Von mir verfaßte
Gedichte und Momenteindrücke 2003
FENSTER
© 2003, 02.15 Uhr by Happy Mountain
Blicke durch das Fenster meiner Augen
zeigen die Tiefe der Tränen.
Blicke durch das Fenster meines
Herzens
zeigen den Strudel der Traurigkeit.
Blicke durch das Fenster meiner
Seele
zeigen die Asche der Erkenntnis.
Blicke durch das Fenster meines
Mundes
zeigen die Narben der Küsse.
Blicke durch das Fenster meines
Verstandes
zeigen die Leere meines Verstehens.
Blicke durch das Fenster meines
Gehirns
zeigen das Wirbeln der Gedanken.
Oh, Herr,
sende eine Horde Elfen,
die mich in Liebe ertränken.
WARUM?
© Januar 2003 by Happy Mountain
Wenn Tränen sich lösen
aus feuchten Augen,
salzig im Geschmack,
ist der Schmerz am Nächsten.
Wenn Gedanken dich martern,
mit geschliffenen Klingen,
tödlich im Stich,
ist das Begreifen dem Irrsinn nah.
Warum?
Weil du keine Fragen zu stellen hast,
die doch keiner beantworten kann.
Wieso?
Weil du der Realität nicht weichen kannst,
die doch keiner begreifen kann.
Umarmung im Mondlicht,
von Sternen gegrüßt.
Hingabe in der Dunkelheit,
von Körpern genossen.
Samtweiche Lippen,
in Vollendung der Zärtlichkeit.
Heiße Zungen,
in Ekstase der verwilderten Gärten.
Warum?
Warum?
Warum ist Leben so unbegreiflich?
*****
*** *****
Liebe ist nur ein Wort
zwischen Bedeutungslosigkeit
und Traum.
Liebe ist
wahr!
*****
*** *****
Wenn das Element
dich hinabzieht
in die Schwärze der Tiefe
und du im Schrei ertrinkst,
ist es unbedeutend,
ob du je geboren wurdest.
*****
*** *****
Lyrik ist das Wort
des Herzens,
Welches der Mund nicht aussprechen kann,
weil der Tod
der Gefühle
seine eiskalte Spitze
durch die Herzen stößt.
*****
*** *****
Tod ist nicht das Ende,
sondern das Durchschreiten
einer Tür
in einen anderen Raum.
Räume sind die Erklärung.
Türen nur Zweck.
*****
*** *****
Um dich zu lieben
müßte ich sterben,
denn meine Gefühle
sind außerhalb
dieser Realität.
Aber auch in dieser Realität
steht das geschriebene Wort;
welches da lautet,
so süß und klein,
so bedeutungslos und klar:
ich liebe dich.

Spiegel des Herzens
© 23. Januar 2003, 12.45 Uhr
by Happy Mountain
Empfindungen in der Sonne.
Empfindungen im Mondlicht.
Empfindungen zwischen den Sternen.
Regentropfen
benetzen die welke Haut
der ewig Wartenden.
Ein mahnender Zeigefinger,
der sich in der Pupille spiegelt,
wird zum stummen Zeugen
der schreienden Emotionen.
Der sitzende Körper
vor meinen sehenden Augen,
umklammert von Konzentration,
leicht gebeugt
von der Last des Ungewissen.
Tiefes Durchatmen
durchschneidet die Stille,
während Finger
die Arbeit verrichten.
Gitarrenklänge
weinen um die Wette
mit der Seele
des Suchenden.
Aber nur im Spiegel
des Herzens
läßt sich im Kerzenschein
die Antwort finden
VERZWEIFLUNG
© 25. Januar 2003, 20.30 Uhr by Happy
Mountain
Kaltes Stahl in den Worten
Giftige Pfeile in der Seele
Dunkelheit im Kopf
Bissige Worte,
die das Ego martern.
Worte
Worte
Worte
Böse
Kalt
Tödend
Unbekannte Wege im Niemandsland
Verzweifeltes Suchen nach Resultaten
Tränen in den Augen
Bissige Worte,
die Gefühle beschmutzen.
Worte
Worte
Worte
Böse
Kalt
Tödend
Hilflose Sehnsucht nach einer
Hand
Pulsierender Wahnsinn im Verstand
Schmerzen in der Liebe
Bissige Worte,
die Pein verursachen.
Worte
Worte
Worte
Böse
Kalt
Tödend
Nach der Ebbe die Flut
Nach der Dunkelheit das Licht
Nach dem Mond die Sonne
Nach dem Leben der Tod
Nach dem Tod das Leben
Nach dem Krieg der Frieden
Alles ist geregelt
Weltgesetz
Naturgesetz
Menschengesetz
Und dann?
Und weiter?
Lösungen nicht sichtbar,
weil der Schmerz alles umschlingt.
Entscheidungen nicht greifbar,
weil der Verstand im Nebel schwimmt.
Das Ego schreit
Der Wille vibriert
Die Nerven gespannt
Verkrampfung schleicht in die Zehen
Durchwandert den Fuß
Kriecht die Beine empor
Krault durch den Leib
Explodiert im Herz
Stille
Dunkelheit
Kerzen nicht greifbar
Der Lichtschalter verborgen hinter Putz
Kein Schmetterling im Bauch
Kein Blut in den Venen
Leblose Hülle
Hingeschmissen auf glanzlose Kissen
Der Tod?
Nein!
Lebenswille macht sich stark
Lebenssucht
Lebensgier
Das Sein meldet sich zu Wort:
Du kannst dich nicht so gehen
lassen!
Du kannst dich nicht so aufgeben!
Du mußt deinen Verstand regieren lassen!
Du darfst dich nicht in den Strudel des Irrsinns begeben!
Kämpfe!
Denke!
Entscheide!
Spüle deinen Kopf!
Entsorge den Müll!
Erwache aus der Agonie!
Sei menschlich
Sei wach
Sei DU...
DAS
OHR
© 25. Januar 2003, 21.00 Uhr by Happy
Mountain
Die Zunge
kriecht in die Muschel
des linken Ohres.
Zarte Wärme
Begrüßt den Eindringling
mit Stöhnen.
Haare des Hauptes
umschmeicheln die Lippen
mit süßen Küssen.
Weiße Zähne
knappern zärtlich
am goldenen Ring,
der das Ohr durchstößt.

MUSENMUND
© 25. Januar 2003, 21.45 Uhr by Happy Mountain
Eingebettet im Dschungel
lockender Lianen,
verborgen hinter
zarten Tälern und Hügeln,
tief im Inneren
einer feuchten Höhle,
an deren oberstem Rand
sich eine Schlange bewegt,
lebt die Elfe,
welche von einem irdischen Wesen
den Namen Musenmund erhielt.
Musenmund war keine Gestalt
und hatte kein Gesicht.
Sie war körperlos
und unsichtbar.
Musenmund war geschaffen,
Ausschau zu halten
nach dem,
der ihr das Leben gab.
Niemand nahm sie war;
niemand hatte sie je gesehen
bis zu dem Tag,
als Jimi der Gitarrist
einen Traum schickte.
In der Dunkelheit der Nacht,
im Kinosaal des Schlafes,
wurde der Film
auf die Leinwand projeziert,
als die Zeit gekommen war,
ihn dem irdischen Wesen
in einer eigenen Uraufführung
vor das innere Auge zu führen.
Und Jimi, der Gitarrist
sprach den Monolog,
der die Botschaft enthielt,
einen Brief zu schreiben
an den,
der die gelesenen Worte
in der Tiefe des Sinns
nicht nur lesen konnte,
sondern auch verstand.
So traf die Botschaft ein
bei dem,
welcher der Eine war.
Nicht seine Augen
lasen die Zeilen,
sondern die Seele
verstand.
Er bestieg sein feuriges Roß,
dessen Nüstern Feuer spien
und ritt der Gegend entgegen,
in der morgens die Sonne erwachte.
Und als der Blitz
eines grellen Lichtes
seinen Tod besiegelte,
erweckte er Musenmund
zum Leben.

DER STRUDEL DES SÜSSEN WAHNSINNS
© Januar 2003, 22.15 Uhr by Happy Mountain
Ich denke
Ich fühle
Ich empfange
Ich schüttle mein Haupt
und die Schweißtropfen der Vergangenheit
werden zu Atomen,
die sich flackernd in der Unendlichkeit verlieren.
Meine Erinnerung
sprintet zurück in das Grau
meiner Vergangenheit.
Fremde Hände,
zart und weich,
zerren an meiner Seele.
Packen mich
Ergreifen mich
Stoßen mich hinab
in den Strudel des süßen Wahnsinns.

WIE DIE LIEBE DICH KRÖNT, SO KREUZIGT SIE DICH 1.
Teil
© Montag, 14.04.2003 by Happy Mountain
Blut auf den Fließen und
Kacheln
Blut auf den Kreuzen und Dornen
Blut auf dem Kopfsteinpflasters der Straße,
die sich in Windungen zu Buchenwald hochschlängelt.
Ich lege mich auf das hölzerne
Kreuz
und treibe mir selbst die Nägel ein.
Warum suche ich den Schmerz,
obwohl ich ihn hasse?
WIE DIE LIEBE DICH KRÖNT, SO KREUZIGT SIE DICH 2.
Teil
© Donnerstag, 17.04.2003 by Happy
Mountain
Die Sonne
begrüßt mich mit einem Kuß.
Sie streichelt meine Haut
mit Liebe.
Ich schließe
meine Augen vor Ehrfurcht
und denke an das Leuchten
in Deinen Augen,
wenn ich vom Kreuz herabsteige
und mich von Deiner Liebe krönen lasse.

NUR
EIN SPRUNG
© 2003 by Happy
Mountain
Da wird es niemanden geben,
der die Dinge so regelt wie du.
Der die Dinge in sich verschmelzen läßt,
daß daraus neue Formen entstehen.
Da wir des niemanden geben,
der die Gedanken so liest wie du.
Der die Gedanken analysiert,
und auf den Akkorden reitet,
die sich bilden im inneren meines Kopfes.
Ich lasse mich treiben
Gedankenlos in der Nacht
Sehnsucht
Ich rufe
Stille
Ich weiß wo du bist
Meersbrandung
Wokende Wellen
Leichtes Kräuseln auf dem Meer
meiner Tänen
Ich stehe
auf einem Fels
Ich schaue hinab
auf die See
Nur ein Sprung
Ein Lösen von der Klippe
Eintauchen
In die Tiefe fallen
Pfeilschnell
durch das Element schnellen
Kühle Feuchte umschmeichelt die Haut
Vorbei an Hai und Delphin
Eintringen
Liebe genießen
Mann, sie liebt dich!
Der runde und befleckte Vollmond
schaut mich fragend an
und die Sterne
tanzen einen Boogie dazu
Ich schnelle durch mein Element
auf der Suche nach den Händen,
die mich zärtlich streicheln.
Da wird es niemanden geben,
der die inneren Werte besser erkennt wie du.
Der die inneren Werte ans Tageslicht zerrt,
damit sie nicht in Vergessenheit geraten.
Ich schließe die Augen
und sehe dich.
Ich schließe die Augen
und fühle dich.
Ich schließe die Augen
und rieche dich.
Nur ein Sprung
Ein Lösen von der Klippe
Eintauchen
In die Tiefe fallen
Pfeilschnell
durch das Element schnellen
Kühle Feuchte umschmeichelt die Haut
Vorbei an Hai und Delphin
Eintringen
Liebe genießen

UND ALLES FÜR GOLD
© 18.06.2003 by Happy Mountain
Geschrieben in Mallorca
Blaue See
Stille See
Tote See.
Fische im Element,
von Harpunen durchbohrt.
Krebse an auf dem Sand,
von der Sonne getrocknet.
Vollmond am Himmel,
von Wolken getrübt.
Sterne am Firmament,
von Tränen gelöscht.
Weiße Gischt begattet den felsigen Strand,
während der runde Mond
seine Strahlenpfeile in mein Herz bohrt.
Das Meer lockt
Das Meer ruft
Das Meer erzählt
von antiken Schlachten
auf brodelnden Wellen.
Das Meer berichtet
von Piraten, Wikingern und Verrückten.
Das Meer klagt an
die Monster der Menschheit,
die Afrikaner aus ihrer Heimat rissen,
um sie als Sklaven an Weiße zu verkaufen.
Kannst du sie nicht hören,
die Schreie der braunen und schwarzen Menschen,
die an Ketten zerrten,
als das Meer sich über ihnen schloß?
Untergehen
Sterben
Brechende Augen
in qualvoller Angst.
Braune Schwänze
die niemals gezeugt.
Rosane Scheiden
die niemals gebaren.
Gefangen für Weiße
Verschleppt für Weiße
Verreckt für Weiße,
und alles für Gold.

UNTEN AM MEER
© 19.06.2003 by Happy Mountain
Geschrieben in Mallorca
Weißt du,
ich saß unten am Meer
auf einem Fels,
der so bizarr war
wie der Schlag meines Herzens.
Meine Gedanken
schaukelten auf der See,
eingeschlossen in einer leeren Flasche.
Weißt du,
ich saß unten am Meer
auf einem Fels,
der so zerrissen war
wie die Kristalle miner Tränen.
Meine Erinnerung
tauchte in die Tiefe,
gefangen in untergegangenen Galeeren.
Weißt du,
ich saß unten am Meer
auf einem Fels,
der so uralt war
wie der Samen meiner Zeugung.
Meine Liebe
segelt auf den Wellen,
von einem goldenen Mond gegrüßt.
Weißt du,
ich saß unten am Meer
mit meiner Melancholie,
meinem Schmerz
und meiner Trauer.
Weißt du,
ich saß unten am Meer,
mit meiner Hoffnung,
den Hafen zu errreichen,
bevor der Ozean
alles verschlingt.

CORVUS CORAX
© 03.07.2003 by Happy Mountain
Geschrieben in Berlin
Neuenburg zu Freyburg
Mächtige Mauern
umschließen die Festung,
die oben auf dem Berg dem Schicksal trotzt.
Wir durch schreiten das Tor
zu der Zeit,
als die Ritter die Schwerter kreuzten.
Als Burgherren
noch Feste feierten
und die Könige der Spielleute
das Volk unterhielten.
Wir schlendern vorbei
an Ständen des Marktes,
gefüllt mit Gewändern, Geschmeide
und allerlei Zeugs.
Gewänder aus Stoffen
so grob wie der Tod
und Seide so zart wie ein Kuß.
Geschmeide aus Silber,
aus Knochen und Holz.
Aus Perlen,
aus Muscheln
und der Haut des Mondes.
Wir trinken Wein
aus verformten Flaschen,
so lieblich und rein
wie die Tränen der Elfen.
Bier schäumt
in tönernen Krügen,
die gebrannt aus Schweiß und Lehm.
Gaukler tanzen auf den Steinen
des gepflasterten Hofes.
Hinter der Fackel des Lebens
stehen wir inmitten der Meute,
und wir starren gebannt.
Ein Raunen geht durch die Menge,
als wilde Trommler
auf die Bühne marschieren.
Schrill klingen die Dudelsäcke,
hergestellt aus Fell und Holz.
Jagen ihre Schreie
dem Himmel empor.
Wir halten uns bei den Händen,
als der Sturm der Akkorde
in unsere Herzen fährt.
Ich schaue in deine Augen,
die sich in der Unendlichkeit verlieren.
Fackellicht
paart sich
mit den Strahlen des Mondes.
Füße stampfen im Takt
zu den Klängen der Ekstase.
Wir sind zwei von vielen,
der mittelalterlichen Zeremonie.
Die Trommeln brüllen,
das Echo bricht sich am Stein.
Das Sternenzelt
bedeckt unsere Häupter.
Wir verschmelzen
mit den Akkorden.
Unser Blut kocht,
pulsiert in den Adern,
als wir uns am Wein
der Götter laben.
Grobe Stiefel,
mit Glöckchenbändern verziert,
stampfen den Takt.
Der Rhythmus
der Spielleute
auf der Bühne
wird wilder und wilder
Ejakulierte Klänge
treffen unseren Geist.
Zeitreise im Sekundentakt.
Reinkarnation in Minuten.
Millionen faches Pulsieren
unserer Zellen
des Lebens.
Ekstase!
Aufschreiende Freude!
Danke,
Corvus Corax,
den Königen
der Spielleute.

RING DER VERBINDUNG
© 08.07.2003 by Happy Mountain
Der Wind
streichelt die Ähren
im Feld meiner Liebe.
Liebliche Küsse
durchforsten den dunklen Tann.
Meine Gedanken
fliegen in dein Herz
und lassen mich
in der herabfallenden Sonnenscheibe verbrennen.
Meine Seele
ertrinkt
in der Gischt deiner Freudentränen.
Goldene Pflastersteine
tragen deine Gestalt.
Silberne Pfeile
durchbohren den Ring der Verbindung.
WOLFKRISTALL
© Juli, 2003 by Happy Mountain
Besuch in einer fremden Stadt
Fremde Straßen
Fremde Menschen
Schritte gehen über den Hof
Kinderlachen
Frauenstimme
Ich öffne die Tür,
die leise knarrt
Magische Augen
Magischer Blick
Umarmung
Körpernähe
Nadeln stechen zu
Bohren sich ein
Stachel
Kralle
Blitz
Im Raum eine stille Verlegenheit
Scheue Blicke
Scheue Fragen
Das Gehirn sucht nach einem Ausweg
Verwirrtes Grübeln
Verwirrtes Suchen
Ich will zu ihr,
will die Zweisamkeit
Hastiges Aufbrechen
Hastiges Gehen
Losfahren
Anhalten
Ihre Wohnung betreten
Ein Schattentraum
Daheim
Stuhl
Tisch
In der Küche knisternde Spannung
Ewiges Reden
Ewiges Anschauen
Ein Deja Vue bei Kerzenschein
Wiedererkennen
Reinkarnation
Ich finde sie wieder,
die fragend schaut
Wortloses Verstehen
in Dunkelheit gehüllt
Abschied
Wiedersehen
Reisen zu Sternen
Ausfließen in der Milchstraße
Baden im Tränensee
Verletzen
Davonlaufen
Wiederkehren
Um Verzeihung winseln
Blut fließt aus der Hand,
tropft auf den Boden der Schamanen
Weißes Waschbecken
mit rotem Lebenssaftmuster
verziert
Flucht
in der Morgendämmerung
derr Angst
Tränennebel hinter der Windschutzscheibe
Verschleierter Blick
Ende
der zärtlichen Nächte
Ende
der Ungewißheit
und der Schmerzen
Mächtige Bäume
fluchen über dem Hügelgrab
Bärenhügel
des Wahnsinns
Der Tod
legt die blitzende Schneide der Sense
an meine Kehle
Das Blut gefriert
in den Adern
Sie sitzt auf einem Stein
Ihre Augen stumpf und leer
Ihre Gedanken
in der Dunkelheit der Seele
Kein Durchdringen
in ihr Herz
Sie ist stumm
Sie ist taub
Sie ist weg
Das Ende
Nie mehr Lachen
Nie mehr Küsse
Nie mehr Umarmung
Nie mehr
Liebe
Der Wind streichelt über uns die Blätter
Du streichelst mir durchs Haar
Der Wind lässt die Blätter flüstern
Du flüsterst mir ins Ohr
Lass uns mit dem Winden ziehen,
zur Sonne und noch viel weiter ...
Feuchter Boden, feuchte Grotte
Die Schatten der Bäume spiegeln sich in der Pupille
Ein Ritt auf dem Ross der Liebe
Die Vergangenheit erweckt zu neuem Leben
Paare der Steinzeit koitieren mit gurrenden Lauten
Bewegungen vor der Bühne
Bewegungen zur Musik
Zehn Jahre später
Ten Years After
Ein Schatten löst sich
aus der wogenden Masse
Wortwechsel zwischen den Liedern
Eine Gestalt
tritt in ihr Leben
Eine Gestalt
mit lustigem Bart
Gezwirpelt an der Kehle
Ist er endlich da,
auf den du ewig gewartet hast?
Mein Herz
ist voller Freude
und ich kann wieder lachen,
weil du wieder lachst
Wesen aus einer anderen Welt
Wolfkristall
Erdenschwester
Liebe
Leben
Leidenschaftlich

EH... WO SIND WIR
© 22. Juli, 2003 by Happy Mountain
Lichteskapaden in der Nacht
Blitze
erhellen die Dunkelheit.
Gespenstige Stille.
Lichtschatten
auf dem nassen Asphalt.
Scheinwerfer
brechen sich an der Decke
und flüchten sich
in die Lustlosigkeit.
Vorbei huschendes Motorengeräusch.
Feuer am Himmel.
Grollen
dringt aus der Vergangenheit.
Feuerschweife
zerbrechen in der Ewigkeit.
Eiskristalle,
zu Kugeln geformt,
prasseln auf uns herab.
Eh...
... was haben wir getan?
Eh...
... sind wir alle so durchdrungen
von Neid und Gier?
Eh...
... sind wir überhaupt noch Menschen
oder sind wir Monster,
Bestien,
Tiere?
Die zerrissene Mädchenmöse
blutet
im rot durchdrängten Schlüpfer,
als der Kinderschänder
sich feige davon schleicht.
Eine greise Frau
liegt
mit zerschmettertem Schädel
auf dem Blut durchdrängten Sofa.
Getötet
wegen 5 Cent.
Die schwarze Höhle
des heraus geschossenen Auges
glänzt im Lampenstrahl
des fassungslosen Polizisten,
als er den toten Kassierer findet;
während der Bankräuber
lachend
die Bündel zählt.
Schreiend
fliegen Passagiere
in einer Boing 575
in einen Hightower,
um in einem riesigen Feuerball
gen Himmel zu fahren.
Ob sie auch
zur rechten Gottes sitzen?
Blutrot
ist der Fluß,
der die Stadt durchtrennt.
Blutrot
sind auch die Schuppen der Fische
die zappelnd an der Angel hängen.
Blutrot
sind die Felsgebilde,
die uns zum Horizont winken.
Eh...
wo sind wir?
Hat nicht irgend jemand einmal
gesagt
"Kommt zu mir
ins Paradies."
Hat nicht irgend jemand
von einem Garten Eden gesprochen,
wo Milch und Honig fließt?
Wo die Liebe ist?
Wo Waffen Antiquariat sind?
Wo noch nie
Kettenhemden gerasselt haben?
Eh...
... wo
sind wir?
Regiert
von korrupten Schweinen.
Regiert von
Menschen
mit Pulver in den Nasenlöchern.
Regiert von
Mumien
aus der Schattenwelt
des gemähten Gartens,
wo herausgerissene Blumen
uns
vom Tod erzählen.
Eh
kannst du sie hören?
Die Regentropfen
auf meiner Haut?
Eh...
... kannst du sie schmecken
die salzigen Tränen
meiner trüben Augen?
Eh...
... laß uns erwachen,
... um wieder neu zu beginnen.
Eh...
... hörst du den Wagen der bremst?
Ich glaube es ist soweit.
Eh...
... machs gut.
Eh...
... lebe wohl
Eh...
.... Hahahahaha

FOR JIMI HENDRIX
© 27. Juli, 2003 by Happy
Mountain
Eh, Du Typ, mit wuschligem Haar,
mit negroid indianischen Zügen.
Gekleidet in Samt und Satin.
Mit Bändern an Armen und Beinen.
Mit einem Band im Haar.
Du entlockst deiner Gitarre Akkorde,
das man in Galxien eintaucht,
die nur Mary gesehen hat,
deren Namen nur der Wind flüstert.
The wind cries Mary...
Eh, du Typ, mit graußem
Haar,
woher kommen diese Klänge,
die du deinem Instrument entlockst?
Von Electric Ladyland
oder aus Mashine gun?
Du jagst uns in Schauer...
Hey Joe...
Du jagst uns in Gier und Lust...
Purple Haze...
Du jagst uns in Ekstase...
Wild thing...
Du jagst uns in den Frust...
A Room full of mirrors...
Läßt uns ejakulieren
auf deinen Akkorden,
während Engel und Teufel den Akt vollführen.
Yeah, Foxy Lady,
fick sie...
Du schießt Pfeile in unsere Seelen,
die wie Dornen stechen.
Du läßt unsere gefrorenen Herzen,
kochend in den Schmelztiegel rinnen,
damit sie aus unserem Erz
das Metall schaffen,
aus dem der Bund der Sünde besteht.
Dein Fuß,
verschluckt vom Mokkassin;
mit Perlen bestickt,
bearbeitet die Pedale,
die jaulende Laute
fauchend in die Welt entläßt.
Die Klänge von fremden Welten,
töten uns mit den Schüssen
der Liebe.
Eh, du Typ, mit graußem
Haar,
bist du ein Voodoo Child
oder
bist du
ein Wesen von einem fremden Stern.
Kommst du von
third stone from the sun?
Eh, du Typ, mit wuschligem Haar,
bist du deswegen gegangen,
um uns dieses Testament zu hinterlassen?
Eh, du Typ, mit wuschligem Haar,
bist du deswegen gegangen,
damit Happymountain mit Wolfkristall
in die Tiefe fällt?
Eh, du Typ, mit graußem
Haar,
bist du deswegen geflohen,
damit eine Squaw mit dünnem Zopf
zum Türkis erstarrt?
Eh, du Typ, mit graußem Haar,
nicht nur ich
liebe dich!

MEINE ZUNGE
© 03. August, 2003
by Happy Mountain
Meine Zunge
teilt leckend deine Lippen.
Meine Zunge
dringt ein
in die feuchte Grotte der Liebe.
Meine Zunge
kriecht in dich
Meine Zunge
liebkost dich
Meine Zunge
mag dich
Meine Zunge
neckt dich.
Meine Zunge
liebt dich
Meine Zunge
schießt dich ab
Meine Zunge
läßt dich
explodieren
Meine Zunge
läßt dich
erzittern
Meine Zunge
gibt dir
das Leben der Freude
Meine Zunge
schmeichelt dich
im Angesicht des Mondes
Meine Zunge
fühlt dich
Meine Zunge
ist
so heiß
Meine Zunge
ist
schnell
Meine Zunge
ist es,
welche dir die Erlösung gibt
Meine...
... Zunge

MORGENSPAZIERGANG DER WORTE
© 19. August, 2003 by Happy
Mountain
Meine Füße
schlurfen am Fluß entlang,
aus welchem das Leben gekrochen war,
in den eine Jungfrau ihr Leben gab,
als sie Suizid begann.
Über mir
flüstert der Wind
Zärtlichkeiten in die Blätter.
Erzählt von wilden Ritten
auf feuchtem Moos.
Der Rockstar
bemüht sich
im flimmerndem TV.
Rennt über die Spulen und Lötstellen
der Elektronik.
Der bunte Schmetterling,
der nach Liebe schreit,
gaukelt in meinen Schädel.
Sein Flügelschlag teilt mein Hirn.
Seine schlurfenden Füße
schreiten über den Teil wo die Liebe wohnt.
Ich betrete den Asphalt der Realität.
Meine Schritte hallen in der Nacht.
Ein Baby löst sich von der Mutterbrust.
Irgendwo.
Jetzt.
Schnelle Autos
kriechen über meine Füße.
Hinterlassen Spuren,
auch in meiner Seele.
Eine Flamme springt in die Dunkelheit.
Dicke Tränen hängen als Kristalle in den Ästen
der verbrannten Bäume.
Der vom Holzwurm
zerfressene Galgen
bricht unter der Last am baumelndem Strick.
Wölfe hetzen mit heulenden Lauten
über die Sichel des fahlen Mondes
und spiegeln sich in Kristallen.
Ein beleuchtetes Fenster
wird von der Finsternis verschlungen.
Spinnennetze
stoppen meine Gallenblase
auf dem Weg zum Schafott.
Ich betrete den Rasen der Akkorde,
und die saftigen Halme biegen sich
unter dem Druck blutverschmierter Stiefel.
Indianer tanzen
um erloschene Feuer,
suchen in der Asche ihre Ahnen.
Das Sterlingsilber des Ringes
leuchtet auf den Gängen meiner Adern.
Ich werde verschlungen
vom finsteren Tann.
Samen benetzt das Moos.
Feuchte Kleckse auf Grün.
Lichtschatten paaren sich mit den Lauten des Stöhnens.
Orgasmus.
Ejakulat.
Spermatozelen.
Spitze Dornen
ritzen die erschlaffende Haut,
hinterlassen blutende Wunden
in Spiegeln aus gläsernen Tränen.
Der Rockstar
bemüht sich
im flimmernden TV.
Er rennt über die Spulen und Lötstellen
der Elektronik.
Schreit seinen Song
hinter der Scheibe der Gerechten.
Der brummende
Ventilator bläst mir einen.
Sein kühler Luftzug streichelt mein Haupt.
Schweiß klebt feucht
auf meiner Haut.
Mein Schwanz lümmelt sich im Schlaf.
Die Kerze brennt im blauen Glas,
flackernde Schattenbilder
huschen über die Wände meiner Herzkammer.
Simon und Garfunkel grüßen aus der Werbung.
Damals glaubten wir daran,
die Welt zu verändern
in Nächten aus weißem Satin,
mit Rauch am Wasser
und Feuer im Himmel.
Mit Kindern der Zeit
und meiner Generation.
Mit Satisfaction
und 2000 Lichtjahren weg von daheim.
Auch wir gingen nach San Francisco,
wenn auch nur in unseren Träumen.
Wir besorgten
es nicht nur der Tochter des Pfarrers,
wir trieben es auch mit der Gattin des Präsidenten,
deren rosane Haut im Sonnenlicht glänzte,
bevor wir sie mit unserem Samen ertränkten.
Ihre Stiefel
scharrten über das Pflaster der Zeit,
als sie in den heiligen Krieg zogen.
Und unser Sperma löschte die Zündschnüre
ihrer Bomben.
Der Führer in schwarzer Uniform,
mit roter Armbinde
und schwarzem Kreuz auf weißem Grund,
steht mit ausgestrecktem Arm
im schwarzen Cabrio.
Von Millionen gehuldigt,
von Millionen verdammt.
Er wird empfangen
von den Toden,
entkommen aus der Konzentration.
Stacheldraht spiest sich in die Haut seines Halses,
als die verräterische Kugel
in seinem Schädel zerplatzt
Wir brauchen
Regierungen,
keine Korruption.
Wir brauchen Männer mit Herz,
die sich nicht in Bordellen peitschen lassen
Wir brauchen Charakter und keine Männer,
die sich hinter dem eisernen Vorhang
an kleinen Jungen vergeh'.
Wo sind die Zeiten der Liebe,
die uns Jesus versprach?
Wo ist das Land wo Milch und Honig fließt,
von dem uns Mohammed prophezeite?
Wo sind die Worte von Konfuzius,
der seinen Weg mit Weisheiten pflasterte?
Im flimmernden
TV
wirst du nie die Antwort finden.

ZEITREISE
© 16. September, 2003 by Happy
Mountain
Verzerrte Welt
in bizarren Farbtönen.
Grelle Schatten vor blutenden Fensterhöhlen.
Zersplitterte
Spiegel
in verpißten Toiletten.
Stinkende Kacheln um zerfetzte Leiber.
Jetzt!...
betrete ich mit meinem Holzbein
den Sog meines Lebens.
"Eh..." kann ich dir nur sagen, Baby,
folge mir in die leuchtenden Farben unseres Regenbogens,
der dein Herz mit dem meinigen verbindet.
Ich sehe dich im fahlen Schein des Mondes,
der deine kristallenen Tränen zu Perlen werden läßt,
die nicht vor die Säue geworfen werden.
Ich denke das
ich dich liebe,
weil meine Augen wieder leuchten
wenn ich dich sehe
und mein Herz mit Kindern im Seil hüpft.
Ich spüre
wieder deine Wärme, Baby
und dein Atem zerfließt in meinem Ohr.
Ich bin zurück gekehrt in den Schoß deiner Liebe,
der mir doch immer gefehlt hat.
Ich genieße
deine feuchte heiße Muschel,
während ich unter Detonationen bebe
und das Leben
aus meinen Lenden schießt.
Kompanie,
halt!
Legt die Waffen an
und jagt Spermatozelen in die Leiber der Wissenden.
Ja, Baby,
ich liebe dich...
Ja, Helga,
ich liebe dich...
So sehr.
So lang.
So ewig...
Mehr...
Gib mir mehr, Baby,
damit der Tod meine Ängste im Kreis des Feuers verbrennt.
Mehr...
Gib mir mehr, Baby,
damit das Leben meine Zellen im Ring der Planeten beschützt.
Ja, Baby,
ich liebe dich...
Ja, Helga,
ich liebe dich...
So sehr.
So lang.
So ewig...

KLARE SICHT
© Mittwoch, 22.10.2003 by Happy
Mountain
Meine Gedanken
fahren zurück
auf der grauen Straße meiner Erinnerung.
Ich reise durch die Zeit
im Innern einer Seifenblase.
Wo führst du mich hin?
Stimmen im Weltall
Stimmen im Raum
Stimmen in den Gedanken
Gestalten erwachen.
Im Lichterkranz ihrer Kleider.
tanzen sie auf den Tautropfen,
die über das Gras rollen.
Ich schwebe
Ich falle
Ich taumle auf den Flügeln der Weissen,
die mich durch Lüfte tragen.
Ich schaue herab
auf Täler und Hügel,
auf Felder
und Stadt.
Klare Sicht.
Eintauchen in das Grün
des bewaldeten Hügels.
Ein Raubvogel
unter mir
kreist über den Stoppeln der gemähten Felder.
Hery,
spürst du mich?
Hey,
kannst du mich flüstern hören?
Hey,
ich liege im Garten der Lüste.
Hey,
ich liebe dich, Helga.

TIEF IN MEINEM KOPF
© Montag, 03.11.2003 by Happy Mountain
Spazieren im Sternenlicht,
nicht in der gleißenden Sonne laufen.
Ein Glas an einer Wand zerbricht,
nicht mit freundlichen Menschen raufen.
Barfuß im Sand rennen,
Natur zwischen den Zehen spüren.
Sich aufhalten in Wäldern,
harzigen Duft einatmen.
Den Beifall des Publikums genießen,
sich verbeugen vor dem Jubel.
Akkorde spielen mit Schmetterlingen,
in den Lüften der Liebe.
Barfuß in eine Pfütze springen,
das Element unter den Fußsohlen fühlen.
Sich umarmen unter antiken Laternen,
den Kuß des anderen genießen.
Menschenschlangen an den Kassen des neusten Films,
sich berieseln lassen von Ablenkung.
Kurz den Alltag vergessen,
Farbenspiele auf der Leinwand.
Lautes Durchatmen,
nachdem der rote Samtvorhang sich schloß.
Im Gras liegen
und dem Konzert von Grillen lauschen.
Glasklares Wasser trinken,
aus dem plätschernden Bach mit der Hand geschöpft.
"Ich bin die Realität",
spricht eine Stimme
in meinem Inneren.
Ich räkelte mich
und schüttelte den Schlaf aus meinen Haaren.
Ich erhebe mich
und begebe mich zu einem Spiegel,
um meine Seele zu sehen.
Augen bohren sich in Augen.
Ich blicke in mein Inneres
und stelle mir die Frage:
wer bist du?
Wer bin ich eigentlich wirklich?
Bin ich der
der ich bin?
Oder bin ich,
der der ich mag zu sein?
Es gibt keine Antwort
auf die Frage:
warum der Krebs mich gewollt hat.
Die Angst ist allgegenwärtig,
auch wenn ich versuche
sie zu verdrängen.
Tief in meinem Kopf
hat sie sich ein Bett gerichtet.
Ich höre auf Dinge,
die ich nie in meinem Körper gehört habe.
Ich lausche dem Rauschen meines Blutes.
Ich versuche mir vorzustellen,
was in meinem Körper geschieht.
Laufende Untersuchungen.
Laufende Ängste.
Laufend wieder Hoffnung.
Klammern an das Leben
Klammern an Verpaßtes
Klammern an die Versuche,
etwas wieder gut zu machen.
Klammern an die Hoffnung,
doch anders sein zu können.
Und immer wieder
Angst vor dem Tod,
der immer an meiner Seite geht.
Er begleitet mich unsichtbar.
Ich versuche mit ihm klar zu kommen,
nenne ihn sogar einen Freund.
Ihn nur nicht in Wut bringen
Ihn nicht erzürnen
Versuchen freundlich zu sein
Mit ihm zu lachen.
Ja, so gar mit ihm zu lachen.
Hahaha...
Ich wandere durch mein Leben
mit der Gewißheit
nie wieder allein zu sein.
Ich spüre Dinge
in meinem Körper,
die mir nie bewußt waren.
Liebe ist der größte Besitz,
um stark zu sein.
Liebe ist mehr als Leben
Liebe ist die Unendlichkeit
Liebe ist das Gefühl,
in Watte eingebettet zu sein.
Liebe ist der Atem,
der deine Haut berührt
Liebe ist
die Zungenspitze die dich teilt.
Liebe ist das Beben meiner Lenden
Liebe ist der Schmelztiegel unserer Umarmungen
Liebe ist sich zu bewegen
Liebe ist zu geben
Liebe ist,
dich auf zu heben,
wenn sie dir den Arschtritt geben.
Liebe ist die Medizin,
die Krebs besiegen kann.
Liebe ist...
und wenn Liebe existiert,
muß ich mich nie wieder fürchten.
Liebe dich selbst
und du wirst geliebt.

NIEMALS MEHR LÜGEN
© Freitag, 07.11.2003, 01:46
Uhr by Happy Mountain
Aus der aufbrechenden Wolke hervorstolpernd,
betritt der fahle Vollmond die Plattform der Welt.
Die Elfen, von buckligen Gnomen begattet,
lösen sich kichernd aus der Umarmung.
Ich betrete die Bretter
welche die Welt bedeuten,
und der Shamane mit der Büffelmaske
läßt den sich öffnenden Vorhang
in einem bläulichen Flammenmeer verschwinden.
Meine lächelnden Augen öffnen sich
auf der anderen Seite des blutroten Planeten,
der im marmornen Lichtermeer
seine schuppigen Fische hütet.
Knöcherne Arme
durchstoßen den fauligen Boden
und winken mit der Knochenhand.
Ziehen mich hinab in den schmierigen Sud,
wo die Galle mit eitrigem Sekret vermischt,
in kupfernen Kessseln brodelt.
Gestalten mit Horn und Pferdehuf
begrüßen mich mit schallendem Gelächter.
Auf der pergamentenen Leinwand
läuft der Film meiner Geburt.
Niemals mehr Lügen.
Niemals mehr Angst.
Niemals mehr Schmerzen.
Niemals mehr Davonlaufen.
Niemals mehr Haß.
Niemals mehr Frust.
Niemals mehr Gier.
Niemals mehr Neid.
Niemals mehr Besitz.
Niemals mehr Gut.
Niemals mehr Silber.
Niemals mehr Gold.
Niemals mehr küssen.
Niemals mehr streicheln
Niemals mehr lecken.
Niemals mehr ficken.
Aus der aufbrechenden Erde herauskriechend,
betrete ich den Boden der glitschigen Tatsachen.
Mein Haupt, von vermoderten Haaren umrahmt,
erhebt sich langsam am Kreuz empor.
Ich werde schmerzend getroffen
von den Blutstropfen der offenen Wunden.
Dornen protzen mit ihren geschliffenen Krallen,
zerfetzen die bleiche Haut, die die Stirn umspannt.
Er steigt vom spinnwebenumgarnten Kreuz herab
und reicht mir lächelnd seine warme Hand.
Unsere Finger berühren sich im Funkenflug
von Glühwürmchenlegionen und erstrahlenden Engelgestalten.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nie mehr in Versuchung,
denn dein ist das Reich
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen
Niemals mehr Lügen.
Niemals mehr Angst.
Niemals mehr Schmerzen.
Niemals meh Davonlaufen.
Niemals mehr Haß.
Niemals mehr Frust.
Niemals mehr Gier.
Niemals mehr Neid.
Niemals mehr Besitz.
Niemals mehr Gut.
Niemals mehr Silber.
Niemals mehr Gold.
Niemals mehr küssen.
Niemals mehr streicheln
Niemals mehr lecken.
Niemals mehr ficken.

DAS BESTE DRAUS
© Dienstag, 25.11.2003, 01:33
Uhr by Happy Mountain
Durch die sich öffnenden Schamlippen
betrete ich die Bühne der Welt.
Ein Schlag auf meinen Arsch
reißt mich aus meiner Mythologie.
"Hallo Bürger,
willkommen in der Scheiße."
Ich schleiche auf der schmierigen Straße
entlang,
die man mein Leben nennt.
An grauen Hauswänden vorbeikriechen,
an deren bleichen Fensterkreuzen
meine Schickschalsschläge baumeln.
Eh, mach das Beste draus,
krieche anderen nie in den Arsch
und denke immer daran,
was dich nicht umbringt
bringt dir Erfahrung.
Durch die sich aufschwingenden Pforten
betrete ich die Räume des Unterbewußtseins.
Eine Reise durch mein Inneres
zeigt mir die Tumore meiner Fehler.
"He Mensch,
willkommen in der Erkenntnis.
Ich stiere in die vergoldete antike Spiegelscherbe,
die man meine Seele nennt.
Vor bizarren Bildern verharren,
auf deren verwitterter Leinwand
meine Lebensstationen verwirren.
Eh, mach das Beste draus,
krieche anderen nie in den Arsch
und denke immer daran,
was dich nicht umbringt
bringt dir Erfahrung.