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Mein Leben III.


Before I sink into the big sleep
I want to hear
I want to hear
The scream of the butterfly
- by Jim Morrison / DOORS

oder

Lost in a Roman
wilderness of pain
and all the children are insane
- by Jim Morrison / DOORS

The answere is blowing in the wind ...


Ab nach Hessen...

Im Dezember 1974 zog ich zu Roger nach Frankfurt am Main. Er wohnte zu der damaligen Zeit im Stadtteil Sachsenhausen und arbeitete am Platz der Republik bei einer dort ansässigen Schallplattenfirma. Durch ihn lernte ich dann auch irgendwann einmal die SCPORPIONS kennen. Klaus Meine der Sänger war ein unwahrscheinlich netter Typ. Rudolf Schenker wirkte etwas arrogant. Am meisten hatte es mir aber Uli Jon Roth der damalige Gitarrist angetan. Er spielte einen Gitarrenstil wie mein geliebter Jimi Hendrix und war ein sagenhafter Gitarrist und Mensch.

In Regers damaliger Sekretärin Helga W., die ich meistens nur Wichi nannte, fand ich eine neue Partnerin. Es war aber nicht jene Helga, die meine spätere Frau wurde und es auch heute noch ist. Aber das Leben mit Wichi und ihrem Sohn war nicht immer einfach. Am meisten hatte ich aber einen regelrechten Hass auf ihre Mutter, die immer und an allem etwas auszusetzen hatte. Am meisten an mir. Das war besonders schlimm, als ich ab und an mit Wichi bei ihr übernachteten. Es änderte sich auch erst etwas, als ich in Mörfelden-Walldorf eine eigene Bude bezog. Es war ein möbliertes Zimmer mit kleiner Kochnische. Nicht schön, aber allein mein Reich. Wichi wohnte meistens bei ihrer Mutter und zog erst kurze Zeit später mit mir zusammen in eine Souterrainwohnung des gleichen Vermieters, aus der eine amerikanische Familie in einer Nacht und Nebelaktion auszog und nie mehr gesehen wurde. Ein halbes Jahr Mietrückstand war auch hinterlassen worden, das uns aber nichts anging. Die Wohnung sah aus wie Sau und wir brauchten einige Zeit, bis wir sie uns einigermaßen wohnlich gestaltet hatten. Der Vermieter war ein komischer Kauz, der sich die Leber weg gesoffen hat und elend krepiert sein muss. Seine Gattin schied kurz nach ihm durch Suizid mit Alkohol und Schlaftabletten aus dem Leben. Da halfen auch die drei Häuser in Mörfelden-Walldorf nichts, ein Ferienhaus in Spanien, einige Äcker und einige Hunderttausend auf dem Konto. So ist das Leben.

Wichi war mit der Zeit ganz schön stressig, denn sie wurde immer depressiver. Auch war sie die einzige Frau die ich bis heute kannte, bei der man Cunnilingus ausführen konnte wenn sie schlief. Und: sie bekam dabei sogar einen Orgasmus. Selbstverständlich hatte sie oft geschlafen, wenn ich nachts aus Frankfurt zurückkam. Ich war zu jener Zeit Stammgast im damaligen ZOOM, dem späteren und heutigen SINKKASTEN und dem MAGGIE MESSER in der Nähe der Uni. Auch im Sachsenhäuser Keller, einem ehemaligen und riesigem Lagergewölbe der Binding Brauerei traf man mich des Öfteren an. Hier gab es mehrere Kneipen und Diskotheken.

Wie schon angedeutet, gab es mit Wichi immer mehr Stress, weil sie sich immer mehr gehen ließ. Es machte ihr sogar nichts aus, dass ich ab und zu ein Mädchen mit nach Hause brachte. Sie bekam es nicht mal mit, dass wir auf demselben Bett in dem sie schlief, eine Runde vögelten. Komisch war das schon, und ich frage mich noch heute, ob sie es wirklich nicht bemerkt hat oder immer nur so tat. Jedenfalls hat sie nie ein Wort darüber verloren. Doch nach einiger Zeit gingen wir uns gegenseitig immer mehr auf den Geist. Es gab zu viel Stress zwischen uns beiden und wir trennten uns, obwohl wir noch Jahre danach befreundet waren. Helga W. war ein nettes und liebes Mädchen, die aber sehr an inneren Problemen mit sich, ihrer Familie und der Welt kämpfte und sich immer mehr von allem zurückzog. Sie starb irgendwann in den späten 80ern an Leberzirrhose. Man kann auch sagen, sie hat sich mit der Zeit tot gesoffen.

Durch Roger und seinem Job bei der Plattenfirma hatte ich dann auch noch tieferen Kontakt zur Musikszene und lernte eine Menge Leute mit und ohne Namen kennen. Aber auch einige wirkliche Freaks wie Gerd N., einem guten Bekannten von Rainer-Werner Fassbinder, Dave, einem damals verrückten Ir- oder Engländer, der in Frankfurt hängen geblieben war, Rolf P. , der später lange Zeit in den Emiraten verbrachte und Maschinen der Landwirtschaft reparierte. Und... und... und.

Zu dieser Zeit kam auch Michael "Mischa" Meyer, ein alter Bekannter vom Saarbrücker Eschberg, nach Frankfurt, wo er beim Frankfurter Fernmeldeamt einen Job fand.

Wie schon eben angedeutet, kam Mischa ebenfalls wie wir beide vom Eschberg in Saarbrücken. Er hatte auch in unmittelbarer Nähe von Roger und mir bei seinen Eltern gewohnt. Mischa war, so würde ich ihn rückblickend beschreiben, ein Freak. Irgendwie erinnerte er mich immer an Frank Zappa, diesen genialen Musiker und Arrangeur von geil abartiger Musik.

Dann ritt mich irgendwann der Teufel und ich verschwand mit den Tageseinnahmen aus der Kasse von Rogers Arbeitsstelle, einer Autovermietung auf dem Frankfurter Flughafen, in der Roger inzwischen gewechselt war. Mit einem Taxi fuhr ich nach Heidelberg und wurde mir auf der Fahrt dahin immer bewusster, welche Scheiße ich da eben überhaupt gebaut habe. Doch es gab in diesem Moment keine einzige Gelegenheit, das ganze ungeschehen zu machen. Oder ich wusste wenigstens keine. Ich hatte Schiss. Ich wollte nichts mehr sehen. Nichts mehr hören. Nichts mehr sagen. Irgendwie brannten bei dieser unverzeihlichen Tat sämtliche Sicherungen in meinem Kopf, in meinem Verstand, in meiner Freundschaft zu Roger durch. Ich hasste mich von diesem Moment an. Ich quälte mich selbst. Jahrelang, Ich konnte es ihm gegenüber nie eingestehen. Nie sagen. Ich hatte Angst. Tierisch und böse Angst. Nicht vor ihm persönlich und das er mir auf das Maul hauen würde. Nein! Ich hatte Angst und Schiss, weil ich unsere Freundschaft verraten habe.

Es ist heute und an dieser Stelle auch das erste Mal, das ich offen und ehrlich über diese Sache rede, denn ich schämte mich mein ganzes Leben danach bis heute über diese Scheiße. Und ich wusste, dass mir Roger das nie verzeihen würde. Mit Recht! So leugnete ich es immer wieder und wieder und mir wurde es immer und immer wieder beschissener in meinem Herzen. Ich hatte wegen so ein paar fuckin' bunten Scheinen unsere Freundschaft verraten. Und ich weiß es, und ich werde es mir nie verzeihen können, dass es so weit gekommen ist. Drecksau! Schwein! Wixer! Das sind noch die nettesten Bezeichnungen, die ich mir nach dieser Handlung gab. Heute kann ich mich noch nicht einmal bei ihm entschuldigen, denn ich weiß nicht, ob er es jemals verzeihen kann und mir vergibt. Irgendwie hat es Roger immer gewusst, aber er konnte es nie beweisen. Aber heute, einen Tag nach meinem 54. Geburtstag und einem sehr lieben Email mit Geburtstagswünschen von Roger, will und kann ich nicht mehr mit dieser Lüge leben. Nein, weniger mit der Lüge, sondern alleinig mit der Tatsache, dass ich eine Freundschaft wegen zwei Tagen prassen verraten habe. Roger, entscheide du, wie du in Zukunft mit mir umgehst und ob du mich überhaupt jemals wieder sehen und sprechen willst.

Nachdem dann nach ein paar Tagen das Geld in Heidelberg verbraten war, ging ich wieder nach Saarbrücken zurück. Irgendwann kehrte ich dann aber nach Hessen und zu Roger zurück. Er war zwischenzeitlich nach Bad Homburg gezogen, wo er eine Eigentumswohnung sein eigen nannte. Hier hatte er dann auch mit einem Typen einen Platten Laden aufgemacht. Auf diesen Kerl war ich von Anfang an eifersüchtig, denn ich blickte bei ihm nicht ganz durch und er lag auch absolut nicht auf meiner Wellenlänge. Er hatte zwar strahlend blaue Augen wie Terence Hill, dem Partner von Bud Spencer in den Filmen, aber er war so... ach, ist ja egal. Auf jeden Fall konnte ich ihn nicht ab. Aber aus Rücksicht auf Roger versuchte ich immer höflich und nett zu ihm zu sein, was mir aber nicht immer gelang. Manchmal wurden mir die blöden Diskussionen mit ihm einfach zu abgefuckt und ich wurde darauf hin manchmal etwas unverschämt und arrogant.

Das hört sich nun in manchen Passagen so an, als habe ich mit Roger ein sexuelles Verhältnis gehabt und alles sei mehr als nur eine Freundschaft gewesen. Nein! Er war nur mein allerbester Freund und es gibt niemanden mehr in meinem Leben danach, der diesen Status je erreicht hat, den Roger in meinem Leben gespielt hat.

Den Diebstahl hatte ich immer geleugnet. Sie konnten mir die Sache nie 100%ig nachweisen, obwohl es für Roger eigentlich immer feststand, denn er kannte mich eben zu gut. Bis zu diesem Tag habe ich auch darüber geschwiegen, aber ich kann und will nicht mehr mit dieser Schuld leben. Noch heute könnte ich mir dafür in den Arsch treten.

Da sich schon leichte Diskrepanzen zwischen Roger und mir abzeichneten, zog ich bei ihm aus und nach Mörfelden-Walldorf.
Für mich hielt er manchmal einfach zu sehr zu seinem Geschäftspartner und rügte mich ab und zu, wenn ich diesem zu viele aggressive Konter in einer Diskussion gab, die beidseitig nie einen gemeinsamen Nenner fand. Aber ich denke der Hauptgrund lag daran, dass er immer in seinem Inneren wusste, das ich das Ding am Airport gedreht hatte, denn es gab keine andere Möglichkeit.

Was ich mit der ganzen Geschichte eigentlich sagen will ist, dass mir früher öfters solche Dinge passiert sind. So bald ich spürte, dass mich jemand mochte, sich mit mir intensiv beschäftigte, wollte ich nur noch wehtun. Ich konnte es nicht verstehen und begreifen, dass man so ein "Arschloch" - wie ich mich damals immer selbst sah - überhaupt gern haben konnte. Für mich waren diese Aktionen, vom heutigen Standpunkt aus zurückblickend, immer ein Ausdruck von Hassliebe DEN Menschen gegenüber, die eigentlich daran schuld waren, dass alles so seinen Lauf genommen hat. Das Herausreißen aus meiner Heimat. Das Trennen von meinem geliebten Opa, meinem Onkel. Meinen Freunden und Freundinnen. Ich zerstörte alles. Jede Beziehung. Nur, weil ich mit mir selbst nie klar kam. Ich haste meine Eltern, meinen Bruder (der am wenigsten da für konnte) und ich haste am allermeisten mich selbst. Vielleicht kannst du es so einigermaßen verstehen, Roger. Und zum ersten mal in meinem Leben dir gegenüber: SORRY und tausend Dank da für, was Du mir gegeben hast. Es ist beschämend für mich, aber ich bin auch froh, dass es nach fast dreißig Jahren draußen ist.

Wie gesagt wohnte ich längere Zeit in Walldorf, mit Wichi war es vorbei und ich zog wieder mehr durch das Frankfurter Nachtleben.

Es war zu der Zeit, als ich mich mit Ringo Funk, dem Ex-Drummer von JERONIMO und mit Tony Carey, dem Keyboarder von Ritchy Blackmors RAINBOW etwas anfreundete. Beide wohnten im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen. Es war eine tierisch geile Zeit und wir hatten jede Menge Spaß am Leben. Jedenfalls redeten wir uns das ein.

Ein paar Mark verdiente ich nebenbei als Stage Hand bei einigen Konzerten in der Frankfurter Festhalle oder in der Jahrhunderthalle. Für die Unkundigen, eine Stage Hand ist ein Bühnenhelfer bei Rockkonzerten. Auch als Gelegenheitsarbeiter in verschiedenen Firmen, denn als Vorbestrafter war es so gut wie unmöglich eine feste Anstellung zu finden. Vorurteile zählen in unserer Welt halt immer noch mehr, als für jemanden Verständnis zu haben und ihm eine Chance zu geben. Warum auch? Außerdem passt es bei vielen nicht ins Bild der individuellen Meinung. Jemand der im Knast saß muss einfach kriminell geboren sein und wird es auch bis zu seinem Tod bleiben. BASTA!!! Es ist ja auch schneller gesagt "RÜBE RUNTER!", als sich Gedankens über den jeweiligen Menschen und die Gründe seiner jeweiligen Tat zu machen. Aber mach' das den vielen BILD lesenden Arschlöchern erst einmal klar?

Meine Zeit verbrachte ich im ZOOM, MAGGIE MESSER und dem für mich neu entdecktem LOGO und bei PATT, einem kräftigen farbiger Amerikaner um die 55 - 60 Jahre. Patt hatte eine der tiefsten Bassstimmen die ich bis dato gehört hatte und war auch ein sagenhafter Bluessänger, der öfters in der Nacht nach einer kräftigen Prise Kokain eine Kostprobe zum Besten gab. Er hatte in seinem Haus in Frankfurt, wo er mit seiner Frau und seinen Kids wohnte, einen illegalen Club, in welchen man nur durch einen Leumund Einlass erhielt. Hier verkehrten sehr viele Schauspieler, Maler, Schriftsteller, Musiker, Banker und Börsianer. Viele bekannte und auch unbekannte Personen des öffentlichen Lebens, die sich bei einem guten Tropfen, einem Joint oder einer Nase Kokain von den Alltagssorgen "befreiten". Irgendjemand hatte immer etwas an Drogen in der Tasche. Ich schnupfte ab und zu auch eine Nase Koks. Heroin und Opiate waren in diesen Kreisen verpönt, und ich habe beide Mittel bis heute auch nie wieder angerührt. Ich hatte einfach zu viel mit diesen Rauschmitteln erlebt und zu viele meiner früheren Freunde und Bekannten waren daran elend verreckt. Wie schon erwähnt, ging es bei Patt immer gut ab, aber nie so, dass man sich durch irgendwen oder irgendwas belästigt fühlte. Patt nannte seine Gäste immer die "crazy peoples of Frankfurts nightlife". Eine Aussage, wie sie besser das Szenario nicht beschreiben konnte. Es waren zwei große Räume mit Sitzgelegenheiten, geiler Stereoanlage mit immer geiler Musik. An Getränken gab es alles, was Patt so aus der PX heran schleppte. Manchmal bereitete er auch selbst für einen sehr hungrigen Gast ein Steak oder einen Sandwich zu. In einem der beiden Räume stand auch ein altes Klavier, an dem Tony Carey auch öfters sein Können an den Tasteninstrumenten zum Besten gab. Manchmal trafen sich auch nur Musiker zu einer Jam Session, bei der aber meistens Patt den Gesangspart selbst übernahm. Ich schätze, dass Patt zu jener Zeit eine Menge Kohle verdient hat. Schwarz wie er selbst und schwarz wie die Nacht.

Irgendwann gab es eine böse Razzia, weil irgendein Arschloch den Bullen einen Tipp gegeben hatte, weil ihn Patt beim dealen mit Heroin erwischt hatte und aus dem Club geschmissen hatte. Auf jeden Fall stürmten eines Nachts eine Menge Cops in die Räume und kontrollierten die Gäste. Wer einen festen Wohnsitz nachweisen konnte und keine Drogen in der Tasche hatte, durfte das Haus verlassen, alle anderen wurden mitgenommen. Ich hatte es gerade noch geschafft, ein paar Päckchen mit ungefähr 8 bis 10 Gramm Koks im Inneren des Klaviers verschwinden zu lassen.

Am nächsten frühen Nachmittag fuhr ich zu Patt und klingelte an der Tür. Er öffnete und war total auf Paranoia. Die Bullen hatten die ganzen unteren Räume seines Hauses versiegelt. Ich erklärte ihm, dass ich noch Koks im Klavier hatte. Zum Glück hatte versiegelte Tür zum Klavierraum eine Milchglasscheibe in der Fassung von ungefähr 60 x 60 cm. Von Patt ließ ich mir einen Schraubenzieher bringen, löste die Halterung des Glases, nahm die Scheibe heraus und zwängte mich durch die entstandene Öffnung, wobei mir Patt tatkräftig zur Seite stand und mich durch die Öffnung schob. Ich nahm die Briefchen mit dem Koks aus dem Tasteninstrument, setzte die Scheibe wieder ein, beseitigte eventuelle Spuren und zog nach getanener Arbeit eine kräftige Linie Koks mit Patt. Das war das letzte Mal, das ich ihn oder jemanden seiner Familie je wieder gesehen hatte. Keiner wusste etwas über seinen Verbleib.

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Bei einem meiner Besuche in Saarbrücken und bei meinen Eltern auf dem Berg mit den vielen Neubauten gegenüber dem saarl. Rundfunk, traf ich eines Tages auch wieder Ingrid, die in der Nähe meiner Eltern wohnte. Mit ihr hatte ich mehrere nächtliche Aktivitäten zurzeit bei RS RINDFLEISCH, der einzigen saarländischen Kultband. Wir einigten uns darauf, dass Ingrid mit mir nach Hessen gehen sollte, und sie zog bei mir in Mörfelden-Walldorf in die Souterrainwohnung ein.

Ingrid war eine coole Braut und mit ihr verstand ich mich auch außerhalb des Bettes tierisch gut. Sie hatte nur einen kleinen Tick und schrie immer tierisch laut beim Ficken. Alles war im grünen Bereich mit ihr, bis zu dem Tag, da Ulli aus dem Knast in Saarbrücken entlassen wurde, wo er auch wegen Verstoß gegen das BTM Gesetz (Betäubungsmittel Gesetz) ein saß. Uli kannte ich noch aus meiner Heroinzeit und ich hatte mit ihm längere Zeit in brieflichem Kontakt gestanden und ihm versprochen, dass er nach seiner Entlassung zu mir kommen und bei mir wohnen konnte. Das war ein großer Fehler wie sich bald herausstellte.

Eines Tages stand Ulli mit seinen wenigen Habseligkeiten vor unserer Tür und zog bei uns ein. Sein großes Mango war aber, dass er im Knast an nichts anderes gedacht hatte, als sich den ersten Schuss nach seiner Entlassung zu besorgen und den sich dann auch in die Vene zu jagen. So traf er bei uns ein. Breit bis an den Haaransatz und mit mehreren Gramm Heroin in der Tasche. Er hatte sein ganzes Geld, außer für die Fahrkarte zu uns, in das bräunliche Pulver investiert, das diesen typischen Zitronengeruch von sich gab, der diesem Opiat so eigen war und bestimmt auch noch ist. Es muss ein sehr gutes und starkes Heroin gewesen sein, denn Ulli hatte sich an diesem Tag nur einen einzigen Schuss gesetzt.

Mit der Zeit wurde Ingrid immer seltsamer und ruhiger. Machte einen schläfrigen Eindruck und sprach mit der eigenartigen Stimmlage eines Heroin Kosumenten. So leise, fast flüsternd. So langsam. So in der Stimmung, leckt mich doch alle am Arsch. Ich kam sehr schnell dahinter, dass Ulli sie angefixt hatte. Es gab einen tierischen Streit in der Wohnung, denn ich wollte mit diesem Dreckszeug nichts mehr zu tun haben. Am nächsten Morgen waren Ulli und Ingrid verschwunden. Mit ihnen mein Portemonnaie, mein ganzes Geld, so an die 2000 Mark, meine Papiere und einige Klamotten und Schmuckstücke. Ich hatte Uli und Ingrid nie wieder gesehen.

Nachdem ich mich tierisch fluchend irgendwann nach dem Pissen im Bad vor dem Spiegel wieder fand, mein jähzorniges Gesicht im reflektierenden Glas sah, musste ich plötzlich laut loslachen. Was regte ich mich eigentlich so auf? War ich in manchen Situationen besser gewesen als die beiden? Bei Leibe nicht!

Inzwischen hatte ich auch in Mörfelden-Walldorf die entsprechenden Leute ausgemacht, die einem Joint oder einem Trip nicht abgeneigt waren. Darunter Peter G. und seine damalige Freundin Claudia. Peter R., der auch schon lange tot ist; an einer Überdosis H gestorben. Dieter D., den ich kennenlernte, als ich ein Taxi bestellte, um nach Frankfurt gebracht zu werden. Dieter, der immer geile Typ, der die Pussy am liebsten mit Honig und Marmelade bestrich, um sie dann mit aller Kunst seiner Zunge abzuschlecken, bis die jeweils da zugehörenden Girls vor Lust kaum noch an sich halten konnten. Er landete Jahre später in einer Nervenheilanstalt bei Groß Gerau, wo er sich an einem Baum vor seinem Fenster erhängte. Es war bei diesen Leuten nicht immer einfach, aber Spaß hatten wir genug. Im Sommer ging es immer an den nahe gelegenen Walldorfer Badesee oder die Langener Kiesgruben, wo ich auch den Motorrad Club BONES kennenlernte, bei denen der Walldorfer "Fuchtel", der auch zu unserer Klicke zählte, Vize- oder sogar Präsident war. Ein straff durchorganisierter Haufen, der keinem Zoff aus dem Wege ging, aber innerhalb der Klicke mit jedem sehr gut auskam, wenn man sie nicht linkte oder versuchte über den Tisch zu ziehen. Wir hatten sehr viel Fun mit der Gang.

Geld hatte ich zu jener Zeit ausreichend, da ich ein paar kuriose Geschäfte abzog. Habe niemandem weh getan, niemanden beschissen oder gelinkt. Der Rest ist Privatangelegenheit.

Durch eine schwere Leberentzündung, die ich mir durch meine Fixerei zugezogen hatte, wurde ich dann im Herbst 1977 in das Frankfurter Maingau Krankenhaus eingeliefert. Hier lernte ich dann eine Studentin aus Marburg kennen, die in Frankfurt - ich glaube - Politikwissenschaft studierte und ebenfalls mit auf der Station lag. Ich nannte sie nur Tilly, weil sie einen der artig altdeutschen Namen hatte, den man kaum aussprechen konnte.

Wir trafen uns jede Nacht irgendwo im Krankenhaus und quatschten und quatschten und quatschten uns die Seele aus dem Leib. Geduldet wurde das lockere Treiben von Stationsschwester Ursula, einer Jungfer in den 50igern, die irgendwie einen Narren an mir gefressen hatte. So bekamen wir von ihr auch die Genehmigung, mit dem Pfleger, mit welchem wir uns angefreundet hatten, zu einem Konzert des amerikanischem Extravaganten Frank Zappa nach Mainz zu fahren. Es war eine geiler Auftritt von Zappa und seiner Band. Und es machten im überfüllten Frankfurter Hof die Joints nur so ihre Runden. Morgens um 05:20 Uhr waren wir wieder auf unseren Krankenzimmern. 10 Minuten vor dem Schichtwechsel.

Eines Tage nahm mich Tilly mit in ihre Wohnung, die im Frankfurter Westend lag. Ich hatte bisher noch nichts mit ihr gehabt. Sie hatte einen Freund, der mich nicht ausstehen konnte, weil er von Tillys Tratschtanten in ihrem Stationszimmer erfahren hatte, dass wir die ganze Zeit zusammenhingen. Wir hatten nur ein paar harmlose Küsschen ausgetauscht und uns stundenlang an den Händen gehalten. Obwohl ich vom ersten Tag unseres Kennenlernens immer scharf auf Tilly war, hatte ich komischer weise nie einen Versuch gestartet, sie an ihrem Kätzchen zu berühren oder ihre gut proportionierten Brüste zu streicheln.

In ihrer Wohnung angekommen, aßen wir etwas, quatschten, hörten Bob Dylan und Franz Josef Degenhardt live im Kölner Sportpalast. Irgendwann saß ich auf dem Bettrand und Tilly mir schräg gegenüber auf ihrem drehbaren Schreibtischstuhl. Sie zog den langen Zigeunerrock aus, stand in schwarzem Pullover und türkisfarbener Strumpfhose vor mir, ließ sich auf den Boden nieder, stellte eine brennende Kerze vor sich und spreizte dann ihre Schenkel. Ich konnte ihre Muschi hinter dem durchsichtigen Stoff der Strumpfhose nicht erahnen, sondern erkennen. Ihre Schamlippen pressten sich in den hauchdünnen Stoff. In ihrer ganzen Pracht und Schönheit. Tilly bemerkte meinen geilen Blick sofort. Mit einem Lächeln in ihrem durch dringenden Blick, sagte sie fast flüsternd:
"Leg' dich hin und mache es dir für mich."

Es dauerte etwas bis ich den Sinn ihrer Worte verstanden hatte. Ich schaute sie ebenfalls tief an, befreite mich dabei von meinen Klamotten, legte mich nackt aufs Bett und begann mir einen von der Palme zu wedeln, wie man ab und an so treffend diese Handlung beschreibt. Ich war geil wie ein Hengst. Auch Tillys Atem war etwas schneller und keuchender geworden, ohne dass sie sich bewegte oder sich selbst streichelte. Sie saß nur einfach da und schaute mich nur an. Ich sie. Alles um uns herum versank in Geilheit. Wir kamen beide zur gleichen Zeit. Ich durch meine Hand, sie durch ihre Augen. Danach sagte sie ganz trocken und als wäre nix geschehen:
"Zieh dich an, Liebster, wir müssen zurück in die Klinik."
Das war Tilly.

Ab diesem Tag waren wir fast täglich ein paar Stunden unserer Krankenhauszeit bei ihr und vögelten uns die bösen Geister aus dem Leib. Tilly war ein wildes animalisches Sex biest, die meines Erachtens selbst mit am Kamasutra geschrieben haben musste. Wir verstanden uns blind im Bett und hatten eine tierische Zeit miteinander. Außerhalb des Bettes tauchten aber bald die ersten Probleme auf.

Nach meiner Entlassung aus dem Haus der Patienten, Ärzte und Schwestern, Tilly war schon eine knappe Woche vor mir raus gekommen, sahen wir uns fast täglich. Aber außer Ficken hatten wir plötzlich keine Interessen mehr miteinander. Immer öfters kamen ihre Studienfreunde und es gab stundenlange Debatten über Politik, über Unrecht in der Welt. Alles Dinge die mir mehr oder weniger am Arsch vorbei gingen.

Tilly war eine sehr anstrengende Person, die meinem Lebenswandel und meinen Gedankengut und Weltvorstellungen nicht immer folgen konnte und wahrscheinlich auch nicht folgen wollte. Wir bekamen mit der Zeit eine gewaltige Menge Stress miteinander. In einem Anfall aus Jähzorn zerschlug ich fast ihre ganze Wohnzimmereinrichtung und warf auch ihr Aquarium samt Fischen, Wasser und Dekorationen durch das geschlossene Fenster ihrer Terrassentür. Mit Pumpe, Abdeckung und Elektrik. Und alles deswegen, weil sie mir aus irgendeinem Grund, den ich ihr bestimmt selbst lieferte, in die Eier getreten hatte. Hinterher tat es mir unsagbar leid. Aber in unserer Beziehung war ein tiefer Riss, der sich einfach nicht mehr schließen ließ. Sie vertrat eben nur mit aller Macht ihre individuelle Meinung. Und das mit allen Konsequenzen, die ihr zur Verfügung standen. Irgendwie konnte ich das schon verstehen, denn ich war zu der Zeit wirklich nicht einfach. Aber wann war ich das überhaupt jemals? Außerdem war sie Steinbock wie meine damalige Hebamme Armelle aus Düsseldorf. Im Bett lief es 1a, aber auch nur da.

Später brach sie dann in meine Souterrainwohnung in Walldorf ein, während ich mit Roger in Luxemburg weilte, und entwendete mir 250 Gramm Haschisch aus meinem Versteck, dass meines Erachtens so sicher war wie das berühmte Fort Knox.
Das US-Schatzamt errichtete 1936 das an Fort Knox angrenzende Bullion Depository (Goldbarrenlager), ein zweistöckiges Gebäude aus 495 Kubikmeter Granit, 1168 Kubikmeter Beton und 750 Tonnen verstärktem Stahl. Nach und nach wurde ein Großteil der US-Goldreserven dorthin verfrachtet, wozu rund 500 Eisenbahnwagen nötig waren. Das aber nur am Rande.
als Roger und ich aus Luxemburg zurückkehrten und in meiner Wohnung noch ein Pfeifchen rauchen wollten, fiel mir das Verschwinden meiner "Notration" auf. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass mir für diese Tat auch nur und alleinig Tilly in den Sinn kam. Weis bis heute noch nicht warum. Roger ließ sich nur ungern überreden, mich zu ihr nach Frankfurt zu fahren. Ich sprach sie direkt darauf an, als sie uns ihre Tür öffnete. Sie schaute mich grinsend an und gab auch alles sofort zu.
"Und wo ist das Zeug?", wollte ich von ihr wissen.
"Das habe ich in eine Mülltonne in der Nähe deiner Wohnung geschmissen."
"Das ist doch nicht dein Ernst", ließ ich mich verlauten.
"Und wie bist du eigentlich in die Wohnung gekommen und warum überhaupt, du wusstest doch, dass wir in Luxemburg sind."
"Nun, ich wollte mal sehen, ob du irgendein Geheimnis in deinen Räumen hast."
Da zu fiel mir gar nichts ein.
"Und wie bist du in die Wohnung gekommen?", um meine Neugier zu stillen.
"Ganz einfach durch das geklappte Schlafzimmerfenster. So wie du es mir mitgeteilt hast, als du mir von deinen Einbrüchen erzählt hast."
Was für ein durchtriebenes Luder. Ich musste innerlich so richtig dreckig grinsen, obwohl ich das vor ihr und Roger nicht zeigen wollte.
Da hat die Schnecke die Courage bei MIR einzubrechen! Das schlug dem Fass den hölzernen Boden aus.

Mir fällt in diesem Moment gerade auf, da ich gerade alles bisher Geschriebene nochmals durchgelesen habe, dass ich nirgends etwas über Alkohol erwähnt habe. Nun, das lag einfach daran, dass mir, abgesehen von ein paar Eskapaden während der Seefahrt oder später dieses Suchtmittel nie etwas bedeutet hat. Alkohol schafft mit der Zeit eine genau so tödliche Abhängigkeit wie einige der Drogen, die ich zu mir genommen habe. Auch wenn Alkoholiker schon tief im Sumpf ihrer Abhängigkeit stecken, geben sie es in den seltensten Fällen zu. Außerdem ist dieses Mittel ja legal und rechtfertigt somit auch geschützt vor jeglicher Kritik. Gesoffen wird nicht nur in den Penner kreisen, nein, auch in den Vorstands Etagen der Konzerne, im Bundestag, auf der Arbeit und bei der so genannten gehobenen Gesellschaft. Keine Sport-, Volks- und sonstige Veranstaltung, an der nicht Alkohol ausgeschenkt wird. Vergewaltigung im Alkohol rausch, Kindesmisshandlung im Alkohol rausch, Verkehrs Delikte im Alkohol rausch, Mord im Alkohol rausch und sonstige bösen Sachen mehr, die diese Auflistung nur verlängern würden. Alles wird von einer Gesellschaft verharmlost und in gewisser Weise auch toleriert. Aber genau diese Leute regen sich dann über Langhaarige, Andersdenkende, Homosexuelle und so weiter auf und verdammen sie bis zum St. Nimmerleinstag. Verlogene Gesellschaft, kann ich da zu nur sagen. Es gibt bis heute noch keine einzige nachgewiesene Bestätigung oder Statistik darüber, außer den Berichten in der BILD und anderen ähnlichen Medienprodukten zur Verdummung unserer Zivilisation, dass ein Mensch im Haschisch-, Marihuana- LSD- oder Meskalin rausch einem anderen böses Leid zugefügt oder sogar getötet hat. Ich spreche nicht von Crack, Heroin oder sogar in manchen Fällen Kokain. Ohne jetzt mein vergangenes Tun in irgendeiner Weise zu rechtfertigen, waren Marihuana und Meskalin (Meskalin wird aus dem Frucht fleisch des Peotl Kaktus gewonnen) die heiligsten Kräuter der indianischen Schamanen und Hoher Priester vieler alten Kulturen. Diese Pflanzen waren kein Gift, sondern heilig. Das aber nur am Rande erwähnt. Klar stehe ich heute 100%ig dahinter, dass die Einnahme jeglicher Substanzen nur das Bewusstsein trübt und den Kampf mit der Realität unterdrückt.

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In Walldorf lernte ich dann auch die Gruppe FOREST kennen. Einer, nicht nur für mich guten Band aus dem zweiten Stadtteil Mörfelden, die aber nie den richtigen Absprung in höhere Gefilde schafften, obwohl sie eine schöne Musik machten und fast 20 CDs bis heute herausgebracht haben. Eigentlich schade, denn es sind da einige wundervolle Songs und Balladen mit dabei. Drummer bei ihnen war nach Michael, der in einem Musikgeschäft in Walldorf arbeitete, später ein gewisser P.J. Fairley, ein Amerikaner und enger Freund des legendären TOTO Drummers Jeff Porcaros, der am 05.August 1992 - viel zu jung! - in den Musikerhimmel ging.

Mit P.J. wollte ich dann später als Drum Techniker in die USA, als er das Angebot von TOTO bekam, bei deren fester Vorgruppe als Schlagzeuger einzusteigen. Das ganze verlief sich dann aber aus rechtlichen und formellen Gründen im Sand.

Bei einem Gig in Singen verabschiedeten wir uns mal alle mit blanken Ärschen, nachdem das besoffene Faschings Publikum nach bayrische Trachten Musik verlangte und die Band bei jedem Song gnadenlos auspfiff. Mit den Stamm Mitgliedern von FOREST, Bodo G., Hajo Z. und auch noch P.J. habe ich auch noch heute freundschaftlichen Kontakt und wir freuen uns immer, wenn wir uns alle Schaltjahre (???) mal wieder irgendwo treffen.

Meine Liebe... Im Februar 1977 befand ich mich mal wieder wegen meiner Lebergeschichte im Maingau Krankenhaus in Frankfurt. Es war noch fast alles wie damals. Stationsschwester Ursula war noch da, der Pfleger war noch da und noch einige mir bekannte Gesichter des Pflegepersonals und der Ärzte. Aber keine Tilly oder ein ähnliches Wesen nicht nur zum Quatschen.

Ich war noch immer Stammgast im LOGO, einem Insider-Club in der Frankfurter Innenstadt, präziser formuliert im Steinweg hinter der Hauptwache, einem der Frankfurter Wahrzeichen. Heute ist der Club schon lange Zeit geschlossen und dient meines Wissens irgendeinem Laden oder den drei Kinos auf der Rückseite als Lagerraum.

In diesem Lokal lernte ich dann im Februar 1977, während eines nächtlichen Ausfluges vom Klinikstreß meine heutige Liebe und Frau Helga kennen.

Das LOGO war ein halber Privatclub, der bis in die frühen Morgenstunden geöffnet hatte. Es geschah früher oft, dass ich solo oder meistens in Bekanntschaft einer Nachtbekanntschaft morgens das Lokal verließ und die Menschen hasteten schon auf ihre Arbeitsstelle oder in die Geschäfte und Kaufhäuser. Der Club öffnete kaum vor 22:00 Uhr Abends und hatte bis ca. 06:00 Uhr, manchmal auch etwas länger, geöffnet. In besagtem Club verkehrte ich schon lange vor Helgas Zeit, denn es war ein gefragtes Etablissement mit den verrücktesten und schillerndsten Gästen der damaligen Zeit. Darunter auch sehr viele Rockstars, nachdem sie ihre Show in der Fest- oder Jahrhunderthalle abgerissen hatten. David Bowie, Frank Zappa, die Rolling Stones, Pink Floyd etc., um nur ein paar zu nennen. Von Frank Zappa besitze ich davon noch heute ein Originalautogramm auf einer Seite meines damaligen Personalausweises, da ansonsten - wie verrückt! - in jener Nacht nichts anderes aufzutreiben war, worauf Mr. Zappa persönlich seine Unterschrift abliefern konnte. Mein Bruder, dem ich es mal geschenkt habe, hat es mir für eine originale Unterschrift von Bob Marley zurückgetauscht. Thanks Brother! Wo ich mich ansonsten noch aufhielt war das schon mal erwähnte ZOOM, MAGGIE MESSER und die KRONE in Darmstadt, die ich durch die Walldorfer Scene kennenlernte. Aber darüber habe ich ja schon berichtet.

Doch zurück zu Helga.
Wie gesagt hatte ich mich eines Nachts aus der Klinik stillschweigend mit Duldung von Schwester Ursula verpisst und war mit einem Taxi ins LOGO gefahren. Ich betrat das Lokal, nachdem ich die lange Treppe nach unten herabgestiegen war und traf auf Peter den damaligen Geschäftsführer.
Das LOGO bestand eigentlich aus einem großen Raum, der durch Sitznischen und Séparées aufgeteilt wurde. Links war die große Theke, rechts die Toiletten und ein ebenfalls durch Sitznischen abgetrennter Raum mit einem großen Billardtisch in der Mitte. Ich betrat also das Lokal selbst, nachdem ich den Geschäftsführer Peter und den fast jede Nacht anwesenden "Tarzan" begrüßt hatte. Wir zogen im Hinterzimmer, das man durch eine Tür neben der Treppe erreichen konnte und sich gegenüber dem Flipperautomaten befand, der die ganze Nacht umlagert war und ewig und nervend seine hässlichen Töne von sich gab, jeder eine Nase Koks, und ich machte mich dann wieder auf, um das eigentliche Lokal zu betreten, dass an diesem Abend recht gut besucht war. Kaum war ich mit zwei Schritten in den Raum getreten, als ich wie angewurzelt stehenblieb und genau gegenüber in einem der Séparées eine einzelne Person ausmachen konnte, die nur aus Haaren zu bestehen schien.

Haare. Haare. Haare.
Nein, ich war nie ein Mitglied oder auch nur Anhänger dieser indischen Sekte, die immer das Hare Krishna rezitierten...
Ich war fasziniert von dieser wallenden mächtigen Lockenpracht, welche sich mir eines Abends Anfang Februar 1977 in die Seele brannte. Ich hatte in diesem Atom von Zeittakt nicht mal erkannt ob es sich um ein weibliches, männliches oder außerplanetarisches Geschöpf handelte. Aber - verdammt noch mal - was sich auch immer unter dieser Lockenpracht verbarg, es war ein tierischer Anblick.

Nachdem ich mich wieder etwas gefasst hatte, trat ich auf dieses Geschöpf zu, erkannte eine junge Frau mit knabenhafter Gestalt von höchsten 18 Jahren und überlegte mir auf dem Weg krampfhaft, wie ich diese Person ansprechen konnte, um ihre Aufmerksamkeit auf mich zu lenken. Vielleicht war dies "die Liebe auf den ersten Blick", denn etwas Vergleichbares war mir bis zu dieser Sekunde noch nicht passiert und kam auch nie in ähnlicher Weise wieder.

Ich stand ca. einen halben Meter vor ihr und blickte sie nur an. Unter ihrer Mähne konnte ich aus der Nähe ein zierliches schmales Gesicht entdecken, mit zwei lachenden Augen.
"Ich habe dich hier noch nie gesehen", waren meiner Erinnerung nach die ersten Worte, die ich an Helga richtete.
Mit einer schnellen Kopfbewegung schüttelte sie ihre Löwenmähne aus dem Gesicht und sagte:
"Na ja, ab und zu sind wir schon mal hier."
'WIR?! Wer war wir', fuhr es mir durch den Kopf und um das gerade begonnene Gespräch nicht abreißen zu lassen, fragt ich den wahrscheinlichsten blödesten Satz meines Lebens:
"Bist du Sternzeichen Krebs?"
Was lag in diesem Moment schon als Frage näher auf der Hand? Ich hatte immer mit weiblichen Wasserzeichen in der Astrologie die besten Erfahrungen gehabt, da diese sehr emotionelle und tiefgründige Menschen waren. Außerdem kannte ich mich als Sternzeichen Krebs am Besten damit aus. Denn ich war es selbst.
"Ja!", antwortete sie. "Wie kommst du darauf?"
"Nun, ich interessiere mich erstens dafür und zweitens habe ich mir das bei dir auch nicht anders vorstellen können."

Es dauerte dann auch nicht mehr lange, bis wir zusammenzogen. Wie ich interessierte sich auch Helga für Rockmusik, Live-Konzerte, gute Bücher, gute Filme und... und... und. Langweilig war es uns eigentlich nie, denn bei uns war immer was los in der Bude. Wir hatten einen derartig großen Bekanntenkreis, dass man öfters mal keinen freien Platz in der Wohnung fand, und sich manchmal kaum noch selbst entfalten konnte. Aber wir können heute auch sagen, dass wir durch die vielen und vor allem verschiedenen Menschen nur gelernt haben. In positiver wie auch in negativer Hinsicht. Überall nimmt man etwas mit.

Zu erwähnen ist vielleicht noch, das an dem Tag, als Helga das erste Mal zu mir nach Walldorf kam, auch Ringo anwesend war. Er stand barfuß, mit schwarzer langer Hose bekleidet, mit nacktem Oberkörper und einem roten Schal um den Hals in der Küche und kochte Spaghetti. Aber da er auch noch eine schwarze Sonnenbrille trug schien das nicht so einfach. Kurz und einfach, die Küche war hinterher renovierungsbedürftig, denn die meiste Tomatensoße war nicht im Kopf topf, sondern klebte an der Tapete der kompletten Küche.

Am Anfang hatten wir noch Kontakt zu Roger, der sich dann aber immer mehr im Sande verlief. Bis zum vollständigen Ende unserer Beziehung. Die über zwei Jahrzehnte anhielt.

Erst seit meinem 50 Geburtstag haben wir wieder den Kontakt langsam aufgebaut und uns wieder ab und an getroffen. Seltsam aber schön.

Am 05. Oktober 1979 wurden wir im Standesamt Walldorf/Hessen getraut. Das einzige Makabere daran war, dass der Standesbeamte, der uns traute, ein paar Wochen später durch Suizid aus dem Leben schied und sich in der Besenkammer des besagten Rathauses erhängte. Dieser Selbstmord war aber nie in eine direkte oder indirekte Verbindung zu unserer Eheschließung zu bringen. Zu erwähnen ist an dieser Stelle vielleicht nur, dass wir immer zueinander gehalten haben. Viele unserer Bekannten, die auch geheiratet haben, sind inzwischen längst ein- oder mehrmals geschieden. Auch wenn es oft schwer ist, aber das einzige Wahre in einer Partnerschaft ist die gegenseitige Ehrlichkeit. Auch Eifersucht hat in einer gut funktionierenden Beziehung keinen Platz.

Durch Helga änderte sich mein ganzes bisherige Leben mit der Zeit immer mehr. Ich suchte mir eine regelmäßige Arbeitsstelle, die ich bei der Firma Hochtief fand. Doch nach einem Jahr wollte ich auch endlich im Besitz einer Urkunde sein, die mir die Bestätigung dafür gab, dass ich einen richtigen Beruf gelernt habe. Mit Hilfe des Arbeitsamtes und auch eines Freundes, der in dieser Institution arbeitete, absolvierte ich an der Walther-Hirse-Schule in Frankfurt eine Umschulung zum Bürokaufmann. Das Prüfungszeugnis erhielt ich am 20. Juni 1984 von der IHK Frankfurt am Main.

Da ich aber trotz Ausbildung und auch Berufsabschluss keine Arbeit in dieser Branche fand, begann ich am 11. Februar 1985 als staatlich geprüfter Flugzeugabfertiger am Frankfurter Flughafen. Hier blieb ich bis zum 30. April 1994 und arbeitete danach für den Eishockeyverein Frankfurter Löwen e.V. Heute nennen sie sich die Frankfurt Lions. Ich arbeitete auf der Geschäftsstelle im Fanartikelverkauf, war Ordner der 1. Mannschaft, Kameramann des Trainers und später Betreuer zusammen mit Jürgen Rützel, einem sehr sympathischen Typen aus Frankfurt. Durch beschissene Umstände bei der Umstrukturierung des Vereins in eine GmbH, löste sich dann aber unser Arbeitsverhältnis. Auch viele andere, die von Anfang für den Verein gearbeitet hatten, wurden auf eine recht traurige, wenn nicht sogar beschissene Tour der neuen Vereinsführung um den Job gebracht.

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Meine Zeit bei den Frankfurt Lions

The Goaltender's Psalm
By anonymous

The puck is my shepherd;
I shall not ice.
It maketh me save in unnatural positions;
It leadeth me into leg splits;
It restoreth my fans' faith;
It leadeth me in the paths of odd-man rushes.
Yea, though I skate in the valley of the
Fhadow of the net,
I will fear no sniper;
For my stick is with me;
My facemask and pads they comfort me;
They annointeth my body with SportsCreme;
My back-up tippeth over!
Surely coaches and trainers shall follow me
All the games of my life.
And I shall dwell in the house of the Montreal Forum
Forever.


Zum Eishockey kam ich durch meinen Spezi Holger "BATZ" Küchler, der auch Vorsitzender vom Lions Fanclub WALLDORF ist. Damals noch unter Eintracht Frankfurt spielten die "Kufencracks" in der ersten Liga. Als die Eintracht dann die Eishockeyabteilung auflöste, gründeten einige Leute den EHC Frankfurter Löwen.

Es war eine derartige Euphorie unter den Fans, dass ein Rekord den anderen jagte: meiste Zuschauer in der Regionalliga, längste Laola Welle in der Halle und vieles mehr. Nicht zu vergessen das Aufstiegsspiel gegen Landsberg in Kaufbeuren mit weit über 5000 mitgereisten Löwenfans. Ich arbeitete dann auf der damaligen Geschäftsstelle in der Ostendstraße und kümmerte mich um den Fanartikelverkauf. Außerdem filmte ich für Pjotr Vorobjew, den Trainer zu dieser Zeit, die Heim- und Auswärtsspiele der Mannschaft. Als der "Kultbetreuer" Winfried "WINNI" Breitenhecker in den Ruhestand ging, wurde ich sein Nachfolger und betreute mit dem Materialwart Jürgen Rützel ein Superteam. Darunter waren Spieler wie Manfred "MANNIX" Wolf, Udo Döhler, Andre Jaufmann, Peter "BRESEL" Obresa, Michael "ECKI" Eckert, die Rauball Brothers Michael und Anton, Olaf Scholz, Roger T. Nicholas, Engelbert "Bertl" Grzesiczek, Mike "Iron" Hannan, Tom "Destroyer" Thornburry, Jason Hall und... und... und...

...und vor allem ein Mann, der als Captain die Löwen in die zweite Liga führte, und im blühenden Alter von nur 36 Jahren im November 1999 an den Folgen eines bösartigen Gehirntumor starb.

Zu "Stevie" - wie er im Mannschaftskreis genannt wurde - möchte ich an dieser Stelle auch einmal ein paar Worte verlieren.
Es tat der damaligen Mannschaft, dem Trainerstab, den Betreuern und vor allem Stefan Ziemlich selbst sehr weh, wenn er in der eigenen Halle von einigen Zuschauern immer gnadenlos ausgepfiffen wurde, weil ihn manche Idioten für ein "arrogantes Arschloch" hielten.
Es mag sein, dass Stefan durch seine ruhige und distanzierte Art für einige arrogant wirkte; aber er war ein Vorbild in Disziplin, Kampf und Spielfreude. Er war ein Captain, der sich IMMER für die Belange seiner Mannschaftskameraden einsetzte und dieses Ziel geradlinig und sehr konsequent verfolgte. Ich glaube behaupten zu können, dass es nie wieder so einen Menschen als Mannschaftsführer im Frankfurter Eishockey gegeben hat. Als Zeugen könnte ich jetzt die Namen Peter Obresa und Toni Forster nennen, die noch selbst mit ihm in der Kabine das Löwentrikot übergestreift haben.
Ich - als ehemaliger Betreuer - bin stolz, Stefan so nah und persönlich kennen gelernt zu haben.

Es gab eine Zeit, da wurde immer behauptet, Bernhard Sturm und Wolfgang Handel - das damalige Präsidium von den Anfängen der Lions - hätten die Löwen seinerzeit an den Rand des Ruins geführt. Schön und gut; manches war vielleicht übertrieben (z.B. die teure Hallenshow vor jedem Spiel und einige Nichtigkeiten mehr), aber eines ist auch nicht von der Hand zu weisen: die damalige Führungscrew hatte auch nur eins im Sinn: gutes Eishockey in Frankfurt zu bieten. Und die Zuschauerzahlen, die Euphorie der Fans und... und... und... gaben ihnen ja auch recht. Wo hatte es im deutschen Eishockey eine Mannschaft gegeben, die ihre Gegner teilweise derartig deklarierten wie die Löwen? Ein Zweistelliges Ergebnis gab es doch fast bei jedem Spiel in der Regionalliga! Es herrschte auch ein nie wieder gekommener Geist zwischen Mannschaft, Trainer, Präsidium und den Fans. Oder habt Ihr einmal erlebt, dass ein MANNIX, Bresel, Bertl, Storff, Rauball, Eckert, Döhler und... und... und... einmal keine Zeit für ein Gespräch mit ihren Fans gehabt haben. Wer erinnert sich von Euch nicht gern an die Zeit zurück, wo wir mit einem Marc Boussy im Sonderzug nach Kaufbeuren gefahren sind und ihm Tanzwagen tierisch ein Fas nach dem anderen aufgemacht haben? Oder an den damaligen guten Geist der Geschäftsstelle Edeltraut Strassenmeyer, die trotz Hektik und Stress immer ein offenes Ohr für die Belange der Fans gehabt hat? Nein, ich will nichts schlecht reden was heute ist, denn ich habe auch den heutigen Bos der Lions Gerd Schröder als einen geradlinigen "Eishockeyverrückten" kennen gelernt, der alles für diesen Sport in Frankfurt gibt. Es tut mir nur in der Seele weh, dass im Sport - egal in welcher Form auch immer - fast nur noch die Kohle zählt. Ja, ich weiß, so ein Verein kostet einen Haufen Geld; aber ich will damit auch nur andeuten, dass das Preisleistungsverhältnis manchmal etwas aus den Fugen gerät. Ich bin der Meinung, dass ein jeder Sportler (egal aus welcher Richtung) für das viele Geld das er verdient (von mir auch gegönnt), dem Verein und vor allem den Fans etwas schuldig ist: KAMPF ohne Ausreden und billige Entschuldigungen. Und da hapert es bei einigen in letzter Zeit an der professionellen Einstellung. Bei Leibe nicht nur im Eishockey! Leider ist dann der Dumme immer der Trainer, den man zuerst feuert. Manchmal wünsche ich mir einfach, man würde den Sportlern ein niedriges Grundgehalt zahlen und bei guter Leistung auch eine gute Prämie. Aber das wird wie so vieles wahrscheinlich nur ein Traum bleiben...

Okay, genug in der Vergangenheit herumgekrochen und seinen Gedanken freien Lauf gelassen. Euch allen wünsche ich trotzdem endlich mal die Fortsetzung einer Meisterschaftsfeier in der Eissporthalle am Ratsweg.
GOOD LUC, BOYS!

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Ende Dezember 1995 waren wir in Helgas Geburtsort, einem kleinen Ort zwischen Frankfurt und Wiesbaden gezogen. Ich fand eine Arbeitsstelle in einem großen Möbelhaus. Ich habe Anschluss an einen hiesigen Sportverein gefunden, wo ich mich sehr wohl fühlte und auch sehr viele Freunde gefunden habe. Aber Anfang 2006 passierten ein paar seltsame Dinge, die Helga und mich da zu brachten, dem Verein und einigen Leuten den Rücken zu kehren. Aber diesmal werde ich wirklich keine Stellung da zu mehr abgeben, denn das Thema ist für uns erledigt.
Obwohl ich in keinen Verein mehr wollte, habe ich mich zwischenzeitlich doch wieder einem Fußballclub als Betreuer angeschlossen. Es gefällt mir sehr, werde auch wirklich und spürbar akzeptiert und die Zukunft wird alles Weitere zeigen.

Wolfkristall

Kennen gelernt hatten ich sie durch das Internet, und meine Jimi Hendrix Homepage war der Ausgangspunkt. Ein Eintrag in meinem Gästebuch dieser Internetpräsenz. Nichts Bedeutendes. Ein Lob für die HP (Anm.: Homepage), die ich geschaffen und ins world-wide-web gestellt hatte. Ein Gruß. Auch sie war ein absoluter Fan dieses so früh verstorbenen Gitarrenviritosen. Sie hieß Annett und lebte in der thüringischen Stadt Weimar. Aber da war etwas zwischen den Zeilen. Wie eine unsichtbare Botschaft, die sich in meine Seele bohrte. Ich musste ihr antworten. Wie automatisch und unter hypnotischem Zwang schrieb ich ihr ein Email, das auch so gleich beantwortet wurde. Es folgten mehr Emails. Irgendwann Tag für Tag. Es folgten die ersten Telefonate. Und ich vernahm ihre Stimme. So leise, so zart, so vibrierend. Der Blitz schlug in mein Hirn und entfachte einen Flächen Brand in meinem Inneren.

Es war der 26. Dezember 2002 als ich Annett dann persönlich kennen lernte. Es war der 2. Weihnachtstag und ich befand mich bei Gerd, der ebenfalls in Weimar eine Kfz-Reparaturwerkstatt sein eigen nennt. Es war grau, kalt und düster. Die Haustür knarrte leise. Und da stand sie vor mir. Lächelnd. Den Kopf mit den langen Haaren leicht zur Schulter geneigt. Und dann waren diese Augen. Diese unendlich tiefen Augen, die einen anziehen wie ein Magnet das Metall. Ich kannte sie. Ich hatte schon einmal mit ihr zu tun. Irgendwann. Irgendwo. Es spielte in diesem Moment keine Rolle. War unbedeutend. Wir kannten uns. Lächelnd und selbstverständlich umarmten wir uns. Annett wurde von ihrer kleinen Tochter Vivien begleitet. Ein süßes Mädchen mit Kulleraugen und einem wilden Wuschelkopf.

Gerd ging mir an diesem Abend gewaltig auf die Eier, denn wir hatten uns in seiner Wohnung getroffen und er saß blöd grinsend und interessiert beobachtend mitten mit dabei. Scheiße! Ich wollte mit Annett allein sein. Nicht aus sexuellem Grund, sondern einfach zum quatschen. Ich wusste schon in diesem Moment, dass wir uns sehr viel zu erzählen hatten.

Auch über diese Geschichte werde und will ich nicht viel mehr erzählen, denn sie hatte allen Beteiligten mehr als genug weh getan. Und sie hätte mich bald meine Ehe gekostet.

Irgendwie schafften wir es dann, dass wir - Annett, Vivien und ich - zu ihr nach Hause fuhren. Sie wohnte ganz in der Nähe. Ihre Wohnung war eine Rückreise in die 70er Jahre.

Heute zählt Annett zu einer sehr, sehr guten Freundin von mir. Wir telefonieren oder schreiben uns nach Lust und Laune.

Heute nach über 30 Jahren (Stand 2008) gibt es nicht viel zu sagen oder zu schreiben. Wir haben ein stürmisches bisheriges Leben hinter uns, das so manch anderen aus der Bahn geschleudert hätte. Aber gemeinsam haben wir sämtliche Höhen und Tiefen gemeistert. Für ihre wahnsinnige Liebe und aufopfernde Art in unserem gesamten Beisammensein, besonders während meiner Krebserkrankung fallen mir einfach keine Worte ein, die das annähernd ausdrücken, was sie in meinem Inneren bewegt hat. Am ehesten drückt es noch der Song von LED ZEPPELIN aus, der den schönen Titel trägt: Since I've been loving you...

Mit Helga habe ich heute eine Beziehung, die eigentlich das Schönste meines bisherigen Lebens darstellt. Wir haben so viele Hürden zusammen gemeistert. Sie hat IMMER und IMMER hinter mir gestanden. Hat mich in der schweren Zeit meines Saufens nicht allein gelassen, obwohl das für sie eine der schlimmsten Zeiten ihres Lebens war.


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