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Tagebuch 2003.

"Jemanden Liebling zu nennen ist Spiel, ihn zu erkennen ist viel, ihm Liebes zu sagen ist schwer, ihn zu ertragen noch mehr."
- by Eugenie Marlitt

Tagebuch Januar 2003

Donnerstag, 02.01.2003

Euch allen,
die sich auf meiner Homepage verirrt oder sich ganz bewußt ein geklickt haben,
von dieser Stelle aus herzlich willkommen im Jahr 2003.

Mit der Hoffnung auf eine fröhlichere Welt, ohne Kriege, Bombenattentate,
Kindermißbrauch, Vergewaltigung und Mord.
Ohne Habgier, Neid und Haß.
Ein Leben voller Harmonie, Glück und Liebe;
zu mindestens in der Festung eurer Herzen.
Ein Dasein ohne Schmerzen, Gebrechen und Leid.
Seit verbunden unter- und miteinander;
jeder Einzelne von euch...

Die Dinge sind nicht wie sie sind,
sondern wie wir sind.

In diesem Sinne,
Gernot W. Freudenberger

***** *** *****

Wie geht es Dir?
Diese Frage stelle ich mir heute zum ersten Mal ganz bewußt selbst, denn die Antwort lautet: wie auf einer Achterbahn.

In mir ist alles so durcheinander gewühlt, so zerrissen und eingeklemmt, das ich es am besten so beschreiben könnte:
ich bin gefangen in einem Kinderkreisel der sich ununterbrochen dreht. Mich durch einander wirbelt, und mir nicht eine Sekunde die Ruhe gibt, einige Dinge in meinem Leben zu regeln. Da gibt es ein paar individuelle Vorgaben die ich mir als Zielrichtung gesteckt habe, aber ich weiß momentan nicht, ob ich die Energie habe, diese Ziele auch in die Tat umzusetzen. Obwohl die mir gesteckten Vorgaben nicht schwer oder kompliziert sind, bedarf es doch einige Willenskraft, sie auch zu verwirklichen.

Zum einen ist es der Punkt, daß ich einfach nur und in allen Situationen meines weiteren Lebens ICH sein will. Egal, ob im privaten Bereich, auf der Arbeit oder im Umgang mit anderen Menschen. Ich habe die Schnauze voll davon, immer wieder da zu gezwungen zu werden, hinter einer Maske herzulaufen und meine wahre Identität zu verleugnen. Ich werde mich in Zukunft so geben wie ich einfach bin. Ein Mensch mit wahnsinnigen Gefühlen, Emotionen und Stimmungen. Mir ist jetzt und in diesem Moment auch klar, daß einige sagen werden: oho, wie so muß man sich denn verstecken? Aber schaut euch doch alle mal um, betrachte euch mals als ein Außenstehender. Ist es dann nicht oft mal so, daß Du als Mann männlich oder als Frau weiblich erscheinen mußt, weil es in der jeweiligen Situation einfach angepaßt erscheint? Wen interessiert es schon, wie es in Deinem Inneren ausschaut. Gefühle zeigen in einer Welt des Kommerzes, des Neides, des totalen Egoismus, das paßt doch alles nicht ins 2. Jahrtausend. Wer das verlangt, willst Du wissen? Nun, einfach jeder! Zeigst Du als Mann Tränen, zeigst Verständnis für Frauen, bist einfach nur nett und zuvorkommend, schon hast Du doch das Image ein "Weichei" zu sein als Brandmarke auf Deiner Stirn stehen. Mir in Zukunft egal!
Wen interessiert es schon im Arbeitsleben, wenn ein Mitarbeiter gefeuert wird, nur weil die Auftragslage sich negativ verändert hat. Wer macht sich Gedanken über Ängste, Unsicherheiten und Mobbing in der Berufswelt? Wer denkt darüber großartig nach, wie es in Menschen ausschaut, die durch Gebrechen, Krankheiten und Leid nicht mehr ihre volle Leistung bringen können? Da gegen werde ich ankämpfen, zu mindestens in meiner Funktion als Schwerbehindertenvertreter.
Jajaja, versteckt Euch doch nicht hinter dem Vorhang der Floskeln und einstudierten Standardantworten wie: wir sind doch keine Soziastaat, wer rumlungert gehört ins KZ, daß man demjenigen mal wieder die "Hammelbeine" lang zieht und ihm die deutsche Tugend beibringt. Bei Adolf hätte es das nicht gegeben.
Oh, Bullshit! Diese 1000x gerührte Scheiße interessiert doch absolut keine Sau mehr, aber sie wird täglich immer und immer wieder benutzt. Und das meistens noch mit Erfolg. Ich hasse es, mit welcher aufgeblähten Macht die Presse es immer wieder schafft, Menschen in den Ruin zu treiben, in den Wahnsinn und immer öfters sogar in den Suizid, nur weil sie anders sind und sich von der Masse abheben. Egal ob jemand schwul, lesbisch oder nur einfach gebrechlich ist. Ob er weiß ist, braun, gelb oder rot. Irgend ein abgefucktes Arschloch schafft es immer wieder die Massen zu Gegenmaßnahmen zu animieren. Und sei es nur mit verbalem Feldzug gegen die Minderheiten. Jimi Hendrix, dieser einmalig begnadete Musiker und Gitarrist hat ers mal treffend so formuliert:

When you are born, you are pink
(Wenn du geboren wirst, bist du rosa)
When you grow up, you are white
(Wenn du aufwächst, bist du weiß)
When you are sick, you are green
(Wenn du dich krank fühlst, bist du grün)
When you go in the sun, you are red
(Wenn du dich in der Sonne aufhälst, bist du rot)
When you are cold, you are blue
(Wenn du frierst, bist du blau)
When you die, you are purple
(Wenn du stirbst, bist du purpurn)
And you got the fucking nerve to call me
(Und du hast diesen Scheiß-Nerv mir zu sagen,...)
C O L O U R E D
(...ich sei Farbiger)

Ich persönlich vertrete die Meinung, anders und zutreffender kann man es gar nicht ausdrücken.

Zum anderen weiß ich absolut nicht weiter was meine Beziehung zu Helga angeht. Sie ist eine wunderbare Frau, die ein Herz aus purem Gold besitzt. Auf die man sich absolut verlassen kann, wenn sie ein Versprechen gegeben hat. Aber es genügt mir nicht, daß sie sich nur für mich aufopfert und dabei ihre eigene Identität vergißt. Man kann doch nicht sein ganzes Leben für andere zur Verfügung stellen. Man hat doch auch eigene individuelle Träume, Wünsche, Illusionen. Man muß doch auch die eigene Individualtät pflegen, sich zu seinen Gefühlen bekennen, darüber zu sprechen, zu diskutieren. Den Partner an SEINEM Leben teilnehmen zu lassen. Oh, fuck, es ist so schwer, die richtigen Worte zu finden, um das zu beschreiben was ich eigentlich ausdrücken will. Ich höre schon die Stimmen im Hintergrund: was machst du dir für Gedanken? Wie kannst du ihr gegenüber so undankbar sein? Tut sie nicht ALLES für dich? Andere würden sich die zehn Finger nach so einem Partner lecken. Jajaja, ist schon okay, aber ICH habe damit Probleme. ICH kann es nicht verstehen, wenn man sich NUR aufopfert. Egal aus welchem Grund auch immer. Ich sehne mich nach einem Menschen, der mich teilhaben läßt an seinem Inneren. Der mir sagt: so bin ich hier drin. Hier sind meine Ängste, meine Wünsche und meine Gefühle. Der mich mitnimmt in seine Seele. Der mich teilnehmen läßt an seinem Glück oder seiner Traurigkeit.
Warum muß es immer Menschen geben, die einem genau diese Punkte präsentieren? Die sagen: hier bin ich und das ist meine Seele. Die einen selbst besser kennen, als man es jemals für möglich gehalten hat. Die einen da zu bringen, sich über sich selbst Gedanken zu machen, sich zu analysieren und Änderungen herbei zu führen. Die keine Scheu davor haben ihr Fenster zu ihrem Innersten zu öffnen und zu sagen: so bin ich. Wir sind doch eigentlich nicht auf diese Welt geworfen wurden, um unser Dasein mit Traurigkeit, Angst und Schmerzen zu verbringen, sondern wir sind da zu geschaffen uns zu verwirklichen und Mensch zu sein.

Zum letzten werde ich eine Lösung finden und herbeiführen. Egal wie sie aussieht und welche Folgen sie auch nach sich zieht. Man kann nicht nur immer davonrennen, weil es so bequemer ist. Man kann sich nicht hinter Masken verbergen, nur weil man zu feige ist, sein WAHRES Gesicht zu zeigen. Man kann nicht sein ganzes Leben den Kopf in den Sand stecken, nur weil man das Elend in der Welt nicht mehr sehen will. Wie habe ich es einmal so treffend formuliert: Individualrevolution ist die Erkenntnis zu sich selbst...

Ich bin so unsagbar traurig und allein.
Auch wenn ich es vielleicht selbst momentan so haben will.

Aber ich glaube daran, daß ALLE Tränen irgend wann getrocknet werden. Auch die in meinem Herzen.

Danke Julia, danke Helga für das Lüften meines Theatervorhanges.
Laßt uns einen neuen Akt aufführen, der Glück und Harmonie in die Zuschauerreihen ejakuliert. Der das Publikum aus ihrer Agonie aufweckt und sie teilnehmen läßt an der Offenbahrung des Seins. Ich glaube an die Liebe, das Glück und den Sieg über die Krankheit, denn nur ein gesunder Geist ist die Medizin des Lebens.

Erst ein schwarzer Mantel,
den es kaum zu durchdringen scheint.
Ein Berg schaut durch deine Augen.
Deine Seele ist so alt wie diese Welt.
Deine Augen sind zwei kleine Seen,
so klar und rein wie Wasser.
Tief im Inneren leuchtet ein Licht,
ganz hell und warm.

Es strömt durch deine Adern,
bis es den schwaren Mantel durchbricht.
Annett L.

Freitag, 03.01.2003

1.

Gesundheitlich so weit alles okay.
Über den Rest habe ich heute keinen Bock, irgend eine Stellungnahme ab zu geben, denn es ist so wie so schon viel zu viel geschrieben und gesagt worden.

Vor allem werde ich auch niemanden mehr erklären, warum ich hier so offen und freizügig mein Leben ausbreite. 1. ist es meine alleinige Sache über Dinge zu sprechen, die ich vor mir selbst verantworten kann und 2. muß es ja niemand lesen, wenn er da mit individuelle Probleme hat. Aber die eigene Neugier ist halt manchmal stärker, als der eigene Wille.

Auch werde ich KEINE Stellungnahme abgeben, warum es alles so gekommen ist, wie es gekommen ist und auch oben zu lesen ist.

Ich für meinen Teil finde es auch ziemlich traurig und beschissen, nur weil ich mich mit einem Menschen - in diesem Falle Julia - in der Sylvesternacht ein sehr intensives Gespräch hatte, daß gleich wieder davon geredet wird, ob wir zwei ein Verhältnis haben. Vielleicht haben wir das. Vielleicht schlafen wir auch jeden Tag mindestens einmal mit einander. Wen geht es etwas an? Wer soll Richter und Angeklagter sein? Ich finde es NUR sehr bedauer- und erbärmlich, daß überhaupt jemand solche Gedanken hat. Aber vielleicht ist es ja auch nur Neid oder persönliche Einsamkeit, die Menschen solche Feststellungen abgeben läßt. Ich für meinen Teil halte Julia für einen wunderbaren Menschen mit sehr viel Power, anderen zu zuhören. Und wenn das verwerflich ist, dann gibt es ein paar ganz schöne Arschlöcher die vom Leben nicht das Schwarze unter dem Daumennagel begriffen haben.

Danke nochmals ganz besonders und bewußt von dieser Stelle aus an Julia.

2.

“Jimi” James Marshall Hendrix (1942 -1970)

Hendrix war sicher ein herausragender, wenn nicht genialer Gitarrist, der die Bluestradition mit der Musik des Weltraumzeitalters verknüpfte. Beim legendären Woodstock-Festival spielte er die elektrifizierte Version der amerikanischen Nationalhymne, die er im Stakkato von Maschinengewehrsalven und dem Jaulen von Luftangriffen untergehen ließ als einzige Anklage gegen das Engagement der Amerikaner in Vietnam. Seine Gitarre schien quasi mit ihm verwachsen. Rückkopplungen und Saitenzerren kochten zusammen mit der irrwitzigen Spieltechnik des Linkshänders zu einem einzigartigen Soundgebräu.

Samstag, 04.01.2003

Lieber Gernot,
gestern habe ich endlich ein Buch ausgelesen, was ich seit Wochen in der Mangel hatte und auf den allerletzten Seiten gibt es eine Passage, wo ich sofort an Dich und Deinen Tagebuch-Eintrag denken mußte. Deshalb schreibe ich es Dir einfach auf (ich leihe Dir das Buch übrigens sehr gerne, es ist zwar tw. etwas verwirrend und nicht immer nachvollziehbar, aber im Nachhinein habe ich das Gefühl, DU könntest besser als ich nachvollziehen, was dieses Wesen (=Gilgamesch) umher treibt.

" Du meinst, Allwissenheit heißt Stillstand?"
"Ja", sagte Ziusudra. "Jede Bewegung, jede Tat birgt ihren Fehler und ihre Ungerechtigkeit für irgendetwas anderes bereits in ihrem Ansatz in sich! Aber solange noch das Unsichtbare überall ist, wird es Tag um Tag, Nacht um Nacht auf immer neue Weise weitergehen und alles, was geschieht, wird irgendetwas anderes bewegen! Das ist das eigentliche Geheimnis, Gilgamesch, denn das Leben heißt Nichtwissen und immer wieder die Entscheidung für eine von unzähligen Möglichkeiten! Deshalb ist nichts in der Vergangenheit jemals abgeschlossen, läßt sich niemals die Zukunft ganz voraussehen. Zweifel und Neugier, Versuch und Irrtum ... da mit du immer etwas Neues suchen, schmecken, fühlen und ganz allein für Dich ausprobieren kannst! Das ist die Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft. Du bist die Brücke."
(...) "Nimm jeden Augenblick als wenn's der letzte für Dich wäre! Und nimm ihn ganz! Nur das ist das Leben, Gilgamesch!""

Liebe Grüße,
XY

Dieses Email erhielt ich heute von einer Person, die mir ebenfalls sehr nah steht, die ich aber nicht namentlich oder mit ihren Initialen nennen möchte.
Zu dem Email kann ich nur sagen: Du hast Recht.

Es ist jetzt berechtigt die Frage zu stellen, warum ich das jetzt so alles hier niederschreibe. Die Antwort ist sehr einfach: weil dieses "Tagebuch" meine Individualität ist. Und weil es mir seit 2000 immer und immer wieder hilft mit mir, meiner Krankheit und meinem Menschsein fertig zu werden. PUNKT.

Sonntag, 05.01.2003

Machen-Was -Andere-denken. Einfach eintauchen in neue Welten. In neue Aufgaben. In das absolute Glück.

Freitag, 10.01.2003

Fenster
© 2003, 02.15 Uhr,
by Gernot W. Freudenberger


Blicke durch das Fenster meiner Augen
zeigen die Tiefe der Tränen.

Blicke durch das Fenster meines Herzens
zeigen den Strudel der Traurigkeit.

Blicke durch das Fenster meiner Seele
zeigen die Asche der Erkenntnis.

Blicke durch das Fenster meines Mundes
zeigen die Narben der Küsse.

Blicke durch das Fenster meines Verstandes
zeigen die Leere meines Verstehens.

Blicke durch das Fenster meines Gehirns
zeigen das Wirbeln der Gedanken.

Oh, Herr,
sende eine Horde Elfen,
die mich in Liebe ertränken.

Samstag, 11.01.2003, 04:20 Uhr

Man sollte um sein Recht kämpfen,
Schmerzen fühlen zu können.
Aber die Leute fürchten den Tod mehr als den Schmerz.
Es ist eigenartig, daß sie vor dem Tod Angst haben.
Das Leben fügt uns mehr Schmerzen zu als der Tod.
Zum Zeitpunkt des Todes ist der Schmerz vorüber.
Ich glaube, er ist ein Freund."

Jim Morrison / DOORS

Sonntag, 12.01.2003

Gestern hatten wir unser Hallenfußballturnier in Kriftel.

Helga war wegen einer Grippe zu Hause geblieben. So war ich zwischen den Spielen mit unserer Beteiligung und nach Ende des offiziellen Turniers ziemlich allein mit meiner Melancholie. Nach den Spielen und den Ehrungen mit Pokalübergaben ist es dann immer noch Tradition, daß im Foyer der Halle immer noch eine "heiße Sause" abgeht. Mit Disko und reichlich (meines Erachtens bei manchen zu reichlich!!!) Alkoholkonsum. Da stand ich dann ab und zu mit meinen Gedanken öfters mal allein in der Gegend rum, denn zum Feiern war es mir eigentlich gar nicht.

Im Laufe des Abends hatte ich dann noch zwei intensive Gespräche, die mir irgendwie sehr gut taten. Eines mit Julia und ein zweites mit unserem Physiotherapeut, der ein bemerkenswert und wunderbarer Mensch ist. Nicht weil er cool ist oder hip oder was weiß ich, sondern weil er so unsagbar natürlich ist. I love you, C. und Du weißt wie ich es meine, denn ich weiß auch, das Du Dich öfters auf dieser Homepage "herumtreibst". Du bist sehr willkommen hier, denn Du hast mir durch Deine gestrigen Worte gezeigt, daß Du den Sinn meines Tagebuches erkannt hast. Ich will da mit jetzt niemandem wehtun, aber ich denke, daß es auch ein paar Leute aus unserem Umfeld gibt, die nix kapieren, warum ich dieser page ins Internet stelle. "PISS OFF!" was interessiert es mich. Aber andererseits habe ich auch erkannt, daß es Besucher gibt, die etwas damit anfangen können. Und genau das ist der Punkt. Lest einfach zwischen den Zeilen und nicht, daß ich z.Zt. ein Problem habe, daß mich von einem Strudel in den nächsten schleudert. Das Leben ist nun mal keine alleinige Daseinsberechtigung hinter der Kohle herzu hetzen, dicke Autos und Luxusgüter anzu häufen oder als Mann tausende von weiblichen oder als Frau tausende von männlichen Wesen gefickt zu haben. Für mich ist das Leben eine Standortsbestimmung seines Seins. Eine ewige Prüfung. Eine anhaltende Lehre. Sich täglich auseinanderzusetzen mit JA oder NEIN. Sich täglich selbst zu überprüfen. Anderen mehr zu geben als zu fordern. Menschen zu lieben, als sie wegen ihrer Hautfarbe, Rasse oder Kultur zu schlagen, zu hetzen oder gar zu morden. Leben ist für mich auch der Kampf nach Liebe zu einer anderen Person. Nichts ist wie es ist und nichts wird sein wie es war. Jede Minute, Stunde, Tage, Monate und Jahre stehen uns Veränderungen und neue Aufgaben gegenüber. Und das ist dann die einzige Freiheit die ein Mensch hat: zu entscheiden, tue ich dies oder tue ich das. Sonst nix! Und so verdammt einfach!

Mittwoch, 15.01.2003

Meine Gedanken, Gefühle und Emotionen befahren momentan in einer stimmungsvollen Kreuzfahrt alle Weltmeere auf einmal. Segeln mit und gegen den Wind, durchbrechen Eisschollen und schlagen sich durch bizarre Wetterfronten. Gigantische Orkane fallen mit brachialer Gewalt über das Schiff her und versuchen mich in die Tiefe der See zu reißen. Aber noch sind meine Fäuste fest um die Reling gekrallt. Noch habe ich die sicheren Blanken unter meinen Sohlen der handgenähten Mokassins.

Andererseits durchfahre ich prächtige Sonnenauf- und -abgänge. Genieße die Stille des Meeres, wenn kein Windhauch in den Segeln spielt. Lasse meine Gedanken hinabtauchen in das Element, welches Heimat von Krebs und Fisch ist.

Wann, ja wann, erreiche ich den Hafen meiner Sehnsucht?
Oh Materie des Uruniversums, lass meinen Verstand zur Antwort finden...

Donnerstag, 16.01.2003

Liebe ist der Moment, wenn der Verstand sich verabschiedet und nur noch das Herz empfindet;
vorstellungsmäßig wie ein blutendes Nadelkissen in Rosendornen liegend.
Gernot W. Freudenberger, Lyriker des Herzens, 1950 - noch auf dieser Welt

Die Absicht, das der Mensch glücklich sei, ist im Plan der Schöpfung nicht enthalten.
Sigmund Freud, österr. Psychologe, 1856-1939

Das Paradies pflegt sich erst dann als Paradies zu erkennen zu geben, wenn wir daraus vertrieben wurden.
Hermann Hesse, Schriftsteller, 1877-1962

Ein Tag, an dem man nicht lacht, ist ein verlorener Tag.
Charlie Chaplin, engl. Schauspieler, Autor u. Regisseur, 1889-1979

Man muß manchmal von einem Menschen fortgehen, um ihn zu finden.
Heimito von Doderer, österr. Schriftsteller, 1896-1966

Die Ehe ist der Versuch, zu zweit mit den Problemen fertig zu werden, die man alleine nie gehabt hätte.
Woody Allen, Schauspieler, *1935

Liebe macht nicht blind. Der Liebende sieht nur weit mehr als da ist.
O. Hassencamp, Schriftsteller, 1921-1988

Die Menschen glauben fest an das, was sie wünschen.
Julius Caesar, 100-44 v.Chr.

Der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen ist ein Lächeln.

Liebe ist die einzige Sklaverei, die als Vergnügen empfunden wird.
G.B. Shaw, Dramatiker, 1856-1950

Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, daß er tun kann, was er will, sondern das er nicht tun muß, was er nicht will.
Jean-Jacques Rousseau, schw.-frz. Philosoph 1712-1778

There are two tragedies in life. One is not to get heart's desire. The other one is to get it.
George Bernard Dramatiker, 1856-1950

Verstand & Genie rufen Achtung und Hochschätzung hervor, Witz und Humor erweckt Liebe und Zuneigung.
David Hume, schott. Philosoph u. Historiker, 1711-1776

Samstag, 18.01.2003

Heute Abend fahren wir mit Carsten W. (www.wahl.happymountain.de) und seiner Freundin Manu ins BLUES AND BEYOND in Frankfurt a.M. zu einem Konzert der Aschaffenburger Band BACKDOORS. Wie der Name schon erahnen läßt covern sie die DOORS. Hier die Einleitung zu ihrer Homepage:

Doors-Cover aus Aschaffenburg

Die BACKDOORS aus Aschaffenburg interpretieren, wie der Name schon vermuten läßt, die Songs der legendären Doors um den leider früh verstorbenen Rockpoeten Jim Morrison.

Die Doors waren zweifellos die innovativste und zugleich radikalste Band Ende der 60er Jahre. Ihre bluesorientierte, hypnotische Musik sorgte in Verbindung mit der exzessiven Performance Jim Morrisons für weltweites Aufsehen. Morrisons tragisches Ende bedeutete auch das Ende der Doors, nicht aber für deren Musik, die in den 90ern noch genauso unverändert kraftvoll und tiefschürfend wirkt, wie vor 30 Jahren.

Die Backdoors lassen den Geist dieser Musik wiederauferstehen. Frontmann Jürgen Gehlert liefert eine charismatische und überzeugende Bühnenperformance ab, die dem Vorbild Jim Morrison würdig ist. Unaufdringlich und präzise wie ein Uhrwerk breitet die Band dazu den typischen Doors - Sound aus: magisch, mystisch und mit beständigem Groove. Klassiker wie "Riders on the storm" kommen ebenso zum Zuge, wie unbekannte Stücke, die vielleicht nur eingefleischten Fans ein Begriff sind.

Kein Wunder also, daß die BACKDOORS bei den "Jüngern" Jim Morrisons hervorragenden Anklang finden und mit ihren Auftritten den Doors auch 25 Jahre nach deren Ende noch neue Fans bescheren. Ein Tribut an eine der tragischsten und genialsten Persönlichkeiten der Rockgeschichte. Morrisons Musik, lebendig und magisch !

Regelmäßig ausverkaufte BACKDOORS Konzerte zeugen davon, daß die Musik der Doors weiterlebt und wohl unsterblich bleiben wird!

Wer Backdoors live erleben will, sollte nicht lange zögern und den nächstgelegenen Auftrittstermin wahrnehmen. Wann und wo Konzerte stattfinden erseht Ihr aus der Gigliste.

Also viel Spaß !

Eure Backdoors

Ich bin schon sehr gespannt wie sie sind und ob sie etwas vom Flair der Originalband aus Los Angeles/Californien vermitteln können. Aber ich denke schon.

Wie geht es mir ansonsten?
Eigentlich den Umständen entsprechend gut. Helga und ich gehen beide höflich miteinander um, sprechen mit einander, obwohl wir versuchen, nicht über die momentane Situation zu reden. Gesagt wurde die vergangenen Tage viel, sehr viel sogar. Lassen wir die Zeit und unsere Herzen eine Entscheidung finden. So oder so ist es für alle Beteiligten ziemlich schwer. Egal wie es endet oder anfängt.

Gestern war ich bei meinem alten Kumpel Bodo, dem Gitarristen und Sänger der hessischen Band FOREST. In den vergangenen Tagen hatte sich in meinem Kopf so eine kleine Idee festgesetzt, die mit den Tagen ständig wuchs, und die ich unbedingt verwirklichen will. Und zwar will ich meine Gedichte mit Musik hinterlegt auf einer CD herausbringen. So haben wir gestern zwei Probeaufnahmen in Bodos Studio hergestellt, die mir sehr gut gefallen haben. Ich war total überrascht, daß ich eine so schöne Stimme habe. Bodo hat etwas Gitarrenmusik in den Hintergrund gelegt und es klang wirklich okay. Was mir auch von anderen bestätigt wurde. So will ich nun in absehbarer Zeit ein paar Stunden da mit verbringen, meine Gedichte bei Bodo auf die Festplatte zu sprechen. Er arrangiert dann die Musik da zu. Bin schon jetzt ganz fickrig nach dem Resultat.

Aber vielleicht sollte alles so kommen wie es gekommen ist. D.h. meine innere Ruhe wird immer ausgeglichener, mein Leben bekommt einen ganz anderen Sinn und ich bereite die Basis da zu, daß mein Leben noch mehr und bewußter ein paar wichtige Ziele erhält. Wir werden sehen, in welchen Hafen ich anlege.

Der Strudel des süßen Wahnsinns

© Januar 2003, 22.15 Uhr,
by Gernot W. Freudenberger


Ich denke

Ich fühle
Ich empfange

Ich schüttle mein Haupt
und die Schweißtropfen der Vergangenheit
werden zu Atomen,
die sich flackernd in der Unendlichkeit verlieren.
Meine Erinnerung
sprintet zurück in das Grau
meiner Vergangenheit.

Fremde Hände,
zart und weich,
zerren an meiner Seele.
Packen mich
Ergreifen mich
Stoßen mich hinab
in den Strudel des süßen Wahnsinns.

Sonntag, 19.01.2003

Wie schon erwähnt waren wir gestern bei einem Konzert der Aschaffenburger Band BACKDOORS. Zugegeben, ich bin ein absoluter DOORS-Fan. Aber was diese Band gestern Abend geboten hatte, übertraf meine kühnsten Erwartungen. Auch wenn sie DOORS-Songs coverten, lag eine eigenartige und individuelle Note in allem. Eine Sonderklasse für sich war der Sänger. Er besaß eine derartig ausdrucksvolle Stimme, daß es mir zeitweise die Sprache verschlug. Er war phänomenal. Leider hatte ich hinterher keine Gelegenheit mehr ein paar Worte mit ihm zu wechseln. Das hatte ich dann mit dem Schlagzeuger getan.

Das nächste Konzert der BACKDOORS findet am 15. Februar 2003 im Colos-Saal in Aschaffenburg statt. Wer diese Zeilen liest und vielleicht noch in der Nähe wohnt, sollte sich die Band wirklich mal anschauen. Es lohnt sich, kann ich nur sagen.

Sonntag, 26.01.2003

Momentan nur Lyrik, denn ich habe z. Z. keine Lust auf längere Monologe.

Warum?
© Januar 2003,
by Gernot W. Freudenberger

Wenn Tränen sich lösen
aus feuchten Augen,
salzig im Geschmack,
ist der Schmerz am Nächsten.

Wenn Gedanken dich martern,
mit geschliffenen Klingen,
tödlich im Stich,
ist das Begreifen am Verrücktesten.

Warum?
Weil du keine Fragen zu stellen hast,
die doch keiner beantworten kann.
Wieso?
Weil du der Realität nicht weichen kannst,
die doch keiner begreifen kann.

Umarmung im Mondlicht,
von Sternen gegrüßt.
Hingabe in der Dunkelheit,
von Körpern genossen.

Samtweiche Lippen,
in Vollendung der Zärtlichkeit.
Heiße Zungen,
in Ekstase der verwilderten Gärten.

Warum?
Warum?
Warum ist Leben so unbegreiflich?

***** *** *****

Liebe ist nur ein Wort
zwischen Bedeutungslosigkeit
und Traum.

Liebe ist
wahr!

***** *** *****

Wenn das Element
dich hinabzieht
in die Schwärze der Tiefe
und du im Schrei ertrinkst,
ist es unbedeutend,
ob du je geboren wurdest.

***** *** *****

Lyrik ist das Wort
des Herzens,
Welches der Mund nicht aussprechen kann,
weil der Tod
der Gefühle
seine eiskalte Spitze
durch die Herzen stößt.

***** *** *****

Tod ist nicht das Ende,
sondern das Durchschreiten
einer Tür
in einen anderen Raum.

Räume sind die Erklärung.
Türen nur Zweck.

***** *** *****

Um dich zu lieben
müßte ich sterben,
denn meine Gefühle
sind außerhalb
dieser Realität.

Aber auch in dieser Realität
steht das geschriebene Wort;
welches da lautet,
so süß und klein,
so bedeutungslos und klar:
ich liebe dich.

***** *** *****

Spiegel des Herzens
© 23. Januar 2003, 12.45 Uhr
by Gernot W. Freudenberger

Empfindungen in der Sonne.
Empfindungen im Mondlicht.
Empfindungen zwischen den Sternen.

Regentropfen
benetzen die welke Haut
der ewig Wartenden.

Ein mahnender Zeigefinger,
der sich in der Pupille spiegelt,
wird zum stummen Zeugen
der schreienden Emotionen.

Der sitzende Körper
vor meinen sehenden Augen,
umklammert von Konzentration,
leicht gebeugt
von der Last des Ungewissen.

Tiefes Durchatmen
durchschneidet die Stille,
während Finger
die Arbeit verrichten.

Gitarrenklänge
weinen um die Wette
mit der Seele
des Suchenden.

Aber nur im Spiegel
des Herzens
läßt sich im Kerzenschein
die Antwort finden

***** *** *****

Verzweiflung
© 25. Januar 2003, 20.30 Uhr
by Gernot W. Freudenberger

Kaltes Stahl in den Worten
Giftige Pfeile in der Seele
Dunkelheit im Kopf
Bissige Worte,
die das Ego martern.
Worte
Worte
Worte
Böse
Kalt
Tödend

Unbekannte Wege im Niemandsland
Verzweifeltes Suchen nach Resultaten
Tränen in den Augen
Bissige Worte,
die Gefühle beschmutzen.
Worte
Worte
Worte
Böse
Kalt
Tödend

Hilflose Sehnsucht nach einer Hand
Pulsierender Wahnsinn im Verstand
Schmerzen in der Liebe
Bissige Worte,
die Pein verursachen.
Worte
Worte
Worte
Böse
Kalt
Tödend

Nach der Ebbe die Flut
Nach der Dunkelheit das Licht
Nach dem Mond die Sonne
Nach dem Leben der Tod
Nach dem Tod das Leben
Nach dem Krieg der Frieden
Alles ist geregelt
Weltgesetz
Naturgesetz
Menschengesetz

Und dann?
Und weiter?
Lösungen nicht sichtbar,
weil der Schmerz alles umschlingt.
Entscheidungen nicht greifbar,
weil der Verstand im Nebel schwimmt.

Das Ego schreit
Der Wille vibriert
Die Nerven gespannt
Verkrampfung schleicht in die Zehen
Durchwandert den Fuß
Kriecht die Beine empor
Krault durch den Leib
Explodiert im Herz
Stille
Dunkelheit
Kerzen nicht greifbar
Der Lichtschalter verborgen hinter Putz
Kein Schmetterling im Bauch

Kein Blut in den Venen
Leblose Hülle
Hingeschmissen auf glanzlose Kissen

Der Tod?
Nein!
Lebenswille macht sich stark
Lebenssucht
Lebensgier
Das Sein meldet sich zu Wort:

Du kannst dich nicht so gehen lassen!
Du kannst dich nicht so aufgeben!
Du mußt deinen Verstand regieren lassen!
Du darfst dich nicht in den Strudel des Irrsinns begeben!

Kämpfe!
Denke!
Entscheide!
Spüle deinen Kopf!
Entsorge den Müll!
Erwache aus der Agonie!

Sei menschlich
Sei wach
Sei DU...

***** *** *****

Die Zunge
© 25. Januar 2003, 21.00 Uhr
by Gernot W. Freudenberger

Die Zunge
kriecht in die Muschel
des linken Ohres.
Zarte Wärme
Begrüßt den Eindringling
mit Stöhnen.
Haare des Hauptes
umschmeicheln die Lippen
mit süßen Küssen.
Weiße Zähne
knappern zärtlich
am goldenen Ring,
der das Ohr durchstößt.

***** *** *****

Musenmund
© 25. Januar 2003, 21.45 Uhr
by Gernot W. Freudenberger

Eingebettet im Dschungel
lockender Lianen,
verborgen hinter
zarten Tälern und Hügeln,
tief im Inneren
einer feuchten Höhle,
an deren oberstem Rand
sich eine Schlange bewegt,
lebt die Elfe,
welche von einem irdischen Wesen
den Namen Musenmund erhielt.

Musenmund war keine Gestalt
und hatte kein Gesicht.
Sie war körperlos
und unsichtbar.

Musenmund war geschaffen,
Ausschau zu halten
nach dem,
der ihr das Leben gab.

Niemand nahm sie war;
niemand hatte sie je gesehen
bis zu dem Tag,
als Jimi der Gitarrist
einen Traum schickte.

In der Dunkelheit der Nacht,
im Kinosaal des Schlafes,
wurde der Film
auf die Leinwand projeziert,
als die Zeit gekommen war,
ihn dem irdischen Wesen
in einer eigenen Uraufführung
vor das innere Auge zu führen.
Und Jimi, der Gitarrist
sprach den Monolog,
der die Botschaft enthielt,
einen Brief zu schreiben
an den,
der die gelesenen Worte
in der Tiefe des Sinns
nicht nur lesen konnte,
sondern auch verstand.

So traf die Botschaft ein
bei dem,
welcher der Eine war.

Nicht seine Augen
lasen die Zeilen,
sondern die Seele
verstand.

Er bestieg sein feuriges Roß,
dessen Nüstern Feuer spien
und ritt der Gegend entgegen,
in der morgens die Sonne erwachte.

Und als der Blitz
eines grellen Lichtes
seinen Tod besiegelte,
erweckte er Musenmund
zum Leben.

Montag, 27.01.2003, 10.30 Uhr

Scheiße... Scheiße... Scheiße...
Ich verbrenne... Ich verbrenne... Ich verbrenne...

Asche... Asche... Asche...

Ich wünsche Glück... Ich wünsche Verständnis... Ich wünsche Achtung...

Entscheidung... Entscheidungen müssen sein... Entscheidungen sind gefallen...
Auch wenn der Schmerz tötet... Auch wenn der Körper und der Geist zerschmetter am Boden liegt...
Auch wenn die Liebe der Realität und der Aussicht auf Zukunft weichen mußte.

Ich kann keine Verantwortung über drei Menschen übernehmen, wobei ich nicht weiß, ob ich ewig die Kraft da zu aufbringen werde, sie immer und zu jeder Zeit auf zu fangen. Ich habe mich entschieden und ich werde diese Entscheidung ganz alleine tragen und mit mir , meinem Herzen und meinem Verstand ausfechten.

***** *** *****

Montag, 27.01.2003, 15.10 Uhr

Tod! Tode Gefühle! Tode Seele!
Ich bin nicht mehr da... Ich bin zerfressen, kaputt, zerbrochen.
Sehe kein Land... Keine Insel... Kein Versteck.

Meine Gedanken rasen im Kreis... Schlagen auf mich ein... Wickeln mich in Stacheldraht... Stecken mich in eine Zentrifuge... Schleudern mich in wahnsinnig rasendem Tempo... Mein Herz schreit... meine Augen stieren stumpf aus verlassenen Höhlen... Wo ist das Leben?

WO IST DAS VERDAMMTE, VERFLUCHTE, BESCHISSENE LEBEN?

WO... IST... DAS... VERDAMMTE... LEBEN... ?

Freitag, 31.01.2003, 04.50 Uhr

Wenn man nicht dem Ruf seines Herzens folgt, wenn man nicht der Sehnsucht seiner Seele Beachtung schenkt, welche Bedeutung hat dann das Leben? Ist das Leben wirklich nach so einem einfachen Muster gestrickt, daß man nur einmal hier ist? Man wird geboren, man stirbt - das war's? Ist mir zu einfach! Ist mir zu banal! Auch wenn ich keinen Beweis für Reinkarnation habe, außer dem was ich darüber gelesen oder gehört habe, so gibt es doch "Stimmen" in meinem Inneren, die mich daran glauben lassen.
Und wenn es nur der eigenen Befriedigung dient, meinem Dasein eine Rechtfertigung zu geben.

Welche Bedeutung hat Glück? Ist es auch nur eine Erklärung für etwas, das nur in der Fantasie eines jeden Individuum existiert? Oder ist es mehr wenn man glaubt es gefunden zu haben? Dann wäre ja die Liebe auch nur ein Trugschluß. Eine lebenslange Suche nach Hoffnung und Glück an die eigene Verwirklichung.

Durch intensive Gespräche in den letzten Tagen, die ich auch bewußt selbst gesucht habe, wollte ich eine Antwort finden, eine Bestätigung erfahren, um meine Rechtfertigung für mein Handeln zu bekommen. Wahrscheinlich werde ich nie die wahre Antwort finden, denn ich bin nicht meinem Herzen gefolgt sondern allein meinem Verstand. Was ist nun richtig? Aber wer sollte das beurteilen, wer sollte mir auf diese Frage eine Antwort geben?

09.15 Uhr

Wieder mal mit A. die Beziehung beendet und mit H. neu begonnen.
Ist das alles so richtig? Wer sollte diese Frage beantworten, wenn man sich selbst nicht so genau im Klaren über sein Tun und Handeln ist. Aber andererseits habe ich nicht das Recht mit Menschen umzugehen wie mit Schachfiguren, denn jedes Individuum hat das Recht auf Eigenständigkeit und Akzeptanz der Gefühle, wenn es so etwas überhaupt gibt. Ich weiß es auch nicht...

Zur Zeit bin ich auch viel zu ausgebrannt und down, um im Augenblick einen einzigen klaren Gedanken zu fassen. Ich werde es wahrscheinlich nie herausfinden, aber Helmuts Horoskop hat ja schon vieles beantwortet was keine Entschuldigung aber vielleicht etwas Verstehen sein soll. Ich frage mich augenblicklich zu sehr was der Begriff Gefühle eigentlich bedeutet. Ist es das Gefühl nach Hunger, nach Durst, nach Liebe, nach Sex oder was sonst?

Aber vielleicht müssen diese ganzen Prüfungen auch sein. Vielleicht muß man leiden, um Glück zu erfahren. Aber Glück habe ich auch erfahren, als ich zweimal den Krebs besiegt habe. Oder ist es etwas ganz anderes?

Tagebuch Februar 2003

Montag, 03.02.2003

Neuer Monat, neuer Eintrag.
Über meinen Gesundheitszustand will ich heute nicht schreiben, denn er ist alles andere als okay. Psychisch wie auch physisch. Aber Klagen bgringt auch nichts...

Heute habe ich mit Bodo telefoniert, dem Sänger, Gitarristen und Komponisten von FOREST. Ich habe ja vor, eine CD mit meinen Gedichten heraus zu bringen. Eine Probe, die ich vor Wochen schon mal absolviert hatte, verlief ganz positiv. Zumal mir einige Leute bestätigten, daß ich eine schöne Stimme habe. Bin nun mal gespannt, ob es andere auch so sehen. Über das Projekt hatte ich ja auch schon im vergangenen Monat - am 18. Januar 2003 - berichtet.

Bin zur Zeit auch an einem Punkt angekommen, wo ich mein Leben neu ordnen muß, denn ich habe im letzten Monat zu viel erkannt und begriffen. Wahrscheinlich soll es so sein, auch wenn ich mir über das wie und wenn noch nicht ganz klar bin. Auch weiß ich absolut nicht, wer mir diese ganzen Prüfungen und Hinterfragungen schickt und von welcher Bedeutung sie am Ende sind. Mein Herz ist ausgefüllt mit so viel Liebe, daß es mich schon erschreckt.

Dienstag, 04.02.2003

Heute Morgen war ich bei meinem langjährigen Zahnarzt Dr. Eberhard in Mörfelden-Walldorf.
Werde wohl eine neue Brücke und Anker bekommen, da der alte "Schrott" nach den vielen Jahren nun auch schon nicht mehr so ganz in Ordnung ist. Er hat mir versprochen, daß er nach einer kostengünstigen Lösung für mich sehen will.
Der Zahntechniker war auch gerade bei ihm in der Praxis und so konnten sie dann auch gleich an Ort und Stelle nachsehen und fachsimpeln, was am Besten und Günstigen für mich sei.

Ansonsten geht es mir nach den vergangenen Wochen der Emotionalreisen ziemlich gut. Vor allem habe ich meine alte (neu erworbene!!!) innere Ruhe wieder einigermaßen gefunden. Und das ist momentan das Aller wichtigste für mich, denn mein Gesundheitszustand hat in den vielen letzten Tagen einen ganz schönen Kratzer abbekommen. Auch muß ich mich sehr oft an die Worte eines Arztes in der Uniklinik erinnern, der mir mal sagte: "Wissen Sie, Herr Freudenberger, wenn die Seele krank ist, kann auch der Körper keinen Heilungsprozess durchlaufen." Und das ist zur Zeit absolut wichtig für mich, denn ich habe noch nicht vor, einen Blick in die andere Welt zu werfen.

Auch werde ich in Zukunft etwas weniger emotional hier im Tagebuch schreiben. Grund: Zu viele neugierige aus der Verwandtschaft.

Donnerstag, 06.02.2003, 02:17 Uhr

Seit 23.35 Uhr sitze ich hier auf meinem Sofa und laß mich von absolut geiler Musik beschallen, welche aus dem kabel losen Kopfhörer in mein Gehirn marschiert und meine tausend kleinen Arbeiter gewaltig auf Vordermann bringt, da mit sie meine eingestaubten Hirnzellen wieder von dem alten Mief und Müll befreien, der da eine gewaltige Staubschicht hinterlassen hat. Es ist genial wie die Milliarden von grell zuckenden Lichtblitzen in den tollsten Regenbogenfarben kaleidoskopisch in meinen Schädel fliegen. Schallmauern durchbrechend! Wuchtig! Und enorm...!

Angefangen bei LED ZEPPELIN "The Song Remain The Same", JIMI HENDRIX beim 1968er Montery Pop Festival, OTIS REDDING mit seinem orgastischem Soundgewitter bei "Since I've Been Loving You...! bin ich jetzt bei dem wahnsinnig Feeling-Gitarristen ULI ROTH angelangt, der seit dem Weggang bei den Hannoveranern SCORPIONS nur noch genialer am Instrument wurde, obwohl er bei den Scorps schon ein bombastisches "Brett" spielte.

Wie es mir geht wollt IHR wissen?
Warum?
Warum sollte ich euch sagen wie es mir geht?
Hä!

Mir geht es gut. Mir geht es sehr gut! Mir geht es intergalaktisch sau-gut!!
Yeah...!
"Im Paradies sind viele Kräuter", sprach der Herr. "Gehet hin und sucht.."
Nun, ich habe gefunden. Zwischen Petersilie und Kaffeebohnen.
Hinter dem Blumenkohl, der gleich neben dem Rhabarber wächst.
Rhabarber?
Da fällt mir eine lustige Geschichte ein:

Als ich das letzte mal in Weimar weilte, war ich mit A. und G. in einem Lokal, das den schönen Namen "SCENARIO" trug. Das Lokal gehört einem Typ, der den Marius Müller-Westernhagen verblüffend imitiert und auch schon wahnsinnige Erfolge da mit gefeiert hat.

Wir hatten uns zu dritt über die Leute in dem Restaurant amüsiert, denn es waren schon ein paar obskurse Gestalten da. Angefangen vom Pizza-Fetischisten, der seiner Freundin oder Bekannten mit jedem Bissen vor Gier nach einem Stück des italienischen "Kuchens" mit in den Schlund fuhr, am Nebentisch der Rheinlandpfälzer, der, mit fahrigen Bewegungen, nervös an seiner Zigarette nuckelnd und, für das ganze Lokal bestimmt, in sein Handy schwafelnd, krampfhaft versuchte, zwei aufgetakelte Blondinen abzuschleppen; mit denen er dann auch später wirklich verschwand.

Mein Kumpel G. kam plötzlich darauf, daß es in der Gegend von Weimar eine tierische Band gab, welche den geilen Bandnamen BARBAROSSAS RHARBARBER BARBAREN ihr eigen nannte. Geil!! Einfach geil!! Auf welch einem sperma durchtränkten Naturtrip mußte man da gewesen sein, daß einem so etwas Abgefahrenes in den Sinn kommt. Genial!

Oder kann es jetzt sein, daß IHR das alle nicht versteht? Seit IHR von einer anderen Sternwarte oder was?
Auf jeden Fall bin ich sehr happy, daß es mir okay geht. That's all!

Morgen komm ich zurück, denn jetzt beginnt die Geburt meiner Geburt. Legt eure Häupter nieder auf die Kissen des Frieden, eingehüllt in kühlendes purpurfarbenes Satin. Durchträngt von salzigen Tränen und blutenden Herzen. Guten Nacht ihr Gestalten des Lichtmannes aus der Tiefe eures Herzens. Guten Nacht ihr Körper der Liebe aus den Flügeln von Elfen. Guten Nacht ihr außerirdischen Wesen aus der Phantasie meines Geistes. Guten Nacht...

Samstag, 08.02.2003

Habe mir bei EBAY, dem Internet-Auktionshaus zwei Westen ersteigert, die mir sehr gut gefallen haben. Waren zwar nicht ganz billig, aber "man gönnt sich ja sonst nichts!"

Ja ja, mit der Kleidung ist das auch immer so eine Sache. Da bekomme ich auch schon ab und zu von so ein paar weltlichen Arschlöchern den einen oder anderen dezenten Hinweis, daß ich in meinem "Alter" nicht unbedingt mit Lederhosen, Piratenhemd, T-Shirts mit provozierenden Aufdrucken und so weiter herum laufen müsste. Ja, bei reiflicher Überlegung bin ich dann zu dem Schluß gekommen, daß ich das wirklich nicht müßte, aber ICH WERDE ES AUCH WEITERHIN TUN, IHR MOTHERFUCKER!

Mich kotzt es an, daß es immer so ein paar Wichser oder Mitternachtsmastrubierer in unserem schönen Land geben muß, die sich Gedanken um ihre Mitmenschen machen. Könnt ihr euch nicht endlich einmal um euren persönlichen Scheiß' kümmern? Zieht euch doch an wie ihr wollt, aber laßt mich - verdammt noch mal!!! - mit eurer fuckin' Meinung in Ruhe. Und wenn ich mir tausend Ketten um den Schwanz wickle, dann hat es euch auch nicht zu beschäftigen, denn es ist MEIN Schwanz. Und mit dem einige ich mich schon ganz individuell was ihm gut oder schlecht bekommt. Es ist auch schade, daß meine Haare an meinem Arschloch nicht zu lang sind, denn dann könnte ich mir ein paar geile Rastalocken flechten lassen, die ich mit ein paar Joints aus bestem Jamaikagras geschmückt hätte. Oh, bullshit! Diese Wichser gehen mir so tierisch auf den Sack!

Montag, 10.02.2003

Ja ja, und wieder gibt es ein paar mehr, die sich wegen mir das Maul zerreißen!
Kann man denn in dieser fuckin' Welt nicht auch einmal etwas tun, ohne daß man dafür gesteinigt wird? Muß sich denn immer über ANDERE das Maul franzlig geredet werden? Sollen einige doch erst mal den Schutt und Unrat vor der eigenen Tür beseitigen, bevor sie sich wegen mir den Kopf zerbrechen. Aber so ist das eben in unserem "schönen" Land...

Vielleicht sollte ich wirklich bald alle Zelte in diesem Kaff abbrechen und ein neues Leben beginnen. Wird dann wahrscheinlich eh der letzte Versuch werden um das Glück zu finden, denn mit dieser Scheiß Krankheit namens Krebs weiß man nie was da noch so alles auf einen zu kommt. Das ich momentan wieder fast zwei Schachteln Zigaretten am Tag rauche ist da meiner Genesung und Heilungsaussicht nicht gerade sehr dienlich. Aber nicht nur meine Nerven liegen zur Zeit ziemlich am Boden, und eine Besserung ist da in den nächsten Wochen auch nicht gerade ab zu sehen.

Donnerstag, 13.02.2003, 01:04 Uhr

Ich habe mir gerade gewaltig den rechten Fuß geprellt. Irgend so ein Arschloch versucht uns schon seit Monaten nachts ein Fax zu senden. Der oder die hat scheinbar noch immer nicht gemerkt, daß unsere Telefonnummer schon seit fast zwei Jahren nicht mehr Fax und Telefon unter einer Nummer ist. Da hat es auch bis heute wenig gebracht, daß deie Änderung auch so im Telefonbuch steht.

Ich also aus dem Bett raus, weil ich dachte es wäre 'was wichtiges, tappe im Dunkeln Richtung Tür, die ich mit dem Spiegel verwechsle. Und als ich meinen Irrtum bemerke, habe ich mir auch schon den Fuß unter die Kommode gejagt. Oh, bullshit!!! Das brennt wie die Hölle! Geschwollen ist die Stelle auch gleich und die Haut geplatzt ebenfalls.

Aber vielleicht ist das auch die Rache meines Schutzengels gewesen, denn ich habe ihn vorgestern Abend ziemlich "verarscht", in dem ich mir ein paar Barcadi-Cola hinter die Binde gegossen habe. Vorgestern war ich so richtig beschissen drauf. Ja, das soll keine Entschuldigung sein, denn ich müßte nur zu gut wissen was ich mir damit antue.

Am Samtag spielen nun die BACKDOORS im Colos-Saal in Aschaffenburg. Da freue ich mich schon riesig drauf. Thorsten S. vom FCE will mitfahren und sich die Band auch mal anschauen.

Habe zu starke Schmerzen. deswegen beende ich erst mal. Ciao...

Dienstag, 18.02.2003

Am Samstag, 15. Februar war ich mit Thorsten S. nach Aschaffenburg in den Colos-Saal gefahren, um die Aschaffenburger DOORS-Coverband BACKDOORS an zu sehen.

Mittwoch, 19.02.2003

Sonntag, 23.02.2003

Ich weiß was ich will, denn die Bäume haben zu mir gesprochen! Mit scharfkantigen Steinen belegt und mit stechender Dornenhecke umgeben ist der Weg zum Ziel. Aber am Ende des Tunnels strahlt das Licht des Glücks. Noch ist der Tunnel nicht ganz durchschritten!... Und... wer mit reinem Herzen kommt, dem werden auch verschlossene Türen wieder aufgetan...

Freitag, 28.02.2003

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entsenden,
Des Lebensruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Herrmann Hesse


Liebe Kollegen, liebe Kolleginnen, liebe Mitglieder der Arbeitsgruppe Lebermetastasen,

wir haben heute die traurige Pflicht über den Tod von Prof. Dr. Matthias Lorenz zu informieren. Er ist in den Morgenstunden des 25. Februars friedlich im Kreis seiner Familie eingeschlafen.

Wir verlieren mit Ihm einen außergewöhnlichen Menschen und Freund.

Seine Forschung mit seinem persönlichen Einsatz haben dazu geführt, dass eine ungewöhnliche interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Chirurgen und Internisten bei der Behandlung kolorektaler Lebermetastasen entstanden ist. Aus dieser seit Jahrzehnten bestehenden Arbeitsgruppe sind bis heute mehrere erfolgreiche nationale und internationale Studien hervorgegangen.

Wir hoffen, dass alle diesen wissenschaftlichen Weg in seinem Sinne weiterführen werden.

Er hat die Fähigkeit besessen, trotz seiner Forschungstätigkeit, nie den menschlichen Bezug zu seinen Patienten zu verlieren. Auch dadurch wurde er zum Vorbild für seine Kollegen und Studenten. Durch seine Spontaneität, Kreativität und seinen Humor, gepaart mit hoher fachlicher Kompetenz, war es ihm möglich seine Mitarbeiter und die Mitglieder der Arbeitsgruppe Lebermetastasen zu ungewöhnlichen Leistungen zu motivieren.

In unserer Trauer bleibt der Trost, dass er durch seine Persönlichkeit und unsere jahrzehntelange Zusammenarbeit für immer mit uns verbunden sein wird. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie.

Elsbeth Staib-Sebler

Christiane Gog
Wolf Otto Bechstein

 

Die Beerdigung findet am Freitag, den 7. März 2003, um 10.30 Uhr auf dem Hauptfriedhof Frankfurt am Main, Neuer Eingang, Eckenheimer Landstraße statt.

Auf Wunsch der Familie bitten wir anstatt von Blumen und Kränzen um eine Spende entweder an Philippinisches Kinderhaus c/o Lani Choukron, Frankfurter Sparkasse Blz 500 502 01, Kto 120 128 281 9 oder Arbeitsgruppe Lebermetastasen, BHF Bank, BLZ 500 202 00, Kto 152 605 555 8.

 

Diese Todesnachricht, die mir Frau Dr. C. Gog gestern zukommen ließ, hat mich sehr tief getroffen, denn Prof. Dr. Lorenz war der Mensch, der mir 1998 das Leberkarzinom (Krebs) entfernt hat, und dem ich es auch sehr zu verdanken habe, daß ICH heute noch am Leben bin.

Aber vielleicht war seine Mission auf diesem Planeten beendet und er macht sich bereit, in einer anderen Reinkarnation (???) weiterhin Gutes für die Menschheit zu tun.

Mir fehlen auch momentan die passenden Worte, um meine Gefühle heraus zu lassen.

Ich will es beenden mit dem Gedicht von Kelly, das Mick Jagger 5.Juli 1969 im Hyde Park vortrug, als die ROLLING STONES zu Ehren von Brian Jones Tod, der am 3.Juli 1969 in seinem Schwimming Pool ertrank, ein Open Air Concert gaben:

Ruhe, Ruhe! Er ist nicht tot, er schläft nicht –
Er ist aufgewacht vom Traum des Lebens –
Er ist wach und lebt. Es ist der Tod des Todes selbst,
nicht seiner –
Traure nicht um Adonis.

Percy Bysshe Shelley, englischer Dichter

Und hier noch ein paar Zitate, die in etwa meine momentane Stimmung beschreiben:

Für die Welt bist du
nur irgendjemand,
aber für irgend jemand
bist du die Welt!
unbekannter Dichter

Die Depression ist gleich einer Dame in Schwarz.
Tritt sie auf, so weise sie nicht weg,
sondern bitte sie als Gast zu Tisch,
und höre, was sie zu sagen hat.
C. G. Jung

Manchmal zeigt sich unsere Stärke,
wenn wir verletzlich sind.
Manchmal ist ein Zusammenbruch nötig,
um uns wieder zu finden und unseren Weg fortsetzen zu können.
Melody Beattie

Tagebuch März 2003

Donnerstag, 06.03.2003

Heute mal wieder ein Eintrag, nachdem nun auch schon der Monat März angebrochen ist.

Am 11.04. 2003 habe ich nun schon wieder meinen nächsten Nachsorgetermin in der Uniklinik Frankfurt. Da war ich nun erst gewesen und schon geht es weiter.

Gestern ging es mir derartig beschissen, das ich gar nicht so richtig wußte, was eigentlich mit mir los ist. Durchfall, wahnsinnige Glieder- und Kopfschmerzen, leichtes Fieber und... und... und.... Heute ist alles fast wie weggeblasen.

Sonntag, 09.03.2003

Since I've been loving you...

Schon seit geraumer Zeit stelle ich mir immer öfters die Frage, warum ich eigentlich solch ein emotioneller Mensch bin.

Dienstag, 11.03.2003, 03:13 Uhr

Nein, ich stelle mir die Frage nicht, warum ich ein emotioneller Mensch bin. Ich bin es und da mit BASTA!

Immer diese zermürbenden Fragen darüber, ob man alles richtig macht, nur weil man aus dem Bauch heraus fühlt und entscheidet. Eigentlich war ich immer und immer stolz darauf, daß ich mich so von einigen anderen unterscheiden, die nur nach den Richtlinien anderer leben und sich diese auch noch vorschreiben lassen. Bullshit! Das war und ist niemals meine Welt gewesen.

Es ist doch etwas absolut geiles, daß ich so bin. Es ist doch etwas unheimlich schönes, daß ich mir Gedanken mache über dies und das, als nur irgendwo hinter einem verrußten Ofenrohr zu vergammeln. Es ist doch etwas unheimlich animalisches und wildes, einige Urinstinkte noch sein Eigen zu nennen. Und dazu gehört meines Erachtens das Gefühl und der Sex. Ja, auch wenn mir wieder einige sagen: der denkt auch nur mit dem Schwanz, kann ich nur antworten: ja und bin auch noch stolz drauf.

Yeah, Baby, ich habe es verstanden was es heißt: gib dich der Achterbahnfahrt hin. Steige ein, laß dich empor ziehen und schalte deinen Verstand aus, wenn du herunterstürzt. Wenn du dich drehst und in Spiralbewegungen in den Looping schießt. Wenn es dir die Gedärme in den Hals schiebt und dein Körper tausend Tonnen wiegt. Sei einfach du und scheiß drauf, was passieren KÖNNTE. Laß dich treiben, denn dein Gefühl wird automatisch das richtige für dich tun.

Komm... Komm... Laß dich fallen... ... ... Stürz dich hinab und du wirst dich selbst auffangen... Komm und habe Mut.....

A b f l u g . . .

Mittwoch, 26.03.2003

Heute kam die Antwort auf mein Schreiben vom Amt für Versorgung und Soziales in Frankfurt. Ich hatte ja eine Verlängerung meiner Ende März diesen Jahres auslaufenden Schwerbehinderung (5 Jahre Karrenzzeit nach Krebs) beantragt. Nun - mich haute es fast vom Stuhl - hat man mir 100 % Schwerbehinderung zugesprochen.

Ansonsten geht es mir "Quer-Feld-Ein".
D.h. gesundheitlich nicht gerade so gut. Irgendwie hat sich in der letzten Zeit die Leber mal wieder zu Wort gemeldet, was sich auch an einem Gelbschimmer in den Augen feststellen ließ. Aber daran sind auch die vergangenen vier Monate mit Schuld, denn sie haben nicht nur an anderen gezerrt, sondern auch ganz gewaltig an mir.

Am Wochenende werde ich das Tagebuch mal wieder auf Vordermann bringen. Hatte die vergangene Zeit aber auch keinen großen Bock etwas zu schreiben.

Es gab sogar eine Zeit, da hatte ich mir gesagt: SCHEIß-GEFÜHLE! Aber inzwischen habe ich eingesehen, daß Gefühle etwas absolut geiles und wunderbares sind. Deswege werde ich mich auch weiterhin von meinen Gefühlen leiden lassen.

Freitag, 28.03.2003

Tränen
©
2003 by Annett Lärz

Laß deinen Tränen freien lauf,
Spül deinen Schmerz hinaus,
damit deine Seele wieder einen klaren Blick bekommt.

Laß dich fallen in deinen Gefühlen
ich bin bei dir und fange dich auf.
Ich umarme dich.
Ich küsse deine Tränen von den Augen
Salz auf der Haut

Sonntag, 30.03.2003

Weiterschreiben soll ich also... So so!

Mir war gar nicht klar, daß sich scheinbar doch einige Menschen für diese Homepage interessieren.

Zu der Anfrage von Philipp P. Matern:
Nehme es mir bitte nicht übel, Philipp, aber in Deinem Fall fällt es mir sehr schwe, einen Ratschlag zu geben, denn ich komme selbst noch nicht einmal mit meinen Gefühlen klar. Seit Wochen drehe ich mich im Kreis und weiß selbst nicht wo mir der Kopf steht. Ich bin zur Zeit selbst derartig im Arsch, daß ich kein Licht in der Dunkelheit sehen kann. Außerdem fördert da, was ich gestern Abend wieder getan habe auch nicht gerade meine Gesundheit. Ich meine, daß ich einen über den Durst getrunken habe.

Die Arbeit im Verein macht mir auch keinen Spaß mehr. Keine Hilfe, meistens Kritik von Leuten, die selbst den Arsch nicht hoch bekommen. Und was mich aber am meisten ankotzt ist diese ständige Sauferei. Da wird kein Grund ausglassen mal einen Abend nichts zu trinken. Manche scheinen sogar mit der Bierflasche ins Bett zu gehen. Und dann noch die Scheiß-Schnäpse zwischendurch. Zum Kotzen!!! Und mich ekelt das auch alles ziemlich an.

Aber dann werde manche auch noch zu Moralaposteln, die mich ignorieren und meiden wie der Teufel das Weihwasser. Warum? Nun, weil ich mich in eine andere weibliche Person verliebt habe. Ja, ich liebe Annett, und ich werde daraus auch kein Geheimnis mehr machen, denn es kotzt mich an, wie ich systematisch seit Wochen meine Gesundheit aufs Spiel setzte und mich teilweise bewußt und gezielt zu Grund richte.

Verdammt noch mal, ich habe mein ganzes Leben gefightet und versucht, meinem Leben einen Sinn zu geben. Aber was ich momentan tue ist Harakiri in seiner höchsten Vollendung, ist Suizid auf Raten. Eh, Gernot, ist es das alles wert?

Tagebuch April 2003

Sonntag, 06.04.2003, 02:19 Uhr

Okay, so langsam muß ich mir etwas einfallen lassen, denn ich muß irgendwie mein Tagebuch etwas ändern. Oder sogar ganz einstellen. Vielleicht ist es ja schon aufgefallen, daß ich die letzte Zeit kaum noch etwas schreibe.

Nun, das liegt zum einen daran, daß es mir momentan auch nicht gerade leicht fällt und zum anderen, daß ich in Zukunft mit Namen und Personen etwas vorsichtiger umgehen muß, denn es ist nicht jedermanns Sache hier auf dieser Homepage namentlich erwähnt zu werden. Ob das Tagebuch dann in Zukunft noch das ist was ich mir bei Beginn einmal vorgestellt habe ist ein anderes Kapitel.

Mir hat diese Homepage immer etwas ganz besonderes bedeutet, Sie war Ventil und Psychologe, Mülltonne und Schneuztuch der Traurigkeit, der Freude, der Lust und vor allem meiner Gedanken. Aber durch die Umstände der letzten Zeit hat sich das alles etwas geändert. So kommt man hier in unserem kleinen Kaff schnell ins Gerede, denn diese Homepage iswill ja irgendwie und irgendwo auch nicht alle "Neugierigen" Voyeure und wirklich Interessierten t auch hier nicht spurlos an unserem Ort vorbei gezogen.

Aber ich denke schon, daß ich hier weiter schreibe, denn ich brauche das und irgendwie will ich ja auch nicht allen Voyeuren, Neugierigen und wirklich Interessierten vor den Kopf stoßen. Also Freundinnen und Freunde der Nacht. Ihr Beutelratten, Triebtäter und Mastrubierer. Ihr Lieben und Besorgten: es geht weiter!!!

Well, gesundheitlich bin ich zur Zeit ziemlich im Arsch. Hatte einen gelben Schimmer in den Augen und wie sich diese Woche herausstellte, sind auch einige der Leberwerte wieder angestiegen. Doch das hatte ich mir schon gedacht, denn nach dem ganzen "Zirkus" in den vergangenen Wochen, hat sich auch einiges auf meiner Seele entladen.

Es ist schon Scheiße, daß man sich immer und immer wieder im Leben für irgend'was rechtfertigen muß. Und immer wieder treten einem Leute in den Arsch, von denen man geglaubt hatte, daß sie inzwischen zu Freunden geworden sind. Aber es ist halt immer wieder zu bemerken, daß der Suff doch mehr Zellen zerstört als Marie Huana. Da zu kommt dann noch das engstirnige Denken, wenn man außer den Bergen in Tirol - oder wo auch immer in den Gegenden der Schluchtenkacker - nicht viel anderes gesehen und erlebt hat. Das Leben in einem Verein kann sehr schön sein, aber es engt auch sehr den Horizont ein, wenn man sonst keine anderen Steckenpferde sein eigen nennt.

Komisch ist es dann immer wieder, daß ich mit den sogenannten Outsiders beim FCE (Carsten W., Bully, Doc Snider, Messer und Heiko Kirch... ) das beste Verhältnis habe. Andere dagegen kennen sonst nix als ihr Bett, den Platz wo der Alkohol steht und den Verein. Nee, das is' mir nix! Gar nix! Aber absolut nicht!!!

Dann gibt es noch mein allergrößtes Problem für andere, daß ich mich nicht einordnen lasse oder man mir laufend sagen muß: tue dies oder jenes. Ich bin alt genug, um meine Entscheidungen selbst fällen zu können. Da muß man nicht immer und zu jeder Zewit hinter mir stehen, mir polternd auf die Schulter pochen und mit "imArschgebohrten"Finger die Richtung weisen.

Auch wenn man mir auf der 40. Geburtstagsfeier eines Vereinsmitgliedes letzten Samstag mitteilte das der Fasching vorbei sei, nur weil ich in Cowboystiefeln, schwarzem Piratenhemd, schwarzer Weste und schwarzen Lederhosen erschien, so kann ich mit Stolz behaupten: lieber mit fast 53 Jahren so, als im Dauersuff zu verblöden...

See you later...

 
Samstag, 12.04.2003

Wie die Liebe dich krönt so kreuzigt sie dich...
Ja, die Wahrheit, die in dieser Zeile liegt, dringt immer tiefer in meine Seele.

Deine Augen können nicht lügen.
Ja, auch dieser Satz entspricht der Wahrheit.

Aber trotzdem habe ich nicht das Recht die Fäden der Marionetten so zu bewegen, wie sie am besten in das Theater meines Lebens passen. Es sind nämlich Menschen und keine Puppen. Menschen mit individuellen Gefühlen, Schmerzen, Tränen. Mit eigener Liebe, Lebenseinstellung und eigenen Wünschen. Ich darf mich nicht zu einem gottgleichen Wesen erheben, daß die Figuren nach eigener Spielordnung auf dem Schachbrett seines Lebens hin und her schiebt. Ich bin nicht der Regieseur, sondern nur der Statist. Ich bin nicht der Star, sondern nur der Maskenbildner. Ich bin nicht der, der zerstören darf.

Ich habe zu sehr das Leben eines Kindes der Nacht genossen, aber dabei total vergessen, dass am Morgen das Licht die Dunkelheit, der Lärm die Stille, die Realität den Traum zur Seite schiebt. Ich habe vergessen, daß das Leben nicht nur süße Träume sind, die ewig dauer könnten. Auch wenn ich es mir so vorgestellt habe. Ich habe nicht gewußt und zu spät erkannt, daß der Krebs mich nicht gestärkt, sondern viel mehr geschwächt hat, als ich es mir eigentlich eingestehen wollte.

Es gibt auch keine Entschuldigung, denn die Vollendung einer "Tat" ist die Ausführung der Handlung; und es gibt kein Zurück. Liebe ist das reinste Gefühl, die wunderbarste Gabe die ein Mensch besitzt. Und es ist nicht fair, daß ich damit Achterbahn fahre.

Es tut so unsagbar weh, aber es geht so auch nicht weiter, denn es wird immer und immer wieder Schmerzen und Tränen geben. Ein ständiges Kommen und Gehen. Das ist für alle Seiten Gift und emotionaler Suicid. Lebt wohl ihr Sterne, ihr Träume, ihr...

...salzigen Tränen.

Montag, 14.04.2003, 12:30 Uhr

Heute ist ein guter Tag zum Leben!

Dieser Ausspruch soll ein Leitsatz und Bestand meines zukünftigen Lebens sein, denn das Leben ist einfach viel zu wertvoll und auch zu schön, als sich andauernd mit negativen Dingen zu beschäftigen. Es kann nicht sein und ich werde es auch nicht mehr zulassen, daß sich durch meine Krankheit ein paar Dinge in mein Leben geschlichen haben, die mich immer weiter von mir selbst entfernen. Es kann auch nicht sein, daß ich mich vor meinem Leben und mir fürchte und immer wieder innerlich vor Entscheidungen drücke und meinen Schmerz an anderen Personen auslasse, die einfach nur gut und lieb zu mir sind.

Ich war immer unheimlich stolz darauf, daß ich irgendwie anders bin als die graue Mehrheit. Ich war stolz darauf, daß ich emotionell bin, weinen kann wenn es sein muß und nicht meine Augen davor verschlossen habe vor Dingen, die wichtig sind für das individuelle Dasein. Aber trotzdem habe ich es zugelassen, daß ich von all diesen Tugenden weit abgekommen bin und mich auch immer weiter davon entfernt habe. Ich habe wieder damit begonnen, daß ich vor Verantwortung davon gelaufen bin. Habe es wieder zugelassen, daß ich anderen Menschen weh getan habe, nur weil ich mir selbst nicht weh tun wollte. Habe in der letzten Zeit sehr viel Zeit damit verbracht, daß ich auf jemanden gewartet habe der mich an die Hand nimmt und mir sagt: Gernot mach dies und Gernot mach das. Alles Scheiße! Der Einzige, der mich an die Hand zu nehmen hat bin ich selbst. Und sonst niemand! Ich bin allein derjenige, der Verantwortung für mich zu tragen hat! Ich kann nicht andere für mich entscheiden lassen, denn das ist Feigheit und bedeutet somit, das ich mich selbst irgendwie aufgebe und nicht mehr an mich glaube.

Captain aus Outside schrieb am 6.April 2003 um 11:18 Uhr hier in mein Gästebuch:

Es ist schon ein Brüller das du noch auf so ne Scheiße reagierst. Ich nicht!!!
Wish you well

Ja, Alter, da haste vollkommen Recht! Dieser Eintrag bezog sich auf eine Bemerkung meinerseits, die ich am Sonntag, 06.04.2003 hier auf dieser Seite eingeschrieben habe (Auch wenn man mir auf der 40. Geburtstagsfeier eines Vereinsmitgliedes letzten Samstag mitteilte das der Fasching vorbei sei, nur weil ich in Cowboystiefeln, schwarzem Piratenhemd, schwarzer Weste und schwarzen Lederhosen erschien, so kann ich mit Stolz behaupten: lieber mit fast 53 Jahren so, als im Dauersuff zu verblöden...)

Aber das sind so die kleinen Begebenheiten die mir früher am Arsch vorbei gegagngen sind. Heute ertappe ich mich dabei, daß ich mir über solche Bemerkungen Gedanken mache und mich tagelang mit ihnen beschäftigt habe.

Was ich damit sagen will ist, daß ich einfach wieder zu mir selbst finden und an mir arbeiten muß, um nicht mehr von solch einem Müll heimgesucht zu werden. Ich habe mich nach meinem letzten Krebs vergangenen Jahres zu sehr in mich zurück gezogen. Habe mich zu sehr in meinem Schneckenhaus versteckt. Wollte irgendwie auch nur noch ein Kind der Nacht sein. Weg von der Realität. Weg vom Licht und dem Tag. Weg von der Sonne.

Ab heute lautet die Devise:
Kämpfen! Kämpfen! Kämpfen!

Danke, Schwester...

Donnerstag, 17.04.2003

Heute ist ein guter Tag zum Leben!

Zur Zeit hat mich eine gut entwickelte Grippe heimgesucht. Aber wenn ich nach dem Prinzip: Ursache und Wirkung gehe, dann bin ich es irgendwie selbst schuld. Es ist halt noch kein Hochsommer und zu wenig Kleidung muß nicht immer positive Wirkung zeigen. Nun kämpfe ich halt mit einigen Hausmitteln gegen meine Erkältung an: Tee und Honigmilch. So nach dem Motto, wenn mir Sachen helfen sollen, dann muß man mit ihnen eine Beziehung eingehen und sich mit ihnen auch unterhalten. Sie einfach bitten, daß sie ihre Heilkräfte an den richtigen Teil des Körpers schicken. Habe gar nicht gewußt wie einfach das eigentlich ist, wenn man den Sinn dafür erst einmal erkannt hat.

Ansonsten suche ich nach den verschiedensten Wegen, um meinem Leben wieder ein Ziel zu geben. Vor allem suche ich nach Ruhe und Kraft. Denn nur wenn man in Einklang mit sich selbst, seinem Leben und vor allem seinem Körper ist, darf man auf eine positive Wirkung hoffen. Man ist einfach zu sehr auf weltliche Dinge konzentriert und vernachlässigt somit sich selbst. So nach dem Motto: NUR NICHT BEWEGEN und NUR NICHT ANSTRENGEN rennt man blind durch sein Leben. Aber das ist doch einfach nicht der Sinn! Man muß jeden Tag als ein neues Geschenk betrachten und ihn zu etwas ganz besonderem gestalten. Nicht darauf hoffen, daß andere nach unserer Hand greifen und uns führen, sonder sich selbst bewegen und etwas tun.

Es ist so wunderbar und schön bewußt zu leben; aber dieses Geschenk muß jeden Tag aufs neue gepflegt werden. Nicht Stagnation, sondern Arbeit ist angesagt...


Wie die Liebe dich krönt, so kreuzigt sie dich... I
© Montag, 14.04.2003
by Gernot W. Freudenberger

Blut auf den Fließen und Kacheln
Blut auf den Kreuzen und Dornen
Blut auf dem Kopfsteinpflasters der Straße,
die sich in Windungen zu Buchenwald hochschlängelt.

Ich lege mich auf das hölzerne Kreuz
und treibe mir selbst die Nägel ein.

Warum suche ich den Schmerz,
obwohl ich ihn hasse?

Wie die Liebe dich krönt, so kreuzigt sie dich... II
© Donnerstag, 17.04.2003
by Gernot W. Freudenberger

Die Sonne
begrüßt mich mit einem Kuß.
Sie streichelt meine Haut
mit Liebe.

Ich schließe
meine Augen vor Ehrfurcht
und denke an das Leuchten
in Deinen Augen,
wenn ich vom Kreuz herabsteige
und mich von Deiner Liebe krönen lasse.

Donnerstag, 17.04.2003, 23:32 Uhr

Nur ein Sprung
© 2003
by Gernot W. Freudenberger

Da wird es niemanden geben,
der die Dinge so regelt wie du.
Der die Dinge in sich verschmelzen läßt,
daß daraus neue Formen entstehen.

Da wir des niemanden geben,
der die Gedanken so liest wie du.
Der die Gedanken analysiert,
und auf den Akkorden reitet,
die sich bilden im inneren meines Kopfes.

Ich lasse mich treiben
Gedankenlos in der Nacht
Sehnsucht
Ich rufe
Stille
Ich weiß wo du bist

Meersbrandung
Wokende Wellen
Leichtes Kräuseln auf dem Meer
meiner Tänen

Ich stehe
auf einem Fels
Ich schaue hinab
auf die See

Nur ein Sprung
Ein Lösen von der Klippe
Eintauchen
In die Tiefe fallen
Pfeilschnell
durch das Element schnellen
Kühle Feuchte umschmeichelt die Haut
Vorbei an Hai und Delphin
Eintringen
Liebe genießen

Mann, sie liebt dich!

Der runde und befleckte Vollmond
schaut mich fragend an
und die Sterne
tanzen einen Boogie dazu

Ich schnelle durch mein Element
auf der Suche nach den Händen,
die mich zärtlich streicheln.

Da wird es niemanden geben,
der die inneren Werte besser erkennt wie du.
Der die inneren Werte ans Tageslicht zerrt,
damit sie nicht in Vergessenheit geraten.

Ich schließe die Augen
und sehe dich.
Ich schließe die Augen
und fühle dich.
Ich schließe die Augen
und rieche dich.

Nur ein Sprung
Ein Lösen von der Klippe
Eintauchen
In die Tiefe fallen
Pfeilschnell
durch das Element schnellen
Kühle Feuchte umschmeichelt die Haut
Vorbei an Hai und Delphin
Eintringen
Liebe genießen

Freitag, 18.04.2003

Heute ist ein guter Tag zum Leben!

Allein diesen Satz zu schreiben genügt schon. Trotzdem euch allen einen wunderschönen Guten Morgen und 24 Stunden Sonne in eurem Inneren.

Dienstag, 22.04.2003

Frei sein
©April, 2003
by Gernot W. Freudenberger 

Ich reiße mein Inneres auf,
schleudere meine Emotionen ins Licht.
Verlasse die Dunkelheit
und streife den Ring ab,
der mich zu strangulieren droht.

Aufstehen zum letzten Gefecht.
Sich erheben im Bewußtsein.
Nicht auf Vergangenes achten.

Frei sein im Kopf.
Frei sein im Handeln.
Frei sein im Leben.

Heute ist ein guter Tag zum Leben!
Gestern bin ich zu einem Konzert der BACKDOORS nach Plauen gefahren. Zwar verrückt, aber für meinen Kopf war es schon gut. Zumal es ein sehr guter Gig (Auftritt) der Band war. Und zumal Jürgen der Sänger erkältet war, gab er einfach alles. Übernachten wollte ich zwar bei meinem Kumpel G.R. in Weimar, bin dann aber doch gegen 01:15 Uhr Richtung Hessen losgefahren. Die ersten ca. 50 - 70 KM fuhr ich nur durch Nebel und die Sichtweite betrug teilweise gerade mal höchstens 5 Meter. Es war schon brutal, diese Strecke in Angriff zu nehmen, zumal ich seit ca. 06:30 Uhr am Vortag auf den Beinen war.

Um ca. 04:00 Uhr bin ich dann wieder in Eddersheim angekommen. Helga war ganz schön erstaunt, daß ich schon wieder da war, denn sie war ebenfalls der Meinung, daß ich dort übernachten wollte. Wir hatten dann noch ein längeres Gespräch miteinander... Falsch!, denn es war mehr ein Monolog meinerseits. Ich war derjenige der etwas zu sagen hatte.

Um ca. 10:00 Uhr war ich dann wieder wach und ausgeschlafen.
Als Helga das Mittagessen bereitete, saß ich im Wohnzimmer und blätterte in einem Buch. Plötzlich überkam mich eine wahnsinnige Traurigkeit und ich mußte instinktiv an Annett denken und was ich mit meiner Sprunghaftigkeit erreicht und angerichtet hatte. Außerdem wurde mir wieder einmal schmerzhaft bewußt wie sehr ich sie eigentlich in meinem Herzen habe. Mir liefen die Tränen über das Gesicht und ich ging zu Helga in die Küche. Sie sah mich und nahm mich spontan in den Arm. Ich erklärte ihr was mit mir los war und wie sehr es mich schmerzte, was ich mit Annett angestellt hatte.

Nachmittags wurden wir dann noch zum Kaffe eingeladen und waren dann Abends wieder zu Hause. Nachdem ich mir mit Helga den Tatort angeschaut hatte, setzte ich mich nochmals an meinen PC.

In meinem Emailprogramm fand ich unter anderem auch ein Email von Annett vor. Sie bat mich, mich doch noch einmal bei ihr zu melden, da sie am nächsten Tag zu ihrer Mutter fahren wollte. Wir hatten eine Vereinbarung miteinander getroffen, daß wir als Freunde oder eine Art Bruder - Schwester miteinander verbunden bleiben. Okay, wenn jetzt der eine oder andere etwas dazu sagen will: vergeßt es! Es ist meine Entscheidung, mein Wunsch. Ich werde mir in Zukunft in nichts mehr reinreden lassen, was mein Leben betrifft. Ich muß wissen was ich will und was gut für mich ist. Ich und NICHT andere!!!

Okay, ich rief dann spät am Abend bei Annett an, und wir hatten ein sehr schönes Gespräch miteinander. Es hat mir richtig gut getan, etwas befreit über manche Dinge zu sprechen. Helga hatte ich gesagt, mit wem ich telkefonieren wollte. Es hat ihr zwar wahrscheinlich weh getan, aber sie hat es auch akzeptiert. Danke dafür...

Am Montag waren wir dann bei den Schwiegereltern zum Essen und um 14:00 Uhr trafen wir uns mit mehreren Leuten vom FCE zu einer Fahrradtour. Es war ein absolut geiles Wetter und die Sonne brannte ganz schön. Es sollen heute so bis 27 Grad gewesen sein.

Meine Stimmung war sehr gemischt. Vor allem war eine unheimliche Traurigkeit in mir, denn ich mußte andauernd an Helga und Annett denken und wie sehr ich sie in der letzten Zeit eigentlich verletzt haben mußte. Außerdem wurde mir so schmerzhaft bewußt, wie stark meine Liebe zu Annett eigentlich ist. Es tat so unwahrscheinlich weh.

Mit Helga war es ein schöner Tag. Endlich mal wieder ein fast normales Umgehen miteinander.

Nachdem wir noch mit einem Teil der Radfahrer in einem griechischen Restaurante zum Essen waren, sind wir dann wieder gegen 19.30 Uhr nach Hause gefahren.

Mittwoch, 23.04.2003
Heute ist ein guter Tag zum Leben!

Gestern habe ich noch an meiner Jimi Hendrix-Page gearbeitet und diese Homepage einer bestimmten Person gewidmet. Dazu habe ich auch eine Extra Seite geschaffen.

Heute hab ich nun wieder einen Termin bei meinem Physiotherapeuten. Morgen muß ich wieder zum Zahnarzt. Außerdem brauche ich noch einenTermin beim Urologen... Ja ja, ich weiß, aber ganz ist an mir trotzdem noch einiges.

Montag, 28.04.2003
Heute ist ein guter Tag zum Leben!

Hallo und hier bin ich mal wieder.

Danke auch für die zahlreichen Ermunterungen, daß ich mein "Tagebuch" weiterführen soll. Na ja, wird auch der ein oder andere Voyeur dabei sein, aber so steht es geschrieben, so soll es geschehen.

Vorne weg:
es hat mich sehr gefreut, daß Du den Eingang gefunden hast.

Am Freitagabend war ich mit Helga im Nachbarort Flörsheim zu einem Concert eines Flamenco-Gitarristen. Es war absolut geil und ich bin total weg geflogen. Hatte lange kein Concert dieser Art mehr besucht und, ich wiederhole mich: es war genial. Bin total abgetreten und habe eine innere Reise nach der anderen unternommen.

Gestern haben wir mit dem FC Eddersheim die größte Niederlage seit Jahren bezogen. Mit 7:0 kamen wir im Meisterschaftsspiel der hessischen Landesliga Mitte beim Ligakonkurrenten SV Zeilsheim unter die Räder.

Am kommenden Donnerstag, den 01. Mai werde ich nun meine CD neu besprechen. Habe da zu mit Bodo von der Band FOREST einen Termin vereinbart. Er hat auch ein tausendmal besseres Equipment. Außerdem spielt er dann ja noch die Musik da zu. Bin mal gespannt. Meine selbst produzierte CD war ja nicht so gut, denn teilweise war sie total übersteuert und die Musik im Hintergrund paßte auch nicht gerade da zu. Auch war kein's der Gedichte durch eine Pause getrennt oder ließ sich einzeln anspielen. Das soll nun alles besser werden.

Gesundheitlich:
geht es zur Zeit up and down. War in den letzten Jahren, Monaten und Wochen doch etwas zu viel. Und ich arbeite täglich an meiner Reha, was aber eine unbeschreibliche Kraft kostet. Bin da zu sehr viel in der Natur und in den warmen Gewässern eines nahen Thermalbades.

Die Leberwerte waren in der letzten Zeit auch nicht gerade berauschend, was aber auch kein Wunder war, denn die Seele ist zum großen Teil der Auslöser für Krankheitsschübe. Man sagt ja nicht umsonst: in einem gesunden Körper wohnt eine gesunde Seele...

Ich grüße alle die mich mögen und wünsche ihnen ALLEN einen wunderschönen Tag.

Die mich nicht mögen, wünsche ich auch einen wunderschönen Tag und vielleicht seht ihr mal nicht nur das Aüßerliche. Innerlich bin ich sehr nett, aber das muß jeder für sich selbst entdecken..

Tagebuch Mai 2003

Dienstag, 06.05.2003

Heute war ein guter Tag zum Sterben

Nein, nein, keine Suizidgedanken oder etwas ähnliches. Aber einer der brutalsten Tage meines Lebens. Warum? No komment!!!

Mittwoch, 07.05.2003

Heute morgen bin ich wieder nach Hause zurückgekommen. Hatte einfach keinen Bock mehr in einer fremden Stadt herumzuhängen, außerdem ist mein Leben auch wieder in ruhigeres Fahrwasser eingebogen. Und ich denke: es ist gut so für alle.

Danke Julia, daß Du mich gestern noch einmal angerufen hattest. Es war gut, Deine Stimme zu hören. Alles andere klären wir unter vier Augen. Ich liebe Dich!

Hi Aleco, paß auf das Mädchen auf...

Samstag, 10.05.2003 , 01:17 Uhr

Rückblick auf meine Fahrt nach Weimar:

Mein Herz hat mir einfach empfohlen diese Fahrt zu unternehmen, denn ich hatte die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es doch noch und trotz aller "Dummheiten" meinerseits ein Happyend für uns beide geben konnte. Daran hatte ich die ganze Zeit über geglaubt und gehofft.

Als wir dann am Bärenhügel, diesem Hühnengrab, waren, empfand ich die Sinnlosigkeit meiner Hoffnung immer mehr. Allein schon auf dem Weg dorthin, von dem Platz wo wir das Auto abgestellt hatten bis zu dem Hühnengrab selbst war es eigenartig. Als ich Annett fragte wo wir hingehen würden, sagte sie nur "Etwas begraben". Ich dachte daran, daß ich eine Kette, einen Ring oder ein Armband vergraben sollte; irgend etwas das für mich von Bedeutung war. Aber sie hatte es in diesem Moment schon gewußt, was nachher passierte. Wir liefen ziemlich langsam, wie unter einer großen Bürde. Diesen Eintrug hatte ich öfters. Und dann kam plötzlich noch etwas anderes da zu: mir kam es vor, als ginge ich zu meiner eigenen Hinrichtung. Am Bärenhügel selbst war die anfangs schon erwähnte Hilflosigkeit überall um mich herum zu spüren. Man konnte sie fast greifen. Aber in diesem Moment geschah auch etwas anderes mit mir; ich erkannte mit aller Macht, mit aller Brutalität und Offenheit, wie sehr ich diese Frau eigentlich liebte. Es war nicht ein Gefühl, das vielen Gefühlen in ähnlichen Situationen gleich war, sondern es war eine unbeschreibliche innere Kraft, die mir die Bestätigung für diese Liebe gab. Ich war bereit ALLES, aber auch restlos ALLES für diesen geliebten Menschen auf zu geben. Ich war bereit für diese Liebe zu kämpfen und sie fest zu halten bis in den Tod. Aber ich erkannte auch, daß ich mit bloßen Händen nach den Sternen griff. Egal wohin ich auch meine Arme streckte, es gab nur Leere. Ich versuchte mit all meiner inneren Kraft und mit all meiner letzten Verzweiflung um diese Liebe zu feighten. Aber ich kam nicht mehr durch zu ihrem Herz. Und ich erkannte meine vergangenen Chancen mit aller Brutalität. Schonungslos und mörderisch schlug mir die Wirkung in die Fresse, von der ICH die Ursache gesetzt hatte. In diesem Augenblick erkannte ich auch zum ersten Mal, wie sehr Annett eigentlich gelitten haben mußte, nachdem ich die Tür ein letztes Mal hinter mir geschlossen hatte.

Wir verließen dann den Bärenhügel und fuhren zurück in ihre Wohnung. Dort waren die Kinder und Marina, die ich in diesem Moment bestimmt nicht gebrauchen konnte. Aber sie war da. Und sie war auch den ganzen Abend da. Vielleicht war es doch gut so?! Es war ein sehr eigenartiger Abend. Annett ließ sich küssen und schmiegte sich auch an mich. Dann war sie wieder Lichtjahre weg. Es war ein ständiges Kommen und gehen. An diesem Nachmittag und Abend weinte ich aber nicht so viel, denn ich wollte es vor Marina nicht so zeigen.

Später dann, nachdem ich wieder zu Gerd gefahren war, weil Annett und Marina schlafen wollten, waren meine Gedanken immer wieder zu ihr zurück gekehrt. Und ich weinte still in mein Kissen.

Am nächsten Morgen fuhr ich sie dann in die Zeichen- und Malschule. Ich empfand ihre Nähe im Auto als ein Geschenk. Ich war angetan von ihrer Nähe und ich fühlte mich wahnsinnig glücklich. Auch Mittags, nachdem die Stunden wie Jahre dahin tropften, und ich sie wieder abgeholt hatte, war ein so unglaublich warmes Gefühl in mir, daß ich sogar zeitweise ihr NEIN vergessen konnte. Hoffnung keimte auf. Zumal es unsagbar schön war, bevor wir Vivien abgeholt hatten. Marina war Morgens in ihre alte Wohnung in Bayern gefahren, um ihren Umzug nach Weimar zu organisieren wie ich verstanden hatte. Wir lagen auf dem Bett und Annett erwiderte dabei sogar meine Küsse und Streicheleinheiten. Auch als wir zum Kindergarten und mit Vivien wieder zurückgingen war ich innerlich teilweise sehr ruhig, aber andererseits riß es mir vor der endgültigen Trennung fast das Herz aus dem Leib. "Bitte, lieber Gott, hilf mir! Laß es nicht zu Ende gehen! Laß sie mir noch eine allerletzte Chance geben!", war mein innerliches Flehen. Doch es sollte nicht erhört werden.

Nachdem die Kinder im Bett waren wurde die Stimmung zwischen uns immer unerklärlicher. Ich spürte in meinem Herzen wie sich Annett immer mehr zurück zog. Wie sie sich teilweise sogar da zu zwang. Ich versuchte ihr einiges zu erklären, aber ich hatte das Wissen, daß ich sie nicht mehr erreichte. Eiseskälte breitete sich in mir aus. Julia rief mich auf meinem Handy an. Es war schön, daß sie gerade in dem Moment anrief, wo ich Schwierigkeiten bekam, Annett einen Grund für mein Weglaufen zu geben. Julia spürte sofort, in welcher Stimmung und Verzweiflung ich sein mußte.

Nach dem Gespräch mit Julia versuchte ich es immer und immer wieder Annett meine Liebe zu zeigen. Ich massierte sie, Ihren Rücken, ihre Beine, ihre Füße. Ich küßte ihre Zehen und Füße mit der Vorstellung und dem Wunsch "He, Du, spüre es doch, daß ich Dich liebe." Aber sie hat es auch bestimmt auch so erkannt, aber sie ließ es nicht mehr in ihre Seele. Immer wieder wurde ich von Weinkrämpfen geschüttelt.

Eine letzte Hoffnung hatte ich, als ich sie auch an ihrem Po, ihren Brüsten und ihrem Musenmund streicheln durfte. Sie streichelte sogar mich und sie erwiderte auch meine Küsse. Sie streichelte meine Brustwarzen, meinen Penis und nahm ihn sogar in die Hand. Sie ließ es sogar zu, daß ich meine Finger in ihren Schoß schob. Sie ließ es sogar zu, daß ich mir meine Hosen auszog, meinen Slip und in sie eindrang. Sie ließ es sogar zu, daß sie sich auf mich drauf setzte und mich ritt. Sie ließ alles zu, außer das ich sie mit meinem Mund und meinen Lippen und meiner Zunge berührte.

Ich schwamm in einem Meer der Glückseligkeit, denn ich glaubte in diesem Moment daran, daß ich eine allerletzte und klitzekleine Chance bekommen hätte. Aber mitten in ihrer Bewegung stoppte sie plötzlich abrupt, schaute mir tief und durch dringlich in die Augen, weinte plötzlich mit lauten Schluchzen und unter Schütteln ihres ganzen Körpers, hielt mit dem Weinen inne, schaute mir wieder in die Augen und sagte:" "Früher war es Liebe, heute ist es Ficken!!!"

Rummmmmms! Der Schlag saß! Wie mit einer irrsinnigen Brachialgewalt schlug er in mein Herz. Breitete sich in meinem Körper aus, einen brennenden und glühenden Feuerschweif hinter sich herziehend. Ich konnte mich nicht bewegen. Wie gelähmt lag mein Körper auf der Matratze. Ich suchte den Kontakt mit ihren Augen. Fand ihn. Leere. Weites Entfernen. Trostlosigkeit. Ich wollte schreien. Aber es löste sich kein einziger Laut von meinen Lippen.

Annett erhob sich von mir, zog ihre helle Strickjacke an und sagte: "Ich möchte, daß Du jetzt bitte gehst!" Wumm! Der zweite Schlag, der mich mitten in den Verstand traf. Ich war wie betäubt, als drückte mich eine riesige Faust auf die Liegestätte. Wie unter Trance erhob ich mich, zog mich an. Innerlich zerissen. Mich sinnloses Zeug fragte. Nichts begriff. Nichts verstand. "Warum tust Du mir so weh?", fragte ich mich ein nach dem anderen Mal. Keine Antwort! Nur Leere.

Nachdem ich gegangen war löste sich mein Inneres auf in einem Meer aus Tränen. Ich fuhr zu Gerd, packte meine Sachen und fuhr nach Eddersheim zurück. wEs war eine der brutalsten Fahrten, die ich je unternommen hatte. Weinkrämpfe schüttelten mich, ständig schrie ich Annetts Namen und weinte... weinte... weinte. Ich fuhr mehrere Raststätten und Parkplätze an. Wollte mich sammeln. wollte erst später fahren. Aber es ging nicht. Irgendetwas trieb mich immer wieder auf die Autobahn. Ich fuhr was der Wagen hergab. Vieles war mir egal. Ich wollte nur diesen Schmerz nicht mehr haben. Aber je weiter ich von Weimar wegfuhr, um so stärker wurde er.

Was mich fast wahnsinnig machte war die Gewißheit, daß ich Annett liebte. Ja, ich liebe sie mit all meiner Kraft, mit meinem Verstand, mit meinem Leben...

Am Dienstag Abend ging ich dann mit Julia in ein Lokal, nachdem wir noch zuvor auf einer Sitzung des FC Eddersheim waren, die mich aber in keiner Weise interessierte. Ich war nur traurig und voller Schmerz. Meine Gedanken drehten sich nur um eine einzige Person: Annett.

Ich erzählte Julia dann die ganze Geschichte. Mit allem drum und dran.

Sonntag, 11.05.2003, 04:12Uhr

<520025683695-0001@T-Online.de> schrieb am 10.05.03 23:52:07:
>
> <g.w.freudenberger@email.de> schrieb:
> >
> > Guten Morgen, Du Liebes Du...
> >
> > Es war sehr schön mit Dir gestern zu paudern.
> > Ich liebe Deine Stimme und Deine Nähe und...
> >
> > Ich wünsche Dir und den Kids einen wunderschönen Tag mit viel Sonne in Deinem Herzen.
> >
> > Meine Tränen tropfen auf den grauen Asphalt
> > und vermischen sich mit dem Straub der Vergangenheit.
> > Oh, könnte ich doch nur
> > die Uhr zurückstellen.
> >
> >
> > Strebe nicht nach der Welt,
> > verliere nicht deine Seele.
> > Weisheit ist besser als Silber und Gold.
> >
> > In diesem Sinne,
> > Gernot

So lautete mein gestriges Email an Annett. Ihre Antwort:
>
> Gute Nacht, Du ...
>
> ich hoffe du hattest heute wenigstens einen wunderschönen Tag.
>
> Träume ...
>
> Ich denk an dich, annett !
>

Nein, hatte ich nicht; ich meine den wunderschönen Tag, denn meine Gedanken sind nur bei ihr. Ich liebe sie so unendlich, daß ich daran zerbreche, weil alles so sinnos erscheint. Ich hätte es nie für möglich gehalten, daß Leid so sschlimm sein kann. Aber Annett hat ja selbst mehrmals wiederholt gesagt: "Du bist noch nicht ganz unten!" Was immer das auch bedeuten mag, ich halte es nicht mehr aus ohne sie zu sein. Ich denk an dich, annett ! schrieb sie unter das oben kopierte Emil. Ja, es sollte mir genügen. Ich sollte mich glücklich darüber schätzen. Ich sollte damit zufrieden sein. Ich sollte ihr dankbar sein, daß sie sich noch mit mir beschäftigt und es zuläßt, daß ich sie bei allem was ich ihr angetan habe, noch kontaktieren kann. Aber es ändert alles nichts daran, daß ich sie liebe. Am schlimmsrten ist für mich die Vorstellung, daß sie auch weiß, daß wir miteinander glücklich geworden wären. Denn das hat sie mir früher zu oft gesagt. Wir wissen es beide. Und trotzdem ist alles so hoffnungslos für mich, denn ich habe alle Chancen nicht genuzt und im Ziellauf versagt. Und ich bin nun eben dazu verdammt, mein Schicksal zu tragen. Nicht verdammt durch sie, sondern durch meine eigene Dummheit. Aber trotzdem weiß ich, daß ich sie glücklich machen könnte. Ich würde ihr alle Freiheiten für ihre Hobbies lassen, würde mich intensiv um die Kids, die Wohnung und alles Drumherum kümmern. Und vor allem: würde ich sie lieben mit einer Kraft, die nicht von dieser Welt ist. Ich würde ... Scheiße!!! Wach auf, Gernot! ... ... ... Ich weine...

Sonntag, 11.05.2003, 05:12Uhr

Seit ich mit Julia gesprochen hatte, geht es mit mir seelisch immer mehr bergab. Ich habe Julia erzählt wie tief mein Gefühl zu Annett ist. Wie sehr ich sie wirklich liebe. Aber auch wie sinnlos es ist, Annett diese Liebe zu gestehen, denn die Chancen sind vertan. Auch wenn sie mir immer wieder sagt, daß sie weiß, daß ich sie liebe. Oh, Gott, wenn es Dich wirklich gibt: hilf mir!!! Sie weiß es doch! Alles was ich hier schreibe, all meine Gedanken, all meine Gefühle, all meine Wünsche kennt sie doch. Sie könnte sie sogar körperlich fassen, denn sie muß doch das Feeling in ihrem Herzen spüren, welches mein Inneres nach außen schleudert. Sie muß doch den Salzgehalt meiner Tränen in der Luft schmecken, die der Wind mit sich fortträgt.

Sonntag, 11.05.2003, 12:38 Uhr

Nach dem Erhalt eines bestimmten Emails:

Ich bin unfähig zu denken, zu weinen, zu schreien... ich beginne nur zu leben und laufe in den Stahlenglanz des Lichtes.

... Da wird es niemanden geben,
der die inneren Werte besser erkennt wie du.
Der die inneren Werte ans Tageslicht zerrt,
damit sie nicht in Vergessenheit geraten.

Ich schließe die Augen
und sehe dich.
Ich schließe die Augen
und fühle dich.
Ich schließe die Augen
und rieche dich.

Nur ein Sprung
Ein Lösen von der Klippe
Eintauchen
In die Tiefe fallen
Pfeilschnell
durch das Element schnellen
Kühle Feuchte umschmeichelt die Haut
Vorbei an Hai und Delphin
Eintringen
Liebe genießen
(Aus meinem Gedicht:
Nur ein Sprung)

Samstag, 17.05.2003

Gestern hatte ich wieder mal meine Nachsorgeuntersuchung. Die Nachwirkungen der eingesprizten Substanzen (Kontrast-, Beruhigungs- und Allergiemittel) haben wie immer meinen Körper ziemlich aufgewühlt. Aber es war noch nie so schlimm wie dieses Mal. Zumal ich einen Glücksbringer, den mir ein mir sehr lieb gewordener Mensch per Emailanhang geschickt hatte, nicht öffnen konnte. Aber es paßt alles so nahtlos in die letzte Zeit. Auch hatte ich noch nie eine derartige stark spürbare Angst vor einer Untersuchung wie vor dieser. Es ist wie so eine dumpfe Vorahnung.

Ich habe in der vergangenen Zeit auch schon des öfteren darüber nachgedacht, ob ich nicht die ganzen Nachsorgetermine einfach canceln soll; aber meine Onkologin hat mir davon abgeraten. Es sei einfach nicht gut, meinte sie, weil man dann - wenn sich wieder Krebszellen gebildet haben - eventuell zu spät erst reagieren könnte. Aber andererseits geht mir das alles auch ziemlich stark an die Substanz.

An diesem Wochenende soll auch meine CD so weit fertig sein, daß sie nur noch abgemischt werden soll. Bin ja mal gespannnt was sich da Bodo so alles einfallen lassen.

Samstag, 17.05.2003, 23.14 Uhr

Habe mit mir sehr lange darüber gerungen, ob ich diese Seite so stehen lassen soll wie sie ist.

Ja!!! Und ich werde auch nichts daran ändern.

Vieles habe ich schmerzlich lernen müssen, vieles habe ich schmerzlich erfahren müssen. Aber wenn man sich ändern will - und das ist ein entscheidender Punkt den ich gelernt habe - , kann man sich nicht wieder mit einem Bruch eines Versprechens aus der Verantwortung ziehen. Und für dieses Versprechen habe ich alles aufgegeben was mir von Bedeutung war. Auch die Chance auf meine Liebe. Vielleicht sogar auf mein Glück. Aber ich muß wieder meine Selbstachtung finden und daran arbeiten, daß ich immer nur ich selbst bin und niemand anders. Auch der "2. Teil" in mir, der mir so oft negativ in mein Leben gepfuscht hat, soll der Vergangenheit angehören. Ob es mir gelingt wird die Zukunft zeigen.

Um meiner Selbst Willen habe ich alles aufgegeben was mir wertvoll und wichtig war. Auch meinen Glauben an gemeinsames Glück. Doch ich möchte mir morgens immer und immer wieder in die Augen schauenn und mir sagen können: Gernot, wenigstens hast du dein Wort gehalten.

Ich habe von Dir, Wolfkristall, so viel gelernt, habe gerade in der letzten Zeit so viel begriffen, und verstanden, das es meiner Zukunft nur gut tun kann.

Was ich bis jetzt noch nicht verstanden habe ist, warum sich das Ontarijon nicht öffnen ließ. Aber vielleicht gehört es wirklich zu meinem Karma und es sollte einfach so sein. Wer kann es heute schon beurteilen???

Vielleicht verbindet uns irgendwann in diesem Leben wieder eine Freundschaft. Vielleicht auch nicht, weil ich Dir zu weh getan habe und Du den Glauben an meine Person aufgegeben hast. Ich kann es heute nicht beantworten. Aber wer kann das überhaupt???

Auf jeden Fall bist Du der Mensch, der entschieden da zu beigetragen hat, daß ich einiges begriffen und gelernt habe. Und da für danke ich Dir aus tiefstem Herzen. Ob Du den Dank annimmst vermöge ich nicht zu sagen, aber ich würde mich sehr darüber freuen...

Montag, 19.05.2003

Mich kotzt das alles so unendlich an...

Bullshit !

Scheinbar werde ich nie erwachsen. Aber was soll's... "Rien ne va plus" - Nichts geht mehr. I'm so sad!

Habe jetz jemanden im Internet kennengelernt, der eine der größten Jimi Hendrix-Sammlung im deutschen Raum sein eigen nennt. Darunter sogar Concerte in absoluter Soundqualität, die es sonst nicht auf dem Markt gibt. Auch einen 80 Minuten Film auf DVD über das Concert von Jimi in der Royal Albert Hall am 24.02.1969. Den werde ich demnächst in meinen Händen halten. Ich freue mich wahnsinnig! Dazu brennt Frank mir noch die folgenden CDs:

1. die kompletten Winterland Konzerte ( 6CDs - Soundboardaufnahmen ),
2. die kompletten Band Of Gypsys Konzerte - Neujahr/Silvester 1970 ( 5CDs - meist vom Soundboard )
3. die kompletten Sessions aus den TTG Studios 1968 ( 4CDs ),
4. alle Studiosessions 1970 (11CDs )
5. ein Konzert der Ex -Band Of Gypsys mit Buddy Miles, Drums, Billy Cox, Bass und Randy Hansen, Gitarre. Starkes Konzert und guter Klang (1 CD vom Soundboard!)

Er hat mir auch einen Link zu einem Norweger geschickt, der wahrscheinlich die größte Privatsammlung überhaupt hat. Ist schon genial was da für CDs aufgelistet sind.

Mittwoch, 21.05.2003

Gestern war Julia zu Besuch bei mir. Wir haben wie immer sehr viel gequatscht, obwohl ich nicht so viel erzählte wie sonst. Habe ihr dann noch meine selbstaufgenommene CD vorgespielt. Sie fand sie gut, obwohl ich ihr erklärte, daß die Aufnahme total übersteuert sei. Aber das schien ihr teilweise egal zu sein. Auch sie sagte, daß ich eigentlich eine sehr angenehme Stimme hätte und ich damit auch Märchen-CDs für Kinder besprechen könnte. Hört! Hört! Was so alles in mir schlummert...

Mit Bodo hatte ich heute auch mal gesprochen um zu erfahren, wie weit er mit meiner CD sei. Er teilte mir mit, daß er es vielleicht bis zum Weekend schaffen könnte. Er hätte aber trotzdem noch einiges zu tun. Er will aber auch das Projekt so bald als möglich zu Ende bringen.

Ansonsten geht es mir so lala... In unserer Beziehung bekomme ich scheinbar auch keinen Fuß mehr auf den Boden. Es klappt einfach nicht mehr und ich kann und will es hier aber auch nicht näher erklären. Habe schon genug Streß deswegen gehabt, daß ich hier mit manchen Dingen so freizügig im Internet umgehe. Aber ich stehe immer noch auf dem Standpunkt, daß eine Autobiographie in Buchform auch nichts anderes darstellt...

Meine Nachsorge erbrachte kein neues Ergebnis. Keine Metastasen... Kein Krebs... Nur die Leberwerte sind nicht in Ordnung. Zu hoch.

Morgen werde ich dann wieder mal in die Uniklinik fahren, wo ich in der Leberabteilung um 09:00 Uhr einen Termin habe. Da war ich ja nun schon auch eine Ewigkeit nicht mehr. Präziser formuliert seit meinem Darmkrebs im letzten Jahr. Auch mein Vertrauensarzt Dr. med. von Wagner ist ja nun auch nicht mehr dort. Er ist in die Uniklinik nach Homburg /Saar gegangen. Bin nun mal auf meine neue Ärztin gespannt und ob ich zu ihr auch so ein Vertrauensverhältnis aufbauen kann. Ich werde es sehen!

Ansonsten grüße ich Euch Menschen alle da draußen in dieser Welt. Den einen mehr, den anderen weniger, aber einen ganz besonders...

Samstag, 31.05.2003

Hello und Guten Abend ihr alle da draußen...

Ich habe einen aufgeblähten Bauch und Wasser in den Beinen. Ist doch geil diese Zusammenstellung oder?

Gestern war ich mit ein paar Kolleginnen und Kollegen aus der Firma auf der Trauerfeier eines verstorbenen Arbeitskollegen in Rüdesheim, den ich auch als Schwerbehindertenvertreter betreut hatte. R. wurde auch nur 53 Jahre alt nach 2 Herzinfarkten.

In solchen Momenten hinterfragt man sich dann halt immer mal wieder welche Bedeutung das Leben eigentlich hat. Aber eine Antwort auf diese Frage kann man sich nur immer selbst geben. Wer auch sonst sollte es tun?

Die vergangenen Tage frage ich mich auch des öfteren, ob die ganze Umgebung hier (Flughafen, Höchst AG - oder was davon noch übrig ist -, Opelwerke in Rüsselsheim und... und... und... auch etwas mit meinem Gesundheitszustand in Verbindung gebracht werden kann. Ich meine damit, was da für ein Dreck, Schmutz und "saurer Regen" auf uns niederprasselt kann doch alles andere als positiv für uns sein. Es sind schon einige die ich hier in unserem Ort kenne, die an Krebs erkrankt sind oder Krebs hatten. Irgendwie beunruhigt mich das schon alles immer mehr. Wenn ich allein daran denke - auch gerade weil ich dort fast 10 Jahre gearbeitet habe -was der Frankfurter Airport einen Dreck produziert, kann es einem schon ganz komisch werden. Dazu die vielen Starkstromüberlandleitungen, die Mülldeponien etc. und etc.

Tagebuch Juni 2003

Freitag, 27.06.2003

Heute ist nun mein 53. Geburtstag...
Eigentlich ein Tag wie jeder andere auch, wenn da nicht 1998 ein paar gewisse Umstände da zu gekommen wären, die so einen Tag immer wieder in einem bestimmten Licht erscheinen lassen. Diese Umstände tragen in der medizinischen Bedeutung die Namen Krebs oder Karzinom.

Vielleicht wäre es nun schon der "5. Nicht-Geburtstag", wenn ich nicht so guten Medizinern in die Hände gefallen wäre und man meine "Krankheit" immer noch rechtzeitig entdeckt und operativ entfernt hätte.
Vielleicht wäre ich schon wieder als Reinkarnation irgendwo existent.
Vielleicht würde ich noch in der Hölle schmoren oder zur Rechten Gottes sitzen.
Vielleicht säße ich auf einem weißen Wölkchen, würde Manna saufen und Hossianna singen.
Vielleicht wäre ich Roadie bei der BAND OF HEAVEN mit Jimi Hendrix (wer kennt ihn nicht???), Frank Zappa (Mothers of Invention) und Brian Jones (Rolling Stones) an der Gitarre, John Bonham (Led Zeppelin) und Keith Moon (Who) an den Drums, Noel Retting (Jimi Hendrix Experience) und Cliff Burton (Metallica) am Bass, Jim Morrison (DOORS) als Leadsänger, begleitet im Backgroundchor von Mama Cass Elliot (Mamas and Papas), Janis Joplin (wer kennt sie nicht???) und Maria Callas (weltbekannteste Operndiva) und würde unzählige Engelgroupies ficken.
Vielleicht würde ich aber auch nur noch einfach LEBEN, weil mein Überlebenswille noch zu groß ist, als das ich mich aufgeben würde. Und das ist der augenblickliche Fall: ICH LEBE!!!

Aus diesem Grund hat auch jeder Geburtstag für mich eine ganz besondere Bedeutung, obwohl mir an sonsten diese Tage der Geburt ziemlich am Arsch vorbei gehen, denn sie sind eigentlich nichts anderes als ein sichtbares Zeichen oder Mahnmal der Vergänglichkeit unserer irdischen Existenz.

Am Dienstag, 24.07. erhielt ich von A. ein Email, welches mich emotionell sehr in die Tiefe riß. Möchte aber über den Inhalt hier nichts weiter verlauten lassen. Nur so viel da zu: Werde versuchen, daß ich meine Beziehung zu H. wieder in den Griff bekomme und das unsere Beziehung doch noch zu kitten ist. H. gibt sich sehr viel Mühe und hat auch bestimmt zwischenzeitlich einige Dinge individuell aufgearbeitet. Wir werde sehen...

An H. möchte ich folgende Worte richten: Du weißt, das ich nicht gerade zu den einfachsten Menschen auf diesem Planeten gehöre und das mein Leben gewaltige Zick-Zack-Kurven schlägt. Du warst immer für mich da, hast immer zu mir gehalten und mir auch in manch schweren Situation Trost gegeben. Ich achte und liebe Dich auf eine Art und Weiße, die nur Du kennst. Danke...

Möchte hier aber auch noch einige Worte an Wolfkristall richten:
ich bin glücklich und froh Dich kennen gelernt zu haben. Du gehörst zu den wunderbarsten Menschen die ich in diesem irdischen Dasein getroffen habe, und Du wirst bis zu meinem letzten Atemzug immer einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen bewohnen. Du weißt WIE ich Dich liebe.

Am Dienstag, 01.07. fahren H. und ich nun mit dem Zug nach Berlin und wollen noch eine Woche Urlaub zusammen verbringen.
Wir werden uns auch mit einigen DOORS-Fans in der SEELENKÜCHE (einer Lokalität in Berlin, die extra von einem Jim Morrison-Fan eröffnet wurde
www.seelenkueche.de ) treffen, die ich im Internet kennen gelernt habe, und wir werden dann alle zusammen am 05.07. ein Konzert der BOOTLEG DOORS ( http://bootlegdoors.nl )aus den Niederlanden besuchen, die zu den besten DOORS-Coverbands überhaupt gehören.

Okay, für heute.

Euch allen einen tierisch geilen Tag...

Dienstag, 24.06.2003

Am vergangenen Freitag sind wir aus Mallorca zurück gekommen. Abgesehen von meinem geliebten Meer, den Fahrten mit dem geliehenen Auto und ein paar wenigen anderen Dingen war der Urlaub diesmal nicht so erholsam und schön für mich.

Ich hatte vor, diese Woche auch da zu zu nutzen, mit mir und meiner momentanen Lebenssituation ins Reine zu kommen und mir über einige Sachen Klarheit zu verschaffen. Aber das ließ sich leider nicht so hinbiegen wie ich es mir vorgenommen hatte. Zu tief ist die ganze emotionale Beziehung zu zwei Menschen, die mir wahnsinnig viel bedeuten und ein Teil meiner Existenz geworden sind. Und es macht mich so unendlich traurig mit ansehen zu müssen wie H. unter der ganzen Geschichte leidet. Wie sie sich verändert und fast ihre ganze Fröhlichkeit verloren hat. Das habe ich alles nicht gewollt! Es beschäftigt mich ungemein und macht mich auch unsagbar traurig.

Diese ganze Situation hat auch da zu geführt, daß ich diesmal in Mallorca mehr getrunken habe, als es eigentlich gut für mich ist. Mir ist klar, daß ich da mit meiner so wie so schon geschädigten Leber absolut keinen Freundschaftsdienst erwiesen habe und es gibt auch nicht die geringste Ausrede oder Entschuldigung da für. Aber so kann es auch nicht weitergehen, denn es ist ein Suizid auf Ratenzahlung. Und wie hat A. gestern so treffend in einem SMS geschrieben "Lebe, Gernot. Lebe". Ja, Du hast ja so recht mit diesen drei Wörtern. Denn wenn ich mein Leben nicht bald in ruhigere Gewässer lenke, gehe ich daran kaputt und reiße vielleicht sogar noch andere mit in diesen Strudel.

Eigentlich ist das Leben so eine wunderschön geile Angelegenheit, daß man allein schon durch das Wandern in der Natur einen Orgasmus nach dem anderen haben könnte, wenn man seine Augen öffnet und sehend durch die Welt geht. Und genau da will ich wieder hin. Ich kann nicht mein ganzes weitere Leben im Tal der Melancholie, der Traurigkeit, der Zweifel und Tränen verbringen, sondern ich muß endlich mal wieder meinen Kopf über das Wasser und Ausschau nach dem Ufer halten.

A. sagte mir heute morgen am Telefon, daß ich mir einen Platz suchen soll, der mir meinen Frieden wiedergibt. Ich denke, daß ist ein sehr guter Vorschlag, den ich auch unbedingt beherzigen möchte. A. hat diesen Platz in einem kleinen Ort in Thüringen gefunden, den sie mir an Pfingsten zeigte. Und er ist wunderschön, voller Frieden und Harmonie. Ich denke schon, daß es hier in meiner Umgebung auch ein solches Plätzchen finden läßt, daß allein für mich da ist und wo ich relaxen und Kraft sammeln kann.

Ich muß leben!!!

Samstag, 21.06.2003

Unten am Meer
© 19.06.2003 by Gernot W. Freudenberger,
geschrieben in Mallorca

Weißt du,
ich saß unten am Meer
auf einem Fels,
der so bizarr war
wie der Schlag meines Herzens.
Meine Gedanken
schaukelten auf der See,
eingeschlossen in einer leeren Flasche.

Weißt du,
ich saß unten am Meer
auf einem Fels,
der so zerrissen war
wie die Kristalle miner Tränen.
Meine Erinnerung
tauchte in die Tiefe,
gefangen in untergegangenen Galeeren.

Weißt du,
ich saß unten am Meer
auf einem Fels,
der so uralt war
wie der Samen meiner Zeugung.
Meine Liebe
segelt auf den Wellen,
von einem goldenen Mond gegrüßt.

Weißt du,
ich saß unten am Meer
mit meiner Melancholie,
meinem Schmerz
und meiner Trauer.

Weißt du,
ich saß unten am Meer,
mit meiner Hoffnung,
den Hafen zu errreichen,
bevor der Ozean
alles verschlingt.

***** *** *****

Und alles für Gold
© 18.06.2003 by Gernot W. Freudenberger,
geschrieben in Mallorca

Blaue See
Stille See
Tote See.

Fische im Element,
von Harpunen durchbohrt.
Krebse an auf dem Sand,
von der Sonne getrocknet.

Vollmond am Himmel,
von Wolken getrübt.
Sterne am Firmament,
von Tränen gelöscht.

Weiße Gischt begattet den felsigen Strand,

während der runde Mond
seine Strahlenpfeile in mein Herz bohrt.

Das Meer lockt
Das Meer ruft

Das Meer erzählt
von antiken Schlachten
auf brodelnden Wellen.

Das Meer berichtet
von Piraten, Wikingern und Verrückten.

Das Meer klagt an
die Monster der Menschheit,
die Afrikaner aus ihrer Heimat rissen,
um sie als Sklaven an Weiße zu verkaufen.

Kannst du sie nicht hören,
die Schreie der braunen und schwarzen Menschen,
die an Ketten zerrten,
als das Meer sich über ihnen schloß?

Untergehen
Sterben
Brechende Augen
in qualvoller Angst.

Braune Schwänze
die niemals gezeugt.
Rosane Scheiden
die niemals gebaren.

Gefangen für Weiße
Verschleppt für Weiße
Verreckt für Weiße,
und alles für Gold.

Mittwoch, 11.06.2003

Neuer Monat, neuer Eintrag..

Am Freitag vor Pfingsten bin ich direkt von der Arbeit aus nach W. gefahren, weil ich mit A. einiges unternehmen wollte. Die Fahrt war ziemlich anstrengend, denn es war drückend heiß und außerordentlich schwül. Die Klamotten klebten am Körper und die leicht geöffneten Fenster des Fahrzeuges brachten auch keine Kühlung. Das einzig Gute an der Fahrt war, daß es - abgesehen von ein paar Baustellen - auf der Autobahn kaum oder fast gar keinen Stau gab, so daß ich doch recht zügig durchfahren konnte. So kam ich Punkt 13.00 Uhr in W. an, wo ich A. an ihrem Arbeitsplatz abholte.

Am Samstag Abend waren wir auf dem "Barbarossaturnier" auf Schloß Neuenburg zu Freyburg wo wir uns die Band CORVUS CORAX anschauten (ein Klick auf den Namen führt automatisch zur Homepage der Band):

CORVUS CORAX - die Könige der Spielleute:
Als im Dezember 1989 zwei Musiker erstmals unter dem Namen Corvus Corax auf der Bühne standen, war das nicht nur die erste „Neue Deutsche Mittelalterband“ nach dem Fall der Mauer. Die Grundlagen für das, was da auf die Welt zukommen sollte, waren schon "Ante Casu Peccati“ –vor dem Sünden- (Mauer-) fall - gelegt. Was als Duo begann, schloss sich schnell mit "Zumpfkopule“ zur "Congregatio“ und zum Quintett zusammen und erregte allerorts Aufsehen. Als sich 1992 die Stammbesetzung endgültig formiert hatte und damit die "Tempi Antiquii“ – die Alten Zeiten - vorbei waren, war der Name Corvus Corax in der Mittelalterszene bereits ein Begriff.

Was aber ist das Geheimnis dieser Band?

Die Musik der fahrenden Spielleute ist nur spärlich überliefert. Die offizielle Musiktheorie jener Zeit behandelt diese Gattung nur, um anzuzeigen, wo gottgefällige Musik aufhört. Allerdings konnte die Kirche eine weltliche Musikentwicklung nicht verhindern, denn "Inter Deum et Diabolum Semper Musica Est“ - zwischen Gott und Teufel ist immer und überall Musik.

Corvus Corax hat die vereinzelt aufgeschriebenen Melodien in Bibliotheken aufgestöbert und behutsam bearbeitet, das Leben der Spielleute studiert und selbst nachgelebt, die alten Instrumente in der eigenen Werkstatt rekonstruiert und mit spielpraktischen Erfahrungen weiterentwickelt.

Hier wird die mittelalterliche Spielmannsmusik nicht als auflockerndes Hörbeispiel zum "Openair-Museum“- Mittelaltermarkt dargeboten. Corvus Corax hat die Grenzen akademischer Musikdarbietung gesprengt. Auch damit hat die Gruppe eine praktische Erfahrung mittelalterlicher Spielleute wiederholt, denn von der traditionellen Musikgeschichtsauffassung her ist Corvus Corax ein „Diabolum in Musica“ - ein Teufel in der Musik - als solch einer wurde auch der "Tritonus“ bezeichnet - ein disharmonisches Intervall. Jedoch die stetig wachsende Fangemeinde und die Presse haben die Gruppe Corvus Corax 1994 zu den "Königen der Spiel leute“ erhoben.

Wenn das theoretische Fundament immer wieder an der praktischen Umsetzung geschliffen wird, muss es zu einer Entwicklung kommen: Dass auch Corvus Corax "Viatores“ - Wanderer - sind und sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen, ist mit der 1997 entstandenen Produktion der Band deutlich geworden. Wenn man hier meint, Anlehnungen an moderne Popmusik zu hören, so ist das durchaus beabsichtigt und im Sinne mittelalterlicher Spielleute: diese haben bei ihren Reisen durch die mittelalterliche Welt überall Melodien und Rhythmen aufgegriffen und mit ihrer musikalischen Erfahrung zur neuen Musik ihrer Zeit verschmolzen und damit die gesamteuropäische Musikentwicklung entscheidend beeinflusst. Mit der gleichen spielmännischen Musikauffassung gehen Corvus Corax an Musik heran und lassen ihre eigenen musikalischen Erfahrungen - auch die mit moderner Musik - in ihre „Alte“-Musik mit einfließen.

Dies ist auch eine Art und Weise, wie seit eh und je mit Geschichte und Geschichten umgegangen wurde und wird: um historische Begebenheiten herum spannen nicht erst seit dem Mittelalter u. a. Dichter - also auch Spielleute - Legenden, um zu unterhalten oder um auf ewige Zusammenhänge in der Daseinsgeschichte des Menschen hinzuweisen. Eine Ewigkeit ist vergangen - "Mille Anni Passi Sunt" - und immer noch tanzen die Menschen zu denselben Melodien. - Ein besonderer Anlass zu einer Verknüpfung von Legendärem und der Musik von Corvus Corax bot sich bei der Begegnung der Gruppe mit Ottomar Rodolphe Vlad Dracula Prinz Kretzulesco dem Erben des legendären Fürsten Vlad Tepes genannt "Der Pfähler", der die Vorlage für Bram Stokers Geschichte vom Grafen Dracula bot. Prinz Kretzulesco beschwört in einem Lied in altrumänischer Sprache: Was ich gewesen bin, bist du jetzt - was ich bin, wirst du sein - Tausend Jahre sind vergangen - und der Chor wiederholt: Mille Anni Passi Sunt...

Auf der Suche nach neuen alten Schätzen aus der Vergangenheit sind Corvus Corax in noch tiefere Ebenen der Geschichte vorgedrungen und auf das „SEIKILOS“-Lied – das älteste in Musik und Text überlieferte Lied aus dem Europäischen Kulturkreis gestoßen. Die doppelte Rezeption antiker und auch fernöstlicher Musik – also die Übertragung ins „Moderne Mittelalter“ von Corvus Corax macht den Reiz der jüngsten Veröffentlichung der Band aus.

Die "Tanzwut"-Bewegung im 14. Jh., bei der sich viele Menschen den Spielleuten anschlossen und sich tanzend dem drohenden Weltuntergang durch die Pest zu entziehen suchten, hat Parallelen zu den Megaparties, den Raves der Technoszene von heute. Aus der Single Produktion "Tanzwut" ist ein zweites Projekt der Corvus Corax Musiker hervorgegangen, in dem neben den mittelalterlichen Instrumenten auch E-Gitarren und Keyboards eingesetzt werden. (siehe: www.tanzwut.com)

Die Melodien und Sounds von Corvus Corax haben Musiker aus anderen Genres dazu inspiriert, diese auch einmal „In Electronica“ erklingen zu lassen. Remixes aus den bereichen Gothic, Rock, Techno oder verspielter Pop - eine interessante Mischung sind auf dieser Produktion zu hören.

Während der Zeit ihres Bestehens ist Corvus Corax rund um die Welt gekommen: Konzertreisen führten die Band in fast alle europäischen Länder, nach Japan, Jordanien, Marokko und Mexiko. Fernsehanstalten haben die Gruppe für verschiedene Produktionen herangezogen und immer wieder waren die Könige der Spielleute auf historischen Stadtfesten und zu Konzerten in Burg- und Schlosshöfen zu hören. Seit ihrem 10. Jahr sind Corvus Corax regelmäßig im Winter auch auf Tour und spielen in Clubs und Konzerthallen in ganz Deutschland und Europa.

Die Band war einfach tierisch geil. Auch wenn ich mich früher kaum mit mittelalterlicher Musik beschäftigt hatte, sondern erst durch A. da zu gebracht wurde. Auch stimmte der Rahmen absolut. Erstens ist die Freyburg eine riesige Anlage und zweitens waren unzählige Menschen auf dem Burggelände unterwegs, wo über Pfingsten eines der größten Ritterturniere stattfand. Überall waren Stände aufgebaut, wo es allerlei Köstlichkeiten für den Magen und die Kehle gab. Stände mit Schmuck und mittelalterlichen Gewändern und... und... und.

Ca. gegen 01.30 Uhr in der Nacht waren wir dann wieder total erschöpft, aber glücklich über den wunderschönen Abend bei A. in der Wohnung.

Am Sonntag waren wir dann in Plinz und besuchten dort die Galerie eines Künstlers, von dem mir A. schon immer begeistert erzählt hatte. Ich hatte ja aus ihren Erzählungen eine ungefähre Vorstellung, aber was mich dann doch in Wirklichkeit erwartete war schon sehr beeindruckend und wunderschön. Einen kleinen Geschmack könnt ihr alle auf seiner Homepage bekommen, wenn ihr HIER klickt. Mich hat es zu tiefst beeindruckt zu mal es auch noch eine sehr tiefe Bedeutung für mich hat; aber darüber möchte ich hier doch nicht schreiben, denn es soll ein kleines Geheimnis zwischen A. und mir bleiben. So steht es geschrieben, so soll es gescheh'n...

Nach dem Besuch in Plinz sind wir dann noch auf die Leuchtenburg gefahren, wo ebenfalls ein mittelalterliches Fest statt fand, dass aber leider schon gegen 20.00 Uhr an diesem Tag zu Ende war. So hörten wir gerade noch den Schluß der Band VARIUS COLORIBUS EXPERIENCE, von der mir A. eine CD geschenkt hatte. Das EXPERIENCE am Schluß des Namens kommt davon, weil einer der Musiker seinem mittelalterlichem Instrument Hendrix-ähnliche Klänge und Akkorde entlockt. Echt geil!!!

Am Montag waren wir dann noch im SCENARIO einem Lokal in W. um noch einen Happen zu Essen und ich bin dann einfach mit kurzem Abschied losgefahren, um die Heimreise an zu treten. Es war so am Besten, denn der Abschied ist für uns Beide immer so eine Sache. Zu mal wenn man sich mag.

Alles in allem war es ein wunderschönes Weekend und wir hattenn sehr viel Spaß.

Zu Hause angekommen, wurde ich von H. "freudig" begrüßt, aber da mit hatte ich gerechnet. Was sollte auch anders sein??? Ich hatte halt wieder mal falsch gehofft... Immer und immer wieder diese Scheiß Vorwürfe, Vorhaltungen und so weiter. Aber ich bin doch nicht allein schuld an der ganzen Situation...

Nach dem es dann wieder einigermaßen erträglich war, haben wir uns in den Garten gesetzt, eine Flasche Wein geköpft und wenigstens ein ruhiges Gespräch geführt, das auch sehr harmonisch verlief. Zu mindestens meiner Meinung nach. Ich weiß es schon, daß für sie nicht alles einfach ist und das ihr sehr vieles verdammt weh tut, aber - verdammt noch mal! - ich bin nicht der einzig Schuldige, daß alles so kompliziert und chaotisch ist. Auf jeden Fall hatte ich eine ganz gute Hoffnung, als wir Abends dann hoch in die Wohnung gingen. H. ging ins Bett, weil sie ja morgens früh raus muß und ich bin noch in ein Lokal gegangen, um mir ein riesengroßes Bier ohne Alkohol mit weißer Limonade (ja ja, ein so genanntes Radler!!!) zu genehmigen.

Heute habe ich dann meinen Fußpflegetermin wahrgenommen, weil ich unwahrscheinliche Probleme mit meinen Haxen habe. Die Fußkosmetikerin hat das aber ganz gut in den Griff bekommen.

Morgen fahre ich dann noch zu Bodo, um meine erste CD in Empfang zu nehmen. Er hat das absolut geil hin bekommen. (Leider interessiert sich aber niemand da für, denn außer zwei Anfragen habe ich keine Reaktion bekommen, obwohl ich sie auf all meinen Internetpräsenzen angekündigt und vor gestellt habe. Nun ja, wer interessiert sich schon für einen G.W. Freudenberger, obwohl ich auf dieser CD sehr viel zu sagen habe...

Meine Hendrix-Sammlung ist inzwischen auch ganz schön gewachsen, Da für auch von dieser Stelle ein riesengroßes Danke an Dich, Frank. D A N K E ! ! !

Donnerstag, 12.06.2003

Morgen früh um 05.45 Uhr wird unser Flieger vom Rhein-Main-Airport abheben und uns nach Mallorca tragen. Wir, das ist ein Teil der Mannschaft des FC Eddersheim und meine Wenigkeit. Endlich wieder Meer, Strand, Palmen und meinen Freund Markus vom La Olla wiedersehen, einem deutsch geführten Restaurants in Cala Ratjada.

Ich freue mich auch aus dem Grund so auf Cala Ratjada, weil ich mir dort auch mal diie Zeit nehmen will über verschiedene Dinge nach zu denken.

Heute will ich nun noch meinen Koffer packen, denn heute Abend ist Einchecken auf dem Flughafen, weil ja der Flieger schon so früh geht. Da müssen wir dann morgen nicht ganz so zeitig am Airport sein.

Meine CD ist nun auch fertig und ich muß sagen, sie ist echt geil geworden. Dies bestätigen mir aber auch alle anderen, die sie schon gehört haben. Eigenlob stinkt ja normaler weise zum Himmel, aber ich war selbst sehr überrascht über mein Erstwerk.

Samstag, 28.06.2003

Ja, Liebes, wer weiß was Du so alles in meinem Tagebuch und in meinem Email an Dich gelesen hast.

Die Hauptbotschaft lautet: ich liebe Dich und werde nie etwas anderes tun.
Ich will und werde versuchen, ob ich es mit Helga in die Reihe bekomme, damit ich mir nie und auch von niemanden sagen lassen muß: du hast es ja nicht einmal versucht.

Aber mein Herz und meine Liebe sind ganz allein bei Dir, und ich habe mich einfach mit Helga zu sehr auseinander gelebt. Ich empfinde eine unheimliche Dankbarkeit dafür, was sie so alles für mich getan hat und das sie auch immer zu mir gehalten hat. In jeglicher Hinsicht!Ich liebe auch ein paar Dinge an ihr, die einfach einmalig sind. Doch seit dem Erlebnis im Wald und unserem gemeinsammen Besuch an Pfingsten auf Schloß Neuenburg zu Freyburg weiß ich, wie sehr ich Dich liebe. Kann sein, daß Dich das alles nicht mehr sonderlich interessiert, denn Du willst keine Seelenschmerzen mehr, wie Du mir selbst mitgeteilt hast. Aber die Tatsache ist es trotzdem: ich liebe DICH.

Juli 2003

Donnerstag, 31.07.2003

Heute hatte ich wieder meione Nachsorgeuntersuchung in der Uniklinik Frankfurt a.M. . CT, Lungenröntgen und warten, warten, warten.

Hatte mir diesmal auch zwei Talismänner mit genommen. Zum einen ein Hufeisen und zum 2. ein Ontariion, welches mir A. aus W. geschickt hatte. Auf das Ontariion und seine Bewandnis werde ich aber später ausführlicher eingehen.

Ab 06.00 Uhr hatte ich mein Kontrastmittel eingenommen. 2 Plastikflaschen mit einer weißen sirupähnlichen Substanz, die mit Wasser aufgefüllt werden mußten. Dann beide Flaschen innerhalb der nächsten 2 Stunden trinken.

Um 07.30 Uhr war ich dann in der Uniklinik und um kurz nach 08.00 Uhr war ich auch schon dran, nachdem mich wie immer eine Ärztin über die Risiken aufgeklärt hatte, die bei der Eingabe des intravenösen Kontrastmittels auftreten können. Übelkeit, Erbrechen, Hitzestau, Schock, Herzstillstand... Aber diese Prozedur ist mir nun schon seit 1989 bekannt, nach dem ich meine ersten Nachsorgeuntersuchungen erhalte. Nicht unerwähnt lassen möchte ich, daß Frau Dr. E. sehr nett war. Das ist nicht immer der Fall, denn es gibt unter den "Göttern" in weiß auch etliche arrogante und von oben herab blickende Zeitgenossen. Da habe ich schon einige Kaliber kennen gelernt. Auch in der Uniklinik. Aber ich muß an dieser Stelle auch fairer Weise hinzu fügen, daß es die Ausnahmen sind.

Nach dem CT ging es dann noch zum Röntgen der Lunge. Dieses Organ wird aus dem Grund - wenn ich es noch richtig in Erinnerung habe - immer kontrolliert, weil auftretende Metastasen sehr oft zuerst in der Lunge erscheinen.

Um 08.40 Uhr war ich dann fertig und begab mich zur onkologischen Ambulanz, um mit meiner Lieblingsärztin Frau Dr. med. Gog, um mit ihr alles weitere zu besprechen. Diesmal erwähne ich den Namen bewußt, denn diese Frau ist ein Mensch, der einfach toll und immer ehrlich mit mir umgegangen ist. Zu ihr habe ich auch absolutes Vertrauen und kann über alles mit ihr reden. Danke, Doc, denn ich weiß, das Sie ab und zu hier in meinem Tagebuch lesen...

In der Röntgenabteilung hatte ich mir eine Kopie meiner CT-Untersuchung geben lassen, weil ich davon ein paar Bilder auf dieser Homepage ausstellen wollte. Frau Dr. Gog wollte dann noch unbedingt mit einem Röntgenfacharzt sprechen. Ich fragte sie, ob mit meinem CT etwas nicht in Ordnung sei. Sie meinte, ich solle mich etwas gedulden, bis der Arzt die Bilder ausgewertet hatte. Da saß ich nun und saß und saß. Wurde immer nervöser und nervöser, weil ich mir Gedanken machte, das etwas nicht stimmen könnte.

Nach einer "Ewigkeit" wurde ich dann von Frau Dr. Gog ins Behandlungszimmer gerufen und sie teilte mir mit, daß sie in Urlaub gehen würde und aus diesem Grund aber noch die Auswertung des CTs haben wollte. Es war alles okay... Nur die Leberwerte waren weiterhin zu hoch. Deswegen sollte ich mir auch einen Termin in der Leberabteilung der Uniklinik geben lassen. Das will ich nun nächste Woche in Angriff nehmen.

Gut gelaunt machte ich mich wieder auf den Heimweg.

.............................................
2 Aufnahmen aus meinem heutigen CT

***** *** ***** *** *****

ONTARIION?

Ich kann mir jetzt gut vorstellen, daß die wenigstens mit diesem Begriff etwas anfangen können. So erging es mir bis vor kurzem ebenso. Aber ich denke, daß mir meine mentale Meisterin WOLFKRISTALL dieses Teil nicht nur so einfach geschickt hat, damit ich irgendwann dumm sterbe, und ohne zu wissen, welche Bewandnis es eigentlich mit diesem Teil auf sich hat.

Wen es näher interessiert, dem möchte ich folgende Internetpräsenz ans Herz legen: SYMBOLKRÄFTE & FREIE ENERGIEN

Sonntag, 27.07.2003, 23:50 Uhr

For Jimi Hendrix
© 27. Juli, 2003 by Gernot W. Freudenberger

Eh, Du Typ, mit wuschligem Haar,
mit negroid indianischen Zügen.
Gekleidet in Samt und Satin.
Mit Bändern an Armen und Beinen.
Mit einem Band im Haar.
Du entlockst deiner Gitarre Akkorde,
das man in Galxien eintaucht,
die nur Mary gesehen hat,
deren Namen nur der Wind flüstert.
The wind cries Mary...

Eh, du Typ, mit graußem Haar,
woher kommen diese Klänge,
die du deinem Instrument entlockst?
Von Electric Ladyland
oder aus Mashine gun?

Du jagst uns in Schauer...
Hey Joe...
Du jagst uns in Gier und Lust...
Purple Haze...
Du jagst uns in Ekstase...
Wild thing...
Du jagst uns in den Frust...
A Room full of mirrors...

Läßt uns ejakulieren
auf deinen Akkorden,
während Engel und Teufel den Akt vollführen.
Yeah, Foxy Lady,
fick sie...

Du schießt Pfeile in unsere Seelen,
die wie Dornen stechen.
Du läßt unsere gefrorenen Herzen,
kochend in den Schmelztiegel rinnen,
damit sie aus unserem Erz
das Metall schaffen,
aus dem der Bund der Sünde besteht.

Dein Fuß,
verschluckt vom Mokkassin;
mit Perlen bestickt,
bearbeitet die Pedale,
die jaulende Laute
fauchend in die Welt entläßt.

Die Klänge von fremden Welten,
töten uns mit den Schüssen
der Liebe.

Eh, du Typ, mit graußem Haar,
bist du ein Voodoo Child
oder
bist du
ein Wesen von einem fremden Stern.
Kommst du von
third stone from the sun?

Eh, du Typ, mit wuschligem Haar,
bist du deswegen gegangen,
um uns dieses Testament zu hinterlassen?

Eh, du Typ, mit wuschligem Haar,
bist du deswegen gegangen,

damit Happymountain mit Wolfkristall
in die Tiefe fällt?

Eh, du Typ, mit graußem Haar,
bist du deswegen geflohen,
damit eine Squaw mit dünnem Zopf
zum Türkis erstarrt?

Eh, du Typ, mit graußem Haar,
nicht nur ich
liebe dich!

Dienstag, 22.07.2003

Eh... wo sind wir
© 22. Juli, 2003 by Gernot W. Freudenberger

Lichteskapaden in der Nacht
Blitze
erhellen die Dunkelheit.
Gespenstige Stille.
Lichtschatten
auf dem nassen Asphalt.
Scheinwerfer
brechen sich an der Decke
und flüchten sich
in die Lustlosigkeit.
Vorbei huschendes Motorengeräusch.
Feuer am Himmel.
Grollen
dringt aus der Vergangenheit.

Feuerschweife
zerbrechen in der Ewigkeit.
Eiskristalle,
zu Kugeln geformt,
prasseln auf uns herab.

Eh...
... was haben wir getan?

Eh...
... sind wir alle so durchdrungen
von Neid und Gier?

Eh...
... sind wir überhaupt noch Menschen
oder sind wir Monster,
Bestien,
Tiere?

Die zerrissene Mädchenmöse blutet
im rot durchdrängten Schlüpfer,
als der Kinderschänder
sich feige davon schleicht.

Eine greise Frau
liegt
mit zerschmettertem Schädel
auf dem Blut durchdrängten Sofa.
Getötet
wegen 5 Cent.

Die schwarze Höhle
des heraus geschossenen Auges
glänzt im Lampenstrahl
des fassungslosen Polizisten,
als er den toten Kassierer findet;
während der Bankräuber
lachend
die Bündel zählt.

Schreiend
fliegen Passagiere
in einer Boing 575
in einen Hightower,
um in einem riesigen Feuerball
gen Himmel zu fahren.
Ob sie auch
zur rechten Gottes sitzen?

Blutrot
ist der Fluß,
der die Stadt durchtrennt.
Blutrot
sind auch die Schuppen der Fische
die zappelnd an der Angel hängen.

Blutrot
sind die Felsgebilde,
die uns zum Horizont winken.

Eh...
wo sind wir?

Hat nicht irgend jemand einmal gesagt
"Kommt zu mir
ins Paradies."
Hat nicht irgend jemand
von einem Garten Eden gesprochen,
wo Milch und Honig fließt?
Wo die Liebe ist?
Wo Waffen Antiquariat sind?
Wo noch nie
Kettenhemden gerasselt haben?

Eh...
... wo
sind wir?

Regiert
von korrupten Schweinen.
Regiert von
Menschen
mit Pulver in den Nasenlöchern.
Regiert von
Mumien
aus der Schattenwelt
des gemähten Gartens,
wo herausgerissene Blumen
uns
vom Tod erzählen.

Eh
kannst du sie hören?
Die Regentropfen
auf meiner Haut?

Eh...
... kannst du sie schmecken
die salzigen Tränen
meiner trüben Augen?

Eh...
... laß uns erwachen,
um wieder neu zu beginnen.

Eh...
... hörst du den Wagen der bremst?

Ich glaube es ist soweit.

Eh...
... machs gut.

Eh...
... lebe wohl

Eh...
.... Hahahahaha

Montag, 21.07.2003

Wolfkristall
© Juli, 2003 by Gernot W. Freudenberger

Besuch in einer fremden Stadt
Fremde Straßen
Fremde Menschen

Schritte gehen über den Hof
Kinderlachen
Frauenstimme

Ich öffne die Tür,
die leise knarrt
Magische Augen
Magischer Blick
Umarmung
Körpernähe
Nadeln stechen zu
Bohren sich ein
Stachel
Kralle
Blitz

Im Raum eine stille Verlegenheit
Scheue Blicke
Scheue Fragen

Das Gehirn sucht nach einem Ausweg
Verwirrtes Grübeln
Verwirrtes Suchen

Ich will zu ihr,
will die Zweisamkeit
Hastiges Aufbrechen
Hastiges Gehen
Losfahren
Anhalten
Ihre Wohnung betreten
Ein Schattentraum
Daheim
Stuhl
Tisch

In der Küche knisternde Spannung
Ewiges Reden
Ewiges Anschauen

Ein Deja Vue bei Kerzenschein
Wiedererkennen
Reinkarnation

Ich finde sie wieder,
die fragend schaut
Wortloses Verstehen
in Dunkelheit gehüllt

Abschied
Wiedersehen
Reisen zu Sternen
Ausfließen in der Milchstraße
Baden im Tränensee

Verletzen
Davonlaufen
Wiederkehren
Um Verzeihung winseln
Blut fließt aus der Hand,
tropft auf den Boden der Schamanen
Weißes Waschbecken
mit rotem Lebenssaftmuster
verziert

Flucht
in der Morgendämmerung
derr Angst
Tränennebel hinter der Windschutzscheibe
Verschleierter Blick

Ende
der zärtlichen Nächte
Ende
der Ungewißheit
und der Schmerzen

Mächtige Bäume
fluchen über dem Hügelgrab
Bärenhügel
des Wahnsinns
Der Tod
legt die blitzende Schneide der Sense
an meine Kehle
Das Blut gefriert
in den Adern

Sie sitzt auf einem Stein
Ihre Augen stumpf und leer
Ihre Gedanken
in der Dunkelheit der Seele

Kein Durchdringen
in ihr Herz
Sie ist stumm
Sie ist taub
Sie ist weg

Das Ende
Nie mehr Lachen
Nie mehr Küsse

Nie mehr Umarmung
Nie mehr
Liebe

Der Wind streichelt über uns die Blätter
Du streichelst mir durchs Haar
Der Wind lässt die Blätter flüstern
Du flüsterst mir ins Ohr
Lass uns mit dem Winden ziehen,
zur Sonne und noch viel weiter ...

Feuchter Boden, feuchte Grotte
Die Schatten der Bäume spiegeln sich in der Pupille
Ein Ritt auf dem Ross der Liebe
Die Vergangenheit erweckt zu neuem Leben
Paare der Steinzeit koitieren mit gurrenden Lauten

Bewegungen vor der Bühne
Bewegungen zur Musik
Zehn Jahre später
Ten Years After

Ein Schatten löst sich
aus der wogenden Masse
Wortwechsel zwischen den Liedern
Eine Gestalt
tritt in ihr Leben
Eine Gestalt
mit lustigem Bart
Gezwirpelt an der Kehle

Ist er endlich da,
auf den du ewig gewartet hast?

Mein Herz
ist voller Freude
und ich kann wieder lachen,
weil du wieder lachst

Wesen aus einer anderen Welt
Wolfkristall
Erdenschwester
Liebe
Leben
Leidenschaftlich

Freitag, 18.07.2003

He, ihr da draußen?
Lebt ihr alle?

Lebt... ... ... ihr... ... ... alle... ... ... ?

Zur Zeit macht mir mal wieder meine Gesundheit zu schaffen. Sommererkältung, die nicht weichen will. Glieder- und des öfteren Kopfschmerzen. Bin auch mal gespannt wie meine Leberwerte aussehen, die ich nach meinem Bluttest am Dienstag heute von meiner Hausärztin erhalten soll.

Wie geht es mir ansonsten?
Nun, den Umständen entsprechend. Aber da zu später mehr....

2 Stunden später.
Okay, war gerade bei meiner Hausärztin. Sie teilte mir unter anderem auch mit, daß meine Leberwerte nicht sehr gut aussehen würden. Alles erhöht.

H. hat sich nun einen Termin bei meiner Onkologin in der Uniklinik geben lassen. Dabei haben wir erfahren, daß Frau Dr. C. Gog wieder in der onkologisch chirurgischen Ambulanz ihren Dienst verrichtet. Das ist echt stark! Sie ist - neben Dr. von Wagner aus der Leberabteilung, der aber nach Homburg/Saar gegangen ist - eine der wenigen Ärzte, zu denen ich grenzenloses Vertrauen habe. Das ist in der heutigen Zeit nicht so einfach, Vertrauen zu einem Arzt auf zu bauen, denn die meisten sind viel zu beschäftigt oder tun wenigstens so. Andere betrachten einen als Patient immer so von oben herab und vergessen dabei oft den hippokratischen Eid, den sie als Arzt geleistet haben:

Ich schwöre und rufe Apollon, den Arzt und Asklepios und Hygieia
und Panakeia und alle Götter und Göttinen zu Zeugen an,
dass ich diesen Eid und diesen Vertrag nach meiner Fähigkeit
und nach meiner Einsicht erfüllen werde.

Ich werde den, der mich diese Kunst gelehrt hat, gleich meinen Eltern achten,
ihn an meinem Unterricht teilnehmen lassen, ihm wenn er in Not gerät,
von dem Meinigen abgeben, seine Nachkommen gleich meinen Brüdern halten
und sie diese Kunst lehren, wenn sie sie zu lernen verlangen, ohne Entgelt und Vertrag.

Und ich werde an Vorschriften, Vorlesungen und aller übrigen Unterweisung
meine Söhne und die meines Lehrers und die vertraglich verpflichteten
und nach der äztlichen Sitte vereidigten Schüler teilnehmen lassen,
sonst aber niemanden.

ärztliche Verordnungen werde ich treffen zum Nutzen der Kranken nach
meiner Fähigkeit und meinem Urteil, hüten aber werde ich mich davor,
sie zum Schaden und in unrechter Weise anzuwenden.

Auch werde ich niemandem ein tödliches Mittel geben, auch nicht
wenn ich darum gebeten werde, und ich werde auch niemanden dabei beraten;
auch werde ich keiner Frau ein Abtreibungsmittel geben.

Rein und fromm werde ich mein Leben und meine Kunst bewahren.
Ich werde nicht schneiden, sogar Steinleidende nicht, sondern werde das den
Männern überlassen, die dieses Handwerk ausüben.

In alle Häuser, in die ich komme, werde ich zum Nutzen der Kranken hineingehen,
frei von jedem bewussten Unrecht und jeder Übeltat,
besonders von jedem geschlechtlichen Missbrauch an Frauen und Männern,
Freien und Sklaven.

Was ich bei der Behandlung oder auch ausserhalb meiner Praxis im Umgang mit
Menschen sehe und höre, das man nicht weiterreden darf, werde ich
verschweigen und als Geheimnis bewahren.

Wenn ich diesen Eid erfülle und nicht breche, so sei mir beschieden,
in meinem Leben und in meiner Kunst voranzukommen, indem ich Ansehen
bei allen Menschen für alle Zeit gewinne;
wenn ich ihn aber übertrete und breche, so geschehe mir das Gegenteil.


Aber so ist halt unsere Gesellschaft im Laufe der Emanzipation, des Wohlstandes, der Korruption in der Politik und... und... und... immer mehr von ihren eigentluichen Werten ab gerückt, und sie tümpelt immer mehr in einem Morastgebiet herum, welches von Tag zu Tag größer wird und zu einer stinkenden Kloake wird.

Aber zurück zu meinen erhöhten Leberwerten.
Das sie so gestiegen sind hat wahrscheinlich mehrere Ursachen; wobei wir wieder mal beim Karma wären. Ursache und Wirkung.

Ursache:   Wirkung:
Chemoteraphie Nach dem Darmkrebs Leber muß verarbeiten
Zigaretten Z. Zt. nicht gerade wenig Leber muß verarbeiten
Alkohol Wahrscheinlich zu viel Leber muß verarbeiten
Psyche Davon will ich gar nicht reden Leber muß mit leiden

Montag, 14.07.2003

Gestern war A. ganz in der Nähe. Nur 60 km weg und ich konnte ihre Nähe spüren. Es war eigenartig. Undefinierbar und seltsam. Es war, als könnte ich ihr Flüstern hören.

Nein, ich will niemanden ein schlechtes Gewissen einreden oder da zu beitragen, daß er sich wegen mir schlecht fühlen muß. Gefühle sind halt eine Sache, die sich nur unschwer, meiner Meinung nach sogar gar nicht beeinflussen lassen. Gefühle sind eine Welt für sich allein und auch nicht steuerbar. Sie kommen über uns wenn sie es auch immer für richtig halten.

Samstag, 12.07.2003

An all, die schon immer mal eine andere Musik hören wollten, kann ich nur EINE Gruppe empfehlen:

CORVUS CORAX,
die Könige der Spielleute.

Corvus Corax ist die lateinische Bezeichnung für den größten „Sing“-Vogel, den Kolkraben, den qua Masse König der Singvögel. Ein trefflicher Name, wie wir meinen, für die qua Klasse Könige der Spielleute.

Acht Musik-Forschende und -Reisende sind es, die sich den Weisen der fahrenden Spielleute des Mittelalters verschrieben haben. Keine leichte Aufgabe, denn so richtig offiziell überliefert ist in der Hauptsache die gottgefällige Musik jener Zeit, die andere war des Teufels. Dabei ist die andere, also unsere hier, viel spannender, gibt sie doch als die ehemals populäre Musik das Lebensgefühl und die Lust an der Weltlichkeit authentisch wieder und verleitet wie eh zu tanzen, mitzumachen, sich gehen zu lassen. So sind in der Interpretation von Corvus Corax manche Assoziationen zur heutigen Pop-Musik durchaus nicht nur gestattet, sondern auch beabsichtigt. Und damit sind gewiß nicht die Schmuseballaden a la Sara Connor gemeint (fünf Dudelsäcke und drei veritable Trommeln würden das wohl auch vom Arrangement her kaum zulassen), sondern hier kommt eher die schnelle, laute Fraktion zu ihrem Recht.

Während der Zeit ihres Bestehens seit 1989 sind Corvus Corax rund um die Welt gekommen: Konzertreisen führten die Band in fast alle europäischen Länder, nach Japan, Jordanien, Marokko und Mexiko. Seit ihrem 10. Jahr sind Corvus Corax regelmäßig auch im Winter auf Tour und spielen in Clubs und Konzerthallen national und international. Film-Musiken haben sie geliefert, unterschiedliche Fernsehsender haben die Gruppe für eine ganze Reihe verschiedener Produktionen herangezogen, und immer wieder waren die Könige der Spielleute auf historischen Stadtfesten und zu Konzerten in Burg- und Schlosshöfen zu hören.

Wie heute bei uns. Wohlan denn, Meister Selbfried, Hatz, Castus Rabensang, Wim, der Kalauer, Teufel, Herrmann der Drescher und Ardor vom Venushügel, seid willkommen und spielet auf!

***** *** *****

Danke an Wolfkristall, die es geschafft hat, mein Herz für eine derartig schöne Musik zu öffnen. Ich werde Pfingsten nie vergessen!

Freitag, 11.07.2003

Bin ab heute Morgen an einem Punkt angelangt, wo ich mich wirklich ersthaft zu fragen beginne, ob ich dieses Tagebuch in der Art wie bisher weiterführen soll. Zu viel ist in der vergangenen Zeit (seit dem 26. Dezember 2002) geschehen. Zu viele Worte sind gefallen, zu viele Gefühle verletzt worden, zu viel habe ich gegen mein Gefühl getan.

Ich frage mich, ob das alles eigentlich irgend jemand etwas angeht oder nicht. Ich frage mich, ob ich mein Inneres wirklich so der Öffentlichkeit preis geben soll. Was habe ich davon? Wem nutzt es?

Ich war in dieser Zeit glücklich, unglücklich, frei, verängstigt, mutig, feige. Bin Achterbahn gefahren mit meinen Gefühlen und mit den Gefühlen anderer Personen. Bin abgehauen, wieder gekommen, habe mich gemartert und andere da zu. Habe Dinge kennen gelernt, die ich in der Art nie gekannt habe. Habe mich verloren, habe mich wieder gefunden. Habe gelacht, habe geweint. Bin eingetaucht in Elemente, habe mich von den Gezeiten tragen lassen. Bin mit Fischen um die Wette geschwommen, habe mit Krebsen gerungen.

Erst ein schwarzer Mantel,
den es kaum zu durchdringen scheint.
Ein Berg schaut durch deine Augen.
Deine Seele ist so alt wie diese Welt.
Deine Augen sind zwei kleine Seen,
so klar und rein wie Wasser.
Tief im Inneren leuchtet ein Licht,
ganz hell und warm.

Es strömt durch deine Adern,
bis es den schwaren Mantel durchbricht.
A.L.

Wie die Liebe dich krönt, so kreuzigt sie dich...

... ... ...

Meine Moral ist fragwürdig, das stimmt...
Meine Gedanken sind Revolution, das ist richtig...
Mein Leben ist Kampf, schon immer...
Meine Welt ist nicht auf diesem Planeten, nein, ihr regierende motherfucker...


Aber was soll's?
Vielleicht bin ich ein Arschloch...
Vielleicht bin ich ein Suchender...
Vielleicht bin ich ein Kranker...
Vielleicht bin ich ein Eisberg...
Vielleicht bin ich ein Vulkan...

Vielleicht bin ich... ... ... ... ...

Eigentlich bin ich ein ziemlich einfacher Typ!

***** *** *****

Lukians Totengespräche

Diogenes und Pollux

DIOGENES: Mein lieber Pollux, wenn du in die Oberwelt hinaufsteigst, - und morgen, denke ich, trifft dich die Reihe, wieder lebendig zu werden, - so hätte ich dir einen Auftrag an Menippos, den Hund, mitzugeben, den du entweder im Kraneion zu Korinth oder zu Athen im Lykeion finden wirst, wo er sich über die Zänkereien der Philosophen lustig macht. Sag ihm: Diogenes befehle ihm, wenn er die Torheiten, die auf der Erde vorgehen, genug belacht habe, hierher zu kommen, wo er viel mehr zu lachen finden werde. Denn dort sei er doch öfters unentschlossen, ob er lachen oder weinen wolle, und es falle ihm doch oft ein, wer weiß, wie es nach diesem Leben geht? Hier aber werde er mit vollständiger Kenntnis der Sache lachen und gar nicht wieder aufhören können (wie jetzt bei mir der Fall ist), besonders wenn er sehen werde, was für eine armselige Figur die Reichen, die Satrapen und die Könige hier machen, wie man sie nur noch an ihrem Geheul unterscheiden könne, und wie wehmütig und niederträchtig sie sich gebärden, wenn sie sich ihres Zustandes da oben erinnern. Sag' ihm das, Pollux; und er möchte nicht vergessen, seine Taschen mit Wolfsbohnen anzufüllen, und wenn er etwa im Herabkommen ein Hekatemahl oder ein Reinigungsei auf einem Scheidewege finde, soll er es gleichfalls zu sich stecken.

POLLUX: Ich will es nicht an mir fehlen lassen, Diogenes. Aber, damit ich ihn nicht etwa verfehle, wie sieht er aus?

DIOGENES: Alt, kahlköpfig, trägt einen abgeschabten Mantel, der gegen alle Winde Öffnungen in Menge hat und mit Lappen in allen möglichen Farben geflickt ist; er lacht unaufhörlich, und meistens sind die Windbeutel, die Philosophen, der Gegenstand seines Spottes.

POLLUX: Mittels dieser Beschreibung werd' ich ihn leicht finden.

DIOGENES: Dürft' ich dich auch noch mit einem kleinen Auftrag an die besagten Philosophen selbst beschweren?

POLLUX: Herzlich gern, sage nur!

DIOGENES: Um es kurz zusammen zu fassen: Leg' es ihnen recht nahe, dass sie doch endlich einmal aufhören sollen, die Zeit mit Possen zu verderben, sich über die Universalien zu zanken, einander Hörner aufzupflanzen, Krokodile zu machen und junge Leute auf dergleichen läppische Spitzfindigkeiten Wert legen zu lehren.

POLLUX: Aber sie werden sagen, ich sei ein ungelehrter Dummkopf, dass ich mir herausnehme, ihre Weisheit zu bekritteln.

DIOGENES: So sage du ihnen in meinem Namen, sie sollen - an den Galgen gehen!

POLLUX: Ich will alles getreulich ausrichten, Diogenes.

DIOGENES: Auch an die Reichen, liebes Polluxchen, hätte ich dir noch ein paar Worte aufzugeben. Sag' ihnen in meinem Namen: Ihr Narren, wofür hütet ihr euer Gold? Was plagt ihr euch mit Ausrechnung eurer Zinsen, und wozu häuft ihr Tausende auf Tausende an, da ihr doch in kurzem mit einem einzigen Obolus im Munde ins Reich der Toten wandern müsst?

POLLUX: Gut! Es soll ihnen gesagt werden.

DIOGENES: Und den Schönen und Starken, dem Megillus von Korinth und dem Ringer Damoxenus, sage: Es gäbe bei uns weder gelbes Haar noch schwarze blitzende Augen, noch blühende Gesichtsfarbe, noch straffe Sehnen und breite Schultern mehr, sondern alles, wie man sagt, allein noch Staub, nichts als kahle Schädel, die einander der Schönheit halber nichts vorzuwerfen haben.

POLLUX: Auch dieser Auftrag an die Schönen und Starken soll mir nicht zu viel sein.

DIOGENES: Und den Armen, unter denen so viele sich gar nicht damit abfinden können und immer über ihre Dürftigkeit wehklagen, sage, sie sollen dem Winseln und Heulen ein Ende machen, und erzähle ihnen, wie hier alle gleichen Standes sind, und sie würden sehen, dass die dortigen Reichen bei uns hier keine Vorzüge haben. Und deine Lakedämonier schilt, wenn du willst, in meinem Namen aus, dass sie nicht mehr sind, was sie ehemals waren.

POLLUX: Nichts gegen die Lakedämonier, Diogenes, das leid' ich nicht! Was du mir an die anderen aufgetragen hast, das will ich ihnen hinterbringen.

DIOGENES: Lassen wir die, weil es dir so scheint; den andern aber, die ich zuvor sagte, richte meine Worte aus!

***** *** *****

Warum diese oberen Zeilen?
Vielleicht dafür, daß manche Leser auch etwas zum Nachdenken haben...

Ich werde nie Suizid voll- oder ausführen! Ich habe auch keine Vorahnung oder etwas ähnliches, weil ich geraqde dieses Thema gewählt habe. Aber ich halte es mit Jim Morrison, der einmal sagte:

Man sollte um sein Recht kämpfen,
Schmerzen fühlen zu können.
Aber die Leute fürchten den Tod mehr als den Schmerz.
Es ist eigenartig, daß sie vor dem Tod Angst haben.
Das Leben fügt uns mehr Schmerzen zu als der Tod.
Zum Zeitpunkt des Todes ist der Schmerz vorüber.
Ich glaube, er ist ein Freund."

Jim Morrison / DOORS

Dienstag, 08.07.2003

Ring der Verbindung
© 08.07.2003 by Gernot W. Freudenberger,

Der Wind
streichelt die Ähren
im Feld meiner Liebe.

Liebliche Küsse
durchforsten den dunklen Tann.

Meine Gedanken
fliegen in dein Herz
und lassen mich
in der herabfallenden Sonnenscheibe verbrennen.

Meine Seele
ertrinkt
in der Gischt deiner Freudentränen.

Goldene Pflastersteine
tragen deine Gestalt.

Silberne Pfeile
durchbohren den Ring der Verbindung.

Montag, 07.07.2003

Neuenburg zu Freyburg
© 03.07.2003 by Gernot W. Freudenberger,
geschrieben in Berlin

Mächtige Mauern
umschließen die Festung,
die oben auf dem Berg dem Schicksal trotzt.

Wir durch schreiten das Tor
und die Zeit,
als die Ritter die Schwerter kreuzten.
Als Burgherren
noch Feste feierten
und die Könige der Spielleute
das Volk unterhielten.

Wir schlendern vorbei
an Ständen des Marktes,
gefüllt mit Gewändern, Geschmeide
und allerlei Zeugs.

Gewänder aus Stoffen
so grob wie der Tod
und Seide so zart wie ein Kuß.

Geschmeide aus Silber,
aus Knochen und Holz.
Aus Perlen,
aus Muscheln
und der Haut des Mondes.

Wir trinken Wein
aus verformten Flaschen,
so lieblich und rein
wie die Tränen der Elfen.

Bier schäumt
in tönernen Krügen,
die gebrannt aus Schweiß und Lehm.

Gaukler tanzen auf den Steinen
des gepflasterten Hofes.

Hinter der Fackel des Lebens
stehen wir inmitten der Meute,
und wir starren gebannt.

Ein Raunen geht durch die Menge,
als wilde Trommler
auf die Bühne marschieren.
Schrill klingen die Dudelsäcke,
hergestellt aus Fell und Holz.
Jagen ihre Schreie
dem Himmel empor.

Wir halten uns bei den Händen,
als der Sturm der Akkorde
in unsere Herzen fährt.

Ich schaue in deine Augen,
die sich in der Unendlichkeit verlieren.

Fackellicht
paart sich
mit den Strahlen des Mondes.
Füße stampfen im Takt
zu den Klängen der Ekstase.

Wir sind zwei von vielen,
der mittelalterlichen Zeremonie.

Die Trommeln brüllen,
das Echo bricht sich am Stein.

Das Sternenzelt
bedeckt unsere Häupter.

Wir verschmelzen
mit den Akkorden.
Unser Blut kocht,
pulsiert in den Adern,
als wir uns am Wein
der Götter laben.

Grobe Stiefel,
mit Glöckchenbändern verziert,
stampfen den Takt.

Der Rhythmus
der Spielleute
auf der Bühne
wird wilder und wilder
Ejakulierte Klänge
treffen unseren Geist.

Zeitreise im Sekundentakt.
Reinkarnation in Minuten.
Millionen faches Pulsieren
unserer Zellen
des Lebens.

Ekstase!
Aufschreiende Freude!

Danke,
Corvus Corax,
den Königen
der Spielleute.

Tagebuch August 2003

Freitag, 29.08.2003

Hallo, alle zusammen...

Es freut mich, daß mit H. alles wieder in der Reihe ist und das unsere Beziehung von Tag zu Tag schöner wird.
Es freut mich auch, daß A. aus W. einen Partner gefunden hat, der ihr die Liebe gibt, die sie verdient hat. In diesem Zusammenhang ein Wort an K., ihre neue Liebe, ihren neuen Freund oder Partner: du hast ein ganz seltenes und bezauberndes Wesen auf diesem Planeten gefunden, dessen wahres Wesen erst mit der Zeit poe a poe zum Vorschein kommt.

Freitag, 22.08.2003, 06.58 Uhr

Ich grüße alle, die sich wie ich an einem neuen Tag erfreuen können. Seit umarmt und geliebt von der Schönheit eines Tages. Von der Kraft der Sonne, der Bäume und der Liebenden...

Danke H. für Deine Liebe, danke Wolfkristall für Deine Freundschaft.

Dienstag, 19.08.2003

Morgenspaziergang der Worte
© 19. August, 2003 by Gernot W. Freudenberger

Meine Füße schlurfen am Fluß entlang,
aus welchem das Leben gekrochen war,
in den eine Jungfrau ihr Leben gab,
als sie Suizid begann.

Über mir flüstert der Wind
Zärtlichkeiten in die Blätter.
Erzählt von wilden Ritten
auf feuchtem Moos.

Der Rockstar bemüht sich
im flimmerndem TV.
Rennt über die Spulen und Lötstellen
der Elektronik.

Der bunte Schmetterling,
der nach Liebe schreit,
gaukelt in meinen Schädel.
Sein Flügelschlag teilt mein Hirn.
Seine schlurfenden Füße
schreiten über den Teil wo die Liebe wohnt.


Ich betrete den Asphalt der Realität.
Meine Schritte hallen in der Nacht.
Ein Baby löst sich von der Mutterbrust.
Irgendwo.
Jetzt.

Schnelle Autos kriechen über meine Füße.
Hinterlassen Spuren,
auch in meiner Seele.

Eine Flamme springt in die Dunkelheit.
Dicke Tränen hängen als Kristalle in den Ästen
der verbrannten Bäume.

Der vom Holzwurm zerfressene Galgen
bricht unter der Last am baumelndem Strick.
Wölfe hetzen mit heulenden Lauten
über die Sichel des fahlen Mondes
und spiegeln sich in Kristallen.
Ein beleuchtetes Fenster
wird von der Finsternis verschlungen.
Spinnennetze
stoppen meine Gallenblase
auf dem Weg zum Schafott.

Ich betrete den Rasen der Akkorde,
und die saftigen Halme biegen sich
unter dem Druck blutverschmierter Stiefel.

Indianer tanzen um erloschene Feuer,
suchen in der Asche ihre Ahnen.
Das Sterlingsilber des Ringes
leuchtet auf den Gängen meiner Adern.

Ich werde verschlungen
vom finsteren Tann.
Samen benetzt das Moos.
Feuchte Kleckse auf Grün.
Lichtschatten paaren sich mit den Lauten des Stöhnens.
Orgasmus.
Ejakulat.
Spermatozelen.

Spitze Dornen ritzen die erschlaffende Haut,
hinterlassen blutende Wunden
in Spiegeln aus gläsernen Tränen.

Der Rockstar bemüht sich
im flimmernden TV.
Er rennt über die Spulen und Lötstellen
der Elektronik.
Schreit seinen Song
hinter der Scheibe der Gerechten.

Der brummende Ventilator bläst mir einen.
Sein kühler Luftzug streichelt mein Haupt.
Schweiß klebt feucht
auf meiner Haut.
Mein Schwanz lümmelt sich im Schlaf.
Die Kerze brennt im blauen Glas,
flackernde Schattenbilder
huschen über die Wände meiner Herzkammer.
Simon und Garfunkel grüßen aus der Werbung.
Damals glaubten wir daran,
die Welt zu verändern
in Nächten aus weißem Satin,
mit Rauch am Wasser
und Feuer im Himmel.
Mit Kindern der Zeit
und meiner Generation.
Mit Satisfaction
und 2000 Lichtjahren weg von daheim.
Auch wir gingen nach San Francisco,
wenn auch nur in unseren Träumen.

Wir besorgten es nicht nur der Tochter des Pfarrers,
wir trieben es auch mit der Gattin des Präsidenten,
deren rosane Haut im Sonnenlicht glänzte,
bevor wir sie mit unserem Samen ertränkten.

Ihre Stiefel scharrten über das Pflaster der Zeit,
als sie in den heiligen Krieg zogen.
Und unser Sperma löschte die Zündschnüre
ihrer Bomben.

Der Führer in schwarzer Uniform,
mit roter Armbinde
und schwarzem Kreuz auf weißem Grund,
steht mit ausgestrecktem Arm
im schwarzen Cabrio.
Von Millionen gehuldigt,
von Millionen verdammt.

Er wird empfangen von den Toden,
entkommen aus der Konzentration.
Stacheldraht spiest sich in die Haut seines Halses,
als die verräterische Kugel
in seinem Schädel zerplatzt

Wir brauchen Regierungen,
keine Korruption.
Wir brauchen Männer mit Herz,
die sich nicht in Bordellen peitschen lassen
Wir brauchen Charakter und keine Männer,
die sich hinter dem eisernen Vorhang
an kleinen Jungen vergeh'.

Wo sind die Zeiten der Liebe,
die uns Jesus versprach?
Wo ist das Land wo Milch und Honig fließt,
von dem uns Mohammed prophezeite?
Wo sind die Worte von Konfuzius,
der seinen Weg mit Weisheiten pflasterte?

Im flimmernden TV
wirst du nie die Antwort finden.

Samstag, 16.08.2003, 02:12 Uhr

Heute nach längerer Zeit auch mal wieder ein Eintrag, damit niemand auf die absurde Idee kommt, daß ich schon zu Jim Morrison, Jimi Hendrix, Janis Joplin, John Lennon oder Frank Zappa in den Musikerhimmel abgehauen sei. Kurz und gut: ich lebe noch!!!

Aus meinem Kopfhörer schlängelt sich der Song vom roten Haar in mein Gehirn, welches IN EXTREMO in die Nacht entläßt, um den Mond zu begrüßen. Und ich muß sagen, das ist eine der geilsten Bands, die ich in letzter Zeit gehört habe. Absolut geil!!!

IN EXTREMO:
"Das Pferd" ist eine im Durchmesser fast anderthalb Meter breite Rahmentrommel, die das gesamte Fell eines Pferdes verschlingt. "Das Pferd" ist aber nicht nur Instrument, es steht letztendlich für IN EXTREMO, denn mit solchen Instrumenten wird nicht nur ein einzigartiger Sound kreiert, sie sind darüber hinaus auch Sinnbild für Außergewöhnliches, für Eigenständigkeit, für Spaß an der Musik, für Experimentierfreudigkeit, Innovation und für das Extreme.

Nach 4 Jahren und 7 Alben (wovon drei im Eigenvertrieb vor allem auf Mittelaltermärkten verkauft wurden) gehören IN EXTREMO zu den wenigen deutschen Bands, die internationales Ansehen genießen, die ganz oben in den deutschen Charts stehen und trotzdem noch Kult und Szene-kompatibel sind. IN EXTREMO schuf sich eine eigene musikalische Nische und ein eigenes, unverkennbares Erscheinungsbild. Sie lassen mit heruntergezogenem Visier alte, fast vergessene Stile auf zeitgemäße Rockmusik prallen und lassen Funken sprühen, wenn mit künstlerischem Feingespür selbstgefertigtes Instrumentarium auf Hightech Studio-Equipment trifft.
Trotz aller Gegensätze entsteht ein harmonisches Klangbild und nichts klingt konstruiert. Wichtig ist aber, daß der Urgedanke der Band stets geblieben ist, historisches Liedgut zu spielen und die jahrhundertealte Kunst fortzuführen, Geschichten weiterzugeben, Mythen und Historie zu verarbeiten und ewig junge Themen wie Liebe, Tod, Krieg und Frieden aufleben zu lassen.

Ich danke der Frau, die mich solche Musik genießen ließ. Die uns in Welten von neuen Klängen und Akkorden einführte. Steinschleuder und Morgenstern, gepaart mit Electronic und Pyrotechnik. Zumindestens für Helga und mich. Danke, Wolfkristall. Danke für CURVED CORAX. Danke für QUANTAL. Danke für SCHANDMAUL und wie sie noch alle heißen. Ich kann und will nur eines da zu sagen: ich habe Dich lieb...

Helga hatte heute ihren letzten von 5 Urlaubstag. Ich fand die Woche mit ihr sehr angenehm und ich weiß, daß ich wieder zu ihr zurück gefunden habe.

Tagebuch Oktober 2003

Mittwoch, 22.10.2003

Rentner!
Seit Montag ist es amtlich. Schwarz auf weiß und amtlich beglaubigt und auch besiegelt: mein Rentenantrag wurde rückwirkend zum 01.08.2003 genehmigt. Und somit gehöre ich der Garde an, die momentan unserer Regierung in Berlin die Pest an den Hals wünscht.

Nun ja, ist schon irgendwie ein komisches Gefühl diesen Stand immer gewünscht aber nun reell erworben zu haben. Wußte nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Aber vielleicht habe ich auch beides zusammen getan. Kann schon sein, aber ist wurscht...

War heute auch in der Firma und habe es denen mitgeteilt. Hahaha... wie die geguckt haben. Zu hart! Mit der Gewißheit, jederzeit pennen zu können so lang ich will, nicht schleppen muß, wenn ich vielleicht lieber Musik hören würde. Nicht... GEIL!!!

Zur Zeit geht es mir echt gut. Habe auch angefangen damit, daß ich mich mehr öffne und lachender durch die Welt renne. Nicht so verbissen und mit der Leidensmiene eines arabischen Markthändlers, der seine vertrockneten Datteln an den Mann bringen will und dir etwas von zwanzig Kindern , drei Ehefrauen und fünf hungrigen Kamelen erzählt. DAS LEBEN IST SOOOOOO GEIL! Und als Rentner kann es noch viel geiler sein! Alle Kraft den Rentnern! Grauköppe an die Macht!

Ja, sie reitet durch meine Gedanken. Auf einem herrlichen Rappen sitzend, dessen Mähne im Sturmwind zu den Posaunen von Jericho emporweht.
Flinke Finger, die in sich versunken über die Saiten fliegen und aufheulende Akkorde in die Halle jagen. Tobende Masse im Scheinwerferlicht.
Vor einer Wand aus Verstärkern bewegt sich der Gitarrist in den farbenprächtigen Gewändern zu den Klängen seines Spiels.
Laut schreit der Sänger die Hymne in die Meute:

Es ist gefährlich am Stadtrand
Fahr die Königsstraße, Rentner
Verborgene Adern in der Goldmine
Fahr' die Straße westwärts, Rentner
Reite die Schlange
Reite die Schlange
zum See, dem uralten See, Rentner
Die Schlange ist lang, sieben Meilen
Reite die Schlange
Die Schlange ist alt
und ihre Haut ist kalt
Der Westen ist am besten
Der Westen ist am besten
...
Der blaue Bus ruft nach uns
Der blaue Bus ruft nach uns

Oh, Bullshit, ich glaube ich habe die falsche Medizin genommen! Hahaha... Mir ist so leicht... Der Gitarrist rennt durch meinen Schädel... Ab und zu schaut er aus dem linken oder rechten Ohr und schüttelt die Töne aus seinem Instrument. Wirbelnd fliegen die Akkorde durch meine Zellen. Werden zurück geschleudert von den Gummiwänden meiner Träume. Hey, wake up! Yeah! Möse... Du geiles nasses Fleisch der Begierde. Laß mich deine Lippen teilen mit dem Atom meiner Zungenspitze. Laß dich fallen in den Nektar der Honigbienen. Yeah!

Es ist so geil, das Leben... So unsagbar geil und wunderschön in den Kristallen der uralten Salzklumpen. Meeresbrandung. Wogen und grummelndes Rauschen der See. Schattensegler durchbrechen den vollen Mond. Leise tauchen die Sklaven die Ruderblätter der Galeeren. Der weiße grinsende Schädel mit den beiden gekreuzten Knochen flattert auf schwarzem Stoff.

GUTEN NACHT...!

Mittwoch, 22.10.2003, 00:02 Uhr

Klare Sicht
© Mittwoch, 22.10.2003 by Gernot W. Freudenberger

Meine Gedanken fahren zurück
auf der grauen Straße meiner Erinnerung.
Ich reise durch die Zeit
im Innern einer Seifenblase.

Wo führst du mich hin?

Stimmen im Weltall
Stimmen im Raum
Stimmen in den Gedanken

Gestalten erwachen.
Im Lichterkranz ihrer Kleider.
tanzen sie auf den Tautropfen,
die über das Gras rollen.

Ich schwebe
Ich falle
Ich taumle auf den Flügeln der Weissen,
die mich durch Lüfte tragen.

Ich schaue herab
auf Täler und Hügel,
auf Felder
und Stadt.

Klare Sicht.

Eintauchen in das Grün
des bewaldeten Hügels.

Ein Raubvogel unter mir
kreist über den Stoppeln der gemähten Felder.

Hery,
spürst du mich?

Hey,
kannst du mich flüstern hören?

Hey,
ich liege im Garten der Lüste.

Hey,
ich liebe dich, Helga.

Freitag, 17.10.2003, 00:42 Uhr

Hallo, Ihr alle da draußen in fern und nah... seit gegrüßt von den Elfen der Nacht, dem Licht des Mondes und der Wärme der Liebe.

Aus meinem Kopfhörer dringen WISHBONE ASH in meine Ohren und entführen mich in Zeiten der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft. Zukunft? Ja, denn auch sie ist ein Teil des Lebens, auch wenn er sich in Nebelschwaden über den still liegenden See verbirgt.

Es ist still im Haus, auf der Straße. Nur meine Finger auf der Tastatur geben ein klickendes und monotones Geräusch. Ich fühle mich wohl und irgendwie auch zufrieden, denn ich habe mir vorhin so im Stillen und bei Kerzenschein ein paar Gedanken über mich und mein momentanes Leben angestellt. Mit einigen Dingen, mich betreffend, bin ich sehr zufrieden. Aber da gibt es auch Dinge, welche mich erschrecken lassen, wenn ich mir selbst begegnen könnte. Da zu gehört unter anderem mein ewig mürrisch drein blickendes Gesicht und meine zur Schau gestellte Eitelkeit, die ich eigentlich gar nicht mein eigen nenne. Es ist schon komisch! Da hat man zwei böse Krebsoperationen hinter sich gebracht, ist dem Tod sprichwörtlich noch mal von der Schippe gesprungen, hat sich nicht auf der Schneide des Dolches verletzt, der einem den Lebensfaden abtrennen wollte. Und was tue ich? Ich rege mich über jeden Scheiß auf, muß ewig nur kritisieren und rum nörgeln. Das ist doch Scheiße!!! Fröhlich sein lautet die Devise. Lächeln ist das Zauberwort. Es kann doch einfach nicht so schwer sein, seinem Ebenbild im Spiegel ein schönes Grinsen entgegen zu bringen und zu sagen: HEY, ALTER, SCHÖN DAS DU DA BIST! Das Leben ist so einmalig geil mit all seiner Schönheit, an der man so oft achtlos vorbei rennt. Die man so oft links liegen läßt.

Vom 10. bis 12.10. war ich mit Helga nach Weimar gefahren, um den dortigen 350. Zwiebel markt zu besuchen. Wir waren Freitag morgens um 07.00 Uhr losgefahren und gegen 10.00 Uhr in Weimar angekommen. Hier fuhren wir zu unserem Freund Gerd, der in Weimar eine Kfz-Werkstatt besitzt, bei dem wir auch wohnten. Weil Gerd noch arbeiten mußte, schlenderte ich mit Helga schon mal über den Markt, der sich in der ganzen Stadt verteilte. Überall waren Bühnen aufgebaut, Verkaufsstände mit allem möglichen Krimskrams (nicht abwertend gemeint!) zum Verkauf eingerichtet. Bierbuden, Weinstände und andere durststillende Artikel wurden in da für vorgesehenen Verkaufswagen angeboten. Es gab Stände mit Spanferkel, mit Pfannkuchen, den obligatorischen Thüringer Bratwürsten und sonstigen Leckereien aus deutschem Lande. Sogar der Käse Paul, ein bekannter Hamburger Marktschreier war mit seinem Fahrzeug an gereist. Es war einfach toll...

Abends sind wir dann mit Gerd und seinen Freunden, einem Architekt aus Berlin und seinem Bruder einem Lehrer, nochmals über den Markt gezogen. Um 04.00 Uhr in der Frühe sind wir dann aus dem ältesten Studentenclub Deutschland's zu Gerd in die Wohnung marschiert.

Am Samstag morgen war ich dann zu Besuch bei Annett. Es war schon ein eigenartiges Gefühl, als ich durch die Haustür ging und die Treppen hoch stieg. Auch war ich sehr neugierig auf Ihren K. Es war schön sie zu sehen und ich spürte auch, daß sie sich über meinen Besuch freute. Alles andere wissen die Personen, die es betrifft.

Inzwischen ist es schon wieder Samstag morgen geworden. Die Uhr zeigt gerade 00.24 an. Nicht, daß ich jetzt fast 24 Stunden vor dem PC gesessen hätte; nein, sondern ich habe zwischenzeitlich schon mal an der Matratze gelauscht, mich geduscht, habe einige Dinge erledigt, mit Helga die Wohnung geputzt, etwas gegessen und habe mir auch ein Spiel einer unserer Jugendmannschaften angesehen, die leider nach einer 1:0 Führung noch mit 3:1 verloren haben. Schicksalsmelodie!

Heute Nachmittag werden wir ein Spiel der 1. Mannschaft haben. Ein Derby gegen einen Mitstreiter aus dem Kreis. Ein Derby haben wir in der Landesliga noch nie gewonnen. Ob heute der Knoten platzt? Ja ja, ich hab's vernommen. Fußball interessiert DICH nicht. Mir doch egal, denn ich schreibe diese Zeilen für mein Ego. EGO? Nein, auch ein wenig für DICH...

Wie geht es meiner Gesundheit?
Nun, es geht so und ich bin Teils auch ganz zufrieden. Nur habe ich immer so einen luftgefüllten Bauch und er drückt ab und zu ganz schön auf das Zwerchfell. Werde wohl auch meine Ernährung noch mehr umstellen müssen. Und meine Mahlzeiten mehr auf den Tag verteilen. In der nächsten Woche will ich dann auch wieder mal einen Termin mit meiner Onkologin vereinbaren, denn ich muß mal wierder mit ihr quatschen. Schönen Gruß, Frau Dr. Gog. Schön das sie auf dieser Welt sind...

Zum Schluß noch ein Song meines favorite-singer Jim Morrison:

AWAKE / DAWN'S HIGHWAY
by jim Morriswon / The DOORS

Erwachen
Schüttle die Träume aus dem Haar
Mein hübsches Kind, meine Süße
Wähle den Tag und wähle das Zeichen des Tages
Des Tages Gottheit: Das erste, was du siehst
Ein ungeheuer strahlender Strand
mit diamantenem kühlen Mond
Nackte Pärchen suchen stille Plätzchen
Und wir lachen wie sanfte, verrückte Kinder
Eingehüllt in die wollene Gleichgültigkeit der Kindheit
Musik und Stimmen überall um uns
Summen diese uralte Weise
Die Zeit kehrt wieder
Wähle
Sie summen unter dem Mond neben dem See der Kindheit
Erobere wieder den süßen Wald
Erringe den heißen Traum
Komm' mit uns
Alles ist unterbrochen und tanzt

Indianer verstreut auf dem dämmrigen Highway, blutend
Die Geister bevölkern des jungen Kindes empfindliches Eierschalenhirn

Ich, meine Mutter und mein Vater und eine Großmutter und ein Großvater
fuhren durch die Wüste in der Morgendämmerung
Und ein Truck, beladen mit indianischen Arbeitern,
war gegen ein anderes Auto geknallt
Ich weiß nicht genau, was da geschehen war
Aber es lagen überall Indianer auf der Straße
und verbluteten
Da hielt unser Auto langsam an
Es war das erste Mal, daß ich Angst hatte
Ich war ungefähr vier
Ein Kind ist wie eine Blume
Sein Kopf empfindet den leisesten Hauch
Wenn ich heute daran denke, glaube ich, daß die Seelen der Geister der
toten Indianer, vielleicht ein oder zwei von ihnen, umherwanderten,
ausflippten und in meine Seele schlüpften
Und sie sind noch dort

Dienstag, 07.10.2003

Gestern Abend waren wir mit drei Freunden in Langen zum Konzert der Band IN EXTREMO.

Als Vorgruppe spielte von 20.00 - 20.40 Uhr die italienische Band EXILIA aus Italien. Guter Drive. Guter Bass. Gutes Drums. Gitarrist "na ja". Aber das kleine (160 cm ???) Powerpaket am Mikrofon war schon heftig. Tierische Stimme! Tierische Bewegungen...

Um Punkt 21.00 Uhr erklang dann das Intro und mit einem "Donnergrollen" standen sie urplötzlich auf der Bühne der Langener Stadthalle und begannen ihren Gig mit dem Song "Küß mich". IN EXTREMO live! Geil! Geil! Geil! Es folgte Hit auf Hit, gepaart mit einer genialen Bühnenshow...

Ich habe mir sämtliche CDs dieser Band reingezogen. Habe mir x-mal die Live-DVD angeschaut, aber es ist alles nix gegen das, was die 7 Jungs live auf der Bühne abziehen. Einfach nur geil!!! ... ... ...

Aber was soll ich hier groß erzählen. Die Insider, die die Band kennen, wissen Bescheid und die, die IN EXTREMO nicht kennen, sollen sich mal ein eigenes Bild von der Gruppe schaffen.

Sonntag, 05.10.2003


24. Hochzeitstag...

Danke Helga, für alles!

Mittwoch, 01.10.2003

Hey!
Hey Du!
Hey Liebes!

Dies ist nicht das Ende, wunderschöne Schwester
Dies ist nicht das Ende, meine einzige Schwester...

Hey!
Hey Du!
Hey Helga!

Dies ist nicht das Ende, wunderschöne Frau
Dies ist nicht das Ende, meine einzige Frau...

Sich sammeln im Inneren der eigenen Courage.
Sich treffen mit den Zellen seines Körpers.
Eintauchen in das Element Leben.
Nicht der Mörder sein, der vor der Morgendämmerung erwacht.

Was ich aber heute auch mal ansprechen will ist die Tatsache, daß ich es einfach nicht verstehe, warum niemand meine eigene CD haben will.

ENDLICH WAR SIE FERTIG !!!
Meine erste eigene CD !!!

Eigene Lyrik und Momenteindrücke.

Nach zweimaligem Krebs habe ich diese CD mit eigenen Gedichten von mir besprochenen. Ich wollte mich damit von meiner Krankheit ablenken und anderen Menschen eine kleine Freude bereiten.

Ich bin zwar NICHT Jim Morrison, habe aber auch NICHT versucht wie er zu sprechen, aber meine Lyrik ist auch so zart, weich, böse, brutal und total persönlich..

Die Backgroundmusik wurde arrangiert von einem Freund:
Bodo Gross, Gitarrist und Sänger der Gruppe FOREST aus Mörfelden-Walldorf.

Ich weiß, daß viele Menschen ihr eigenes Werk in den "Himmel heben", aber ich kann an dieser Stelle sagen, daß ich bisher nur positive Meinungen über mein Erstwerk erfahren habe. Außerdem kann man bei einem Preis von 11,50 EUR (inkl. Porto!!!) meines Erachtens nichts falsch machen.

Wer eine CD erwerben möchte bitte ein Email an mich senden...

Nun ja, das hört sich zwar alles schön an, aber zu interessieren scheint sich auch niemand dafür. Komisch ist dann wirklich nur, daß ALLE die die CD bisher gehört haben sagen, daß sie echt gut ist. Nun ja, so ist halt das Leben...

Tagebuch November 2003

Sonntag, 02.11.2003

Heute ist Sonntag, der 02. November 2003. Die Zeiger der Uhr stehen auf 19:52.

Ich fühle mich schlapp und kaputt. Komme mir vor wie gerädert. Man kann auch sagen, mein Allgemeinzustand ist zur Zeit nicht der Beste, auch wenn wir heute mit dem FCE in der hessischen Landesliga Mitte Eintracht Wetzlar mit 2:0 nach Hause geschickt und uns auf dem fünften Tabellenplatz festgesetzt haben.

Seit ein paar Wochen - so genau kann ich das gar nicht sagen - habe ich wieder dieses eigenartige Brennen in meinem Darm. Ein Gefühl wie ein Feuerball, aber nicht so heiß, sondern so unangenehm. Ich habe Angst und meine Gedanken drehen sich ständig um meine Zukunft. Werde ich wieder vom Krebs heimgesucht? Werde ich wieder alles erneut über mich ergehen lassen müssen? Wieder stationäre Uniklinik? Wieder in den OP? Wieder dieses zermürbende Warten und Bangen?

In der vergangenen Woche hatte ich von diesem komischen Gefühl in meinem Darm meiner Onkologin in einem Email berichtet. Sie hat darauf hin sofort zwei Termine für ein Torax-CT und ein Unterleibs-CT vereinbart. Das Torax-CT habe ich am vergangenen Freitag über mich ergehen lassen und das zweite CT für die unteren Regionen ist am kommenden Mittwoch. Beide auf einmal konnten sie mir nicht geben, da ich für das CT des Unterleibes zwei Flaschen Kontrastmittel zusätzlich einnehmen muß. Mich hat es gewundert, daß mein Torax diesmal auch CT- mäßig untersucht wurde, denn das wurde bisher immer per Röntgen der Lunge untersucht. Na ja, die Frau Dr. Gog wird es schon wissen, warum diesmal so...

Das Schlimmste an dieser Scheiß Krebsgeschichte ist die ständige und immer wiederkehrende Angst vor einem erneuten Ausbruch dieser Menschheitsgeisel. Auch wenn ich das meines Erachtens nach relativ gut im Griff habe, man wird immer wieder daran erinnert, was einen da mal heimgesucht hat. Alles ist anders geworden. Alles ist nicht mehr so wie es einmal war. Diese "Geisel" läßt sich nicht so einfach abschütteln wie ein lästiger Floh im Hundefell. Oh nein! Immer wieder wird man erinnert. Sei es zu den vierteljährlichen Nachsorgeuntersuchungen oder wie jetzt wieder, wenn man körperliche Signale ganz bewußt wahr nimmt. Und WIE wahr man sie nimmt, will ich hier und jetzt nicht unbedingt ausmalen und beschreiben. Jeder soll mit seinem eigenen Leben selbst zurecht kommen, wie auch ich versuche, das meinige in den Griff zu bekommen.

Was mich heute auch etwas traurig gestimmt hat war die Tatsache, daß ich von der 2. Mannschaft zum ersten Mal nicht gefragt wurde, ob ich mit zum Mannschaftsessen gehen wolle. Sonst war das immer eine Selbstverständlichkeit und es war auch immer so ein kleines Dazugehörigkeitsgefühl. Aber ich will jetzt auch nicht den Eindruck hinterlassen, daß ich sauer über die Nichteinladung bin, denn ich hätte meinen Kram auch selbst finanziert. Das ist nicht das Thema, sondern allein die Tatsache, daß niemand sich mehr darüber aufregt, das alles nur für die 1. Mannschaft getan wird, das man ihnen "den Zucker in den Arsch bläst" und ähnliches mehr, als vereinzelte Personen des 2. Teams. Selbstverständlich wird es auch hingenommen, daß jeden Tag oder zu mindestens mehrmals in der Woche die jeweilige Homepage aktualisiert wird. Na ja, da muß man ja NUR was einfügen und schon ist die Sache erledigt. Nun, so kann man das auch sehen, wenn man sich noch nie mit dieser Materie beschäftigt hat. Aber was soll's? Will nicht den Eindruck hinterlassen, daß das alles so einen großen Stellenwert besitzt und das ich nun deswegen wochenlang schlaflose Nächte habe. Nein, mir geht es einfach darum, daß die ganze Arbeit und auch Freizeit, die man in dieses Hobby investiert, etwas mehr zur Kenntnis nimmt.

Dienstag, 04.11.2003

Tief in meinem Kopf
© Montag, 03.11.2003 by Gernot W. Freudenberger


Spazieren im Sternenlicht,
nicht in der gleißenden Sonne laufen.

Ein Glas an einer Wand zerbricht,
nicht mit freundlichen Menschen raufen.

Barfuß im Sand rennen,
Natur zwischen den Zehen spüren.

Sich aufhalten in Wäldern,
harzigen Duft einatmen.

Den Beifall des Publikums genießen,
sich verbeugen vor dem Jubel.

Akkorde spielen mit Schmetterlingen,
in den Lüften der Liebe.

Barfuß in eine Pfütze springen,
das Element unter den Fußsohlen fühlen.

Sich umarmen unter antiken Laternen,
den Kuß des anderen genießen.

Menschenschlangen an den Kassen des neusten Films,
sich berieseln lassen von Ablenkung.

Kurz den Alltag vergessen,
Farbenspiele auf der Leinwand.

Lautes Durchatmen,
nachdem der rote Samtvorhang sich schloß.

Im Gras liegen
und dem Konzert von Grillen lauschen.

Glasklares Wasser trinken,
aus dem plätschernden Bach mit der Hand geschöpft.

"Ich bin die Realität",
spricht eine Stimme
in meinem Inneren.

Ich räkelte mich
und schüttelte den Schlaf aus meinen Haaren.

Ich erhebe mich
und begebe mich zu einem Spiegel,
um meine Seele zu sehen.

Augen bohren sich in Augen.
Ich blicke in mein Inneres
und stelle mir die Frage:
wer bist du?

Wer bin ich eigentlich wirklich?
Bin ich der
der ich bin?
Oder bin ich,
der der ich mag zu sein?

Es gibt keine Antwort
auf die Frage:
warum der Krebs mich gewollt hat.

Die Angst ist allgegenwärtig,
auch wenn ich versuche
sie zu verdrängen.

Tief in meinem Kopf
hat sie sich ein Bett gerichtet.

Ich höre auf Dinge,
die ich nie in meinem Körper gehört habe.

Ich lausche dem Rauschen meines Blutes.
Ich versuche mir vorzustellen,
was in meinem Körper geschieht.

Laufende Untersuchungen.
Laufende Ängste.
Laufend wieder Hoffnung.

Klammern an das Leben
Klammern an Verpaßtes
Klammern an die Versuche,
etwas wieder gut zu machen.
Klammern an die Hoffnung,
doch anders sein zu können.

Und immer wieder
Angst vor dem Tod,
der immer an meiner Seite geht.

Er begleitet mich unsichtbar.
Ich versuche mit ihm klar zu kommen,
nenne ihn sogar einen Freund.

Ihn nur nicht in Wut bringen
Ihn nicht erzürnen
Versuchen freundlich zu sein

Mit ihm zu lachen.

Ja, so gar mit ihm zu lachen.
Hahaha...

Ich wandere durch mein Leben
mit der Gewißheit
nie wieder allein zu sein.

Ich spüre Dinge
in meinem Körper,
die mir nie bewußt waren.

Liebe ist der größte Besitz,
um stark zu sein.

Liebe ist mehr als Leben
Liebe ist die Unendlichkeit
Liebe ist das Gefühl,
in Watte eingebettet zu sein.

Liebe ist der Atem,
der deine Haut berührt

Liebe ist
die Zungenspitze die dich teilt.

Liebe ist das Beben meiner Lenden
Liebe ist der Schmelztiegel unserer Umarmungen

Liebe ist sich zu bewegen
Liebe ist zu geben
Liebe ist,
dich auf zu heben,
wenn sie dir den Arschtritt geben.

Liebe ist die Medizin,
die Krebs besiegen kann.

Liebe ist...
und wenn Liebe existiert,
muß ich mich nie wieder fürchten.

Liebe dich selbst
und du wirst geliebt.


So, und jetzt fahre ich zur Jahrhunderthalle nach Frankfurt-Höchst, um noch eine Eintritskarte für das heutige Konzert von IRON MAIDEN zu erwischen.

Hatte die ganze Zeit hin und her überlegt, ob ich eigentlich zu dem Gig der Eisernen Jungfrauen gehen soll, denn die Tickets kosten auch wieder zwischen 50 und 60 EURO. Aber was soll's? Morgen habe ich meine zweite Untersuchung in der Uniklinik und da brauche ich jegliche Abwechslung. um nur nicht daran zu denken, ob sie wieder etwas finden oder ob alles okay ist.

Mittwoch, 05.11.2003

Wie schon angedeutet, bin ich gestern noch an die Jahrhunderthalle in Frankfurt-Höchst gefahren, um eine Karte für das ausverkaufte IRON MAIDEN Konzert zu bekommen. Eine Karte habe ich bekommen, aber dafür mußte ich dann auch den höchsten Preis hinblättern, den ich jemals für eine Konzertkarte bezahlt habe. Doch es waren so viele Leute da, die auch nach Karten gesucht haben, daß es mir dann irgendwann egal war. Gerd, Sandra, Carsten und Manu waren auch mit. Nur hatte ich im Gegensatz zu denen eine viel bessere Sicht auf die Bühne und das Geschehen darauf, denn ich hatte eine Sitzplatzkarte mit ausgezeichnetem Blick auf die Stage.

Die Vorgruppe FUNERAL FOR A FRIEND fand ich perönlich beschissen, auch wenn sie vielleicht am wenigsten für die mißerable Soundqualität konnten. Aber mir gefiel auch die Art Musik nicht. Aber egal!

Um 21.00 Uhr begann dann das Intro mit Doctor, Doctor von UFO, gefolgt von einem klassischen Stück und dann ging die Post ab oder die Lucy wurde aus dem Stall gelassen oder... Eine tierisch geile Bühnendekoration und sechs Vollblutmusiker, die einen geilen Set ablieferten. Schon nach 5 Minuten war der Eintrittspreis vergessen.

Heilige schwingen die Sense
Von Olaf Kern

Totentanz in der Jahrhunderthalle: "Iron Maiden" sind beim Frankfurter Gastspiel endgültig auferstanden.

Auf der Bühne sind Schwerstarbeiter zu Gange. Sie heben ihre Gitarren in die Senkrechte, malträtieren ihre Trommeln und treiben ihre Stimmen in die Höhe – es ist der polyfone Soundtrack zu einem schauderhaften Totentanz: Willkommen auf der Bühne des Grauens, beim "Dance of Death".

Gute Bekannte haben eine gruselige Post-Halloween-Szenerie für ihren Auftritt vor unzähligen Fans in der Jahrhunderthalle erschaffen. "Iron Maiden" tingeln wieder durch die Lande, mit einem neuen Album im Gepäck und einer neuen Freak-Show, in der surreale Phantasmagorien, entsprungen aus der nimmersatten Vorstellungskraft der beständigsten Heavy-Metal-Recken, die Hauptsache sind. Ein Burggemäuer dient dieses Mal als Kulisse.

Übergroße Heiligenstandbilder begrüßen die Besucher unfreundlich – sie tragen Sensen. "Eddie", die oft zitierte Totenkopf-Kreatur, darf natürlich nicht fehlen und schaut auf einen kurzen starren Blick vorbei.

Innerer Antrieb für die Alteisen-Rocker scheint dagegen dieselbe Lust am Musizieren zu sein wie vor zwanzig Jahren. Präzise klappt das Zusammenspiel. Die Gitarristen übertreffen sich mit überbordenden Solo-Einlagen. Und Bruce Dickinsons Stimme ist immer noch einzigartig für das Genre. "Can I Play With Madness", "Fear Of The Dark" oder "Brave New World" bleiben somit ein unveränderter Live-Genuss für die Ohren. Doch der neue Stoff ist nicht weniger dezent: "Montségur" handelt vom Massaker in einem Pyrenäen-Ort. Heftige Kämpfe während des Ersten Weltkriegs wüteten dagegen in "Paschendale". Traurige Hintergründe, krude Ersatzwelten, sinnentleerte Monster-Fratzen: ein zunehmend ermüdendes Horror-Schauspiel.
(Quelle: Höchster Kreisblatt, Sparte: Kultur vom 06.11.2003)

Ich kann zwar den Schluß des Zeitungsberichts nicht ganz teilen, aber so ist halt Demokratie und Meinungsfreiheit...

Alles in allem ein geiler Abend mit einem tirischen 2 Stunden Gig der "Jungfrauen". Da zu kommt aber auch, daß ich seit Jahren nicht mehr so einen Bock auf Konzerte habe wie dieses Jahr. Und es werden bis zum Jahresende noch ein paar da zu kommen: CORVUS CORAX, METALLICA, eventuell MARILYN MANSON und mal sehen was es sonst noch in deutschen Konzerthallen gibt. Ich darf ja auch nicht die lokalen Gigs im Colos-Saal von Aschaffenburg vergessen, die ich in Abständen und bei Interesse besuche.

Okay, heute Abend geht es weiter. Werde dann von meinem Besuch in der Uniklinik berichten und was es so an Neuhigkeiten gibt. An dieser Stelle schon einmal einen schönen Gruß und ein DANKE! an Frau Dr. Eichler und Frau Dr. Gog. Ihr seit super! Thank you so much for your feeling... Ich hab meine Träume zwar nicht erreicht, aber ich hab's zumindest probiert! Und: Musik ist Religion für mich, und auch im Jenseits wird es Musik geben. Well, it’s time to go now. See you all soon. Stay safe and well. God bless you all.

Love und
in diesem Sinne bis heute Abend
Gernot

Well, da bin ich wieder.
Wie schon angedeutet war ich heute zum zweiten Mal innerhalb einer Woche in der Uniklinik, um durch die CT-Röhre gefahren zu werden. Das CT verlief in seinem gewohnten Gang: Hinlegen. Kanüle für Kontrastmittel legen. Arme nach hinten ausstrecken, um nicht in der Röhre stecken zu bleiben. Anschluß des Kontrastmittels. Probedurchlauf. Einlaufen des Kontrastmittels. Scheiß-Gefühl! 1. so ein eklig metallener Geschmack im Mund und 2. rauscht eine undefinierbare Hitzewelle durch die Adern. 3. ist es einem - zumindestens mir! - ganz, ganz leicht übel. Aber die Radiologin war unheimlich lieb und hat mir einen Teil meiner Angst genommen, die ich immer vor dieser Untersuchung habe. Denn es ist immer wieder ein klein wenig russisch Roulett. Entweder es hat einen erwischt oder man kommt mal wieder davon. Das ist schon ein geiles Leben!

Als Krebspatient ändert sich so viel, das ein nicht Krebs vorbelasteter Mensch gar nicht begreifen kann, denn es ändert sich fast der ganze Lebenslauf. Yeah!.....................

Freitag, 07.11.2003

Gestern Morgen um ca. 08.30 Uhr kam der erlösende Anruf von Frau Dr. Gog aus der Uniklinik:
ALLES IN ORDNUNG!!!

Niemals mehr Lügen
© Freitag, 07.11.2003, 01:46 Uhr by Gernot W. Freudenberger

Aus der aufbrechenden Wolke hervorstolpernd,
betritt der fahle Vollmond die Plattform der Welt.
Die Elfen, von buckligen Gnomen begattet,
lösen sich kichernd aus der Umarmung.

Ich betrete die Bretter
welche die Welt bedeuten,
und der Shamane mit der Büffelmaske
läßt den sich öffnenden Vorhang
in einem bläulichen Flammenmeer verschwinden.

Meine lächelnden Augen öffnen sich
auf der anderen Seite des blutroten Planeten,
der im marmornen Lichtjahremeer
seine schuppigen Fische hütet.

Knöcherne Arme
durchstoßen den fauligen Boden
und winken mit der Knochenhand.
Ziehen mich hinab in den schmierigen Sud,
wo die Galle mit eitrigem Sekret vermischt,
in kupfernen Kessseln brodelt.

Gestalten mit Horn und Pferdehuf
begrüßen mich mit schallendem Gelächter.
Auf der pergamentenen Leinwand
läuft der Film meiner Geburt.

Niemals mehr Lügen.
Niemals mehr Angst.
Niemals mehr Schmerzen.
Niemals mehr Davonlaufen.

Niemals mehr Haß.
Niemals mehr Frust.
Niemals mehr Gier.
Niemals mehr Neid.

Niemals mehr Besitz.
Niemals mehr Gut.
Niemals mehr Silber.
Niemals mehr Gold.

Niemals mehr küssen.
Niemals mehr streicheln
Niemals mehr lecken.
Niemals mehr ficken.

Aus der aufbrechenden Erde herauskriechend,
betrete ich den Boden der glitschigen Tatsachen.
Mein Haupt, von vermoderten Haaren umrahmt,
erhebt sich langsam am Kreuz empor.

Ich werde schmerzend getroffen
von den Blutstropfen der offenen Wunden.
Dornen protzen mit ihren geschliffenen Krallen,
zerfetzen die bleiche Haut, die die Stirn umspannt.

Er steigt vom spinnwebenumgarnten Kreuz herab
und reicht mir lächelnd seine warme Hand.
Unsere Finger berühren sich im Funkenflug
von Glühwürmchenlegionen und erstrahlenden Engelgestalten.

Und vergib uns unsere Schuld,
wie wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nie mehr in Versuchung,
denn dein ist das Reich
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen

Niemals mehr Lügen.
Niemals mehr Angst.
Niemals mehr Schmerzen.
Niemals meh Davonlaufen.

Niemals mehr Haß.
Niemals mehr Frust.
Niemals mehr Gier.
Niemals mehr Neid.

Niemals mehr Besitz.
Niemals mehr Gut.
Niemals mehr Silber.
Niemals mehr Gold.

Niemals mehr küssen.
Niemals mehr streicheln
Niemals mehr lecken.
Niemals mehr ficken.

Sonntag, 09.11.2003

Hi...
Habt ihr gewartet? Wollt ihr unbedingt erfahren wie meine Untersuchung verlief? Wollt ihr das Ergebnis wissen? Oder wie oft ich geschissen habe? Oder ob ich oft eine Erektion habe? Hahaha.. Ihr seit ganz schön neugierig? Deswegen kommt ihr immer wieder auf diese Seite zurück. Hm... ganz schön clever. Alle Achtung!
Aber wißt ihr was? Was wäre, wenn ich hier nie wieder eine einzige Zeile schreiben würde? Was wäre, wenn ihr nie erfahren würdet, ob der HappyMountain noch lebt? Oder ob ihn der Krebs zur Strecke gebracht hat oder er von einem Truck überrollt wurde? Das wäre doch geil oder? Was? Ihr haltet mich für einen Satist? Einen Perversling? Aber sind wir das nicht alle auf die eine oder andere Art?

Well, ich möchte an dieser Stelle mal ein paar Leute grüßen, von denen ich weiß das sie öfters hier vorbeischauen. Und es ist mir wichtig sie zu grüßen. Nur seit bitte nicht böse, daß mir die Reihenfolge absolut am Arsch vorbei geht, denn die folgenden Personen sind alle GLEICH wichtig für mich.

Ich grüße ALLE, die sich mit mir verbunden fühlen und mich so nehmen wie ich bin. I love you all!...

Helga, Wolfkristall, Gigs, Gerd Schneider, Pedro Schemm, Lizzard King, Uwe Huhn, die BACKDOORS, DOORS Experience aus Wien, Julia Franssen, Anita, Claudia, Gabi Grote, Frau. Dr.Gog, den alten und neuen Betriebsratsvorsitzenden von IKEA Wallau, die Leute aus der "Seelenküche" in Berlin, Christian Pessel, Robin Durstig, Gerd Schneidereit + Sandra, Klaus Ptak, Björn Weber, Björn Engelhardt, Can Tanju, Henner Rüppel + Birgit, Denis Kitzinger, Holger "Batz", FOREST, Alexandra Seebold-Zitzkowski, Roger, Carsten Wahl + Manu, TomEngelhaar Satori und seine Lebenspartnerin Marion, ...

Dienstag, 18.11.2003

Ja, Wolfkristall, es gibt schon ein paar Menschen die es sicherlich bemerken, wenn ich anders schreibe. So wie in diesem Moment! Hihihi...
Aber der Kräutergarten des Herrn beinhaltet viele Schätze. Betrete den Garten Eden und Milch und Honig wird fließen. Und Posaunenblasende Engel fächern dir mit ihren Flügeln Liebe zu. Ja ja, viele Menschen lesen zu wenig in der Bibel. Da sind nicht nur viele kleinbedruckte Seiten drin, sondern auch sehr viele interessante Aspekte, die einfach nur ziemlich logisch sind.

Nun ist es aber an der Zeit, ein paar Sachlagen aufzuklären wegen dem meinen Emails angehängten Zitaten:

Ich hab meine Träume zwar nicht erreicht,
aber ich hab's zumindest probiert!
Musik ist Religion für mich,
und auch im Jenseits wird es Musik geben.
Well, it’s time to go now.

See you all soon.
Stay safe and well.
God bless you all.

Love und
in diesem Sinne,
Gernot

Meine Onkologin (ich fand Ihre Anteilname rührend, Doc) hat auch sofort reagiert, nachdem ich Ihr ein Email geschickt hatte. Auch Gaby meine Ex-Personalchefin und einige andere mehr.

Nein, ihr Lieben, ich plante weder meinen Suizid, nóch meinen andersweitigen und kurzfristigen Abgang von dieser Welt. Sei es durch Krankheit, Krieg oder Zufallstreffer. Mir haben diese Sätze einfach NUR gefallen. Wie ein guter Film, ein gutes Buch oder eine gute und tolle Musik. Es war einfach Lyrik für mich. Sonst nichts!

An meinem PC spricht gerade Bob Marley die Einleitung zu seinem Concert live in Kingston 1979. Ja ja, Rastaman, Du hattest das Leben irgendwie begriffen. Deswegen bist du dann auch vielleicht schon so früh wieder gegangen. Deine Mission war erfüllt. Hast dein Vermächtnis hinterlassen. Geile Musik. Geiler Rhythmus. Einfach so aus dem feeling heraus, so da mal eben hingeschmissen. Hier Bürger, nimm! Zieh's dir mal eben so bei 'ner Flasche Bier rein, während dir deine Alte einen bläst und du dich ordinär an der Arschbacke kratzt. Musik ohne viel Aufhebens. Eine gute Pfeife Gras geraucht. Sich die regenbogenfarbene Selbstgestrickte aufs zu Zöpfen gedrehte Haar gesetzt. Nach ein paar guten Kumpels Ausschau gehalten, die auf dem selben Trip durchs Leben marschieren. Nach den Instrumenten gegriffen und tierisch einen abgedröhnt. Auf Etiketten geschissen. Auf korrupte Politiker. Auf Huldigung von Götzenbildern. Gereift aus den Erlebnissen am Bärenhügel. Auf einem Hügel stehen und vor Angst kaum atmen könnend. Zu wissen, daß das Ende kommt. Zu wissen, daß man verloren hat. Einfach so aus dem Leben heraus Musik zelebrieren und sich nicht Akkordweltrekordflügen hingeben wer nun der beste und schnellste Gitarrist der Welt ist. Das Leben ist so unsagbar geil in seinen geschlifffenen und rohbehandelten Farcetten. Es ist so unsagbar geil und naß und glitschig wie ein nervengrippelnder Fick unter einem sich leise raschelnden Blätterdach. Wie so läßt man sich so von seinen Urinstinkten abbringen? Von der Macht seines Unterbewußtseins? Ist schon komisch...


Dienstag, 25.11.2003

Mach das Beste draus...
© Dienstag, 25.11.2003, 01:33 Uhr by Gernot W. Freudenberger

Durch die sich öffnenden Schamlippen
betrete ich die Bühne der Welt.
Ein Schlag auf meinen Arsch
reißt mich aus meiner Mythologie.
"Hallo Bürger,
willkommen in der Scheiße."

Ich schleiche auf der schmierigen Straße entlang,
die man mein Leben nennt.
An grauen Hauswänden vorbeikriechen,
an deren bleichen Fensterkreuzen
meine Schickschalsschläge baumeln.

Eh, mach das Beste draus,
krappel anderen nie in den Arsch
und denke immer daran,
was dich nicht umbringt
bringt dir Erfahrung.

Durch die sich aufschwingenden Pforten
betrete ich die Räume des Unterbewußtseins.
Eine Reise durch mein Inneres
zeigt mir die Tumore meiner Fehler.
"He Mensch,
willkommen in der Erkenntnis.

Ich stiere in die vergoldete antike Spiegelscherbe,
die man meine Seele nennt.
An bizarren Bildern verharren,
auf deren verwitterter Leinwand
meine Lebensstationen verwirren.

Eh, mach das Beste draus,
krappel anderen nie in den Arsch
und denke immer daran,
was dich nicht umbringt
bringt dir Erfahrung.

Sonntag, 30.11.2003

Ich bin ein Atom in einem Rauchkringel vor einer weißen Wand... Yeah, genau so!
Letzten Samstag war ich Abends im Colos Saal in Aschaffenburg. Es spielten AB BC, eine recht geniale Coverband -man kann es schon erkennen - der australischen Heavymetaldynamik AC DC. Bei ihnen zupft auch der Bassist von den BACKDOORS den Bass.

Am Dienstag war ich dann nach langer langer Zeit in der Eissporthalle und habe mir ein Spiel der Frankfurt Lions gegen die Hamburg Freezers angeschaut. Die Lions gewannen das Game mit 2:1.

Am Freitag war ich den ganzen Tag on the road again. Friseur, Fußpflege und Abends dann unterwegs. Okay, habe schon verstanden...

Am Samstag war ich wieder in der Eissorthalle, weil es mir am Dienstag so gut gefallen hatte. Diesmal unterlagen aber die Lions den Eisbären aus Berlin mit 2:3.

Tagebuch Dezember 2003

Montag, 08.12.2003

Hi...
Letzten Mittwoch habe ich von Julia und ihrem Freund Aleco eine Einladung zu einem Konzert der Gruppe COLOSSEUM bekommen, welches in Mainz, im Frankfurter Hof stattfand.

COLOSSEUM war schon immer so eine stille Liebe von mir gewesen, seit ich sie am 03.04.1970 bei einem Rockfestival in Köln neben TRex, Yes, Deep Purple, Kinks, Procol Harum, Nice and many more zum ersten mal live erlebte.
Mir hatte es der Drummer John Hiseman (auch heute noch ein absoluter Star am Drums) und der Saxophonist Dick Heckstall-Smith angetan, der mir zur damaligen Zeit den Geschmack am Saxophon rüber brachte. Leider war er bei dem Gig in Mainz nicht anwesend, weil er laut Aussage von John Hiseman wegen Krankheit in England bleiben mußte. Er wurde aber durch eine Lady vertreten, die ein sehr guter Ersatz für Dick war.

Alles in allem:
ein geiler Abend.
Danke Julia und danke Aleco, daß ihr an mich gedacht habt...

Morgen Abend ist nun schon das nächste Highlight angesagt:
wieder in Mainz, aber diesmal im Kultur Zentrum, besuchen wir - Helga, Alexa (eine liebe Bekannte aus Mörf.-Walldorf) und meine Wenigkeit - die Könige der Spielleute: die Mittelalterband CORVUS CORAX. Und da freue ich mich schon ganz besonders drauf, denn es hat etwas mit Pfingsten diesen Jahres zu tun. Da habe ich CORVUS CORAX zum ersten mal live auf einer gigantischen Burganlage in Thüringen erlebt. Hi Wolfkristall, ich denke bei dem Corvus Corax-Concert werden mir viele Sachen durch den Kopf gehen. Eine Zeitreise durch Feuer, Nacht, Vollmond und... und... und... Danke, daß Du geboren wurdest!

Wie geht es mir ansonsten?

Nun, es ist zur Zeit ein Wechselbad der Gefühle. Bin die letzte Zeit mehr depressiv und melancholisch, was aber mit einigen Dingen in meinem Leben zusammen hängt. Irgendwie bin ich mit meiner momentanen Situation nicht ganz zufrieden. Es fehlt mir etwas, das ich aber noch nicht so richtig deuten kann.

Klar ist es tierisch geil, dem Arbeitsdruck nicht mehr ausgesetzt zu sein. Den Tag ganz anders planen und gestalten zu können. Mehr oder weniger tun und lassen was man will. Doch was ich meine ist die Tatsache, daß mir so ein richtiger Inhalt meines Lebens fehlt. Irgend etwas, daß mich auch seelisch und geistig befriedigt. Aber da bin ich halt noch immer am suchen. Doch ich werde an anderer Stelle mal intensiver darüber schreiben...

Am 14.12.2003 geht es nun mit ein paar Freunden und Bekannten nach Mannheim in die Maimarkthalle. Dort werden wir uns von METALLICA berieseln lassen. Aber ich schätze, die werden uns ganz schön in die Gehörgänge pusten. METALLICA sehe ich dann das erste mal live on stage. Helga hatte sie schon vor Jahren auf einem Konzert in Hannover gesehen. Davon schwärmt sie noch heute.

Ich kenne sie halt bisher nur von CDs, Videos, DVDs. Mir gefällt der neue Bassist Robert Trujillo, der zuvor bei Ozzy Osbourne den Bass zupfte. Was ich aber heute schon sagen kann, er ist ein "Tier" an seinem Instrument. Zumindest was ich bisher so in diversen TV-Sendungen gesehen habe.

Mittwoch, 10.12.2003

CORVUS CORAX... Einfach nur geil.
Wie schon mal gesagt, sind wir gestern Abend zu dritt nach Mainz ins Kulturzentrum gefahren. Weil die in dem Laden noch ein technisches Problem hatten, gingen wir noch in ein Lokal in der Nachbarschaft (Kann man empfehlen. Und wen es interessiert, das Lokal heißt CITRUS), um noch etwas zu trinken.

So gegen halb neun sind wir dann wieder ins KuZ. CORVUS CORAX betraten um 21.15 Uhr die Bühne und ein Sturm ging los. Absolut genial diese Band.
Um 21.45 Uhr war dann der erste Teil schon wieder vorbei und die Band verabschiedete sich für eine halbe Stunde, um den Leuten im Saal - und wahrscheinlich sich selbst auch - Gelegenheit zu geben, den Umsatz an Getränken an der Bar zu fördern. Aber egal, die wollen auch von 'was leben.
22.15 Uhr ging es dann endlich weiter.
Ich habe ja - wie auch schon mal erwähnt - CORVUS CORAX dieses Jahr an Pfingsten auf der Neuenburg zu Freyburg in Thüringen gesehen. In einer wunderschönen Nacht auf einer gigantischen Burg. Bei einem strahlenden und rießengroßen hellen Mond. Bei Fackelschein und wunderbarem Wein. In einer Nacht, in der ich etwas begriffen hatte. Und meine Schamanin lächelte mich mit ihren Augen an. Eh, Du, ich habe es wirklich begriffen!!!

Ach, was mir gerade einfällt, ich kann ja an dieser Stelle mal wieder ein Gedicht hervor kramen, das ich damals über dieses Ereignis geschrieben habe:

Neuenburg zu Freyburg
© 03.07.2003 by Gernot W. Freudenberger,
geschrieben in Berlin

Mächtige Mauern
umschließen die Festung,
die oben auf dem Berg dem Schicksal trotzt.

Wir durch schreiten das Tor
zu der Zeit,
als die Ritter die Schwerter kreuzten.
Als Burgherren
noch Feste feierten
und die Könige der Spielleute
das Volk unterhielten.

Wir schlendern vorbei
an Ständen des Marktes,
gefüllt mit Gewändern, Geschmeide
und allerlei Zeugs.

Gewänder aus Stoffen
so grob wie der Tod
und Seide so zart wie ein Kuß.

Geschmeide aus Silber,
aus Knochen und Holz.
Aus Perlen,
aus Muscheln
und der Haut des Mondes.

Wir trinken Wein
aus verformten Flaschen,
so lieblich und rein
wie die Tränen der Elfen.

Bier schäumt
in tönernen Krügen,
die gebrannt aus Schweiß und Lehm.

Gaukler tanzen auf den Steinen
des gepflasterten Hofes.

Hinter der Fackel des Lebens
stehen wir inmitten der Meute,
und wir starren gebannt.

Ein Raunen geht durch die Menge,
als wilde Trommler
auf die Bühne marschieren.
Schrill klingen die Dudelsäcke,
hergestellt aus Fell und Holz.
Jagen ihre Schreie
dem Himmel empor.

Wir halten uns bei den Händen,
als der Sturm der Akkorde
in unsere Herzen fährt.

Ich schaue in deine Augen,
die sich in der Unendlichkeit verlieren.

Fackellicht
paart sich
mit den Strahlen des Mondes.
Füße stampfen im Takt
zu den Klängen der Ekstase.

Wir sind zwei von vielen,
der mittelalterlichen Zeremonie.

Die Trommeln brüllen,
das Echo bricht sich am Stein.

Das Sternenzelt
bedeckt unsere Häupter.

Wir verschmelzen
mit den Akkorden.
Unser Blut kocht,
pulsiert in den Adern,
als wir uns am Wein
der Götter laben.

Grobe Stiefel,
mit Glöckchenbändern verziert,
stampfen den Takt.

Der Rhythmus
der Spielleute
auf der Bühne
wird wilder und wilder
Ejakulierte Klänge
treffen unseren Geist.

Zeitreise im Sekundentakt.
Reinkarnation in Minuten.
Millionen faches Pulsieren
unserer Zellen
des Lebens.

Ekstase!
Aufschreiende Freude!

Danke,
Corvus Corax,
den Königen
der Spielleute.

 

Ja ja, ich habe es begriffen! Und ich freue mich auf Deine Hochzeit!

Gegen halb zwölf haben wir dann das Konzert verlassen, während CORVUS CORAX gerade ihre letzte Zugabe spielte und sind wieder happy nach Hause gefahren. Helga fand das Konzert geil, Alexa denke ich auch und ich so wie so. Danke Helga, es ist schön Dich zu haben. Und: ich liebe Dich. Danke CORVUS CORAX, dn Königen der Spielleute.

Montag, 15.12.2003

Gestern sind wir zu viert nach Mannheim gefahren, um zum Abschluß des Jahres ein weiteres Konzerthighlight der Musikgeschichte zuz besuchen: METALLICA !

Zu viert waren: Christian Pessel, Julia, Helga und ich.
In Mannheim stießen wir dann noch auf Robin Drastig und einen Freund und auf den Bruder von Christian, der ebenfalls mit vier Kumpels die Maimarkthalle, wo der Gig stattfinden sollte, aufgesucht hatte.

Die Halle selbst war zwar nicht gerade das i-Tüpfchelchen, aber was soll's.
Für Christian war es schon der 21 Besuch eines Metallicakonzertes. Aber das ist bei ihm auch nichts besonderes, denn er liebt diese Band über alles. Für Helga der zweite und für Julia und mich der erste Besuch.

Dafür, daß ich lange lange Zeit keine Konzerte mehr besucht habe, geht es dieses Jahr Schlag auf Schlag.

Als nächstes steht dann 2004 eventuell die BÖSEN ONKELZ, ERIC CLAPTON, U2 und PINK FLOYD auf der Wunschliste. So rein nach dem Motto: man gönnt sich ja sonst nichts. Aber - auch wenn die Eintrittspreise nicht gerade billig sind - es gibt halt nichts besseres als ein Live-Konzrt.

Als Vorgruppe spielte eine Band namens GODSMACK, die Schlag 20.00 Uhr die Bühne betraten und dem Publikum mächtig einheizten.

GODSMACK

An der Ostküste in Boston finden sich 1995 Sully Erna (v), Tony Rombola (g), Robby Merrill (b) und Tommy Stewart in einem Proberaum zusammen, um dem Wind etwas zu entgehen, der einem da immer mächtig um den Zinken bläst. Ein Jahr später wird mit dem Budget von 2.500 $ schon die erste Scheibe "Godsmack" eingespielt (der Name stammt im übrigen von einem Song von Alice In Chains). Durch kräftige Unterstützung der Bostoner Radiowelt gelingt es den Jungs, sich einen Namen zu machen, und nach beständigen Aktivitäten auf dem Livesektor wird das Majorlabel Republic Records auf sie aufmerksam, nimmt Godsmack unter Vertrag und haut die Scheibe 1998 nochmal raus. Bis heute haben die Jungs dafür dreimal Platin eingefahren.

Um 21.30 Uhr ging es dann endlich mit METALLICA los, die sich tierisch ins Zeug legten und eine geniale Show boten. Es lag aber auch vielleicht mit daran, daß sämtliche Konzerte der diesjährigen Dezember-Tour in Deutschland - wie wahrscheinlich überall auch sonst in der Welt - restlos ausverkauft waren.

Hit für Hit dieser geilsten Hardrockband wurden mit ohrenbetäubendem Sound in die Halle geblasen.

In zwei Stunden und 15 Minuten rissen die drei Jungs mit ihrem neuen Bassisten Robert Trujillo das Publikum derartig in einen Rausch und legten eine derartige Spielfreude an den Tag, daß die 55 EURO Eintritt schnell vergessen waren.

Negativ war nur wieder mal das Verlassen des angrenzenden Parkplatzes. Nach 5 EURO Abzocke für einen Autoplatz, blieb es dann den Leuten selbst überlassen, wie sie den Parkplatz verließen. Dementsprechend war dann auch das Chaos beim Verlassen der Parkfläche, wofür wir fast eine Stunde benötigten.

An der Abfahrt nach Raunheim/Flörsheim hatte sich dann noch kurz vor uns ein PKW in die Leitplanke gewickelt. Ich rief die Notrufzentrale der Polizei an und Christian versuchte dem blutenden Fahrer oder Beifahrer Ersteilfe zu leisten.

Mittwoch, 17.12.2003

So langsam geht nun das Jahr 2003 zu Ende. Und ich denke darüber nach, was es mir so alles gebracht und gegeben hat. Eine Menge ist passiert. Vieles hat weh getan. Aber auch sehr viele Erfahrungen gesammelt und irgendwie auch innerlich einiges kapiert. Es waren Personen daran beteiligt, die jeder auf seine individuelle Art seinen persönlichen Frieden gefunden haben. Ich habe eine neue wunderschöne Musikrichtung kennengelernt, die ich nie mehr missen möchte. Ich habe ein Hügelgrab besucht, wo ich schmerzlich erfahren mußte das ein Song der ROLLING STONES Wirklichkeit wurde: you can't allways get what you want... Ich habe erfahren wie Liebe aussehen soll und was es heißt, zu geben und nicht zu nehmen. Ich habe herausgefunden, wie stark eigentlich meine Bindung zu Helga ist und das ich sie nie verlassen könnte. Zu viel ist da zwischen uns gewachsen, daß es sich einfach nicht mehr trennen läßt. Jede meiner Launen ertragen, immer an mich geglaubt, immer für mich da gewesen, immer ein offenes Ohr.

Weißt Du, Helga, das Leben geht immer seinen eigenen Lauf und es ist mir nicht immer geglückt, ab und zu diesen Strom mit meinen eigenen Impulsen im Lauf zu ändern. Aber seit ich damals das LOGO in Frankfurt betreten und Dich da am Tisch habe sitzen sehen, ist es Tief in meinem Herzen immer noch das gleiche Gefühl wie damals: D I E möchte ich haben. Eigentlich liebe ich Dich seit diesem Moment und bin glücklich, das es so ist.

Meine Zunge teilt deine Lippen,
dringt ein in die feuchte Höhle
der Unendlichkeit.

Dein feuchtes Fleisch
reibt sich an meinen Lippen.

Ich spüre dich.
Ich schmecke dich.
Ich rieche dich.
Ich lebe dich.

Geil sein ist Leben.
Geil sein ist Liebe.
Geil sein ist Freiheit.

Mein Schwanz bohrt sich in deine heiße Grotte,
dringt ein in die feuchte Höhle
der Unendlichkeit.

Dein glitschiges Fleisch
reibt sich an meinem Schaft.

Ich spüre dich.
Ich schmecke dich.
Ich rieche dich.
Ich lebe dich.

Geil sein ist Leben.
Geil sein ist Liebe.
Geil sein ist Freiheit.

Samstag, 20.12.2003

Und wieder ein Konzert...
Diesmal wieder im Schwimmbad-Club, Heidelberg: AB CD

AB/CD - Diese Band ist ein Synonym für Härte, rohe Gitarrenriffs und eingängige Songs von ungeheurer Energie. Sechs Musiker aus dem Großraum Achaffenburg-Frankfurt, allesamt mit den Platten von AC/DC aufgewachsen, entschlossen sich 1990 eine Band zu gründen, die selbst den eingefleischten Fan zufrieden stellen sollte.

Der Schwerpunkt wurde dabei auf die Zeit gelegt, in der die australischen Hardrocker noch mit dem legendären Sänger Bon Scott die Fans und Kritiker zum Toben brachten. Vor allem galt es auch, genau jenen AC/DC-Sound zu treffen, mit dem die Australier Ende der 70er Jahre berühmt wurden. Dass AB/CD dies erreicht hat, beweisen die Konzerte, bei denen sie das Publikum mit Klassikern wie "Let there be rock" oder "Highway to Hell" zum Rasen bringen. Einige neuere Songs von AC/DC runden das Party-Programm ab.


Ende der 90er stiess >Dimi Deeds< zu AB/CD und verkörpert Angus Young so perfekt, dass er für die Fans zum Mittelpunkt der Auftritte geworden ist.


Seit 2003 beschreitet die Band neue Wege und hat sich entschlossen, nicht zu kleckern, sonder zu klotzen und gleich zwei Sänger zu verpflichten (Paul McGilley – GB / London und Massimo Leone – I / Rom)

Montag, 22.12.2003

Yeah, right on... '

Musik im Raum. Musik in meinem Inneren. Unzählige Akkorde, die mich umkreisen und meiner Haut schmeicheln mit den Lippen von Elfen. Ich genieße die Klänge, die sich im Weizenfeld meiner Träume reiben an den Ähren der Liebe. Schmetterlinge gaukeln verstohlen kichernd an mir vorbei in den azurblauen Himmel, der mit pfefferminzweißfarbenen Wölkchen durchzogen ist. Ich genieße die Töne, die sich aus den Membranen meiner Lautsprecher in die Freiheit winden. Musik ist das Salz des Lebens. Musik ist der Bestandteil des Blutes, das in den Adern pocht.

Stell dir den Wahnsinn vor, du bist Gitarrist einer tierischen Band, stehst auf irgendeiner Bühne in dieser Welt. Vor 300 000 Zuschauern. Von 600 000 Augen angestarrt. Du spielst dein Solo. Jagst Feuerschweife von Tönen in die Nacht. 300 000 Köpfe, die sich ryhtmisch bewegen. Und mitten in diesm Soli brichst du zusammen und stirbst. Was ist Leben?, frage ich dich. Ist das nicht auch Leben? Welch ein erhabenes Gefühl den Löffel ab zu geben. Welch ein erhabenes Gefühl...

Eh, aber jetzt keine Emails, ob es mir gut geht. Mir geht es absolut geil gut! Keine Gedanken an Suizid oder dergleichen. Alles okay.

Aber es gibt manchmal Musik, die man lange lange nicht mehr gehört hat, die einen auf Wolken schweben läßt. Wenn es jemanden interessiert, ich höre gerade Klaus Schulze, das Album Timewind, aufgenommen 1975. Noch ein Hinweis, Klaus Schulze war einer der Mitbegründer der elektronischen Klangwelten der '70er. Mehr unter www.klaus-schulze.com

Es tut gut, einige wichtige Dinge in meinem Leben immer klarer und deutlicher zu sehen. Dinge, die in grauem Dunst schwammen nehmen Gestalt an. Bekommen Gesichter. Und die Erkenntnis ist so geil, daß man nie aufhört zu lernen. Immer auf der Suche ist nach Antworten auf individuelle Fragen. So langsam komme ich wieder in den Zustand, als mein Bewußtsein die größten Sprünge gesprungen ist. Wo man sich noch stritt beim Gedankenaustausch über den Mond und die Sterne. Und sich hinterher doch wieder lachend in die Arme fiel. Bei Metallica hatte ich dieses tiefe Gefühl der Zuneigung zu Julia wieder so richtig empfunden. Es waren Momente, Blicke und Gesten. Keine Worte. Was ich meine ist dieses wahnsinnige Gefühl, bewußt mit jemandem auf der gleichen Wellenlänge zu sein. Auch wenn man im Alltag verschiedene Wege geht, so gibt es doch eine Ebene, so rein und nackt, wo man nicht spielen, nicht der Schauspieler auf einer Bühne sein muß, sondern einfach sich selbst zu präsentieren, so rein und nackt. Was ich eigentlich alleinig ausdrücken will ist: es ist schön, Freunde zu haben...

Danke!...

Danke Helga, für den wunderschönen Abend...!!!

Mittwoch, 31.12.2004

Mein Lieber Gernot !!!

Ich möchte Dir danken für dieses Jahr,
daß Reich an Gefühlen, von auch für mich, unbekannten Dingen war.
Für die Stunden in denen wir geredet,
gelacht,
geweint,
geliebt,
geflogen,
geträumt,
gelernt,
gegessen,
getrunken ...
Jimi hat uns zueinander geführt,
dessen bin ich mir ganz sicher,
auch Ihn möchte ich in seinem Galaxiehimmel grüßen ...

Die Haustür 26.12.2002, Aschaffenburg, Neuenburg/ Freiburg, Bärenhügel, Plinz, Zwiebelmarkt um nur ein paar Orte zu nennen, die mir sehr viel bedeuten, die in meinem Herzen wohnen, die sich in mir eingegraben haben ...

Ich bin sehr froh das es dich gibt, mein liebster Erdenbruder ... meine Gedanken sind sehr oft bei dir, ja meine liebe zu dir ist nicht von dieser Welt ...
Ich habe mich immer sehr gefreut, wenn ich deine Stimme an Telefon hören konnte ...
Deine Gedichte, die du von uns, von dir, von mir geschrieben hast sind der Hammer ...
Ich würde dich jetzt sehr gern in den Arm nehmen und einfach nur fest halten ...

Fühle Dich umarmt, geküßt und geliebt ... A. ... Wolfkristall.

Hey Wolfkristall...
Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie tief mich Dein Email getroffen hat. Denn es zeigt mir auf eine sehr, sehr tiefe Art und Weise, wie sehr Du mich geliebt hast. Und wie gern Du mich noch immer hast.

Weißt Du, Liebes, auch Du bist ein Teil meines Lebens geworden, den ich nie mehr missen möchte. Ich habe Deine Haut gerochen, deine Liebe genossen (wie ich sie immer geniesse, denn in meinem Leben gab es zu wenig davon), aber wir waren / sind für die Ewigkeit geschaffen, nicht für diese irdische Zeit.
Irgendwann sehen wir uns alle wieder, egal wie der Platz sich nennt, wie er ausschaut. Dann feiern wir ALLE eine Big Party, besuchen Konzerte oder auch nicht und verlassen ALLE (Helga, Du, Isa, Christiane, Tilly etc) diesen Platz NIE mehr. Was brauchen wir Reinkarnation?! Wir sind reinkarniert genug!

www.gerrys-photos.de