang den Doors der Durchbruch. Das erstes Album wurde von Kritikern als bestes Rockdebüt aller Zeiten gefeiert. Doch die Band lebte vor allem von der Anziehungskraft ihres Sängers, Jim Morrison, die für viele bis heute ungebrochen ist. Das Leben von Jim Morrison war von Alkohol und harten Drogen bestimmt. Kaum ein Konzert, das er nüchtern gab. Immer öfter vergass er seinen Text und brach betrunken auf der Bühne zusammen. Das Publikum erwartete genau solche Skandale und bekam sie: Im Dezember 1967 wurde Jim Morrison erstmals auf der Bühne verhaftet - wegen Ruhestörung, Wiederstand gegen die Staatsgewalt und unanständige Zurschaustellung. In den folgenden vier Jahren verwandelte sich Morrison vom charismatischen Sexsymbol zum aufgedunsenen Alkoholiker. Dieses Leben wollte er hinter sich lassen. 1971 verlässt er die Band und zieht nach Paris ins historische Viertel Marais. Er wollte nicht mehr als Sexsymbol und Vorkämpfer des Antiautoritären von fanatischen Massen konsumiert, sondern als Person, als Lyriker ernst genommen werden. Doch auch der Umzug konnte ihn nicht mehr retten, die Drogen hatten ihn bereits zu fest im Griff. In der Nacht zum 3. Juli 1971 stirbt er mit nur 27 Jahren in seiner Wohnung in der Rue Beautreillis Nummer 17 - an Herzversagen, verursacht wahrscheinlich durch eine Überdosis Heroin - so zumindest die offizielle Version.

Bis heute ranken sich viele Gerüchte um sein frühes Ableben, etwa dass das FBI ihn ermordet oder er seinen Tod nur inszeniert habe. Die mysteriösen Todesumstände haben den Kult um den toten Star der Doors nur noch weiter vorangetrieben. - Mitunter hatte er bizarre Ausmaße angenommen: So stahlen 1988 Unbekannte die Marmorbüste von seinem Grabstein. Auch vor den umliegenden Gräbern machten die Fans nicht Halt. Grabsteine wurden beschmiert, nachts kam es regelmäßig zu Alkohol- und Sexgelagen auf den Nachbargräbern. Das versucht die Friedhofsverwaltung nun zu verhindern durch permanente Kontrolle und Überwachungskameras - getarnt in Laternen. Und seit heute auch durch das Absperrgitter. Wenn es nach der Friedhofsverwaltung ginge, hätten die Morrison - Anhänger schon lange keinen Grund mehr, hierher zu kommen. Immer wieder versuchte man das Grab in die USA zu verlegen. Doch ohne Erfolg: Seine Familie sei strikt gegen eine Verlegung und daher werde das Grab in Pere Lachaise bleiben, so die Aussage der Friedhofsverwaltung. Aber immer wieder gab es auch Spekulationen, dass das Grab eingeebnet werde. Es ist also nicht sicher, dass der Rockstar tatsächlich auch in Zukunft einen festen Platz haben wird zwischen all den anderen berühmten Persönlichkeiten, die hier begraben liegen.
(Quelle: Filmautorin: Nicole Wagenpfeil, BR-München)

Ansonsten zwickt es ganz schön an den beiden Schnitten, wo man die Knoten entfernt hat. Aber da muß man durch. Schlimmer ist es für mich, dass ich die nächsten Tage nicht unter die Dusche springen darf.

Donnerstag, 29.07.2004

Es ist Poesie
© Juli, 2004 by Gernot W. Freudenberger

Eine Kugel verlässt den Lauf;
trifft im Sudfass der Gefühle
auf sein Herz.
Zerschlissene Stiefel
schlurfen über den Gang
mit der Galerie der Ahnen
Die Bühne ist bereit
für den König der Echsen.
Gaucho Belt mit Silber geschmückt.
Tosende Menge in der Finsternis
Stampfend
Johlend
Vibrierend
Leerer Blick
unter schwarzem Hut mit Totenkopf.
Das weiße Lamm zittert
Akkorde jagen in die brodelnde Nacht

Er steht da
Er schaut mit leerem Blick in die Menge
Seine Hand umklammert den Ständer
des Mikrofons
Augenlider die sich schließen
Akkorde der Orgel zersplittern an der Decke
meiner Angst
Teufel?
Satan?
Jesus, bist du’s?
Die Gitarre tötet mich
Häute der Erinnerung treiben im blutigen Strom
Ich hänge meine Melancholie
an den Ast,
der in der eisigen Kälte zerbricht.
Eiszapfen tätowieren meine gebräunte Haut.

Die Musik tötet mich
Die Musik lässt mich rennen
Die Musik peitscht mich aus dem Saal
Die Musik jagt mich von der Erde
Die Musik fickt mich aus unserer Welt
Die Musik wirft mich aus meinem Leben

Spermatozele durchstößt das Ei
Der Embryo singt vom Backdoor Man,
der in einem spanischen Wohnmobil das Weite sucht.

Eh, Jim …
Eh, James Douglas Morrison …
Eh, Lizard King …
Wo bist du?
Wo ist das weiße Lamm,
welches im Schatten deines Hutes
mit dem Totenkopf
nach den Wahrheiten sucht.

Wolf in grauem Pelz
Kristall explodiert im Sonnenlicht
Walpurgisnacht
ist nah

Alkohol
Drogen
Alkohol

Warten
auf die Hand
eines Fremden

Die Schlange ist länger
als sieben Meilen

Lichtschatten fliegen über die Hauswand
Motorengeräusch verschwindet in der Vergangenheit
Das trojanische Pferd ist bereit
Die Orgel bohrt sich in den Huf
des Rosses
und trifft im Bauch
auf die Akkorde der Gitarre
Bunte Lichteskapaden
zelebrieren auf der Leinwand
des verwitterten Bildes
ihre Extrashow

Gogo girls reiten auf den Tönen
durch den verräucherten Saal

Ich erwache in meinem Zimmer
Fühle mich geborgen
Fühle mich gut

Ich sitze an meinem Schreibtisch
Starre auf das flimmernde Bild
Leise klappert die Tastatur
Und die Seite füllt sich mit Leben

Ich sitze an meinem Schreibtisch
Lausche den Klängen aus den Boxen
Leise tickt die schwarze Uhr
Und meine Gedanken beginnen zu beben

Es ist Poesie,
ein Mensch zu sein.

Tagebuch August 2004

Dienstag, 17.08.2004

Ich denke es ist an der Zeit wieder einmal ein Lebenszeichen zu senden. Oder auch nicht...

Bin mal wieder an dem Punkt angelangt wo ich mich frage, ob ich diese HP eigentlich weiterführen soll. Soll ich weiterhin all das ins Internet bringen, was sich in meinem Kopf abspielt? Ich weiß es nicht... Oder will ich es nur nicht wissen? Irgendwann hatte ich mal hier an gleicher Stelle eine ähnliche Überlegung angestellt. Auch damals konnte ich die Frage nicht beantworten und hatte mir vorgenommen, nur noch über mein körperliches Befinden zu berichten. Aber das hielt auch nicht lange an. Denn mit der Zeit drängt der Inhalt des Kopfes viel zu sehr in den Vordergrund.

Einige nannten mich Selbstdarsteller. (Mag sein; aber das ist jeder auf persönliche Art.)
Einige nannten mich Individualisten. (Mag sein; auch das sind wir alle irgendwie.)

Wir werden sehen was passiert...

Montag, 23.08.2004,
23:53 Uhr

Am vergangenen Samstag war ich endlich einmal wieder mit AB CD zusammen, die ich seit meiner letzten OP am 20. Juli nicht mehr gesehen hatte.

Es war das Kloster-Open-Air in Lorsch. Den Hauptact bestritten die Altrocker von URIAH HEEP, die eine grandiose Show ablieferten. Aber auch AB CD räumte gewaltig ab und brachten das Publikum zu wahren Jubelstürmen. Die Jungs waren total gut drauf und so spielten sie auch.

Es hatte den ganzen späten Nachmittag geregnet und der Veranstalter war schon in Sorge, dass das Open-Air ein Reinfall würde. Aber es kamen doch genügend Leute. Bei der ersten Band LANCER aus Aschaffenburg regnete es immer noch in Strömen. Dann gingen AB CD auf die Bühne. Die Sonne brach aus den Wolken und ein gigantischer Regenbogen bildete einen farbenprächtigen Rahmen zum ersten Song: Hell's Bells. Ironisch gemeint.

Doch da fällt mir gerade etwas ein. War es nicht bei dem einzigen Gig der DOORS of the 21st century in Bonn ähnlich, als sie den Sonng Riders on the storm anstimmten? Deja vue in Vollendung!

Es war ein echt geiler Tag, an dem mir wieder so richtig bewußt wurde, wie nett und "gud druff" (wie wir Hessen sagen) die Jungs sind. Und da ich weiß, das der eine oder andere von ihnen mal hier 'rumlungert: danke, Jungs.

Uwe & Angelika:
Neeeeiiiiinnnn, du darfst nicht aufhören!!!
Es ist doch lange noch nicht der letzte Akt im Theater deines Lebens.

Hm, es ist zwar nicht immer einfach, aber ich denke ich sollte es tun. Es ist doch noch lange nicht der letzte Akt im Theater meines Lebens. Right on, baby, break on through to the other side...

Muß aber erst 'mal ein paar Grüße los werden:
Helga, Wolfkristall, Robin, Dennis "Tenno" (ich hoffe, es ist endlich mal richtig ?!), Roger, Christian, Bodo, my mom and my dad, my brother.
Nach Halle, nach Berlin, nach Hamburg.
An AB CD und alle lebenden und verstorbenen Musiker dieser Welt. Ganz besonders an Jim Morrison, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Brian Jones, Keith Moon von the WHO, John Bonham von LED ZEPPELIN, David Byron von URIAH HEEP, Frank Zappa, John Lee Hooker und ganz besonders Mr. Elvis Presley aus Memphis, Tennessee. DANKE euch allen!

Roter Mohn
© 24.08.2004 by Gernot W. Freudenberger

Ich stehe inmitten eines blühenden Mohnfeldes,
das von einem safrangelben Himmel überdacht ist.
Der betäubende Blütennektar
dringt durch meine Nase in das Gehirn.
Einschlafend taumele ich auf den trockenen Boden,
eingerahmt von den Stengeln der Unwahrheit.

Ich stehe inmitten eines verbrannten Mohnfeldes,
das von den Atomen der Bombe vernichtet wurde.
Der beißende Todesgeruch
dringt durch meine Nase in das Gehirn.
Erschreckt springe ich aus dem bösen Alptraum,
begleitet von den Boten des Begreifens.

Ich stehe inmitten eines blühenden Mohnfeldes,
und ich weiß,
dass es nie so sein wird.

Dienstag, 24.08.2004

Es ist immer wieder erstaunlich wie viele dumme Menschen es auf dieser Welt gibt. Damit meine ich nicht nur geistig dumm, sondern auch dumm weil sie vom Leben noch nie etwas begriffen haben. Da gibt es ein paar Highlights in ihrem Leben, bestehend aus Alkohol und nochmals Alkohol und nochmals Alkohol. Dumme, banale und einfälltige Menschen. Kein Interesse außer dem Suff. Keinen anderen Halt als die Flasche oder das Glas. Kein klarer Blick, nur verschwommene und versoffene Augen. Kein glänzendes Haar, sondern nur stumpfe Strähnen. Kein eigener Körpergeruch, nur alkoholische und kranke Ausdünstungen. Gelbschimmer in den Augen; die Leber läßt grüßen. Aufgeschwemmter Suffkopf mit großporiger Haut. Aufgequollener "Hefeteigbauch". Schluckaufbeschwerden. Schnarchen mit Atemaussetzungen. Fahrige Bewegungen. Nervöse Finger, die immer in Beschäftigung sind.

Freut euch auf euren Tod, denn er wird qualvoll sein.
Und:
ich hasse und verabscheue Alkohol, denn er tötet schleichend.

Aber da gibt es auch immer wieder welche, die unverbesserlich sind. Die meinen wie toll sie doch sind. Ich meine die, die in ihrem besoffenen Kopf ins Auto steigen und unbedingt nicht nur den Zündschlüssel drehen müssen, sondern auch danach noch selbst das Fahrzeug noch Hause oder sonst wo hin steuern müssen.

Tod einer Unschuldigen

Ich ging auf ein Fest, Mama,
ich erinnerte mich, was du sagtest,
Du ermahntest mich, nicht zu trinken, Mama,
also trank ich statt dessen Soda.
Ich fühlte mich richtig gut, Mama,
so wie Du es mir vorausgesagt hattest.
Ich habe nicht getrunken, um dann zu fahren, Mama,
obwohl mir die anderen sagten, es sei nichts dabei.
Ich weiß, ich tat das Richtige, Mama,
Ich weiß, Du hattest recht.

Nun ist die Feier zu Ende, Mama,
und alle fahren sie fort.
Als ich in meinen Wagen stieg, Mama,
wusste ich, ich würde rasch nach Hause fahren,
weil Du mich so erzogen hast,
verantwortungsbewusst und mit Liebe.

Ich fuhr also los Mama,
aber als ich die Straße entlang fuhr,
sah mich der andere Fahrer nicht, Mama,
er fuhr einfach auf mich zu.
Als ich auf dem Asphalt lag, Mama,
hörte ich den Polizisten sagen,
"Der andere war betrunken." Mama.
Und nun bin ich es, die bezahlen wird.
Ich liege hier und sterbe, Mama.

Ich wünsche Du wärst bald hier.
Wie konnte das geschehen, Mama ?
Mein Leben zersprang wie Glas.
Überall um mich ist Blut, Mama,
das meiste davon ist meins.
Ich höre den Arzt reden, Mama
bald werde ich sterben. Ich wollte Dir nur sagen, Mama,
ich schwöre, ich habe nichts getrunken.
Es waren die anderen, Mama,
die anderen haben nicht nachgedacht.
Er wahr wohl auch auf einem Fest, wie ich.
Der einzige Unterschied ist, er hat etwas getrunken.
Und ich werde sterben.

Warum betrinken sich die Leute, Mama ?
Es kann ein Leben zerstören.
Jetzt fühle ich heftige Schmerzen.
Es sticht wie ein Messer.
Der andere, der mich anfuhr, Mama,
der geht einfach weg, das ist nicht fair.

Sag meinem Bruder, er soll nicht weinen, Mama,
schreibt "Papas Mädchen" auf mein Grab.
Jemand hätte ihm sagen sollen, Mama,
"Keinen Alkohol hinter dem Steuer!"
Wenn sie es ihm bloß gesagt hätten, Mama,
wäre ich noch am Leben.
Mein Atem wird kürzer, Mama,
ich bekomme Angst.

Bitte weine nicht um mich, Mama.
Du warst immer da, als ich Dich brauchte.
Ich habe nur noch eine letzte Frage, Mama.
Bevor ich mich verabschiede.
Ich bin nicht betrunken gefahren,
also warum bin ich diejenige, die stirbt?

ANMERKUNG:
Dieser Text in Gedichtform war an der Springfield High School (Springfield, VA, USA) in Umlauf, nachdem eine Woche zuvor zwei Studenten bei einem Autounfall getötet wurden. Unter dem Gedicht steht folgende Bitte:

JEMAND HAT SICH DIE MÜHE GEMACHT, DIESES GEDICHT ZU SCHREIBEN. GEBEN SIE ES BITTE AN SO VIELE MENSCHEN WIE MÖGLICH WEITER. WIR WOLLEN VERSUCHEN, ES IN DER GANZEN WELT ZU VERBREITEN, DAMIT DIE LEUTE ENDLICH BEGREIFEN, WORUM ES GEHT.

Tagebuch September 2004

Donnerstag, 09.09.2004

Hi September, geil dich zutreffen.
Zur Zeit bin ich wieder einmal in ärztlicher Obhut. Heute beim Urologen. Einmal in den Meß- und einmal in den Plastikbecher pissen. Hose runter und hops auf die Liege gehüpft. Fremde Hand an meinen Eiern, Finger im Arsch. Ultraschall der Nierengegend und der Blase. Alles in Ordung. Nur der Zuckerhaushalt im Urin ist etwas zu hoch. Hat mir aber meine Hausärztin auch schon gesagt. Werde ihn halt doch mal kontrollieren lassen. Nur keine Diabetes!!!

Am Montag wird wird man dann in ambulanter Krankenhausbehandlung einen Film im inneren meines Darmes drehen. Hauptdarsteller: Polypen? Hämorriden? Krebs? Ich hoffe nein, denn der Film soll mit Laiendarstellern besetzt werden, die mit diesen eben genannten "Stars" nichts am Hut haben. Der Titel des Trillers: im Auge des Endoskops.
Mit der Darmspieglung habe ich mich ja lange gedrückt, denn ich mag nichts in meinem Arsch. Es schmerzt zwar nicht, aber es ist mir persönlich verdammt unangenehm. Aber es muß halt getan werden. Denn nur so kann man sicher sein, daß sich kein neues Sigma-Karzinom gebildet hat. Scheiß Krebs!!! Fuck off!!! Diese verfluchte Geisel der Menschheit, die schon so viele durch die letzte Tür gestoßen hat. Oder wie es Jim Morrison sang: Break on through to the other side...

Ansonsten geht es mir so lalala. Nicht besonders gut. Nicht besonders schlecht. So lalala halt!

Ende August hatte ich Besuch von meinem Freund Roger. Er war schon zeitig gekommen und der Tag verflog wie im Flug. Wir quatschten und quatschten und quatschten und bemerkten gar nicht wie die Uhr ihre Runden drehte. Ich war total happy, denn es war Jahrzehnte her, daß wir wieder mal so richtig reden, lachen und nachdenken konnten. Und ich wollte Roger noch so viel erzählen, aber vielleicht gibt es ein nächstes Mal. Aber ich denke schon.

Mit AB CD bereitet es mir jedes Mal mehr Spaß und es macht echt tierische Laune mit den Jungs.

Okay, für heute erst mal genug. Demnächst wieder etwas mehr.

Montag, 13.09.2004

Endoskop zur Untersuchung über den After. So sieht das Instrument aus, welches mir heute in den A.... geschoben wird. Freue mich schon sehr darauf!

Gestern mußte ich mein Abführmittel nehmen, damit der untersuchende Arzt ein freies Blickfeld hat und durfte auch den ganzenn Tag nichts essen. Nun ja, es ist halt notwendig, um eine genauere Diagnose zu stellen. Bin auch ganz schön nervös, denn diese Nachsorgeuntersuchungen sind immer wie "Russisch Roulett". Sie entscheiden auch in gewisser Weise über Tod oder Leben.

Es ist schon erstaunlich welche innere Kraft man entwickeln kann, um am Leben zu bleiben. Manchmal weiß ich auch nicht woher ich diese ganze Kraft beziehe. Immer und immer wieder damit konfrontiert zu sein: wird wieder etwas gefunden? Hat sich ein neuer Tumor gebildet? Hat der Krebs wieder von meinem Körper Besitz genommen?

Diese Geisel verändert radikal das Leben. Alles wird anders und nichts mehr hat einen festen Bestand. Nur die Frage nicht zulassen: warum ich. Nicht darüber grübeln, warum man selbst von dieser Zellveränderung heimgesucht wurde. Einfach nur leben. Einfach jeden Tag genießen. Einfach nur versuchen ein positives Leben zu führen. Ob das so einfach geht? Nun, ich gebe mir Mühe. Ich versuche es jeden Tag auf's Neue, weil ich es so will... Aber ich erkenne auch oft, daß ich immer und immer wieder in alte Gewohnhiten zurückfalle.

Es zählt nur eines: Kämpfen... Kämpfen... Kämpfen... Leben... Leben... Leben...

Montag, 20.09.2004

Darmspieglung überstanden. Nach Einschätzung des Arztes ist alles okay. Habe ich mich tierisch drüber gefreut. Man weiß ja nie. Alles ist möglich. Scheiß-Krankheit. Scheiß-Angst. Scheiß-Situation.

Würde mich gern mal wieder mit Wolfkristall unterhalten. So richtig intensiv und persönlich. Mal sehen. Hey, Du fehlst mir.

Am 1. Oktober fliegen Helga und ich erst mal für eine Woche nach Cala Ratjada/Mallorca. Am 5. Oktober haben wir Silberhochzeit. 25 Jahre verheiratet. 25 Jahre!!! Kaum zu glauben, wenn man sich diese Zahl so vor Augen führt.

Wenn ich mir so überlege, wie viele sich da schon von unseren Verwanden, Freunden und Bekannten haben scheiden lassen in dieser Zeit. Es ist zu hart! Oder auch nicht.

Ich weiß, dass in unserer Beziehung alle möglichen Hochs und Tiefs zur Wetterlage unserer Ehe beigetragen haben. Das wir beide so manchen Sturm, manchen Orkan und manchen Tornado überstanden haben. Das wir seelisch oben waren im Himmel und unten im schwärzesten Abgrund. Egal was war, aber an eines haben wir uns immer gehalten: an die gegenseitige Ehrlichkeit. Ehrlichkeit zu uns und in JEDER Situation.

Freitag, 26.09.2004

Gefühle.
Gefühle ist das Schönste das es auf dieser Welt gibt. Und ich habe mir immer und immer wieder einzureden versucht, das Gefühle nur Mist sind. Schmutz. Weicheimentalität. Aber nichts davon ist real und wahr. Denn nur wenn man seine Gefühle liebt und sie sein eigen nennt, hat man einen großen Schritt zu seiner individuellen Selbstverwirklichung gemeistert. Und ich wollte es nie wahr haben wenn mir sehr nahe stehende Personen das Gegenteil beweisen wollten. Ich wollte ihre These nicht zu meiner Lebensphilosophie zulassen.

Tagebuch Oktober 2004

Sonntag, 17.10.2004

Heute mal wieder ein paar Zeilen, denn seit dem letzten Eintrag ist wieder eine Zeit vergangen.

Letzten Freitag nacht sind Helga und ich aus Mallorca zurückgekehrt, wo wir eine Woche weilten, um unsere Silberhochzeit am 05.10. zu zweit zu verbringen. Es war einfach nur toll. Nicht nur das Wetter meinte es sehr gut mit uns beiden. Jeden Tag zwischen 29 und 32 Grad bei strahlend blauem Himmel. Das Wetter war selbst für Inselbewohner außergewöhnlich warm und schön. Heute Abend hatte mich Markus aus Cala Ratjata in Mallorca angerufen, dem ich endlich seine Homepage fertiggestellt hatte (www.mallorca-sportsbar.com), und mir unter anderem mitteilte, dass es regnet und die Temperatur bei ca. 20 Grad liegt.

Gewohnt hatten wir im Lago Garden, einer wunderschönen Hotelanlage in Cala Ratjata. Hier hatten die Architekten des Hotels eine wirklich gute Arbeit geleistet und die Natur mit in den Hotelkomplex integriert. Das sah man schon an der Größe mancher Pinien und Palmen. Und da zu die gelborangene Farbe der Gebäude, die in einem wunderschönen maurisch-orientalischem Stil erbaut wurden. Uns hat es sehr gefallen. Auch das geräumige Zimmer mit sehr großem Bad, getrennter Toilette und einem schönen Balkon.

Wie schon einmal erwähnt war es einer der schönsten Urlaube mit Helga zusammen, wenn nicht sogar der schönste überhaupt. Nur zweimal hatte ich einen Dickkopf, den ich aber sofort wieder ablegte, denn dieser Urlaub war mir viel zu wertvoll, um ihn mit Alltäglichkeiten zu füllen.

Wir hatten uns auch ein kleines Auto gemietet, einen Citroen C2, mit dem wir fast jeden Tag die Insel erkundeten und herrliche Rundreisen und Besichtigungen unternahmen. Nach unseren Ausflügen legten wir uns meistens Nachmittags noch an den Hotelpool und ließen uns die Sonne auf den Pelz brennen. Super war auch die Verpflegung im Hotel. Wir hatten Halbpension und es gab ein Super Essen in Form eines großen Buffets.

Unseren Tag der Silberhochzeit selbst verbrachten wir Abends bei Markus im La Olla (www.mallorca-sportsbar.com), wo uns beiden ein wunderschöner Platz vorbereitet wurde. Danke an dieser Stelle nochmals an das Team von La Olla y Brisas: Markus, Margi und Herbert. Wenn jemand Bilder sehen will, dann auf der eben genannten Homepage unter Bilder.

Was Helga sehr abgestoßen hatte war El Arenal, das Vergnügungsviertel von Palma de Mallorca. Nach einem Kurz besuch am - leider - weltberühmten Ballermann No. 6, habe ich Helga noch die anderen "Attraktionen" dieses Abzockviertels gezeigt. Bierkönig, wo man erst vor noch nicht all zu langer Zeit den Besitzer erschossen hatte, das Oberbayern, wo am selbigen Abend der selbst ernannte König von Mallorca Jürgen Drews einen Auftritt hatte, das Don Quischot mit seinen Tabeldancern und... und... und...

Doch wie so oft oder immer waren die sieben Tage schnell vorbei. Am letzten Tag und unserer Abreise aus Mallorca hatten wir noch mit einem offenen Doppeldeckerbus eine fantastische Stadtrundfahrt durch Palma. Genial. Auch einfach aus dem Grund, weil der Bus einen Abstecher zu einer alten Burganlage an einem Hügel genommen hatte, von wo man einen herrlichen Blick über die Stadt und ihren wunderschönen Hafen werfen konnte.

Am Freitag, den 07. ging es dann wieder mit einer kleinen Verspätung nach Hause und am Samstagmorgen waren wir gegen 00.45 Uhr zu Hause.

Am vergangenen Freitag hatte ich nach langer Zeit wieder einmal ein längeres Gespräch mit meiner Erdenschwester Wolfkristall. Über den Inhalt, den ich hier aber nicht preisgeben will, denn es gibt auch noch so etwas wie eine Privatspähre von Mitmenschen für mich, war ich sehr traurig. Ach, A., ich habe Dich so lieb und wir alle drei wissen wie es gemeint ist.

Okay, für heute. Machts gut bis demnächst und haltet nicht nur die Ohren steif...

Tagebuch November 2004

Montag, 15.11.2004

November
© Nov. 2004 by Gernot W. Freudenberger

So grau
So neblig
So eklig
So feucht
So beklemmend
kriecht der Monat November über mein Herz

Vorbei mit dem Gesang
der Vögel im Morgentau
Vorbei mit der Fröhlichkeit
der Menschen im Cabriolet
Vorbei mit der Blütenpracht
der Pflanzen im Sonnenlicht

So grau
So neblig
So eklig

Letzten Sonntag erhielt ich die Zweite Nachricht in kurzer Zeit, daß ein mir lieb gewordener Mensch diese Welt verlassen habe. Der erste war unser langjähriger Betreuer Heinz "Heine" E. im Oktober und der zweite letzten Sonntagabend, der Vater unseres Vorsitzenden im Fußballclub Walter E. Von uns gegangen, wie allgemein so salopp formuliert wird. Wo hin gegangen? Einfach so verschwunden? Sich aus dem Staub gemacht? Die Kurve gekratzt?

Genial, mit was man so im stillen seine geheimen Ängste vor dem AUS beschreibt. Was ist das eigentlich, dieses AUS? Das Ende?
Warum macht uns der Tod solche Angst? Warum gehen wir mit ihm nicht einfach normaler um? Der Tod gehört zum Leben, wie die Kälte zum Winter, die Wärme zum Sommer.
Meine Onkologin sagte seinerzeit bei meiner letzten Vorstellung, als ich sie nach dem Befinden einer Mit patientin fragte, mit welcher ich oft zusammen meine Chemo bekam und die zwischenzeitlich verstorben ist, dass bei ihr das Sterben sehr schwierig war, weil sie nicht loslassen konnte.
Dieses "Loslassen" hatte mich danach etwas beschäftigt, denn ich habe mir Gedanken darüber gemacht. Was bedeutet dieses Loslassen? Ich habe mir die Antwort so gegeben, dass man bereit sein muß für den Tod und ihn dann auch akzeptieren muß. Zwar ein erschreckender Gedanke, aber auch brutale Realität.

Im TV hatten sie vor ein paar Wochen einen Bericht über eine Onkologin, die schon seit über 20 Jahren Krebspatienten während ihrer letzten Tage und Wochen auf diesem wunderbaren Planeten, welchen so viele Menschen vergewaltigen, tyrannisieren und systematisch zerstören, begleitet. Und bemerkenswert war eine Aussage von ihr, das alle es irgendwie fühlen und auch schon wissen, daß das Leben bald vorüber ist. Bemerkenswert! Und das meine ich so wie ich es schreibe.

Warum beschäftige ich mich so sehr mit diesem Thema. Nun, einfach weil es ein Bestandteil meines Lebens geworden ist. Wie das Atmen, das Essen, das Trinken, das Lieben ist auch der Tod bewußte Realität geworden, denn diese Krankheit ist ein Werkzeug des Todes. Auch wenn zur Zeit alles okay ist (oder auch nicht. Meine nächste Hauptuntersuchung ist am kommenden Freitag), muß ich jeder Zeit da mit rechnen, daß diese Menschheitsgeisel wieder Besitz von meinem Körper ergreifen kann. Da mit muß ich mich abfinden. Da mit muß ich rechnen und da mit muß ich vor allem leben.

Was auch da mit zusammen hängt, dass es mich emotionell zur Zeit so durch die Kurven jagt hängt auch mit der oben geschriebenen Lyrik NOVEMBER zusammen. Ich hasse diesen Monat. Ja, ich hasse ihn. Auch wenn es blöd ist. Aber dieses grau in grau, dieses neblige, diese Totenfeiertage, dieses FUCK IT. Ich bin ein Mensch der Wärme, der Sonne, des Lebens. Ich mag keinen Schnee, kein Eis (außer zum Essen!), keine Kälte.

Hatte die letzte Zeit auch so richtig null Bock irgend etwas zu schreiben. Weder hier, noch auf meinen anderen Homepage's. Aber das wird schon wieder. Meine Hausärztin erkundigte sich die vergangenen Tage bei Helga wie es mir so ging, denn ich war auch schon einige Wochen nicht mehr bei ihr. Helga meinte, so weit ganz gut. Es gibt halt Tage, da hängt man etwas mehr durch und an anderen könnte man im Spaziergang den Mount Everest besteigen. Da meinte die Hausärztin zu Helga: ja ja, ihr Mann ist schon bemerkenswert wie er so mit allem umgeht und es individuell verarbeitet. Ja, Frau Doktor: I'm a street fighting man. Ich bin einer von der Sorte, welche die Rolling Stones so wunderbar in ihrem gleichnamigen Song besungen haben. Das Lied von Jim Morrison, dem legendären Sänger der DOORS, Break on through to the other side hat für mich noch Zeit. Ich habe einfach noch keinen Bock darauf die Seite zu wechseln.

Break on through to the other side
Text: Jim Morrison, Music: The DOORS

You know the day destroys the night
Night divides the day
Tried to run
Tried to hide
Break on through to the other side
Break on through to the other side
Break on through to the other side, yeah

We chased our pleasures here
Dug our treasures there
But can you still recall
The time we cried
Break on through to the other side
Break on through to the other side

Yeah!
C’mon, yeah

Everybody loves my baby
Everybody loves my baby
She get
She get
She get
She get high

I found an island in your arms
Country in your eyes
Arms that chain us
Eyes that lie
Break on through to the other side
Break on through to the other side
Break on through, oww!
Oh, yeah!

Made the scene
Week to week
Day to day
Hour to hour
The gate is straight
Deep and wide
Break on through to the other side
Break on through to the other side
Break on through
Break on through
Break on through
Break on through
Yeah, yeah, yeah, yeah
Yeah, yeah, yeah, yeah, yeah

Bis demnächst, meine Damen, meine Herren...

Samstag, 20.11.2004, 00:51 Uhr

Leben und Tod
© 19.11.2004 by Gernot W. Freudenberger

Steh ich da in meinem Sein
Frage mich, was ist nur los
Sag nicht ja zum Leben, auch nicht nein
Wo ist mein Mut
Die Angst liegt blos

Paar Monate 'rum, ein neues CT
Wieder Tage mit hoffen und bangen
Die Seele frißt sich durch Pein und Weh
Ist der Tumor wieder da
Haben Metastasen mich gefangen

Dieses Warten
Dieses Ungewisse
Was hab' ich getan
Gewissensbisse

Ich bin das Opfer im Netz der Spinne
Die schwarze Witwe verzaubert meine Sinne
Blut fließt über kaltes Stahl in die Ablaufrinne
Die Messe wird gelesen, der Pharao wacht
Nachdem der Tod mir den purpurnen Mantel gebracht

Oh Himmel, oh Höllenglut
Süßer Honig, stinkender Eitersud
Die Jünger von Jesus, der braune Nazisumpf
Das weiße Licht der Liebe, das Grollen der Sünden dumpf
Friede deiner Seele, der ewige Fluch
Leben und Tod halbiert auf dem Tuch

Eh, das ist doch Scheiße...

Montag, 22.11.2004

Freitag
hatte ich um 08.30 Uhr einen Termin in der Uniklinik. Nachsorgeuntersuchung war angesagt. Frau Dr. Gog begrüßte mich wie immer mit ihrem fröhlichen Lachen, welches ihr sehr oft einen spitzbübischen Ausdruck vermittelt. So nach dem Motto "Pass auf, mit allen Wassern dieser Welt gewaschen". Aber das ist auch der Grund warum ich Sie so schätze und so ein unsagbares Vertrauen in Sie habe. Keine Lügen. Keine Unklarheiten. Ohne Visier. Wissen Sie was, Doc: Sie sind eine wunderbare Ärztin und ein wunderbarer Mensch. Danke, dass man Sie gezeugt hat. Klingt zwar etwas theatralisch, aber so soll es auch sein, denn es paßt zum Theater meines Lebens.
Danach zapfte mir Frau Dr. med. Gog die Onkologin noch Blut zur Analyse der ganzen benötigten Werte ab, obwohl ihr ein vollmundiger Burgunder bestimmt lieber gewesen wäre. Finger in den Anus. Acht cm Darm und die Prostata durchforscht. Eine Reise in die Unendlichkeit. Danke, Doc, ich weiß; aber meine Meinung kennen Sie auch. Und: alle Rekruten an die Front! Dann gab es noch die obligatorischen zwei Flaschen Kontrastmittel, die ich in den nächsten zwei Stunden in mich rein gießen sollte. Prost Menschheit! Was macht man nicht alles für die Wahrheitsfindung. Um kurz vor halb Elf den Abenteuerurlaub im CT-Gerät begonnen. Das Ende blieb an diesem Tag offen...

Samstag
war mit ich mit AB CD im AnSibin
in Darmstadt. Es war ein großer Irish Pub. Echt geile Aufmachung. Hat mir gefallen. Nur die Bühne und auch der Dressing Room für die Band war eine Anhäufung einer "Mach-mal-die-Augen-zu"-Denke.

Der Laden war gut besucht, die Stimmung war tierisch und die Jungs der Band bliesen den Darmstädtern, Engländern, Iren und Amis den Staub aus dem Trommelfell und zeigten ihnen zum Schluß den blanken Arsch... Dieser Gig war so geil!

Montagmorgen
gegen halb Zehn hat mich Frau Dr. Gog angerufen, um mir das Ergebnis der Untersuchung mitzuteilen. Wieder einmal mußte sie mich wecken, was mir ein wenig peinlich war. Aber es wurde gestern Nacht leider etwas spät, denn ich konnte mich 'mal wieder nicht von meinen Musik-DVD's trennen, die zur Zeit immerhin schon die Zahl 185 erreicht haben. Von AC DC über DOORS (23!!! Stück), Jimi Hendrix (9), KISS (8), LED ZEPPELIN und METALLICA geht es weiter zu ROLLING STONES, URIAH HEEP, WISHBONE ASH und Frank Zappa. Außerdem gab es "Smoke on the water", aber nicht von DEEP PURPLE... Hahaha!

Seit ich offiziell Rentner bin hat sich mein Lebensrhythmus ziemlich geändert. Ich bin wieder ein richtiger Nachtmensch geworden. So wie es schon immer meine innere Uhr anzeigte. Nur durch die Arbeitszeit hatte sich das etwas geändert. Aber jetzt bin ich Nachts meistens bis eins, zwei, drei auf. Manchmal war ich sogar noch wach, als Helga um fünf Uhr das Bett verließ, um sich für Ihren Arbeitgeber zu rüsten. Es liegt aber auch daran, dass ich in der Nacht am besten abschalten und relaxen kann. Am Tag ist mir da zu viel Hektik, Streß und Lärm. Nachts zum Beispiel den Kopfhörer auf den rasierten Schädel setzen und Maria Callas hören ist ein Hochgenuß, den meines Erachtens nur Menschen verstehen, die das Leben in all seinen schönen und brutalen Facetten erlebt und auch erfahren haben. Krebs ist ein Teil davon. Eine Erfahrung. Eine Aufgabe, deren Lösung in der Akzeptanz der Situation liegt. Man muß lernen mit dieser Geißel zu leben, denn sie zwingt einen gnadenlos, sich mit dem Tod und dem Sterben zu beschäftigen. Ich lerne, mein Leben oder mein Sein oder auch meine Existenz in einem ganz anderen Aspekt zu sehen. Sich mit der Dramatik von Geburt und Tod ganz neu und vor allem sehr individuell zu beschäftigen. Und das verblüffende daran ist die Erkenntnis, dass man in manchen Situationen ganz schön stark über sich selbst hinaus wachsen kann. Und das wiederum ist genial, das bestimmt nicht viele verstehen werden.

Okay, darüber vielleicht ein anderes Mal. Der Tumormaker ist stabil bei 41 (optimaler Normalwert 35). Stabil aus dem Grund, dass Frau Dr. meinte, er sei in dieser Gegend schon von Anfang an angesiedelt. Muß nur Mitte Januar nochmals zu einer Nachsorge, da der Professor einen verwaschenen Fleck auf der CT-Aufnahme in der Leber festgestellt hat. Es kann etwas sein. Es kann nichts sein. Warten wir es ab. Ändern kann ich daran eh nichts. Und wenn es hart kommt? Man muß loslassen können. Ich arbeite daran, Doc. Und danke für die Info.

Habe am Freitag auch mit Frau Dr. Gog darüber gesprochen, dass ich irgendwann meinen toten Körper der Uni Klinik zur Verfügung stellen möchte. Da können sich die angehenden Mediziner dann mit Skalpell und Säge und Bohrer so richtig an meinen Gebeinen austoben. Mich ausweiden, untersuchen und Teile ins Glas legen, welches wegen der Haltbarkeit mit hochprozentigem Alkohol gefüllt ist. Gott Sei Dank hat da meine Leber schon ihren Geist auf gegeben. Ob mir das nicht zu makaber ist? Nein, warum? Siehe oben: Man muß lernen mit dieser Geißel zu leben, denn sie zwingt einen gnadenlos, sich mit dem Tod und dem Sterben zu beschäftigen.

Ich versuche die ganze Zeit nach dem Motto zu leben: genieße Dein Leben heute und jetzt, denn morgen könnte es zu spät sein. The death is always near...

Wer weiß denn, ob, was man Sterben nennt,
nicht Leben ist und Leben Sterben?
Denn die Menschen, die das Licht noch schauen, leiden;
aber die Gestorbenen, die leiden nicht mehr,
sie sind frei von aller Pein.

(Euripides)

Mittwoch, 24.11.2004

Ich könnte NIEMALS ohne Musik leben. Musik ist ein Lebenselexier für mich. Wie Luft zum Atmen. Ein Radio anzuschalten, eine CD aufzulegen, eine Musik-DVD in den Player schieben... und dann genießen. Das ist so tierisch geil. Hinlegen, hinsetzen, hinstellen und zuhören. Die Akkorde in sich einsaugen. Auf den Wogen der Töne über das Meer reiten. Klang. Laut. Ton. So geil!

IRON BUTTERFLY beginnt ihren Song In-A-Gadda-Da-Vida mit einer ganz zarten leisen Orgelmelodie. Dann schraubt sie sich plötzlich wie in einer Spirale schrill nach oben. Die Stimme des Sängers röhrt kurz und RUMMS, haut dir die Band die geballte Kraft der musikalischen Power in die Fresse. Die Klänge fliegen durch die Windungen deines Gehirns. Das Echo bricht sich an deiner Schädelwand. Kreisch! Knallt durch deinen Kopf. Füllt ihn aus. So geil! So unsagbar tierisch geil! Der Baß legt das Feld der Basis. Einen Basisteppich sozusagen. Die elektronische Gitarre legt ihre Melodie darüber. In klagenden Tönen. Der Schlagzeuger läßt seine Stöcke über die Trommeln wirbeln. Bumm! Bumm! Prassel! Prassel!Die Fußmaschine hämmerten ihren Takt in die Baßtrommel. Wumm! Wumm! Wumm! Wumm! 1.. 2.. 3... 4... Schneller und schneller wird der Trommelwirbel. Die zerschundenen Stöcke hämmern ein Stakkato-Feuerwerk in meinen Körper. Rumms!!

Und dann JAMES BROWN. It's am man's world. Oh, wie verdammt genial. Ein Song, der dir die Eier aus der Fassung haut. Der dir eine Erektion bis in den Himmel wachsen läßt.

This is a man's world, this is a man's world
But it wouldn't be nothing, nothing without a woman or a girl

Dies ist eines Mannes, eines Mannes, eines Mannes Welt
Aber es würde nicht, nichts ohne eine Frau oder ein Mädchen sein

You see, man made the cars to take us over the road
Man made the trains to carry heavy loads
Man made electric light to take us out of the dark
Man made the boat for the water, like Noah made the ark

Du siehst, Männer schufen die Autos, um uns über die Straße zu fahren
Männer ließen Züge schwere Lasten transportieren
Männer erfanden elektrisches Licht, um uns aus der Dunkelheit zu nehmen
Männer bauten Schiffe, wie Noah die Arche schuf

This is a man's, a man's, a man's world
But it wouldn't be nothing, nothing without a woman or a girl

Dies ist eines Mannes, eines Mannes, eines Mannes Welt
Aber es würde nicht, nichts ohne eine Frau oder ein Mädchen sein

Man thinks about a little baby girls and a baby boys
Man makes then happy 'cause man makes them toys
And after man has made everything, everything he can
You know that man makes money to buy from other man

Männer denken an ein kleines Mädchen und an einen Jungen
Männer beglückt das, denn man kann ihnen Spielzeug basteln
Und nachdem der Mann alles getan hat, alles kann
Du weißt, daß Männer Geld verdienen, um von andere Menschen zu kaufen

This is a man's world
But it wouldn't be nothing, nothing without a woman or a girl

Dies ist die Welt eines Mannes
Aber es würde nichts, nichts ohne eine Frau oder ein Mädchen sein

He's lost in the wilderness
He's lost in bitterness

Er ist in der Wildnis verloren
Er ist in der Bitterkeit verloren
(Quelle: engl. Text by James Brown, deutsche Übersetzung by Gernot W. Freudenberger)

 

Und zum krönenden Abschluß noch JIMI HENDRIX mit seinem Song über ein Maschinengewehr. That's it! Rumms!... ...rein in die Fresse. Die Töne seiner Gitarre fahren in meinem Zahnnerv den Lift der ewigen Glückseligkeit. Wirbeln durch deine Nervenbahnen. Rein ins Rückenmark. Jaul! Salto nach oben. Rüber auf's Trapez. Achterbahn-Abgang ins Netz. Die Maschen reißen. Der Tod sicher. Mein Schutzengel schnappt mich drei Millimeter über der Manege. Ich erklimme die Strickleiter der Akkorde bis die Sonne mich blendet. Blinzeln in einer Galaxie voller Klänge. So irre! So bizarr! So geil!

Ich könnte NIEMALS ohne Musik leben. Musik ist ein Lebenselexier für mich. Wie Luft zum Atmen. Ein Radio anzuschalten, eine CD aufzulegen, eine Musik-DVD in den Player schieben... und dann genießen. Das ist so tierisch geil. Hinlegen, hinsetzen, hinstellen und zuhören. Die Akkorde in sich einsaugen. Auf den Wogen der Töne über das Meer reiten. Klang. Laut. Ton. So geil!

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Letzte Woche ist auch meine Lieblingstante gestorben. Die Schwester meiner Mutter. Man kann auch sagen: die Einschläge kommen näher. Elfriede, ich wünsche Dir Frieden bis zu Deiner Reinkarnation.

Meinen Vater hat es mit seiner Krankheit auch ganz schön aus den Angeln gehoben. Die Krankheit schmerzt ihn zwar nicht selbst, aber seine Umwelt und die, die für ihn sorgen müssen. Man nennt dieses Gebrechen auch "Alzheimer-Krankheit. Sie ist eine hirnorganische Krankheit, die gekennzeichnet ist durch den fortschreitenden Untergang von Nervenzellen und Nervenzellenkontakten. Im Gehirn sind typische Eiweißablagerungen festzustellen. Das Krankheitsbild ist gekennzeichnet durch Gedächtnis- und Orientierungsstörungen sowie Störungen des Denk- und Urteilsvermögens, die die Bewältigung eines normalen Alltagslebens immer schwieriger machen. Die Patienten sind auf zunehmende Hilfe und Unterstützung angewiesen. Dabei sind Demenzkranke keine einheitliche Gruppe, sondern Individuen mit ganz unterschiedlichen Lebensläufen, Kompetenzen und Defiziten, die in unterschiedlichen sozialen und ökonomischen Situationen leben. Ebenso differenziert sind die jeweiligen Anforderungen an Betreuung, Pflege, Therapie und ärztliche Behandlung." (Quelle: Deutsche Alzheimer Gesellschaft)

Das ist schon alles eine ganz schöne Scheiße! Ich und meine Familie. Oder meine Familie und ich. Auch mit meinem Bruder ist einiges wieder schön im Arsch. Da hatte ich seinerzeit gedacht, als wir uns spät Abends mal lang und ausgiebig aussprachen, dass alles wieder einigermaßen im Lot ist. Aber das hat sich dann ein paar Wochen später als Trugschluß herausgestellt, als wir uns verbal in einander verbissen. Vorhaltungen auf der einen und Vorhaltungen auf der anderen Seite. In und mit dieser meiner Familie werde ich in diesem Leben wohl nie meinen Frieden finden. Auch mit meiner Mutter ist es schwierig, weil wir uns fast immer etwas, manchmal auch mehr, in die Wolle kriegen. Jeder lebt in seiner eigenen Traumwelt. Leugnet es aber nach außen. Da gibt es niemanden, den nicht irgendwann einmal die Hummel gestochen hat. Ja ja, Selbstmitleid. Ja ja, Melancholie. Ich weiß! Ich weiß! Meine Auszeichnung. Mein Orden. Mein Judaslohn. Scheiß drauf! Auch wenn es einigen nicht paßt und mich manch einer für ein Arschloch hält, ich werde immer und überall mein Maul aufmachen. Ich scheiße auf Etikette, anerzogene Zurückhaltung und Nur-nicht-auffallen-Mentalität. Denke, daß ich genug mitgemacht habe. Und mich hat 1957 auch keine Sau danach gefragt, ob ich "auswandern" will.

You're dirty and you're filthy
but I love you
cause you're my home, baby
You are my home
the only life I've ever known
You are my home
You are my home
Yes, you're my home

Ya hear me, you're my home
you're my home

I'm gonna leave
and get myself a job
with the help
and the grace from above
I'll get me some dynamite
and I'll get me a crane
And I'll blow it all up, tear it down
Start all over again

(Quelle: ERIC BURDON & THE ANIMALS Tobacco Road)

Oder auch:

I'm sitting here lonely like a broken man.
I serve my time doin' the best I can.
Walls and bars they surround me.
But, I don't want no sympathy.

(Quelle: GRAND FUNK RAILROAD Inside looking out)

Mittwoch, 24.11.2004, 22:39 Uhr

Ein Einzelfall ist ein Einzelfall
wie jeder Einzelfall ein Einzelfall ist.
(Helmuth Prießt, Oberleutnant a.D. im Interview der ARD-Tagesthemen vom heutigen Abend)

Dezember 2004

Montag, 06.12.2004

Erklärung:
Wenn einigen oder auch vielen von euch mein Tagebuch auf die Nüsse oder auch Eierstöcke geht, dann kann ich an dieser Stelle nur sagen: schaut es EUCH doch einfach nicht an. Ich habe doch NIEMANDEN gezwungen diese Internetpräsenz zu besuchen oder sich mit meinen literarischen Ergüssen zu beschäftigen und an meinem Leben teilzuhaben. Wenn euch mein "Gejammer" nervt, kann ich auch nicht verstehen, warum IHR dann aber scheinbar immer wieder diese Seite anklickt. Das ist doch schon schizophren!

Klar gibt es Menschen, die tausendmal mehr leiden als ich. Klar gibt es Menschen, die beschissener dran sind als ich. Alles schon gesehen. Alles schon erlebt. Alles schon registriert. Aber: das sind MEINE Worte. Das ist MEINE Geschichte! Das ist MEINE Angst! Und das ist MEINE Hoffnung!

Leckt mich doch alle am Arsch, die ihr mit dieser Seite eure Probleme habt. Es gibt GENUG Menschen, die mit dieser HP einfach zurecht kommen und sie einfach auch nur so nehmen wie sie ist. Ich hatte mir die letzte Zeit wirklich überlegt, diese Page total zu canceln. Aber bei intensiver Betrachtung der ganzen Sache sage ich NO. Genauso NO wie wir die HP der Seelenkueche canceln werden. Es macht Spaß, und es schafft mir eine geile Erektion, zu sehen und zu registrieren: huch, da geht ja richtig 'was ab.

Ich grüße alle meine FREUNDINNEN und FREUNDE. Ich grüße alle DIE, DIE diese HP für das nehmen was sie einfach ist: mein Leben.

An Martina aus SB:
Und warum diese Angst vor dem Tod? TOD ist nicht schlimm, TOD ist nur die letzte Tür durch die wir gehn bevor wir eine neue, unbekannte Welt kennenlernen? Lebensform? betreten.

Schlimm und beängstigend ist das, was VOR dieser Tür passiert. Krankheit, Siechtum, Alter, geistige Armut, Einsamkeit, Gewalt und und und. Und all DAS gehört NICHT zum TOD. All das hat mit dem Leben zu tun. Denn all das wird durch das Leben verursacht und findet IM Leben statt.

Ich habe KEINE Angst vor dem Tod. Wenn man tot ist, ist der Schmerz vorüber. Aber ich habe Angst vor dem Sterben. Denn das Sterben kann sehr lange dauern und sehr schmerzhaft sein. Ich habe es gehört, dieses schmerzhafte Sterben. Im Maingaukrankenhaus wo man meinen ersten Krebs diagnostizierte (Frankfurt am Main) und auf Stadion A11 der Uniklinik Frankfurt.

Dienstag, 21.12.2004

Is there anybody out there?

Bin dabei mein Leben neu zu ordnen. Will endlich weg von diesen dunklen Seiten des Seins. Sie stören nur. Sie schaffen Angst. Meines Erachtens habe ich zu lange den Clown in der Manege gespielt, den man eigentlich doch nur mitleidig belächelt. Ich habe keinen Bock mehr auf Zirkus, Salto und Mortale. Salto und Mortale? Ja, ich meine genau dieses Bühnenstück Salto und Mortale von Jean-Paul Denizon, Michael Schramm und Sabine Zieser.
Der Clown hat immer nur eines gewollt: Die Menschen zum Lachen bringen. Doch plötzlich funktioniert das nicht mehr. Was soll denn ein Clown, der nicht mehr lachen machen kann, noch auf der Welt? Verzweifelt ruft er nach dem Tod. Schon ist der da und lässt den Clown leiden – bis, ja, bis er die rote Kugelnase am Boden liegen sieht. Lachen? Was ist das? Wenn der Clown ihm das beibringen kann, dann darf er weiterleben. Alles Mögliche probiert der Spassmacher, aber der Tod kann nicht lachen. Vielleicht geht es ja anders herum? Kann der Tod dafür sorgen, dass der Clown lacht? Das Spiel geht hin und her – bis plötzlich beide lachen. Beide haben gewonnen.

Ich
© 21.12.2004 by Gernot W. Freudenberger

Ich bin ein Wanderer auf der Klinge
aus geschmiedetem Meteoritenstaub
und schlage mich frei.

Ich stehe am Rande der Scheibe
und mit einem verstohlenen Kichern
falle ich aus der Welt.

Ich träume auf einer weißen Wolke
und mit schmeichelnden Akkorden
spiele ich meine Mundharmonika.

Ich stelle mit Erstaunen fest,
daß mich meine Frustration
verlassen hat.

Samstag, 25.12.2004

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Damit auch alle diese Grüße lesen können diesmal in verschiedenen Sprachen.

ARABIC: Saiid yom al-milaad wa senat jadiida

ARMENIAN: Shenoraavor Nor Dari yev Pari Gaghand

AZERI-AZERBAIJAN: Tezze Iliniz Yahsi Olsun

BASQUE: Zorionstsu Eguberri. Zoriontsu Berri Urte

BULGARIAN: Tchestito Rojdestvo Hristovo. Tchestita Nova Godina

CHINESE-CANTONESE: Gun Tso Sun Tan'Gung Haw Sun

CHINESE-MANDARIN: Kung Ho Hsin Hsi. Ching Chi Shen Tan

CZECH: Prejeme Vam Vesele Vanoce a stastny Novy Rok

DANISH: Glædelig jul og godt nytår

DUTCH: Zalig Kerstfeest en een Gelukkig Nieuwjaar

ENGLISH: Merry Christmas & Happy New Year

ESTONIAN: Roomsaid Joulu Phui ja Uut Aastat

FINNISH: Hyvää Joulua. Onnellista Uutta Voutta

FRENCH: Joyeux Noel et heureuse Anne

GAELIC-IRISH: Nollaig mhaith Dhuit Agus Bliain Nua Fé Mhaise

GAELIC-SCOT: Nollaig Chridheil agus Bliadhna Mhath Ur

GERMAN: Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr

GREEK: Kala Khristougena kai Eftikhes to Neon Ethos

HAWAIIAN: Mele Kalikimake me ka Hauloi Makahiki hou

HEBREW: Mo'adim Lesimkha

HUNGARIAN: Boldog Karacsonyl es Ujevl Unnepeket

ICELANDIC: Gledlig jol og Nyar

INDONESIAN: Selamah Tahun Baru

IRISH: Nollaig shona diobh

IROQUOIS: Ojenyunyat Sungwiyadeson honungradon nagwutut Ojenyunyat osrasay

ITALIAN: Buon Natale e felice Capo d'anno

JAPANESE: Shinnen omedeto. Kurisumasu Omedeto

KOREAN: Sung Tan Chuk Ha

LATVIAN: Priecigus Ziemas Svetkus un Laimigu Jauno Gadu

LITHUANIAN: linksmu sventu Kaledu ir Laimingu Nauju Metu

LUXEMBURGHISH: Schéin Chrëschtdeeg an dudden Rutsch an d'néit Joer

MANX: Ollick Ghennal Erriu as Blein Feer Die Seihil as Slaynt Da'n Slane Loght Thie

NORSE-DANISH: Gledlig jul og godt Nytt Aar

POLISH: Wesolych Swiat Bozego Narodzenia i szczesliwego Nowego Roku

PORTUGUESE: Feliz Natal e prospero Ano Novo

RAPA-NUI (Easter Island): Mata-Ki-Te-Rangi Te-Pito-O-Te-Henua

ROMANIAN: Sarbatori Fericite. La Multi Ani

RUSSIAN: Pozdrevly ayu sprazdnikom Rozhdestva Khristova is Novim Godom

UKRANIAN: Veselykh Svyat i scaslivoho Novoho Roku

SAMOAN: La Maunia Le Kilisimasi Ma Le Tausaga Fou

SLOVAK: Vesele Vianoce. A stastlivy Novy Rok

SERB-CROATIAN: Sretam Bozic. Vesela Nova Godina

SINGHALESE (Ceylon/Sri Lanka): Subha nath thalak Vewa Subha Aluth Awrudhak Vewa

SLOVENE: Vesele Bozicne. Screcno Novo Leto

SPANISH: Feliz Navidad y prospero Ano Nuevo

SWEDISH: God Jul och ett Gott Nytt År

TAGALOG (Filipino): Maligayamg Pasko. Masaganang Bagong Taon

TURKISH: Yeni Yilnizi Kutar, saadetler dilerim

WELSH: Nadolic Llawen. Blwyddn Newdd Dda

Montag, 27.12.2004

Lebe so
© 27.12.2004 by Gernot W. Freudenberger

Lebe so,
als wäre jeder Tag
der Letzte in Deinem Leben,
denn eines Tages
kommt er.

Lebe so,
als wäre jeder Tag
der Tag Deiner Geburt,
denn eines Tages
kommt er wieder.

Lebe so,
als wäre jeder Tag
ein Tag mit Dir selbst,
denn eines Tages
weißt Du warum.

www.gerrys-photos.de