Krebs (Medizin)
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Krebs bezeichnet in der Medizin einen malignen (bösartigen)
Tumor – eine bösartige Neoplasie. Im engeren Sinn
sind die malignen epithelialen Tumoren (Karzinome) und die malignen
mesenchymalen Tumoren (Sarkome) gemeint. Umgangssprachlich werden
auch die bösartigen Hämoblastosen als Krebs, wie beispielsweise
Leukämie als „Blutkrebs“ bezeichnet.
Alle sonstigen Tumoren, zu denen auch benigne (gutartige) Neoplasien
zählen, sind kein „gutartiger Krebs“ oder Krebs
irgendeiner Form. Diese sind Gewebsvermehrungen oder Raumforderungen
im Körper, die keine Metastasen bilden. Das betrifft sowohl
die Schwellung bei einer Entzündung als auch gutartige
Neoplasien (Neubildungen von Körpergewebe durch Fehlregulationen
des Zellwachstums).
Gutartige Tumoren wie Muttermale und Fettgeschwülste (Lipome)
werden in der Fachsprache nicht als Krebs bezeichnet, aber sie
können trotzdem gefährlich werden, da sie entarten
können oder lebenswichtige Organe in deren Funktion beeinträchtigen
(etwa der Kleinhirn-Brückenwinkeltumor). Krebs ist im allgemeinen
Sprachgebrauch ein Sammelbegriff für eine Vielzahl verwandter
Krankheiten, bei denen Körperzellen unkontrolliert wachsen,
sich teilen und gesundes Gewebe verdrängen und zerstören
können. Krebs hat unterschiedliche Auslöser, die letztlich
alle zu einer Störung des genetisch geregelten Gleichgewichts
zwischen Zellzyklus (Wachstum und Teilung) und Zelltod (Apoptose)
führen.
Die sich dem Krebs widmende medizinische Fachdisziplin ist
die Onkologie.

Vorkommen und Verlauf
Prinzipiell kann jedes Organ des menschlichen Körpers
von Krebs befallen werden, es gibt jedoch erhebliche Häufigkeitsunterschiede
nach Alter, Geschlecht, kollektiver Zugehörigkeit, geographischer
Region, Ernährungsgewohnheiten usw. In Deutschland treten
Krebserkrankungen gehäuft in Organen wie Brustdrüse
(Frauen), Prostata (Männer), Lunge und Dickdarm auf.
Krebs ist nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste
Todesursache in Deutschland. Dennoch ist nicht jeder Krebsverlauf
tödlich, falls rechtzeitig eine Therapie begonnen wird
oder der Krebs erst in hohem Lebensalter auftritt und dann langsam
wächst. Die derzeitige Heilungsrate bei allen Krebserkrankungen
beträgt durchschnittlich 30 bis 40 Prozent. Als geheilt
wird in der Onkologie ein Patient bezeichnet, der mindestens
fünf Jahre lang ohne Rückfall (Rezidiv) überlebt.
Diese Definition von geheilt ist problematisch, weil viele der
Rückfälle erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.
Es fließen mithin viele Patienten in die Krebs-Erfolgsstatistik
ein, die später an Krebs sterben (Vgl. Krebsatlas).
Die Krebserkrankung äußert sich in verschiedenen
Ausprägungen und Krankheitsbildern, aus diesem Grunde können
keine generellen Aussagen bezüglich Lebenserwartung und
Heilungschancen gemacht werden. Es sind gegenwärtig etwa
100 verschiedene Krebserkrankungen bekannt, die sich in Überlebenschance,
Behandlungsmöglichkeiten und der Bildung von Metastasen
teilweise stark unterscheiden.
Die Häufigkeit der meisten Krebserkrankungen nimmt mit
dem Alter deutlich zu, so dass man Krebs auch als eine Alterserkrankung
des Zellwachstums ansehen kann. Daneben sind das Rauchen, andere
karzinogene Noxen, familiäre Disposition (Veranlagung)
und Virusinfektionen die Hauptursachen für Krebserkrankungen.
Der Nobelpreisträger zur Hausen führt gut 20 Prozent
aller Krebserkrankungen auf Infektionen zurück (HPV, Hepatitis
B und C, Helicobacter pylori, EBV, HHV 8, HTLV-1, bestimmte
Parasiten (Blasenkrebs im Nildelta), Merkelzell-Polyoma-Virus).[1]
Durch Krebsvorbeugung und Früherkennung kann das Krebsrisiko
unter bestimmten Umständen (abhängig vom Diagnosezeitpunkt,
der Krebsart und einem dafür optimalen Alter des Patienten)
deutlich verringert werden.

Namensgeschichte
Der Name Krebs wurde Galenus zufolge durch die Ähnlichkeit
der geschwollenen Venen eines äußeren Tumors mit
Krebsbeinen inspiriert (? Krankheit als Metapher). Zuvor verwendete
Hippokrates den Begriff „Krebs“ vermutlich als erster,
als er bei der Behandlung eines Brustgeschwüres die Ähnlichkeit
mit den Beinen eines Krustentieres entdeckte – außerdem
galt der Brustbereich dem Tierkreiszeichen Krebs zugehörig
(vgl. Homo signorum). Aristoteles bezeichnete als Krebs oberflächlich
feststellbare, in benachbarte Organe infiltrierende und einwachsende
Geschwülste (etwa fortgeschrittener Hautkrebs oder Brustkrebs).

Krebsentstehung
Bei Krebszellen ist die Abstimmung von Wachstum, Teilung und
Zerstörung im Zellverband außer Kraft gesetzt. Regulierende
Signale werden nicht erkannt oder nicht ausgeführt, da
meistens der dafür benötigte genetische Code defekt
ist.
Etwa 5.000 der insgesamt 25.000 Gene des Menschen sind für
die sichere Erhaltung des genetischen Codes von einer Zellgeneration
zur nächsten zuständig. Diese sogenannten Protoonkogene
und Tumorsuppressorgene überwachen die korrekte Abfolge
der Basenpaare in der DNA nach jeder Reduplikation, entscheiden
über die Notwendigkeit von Reparaturvorgängen, halten
den Zellzyklus an, bis die Reparaturen ausgeführt sind,
und veranlassen gegebenenfalls einen programmierten Zelltod
(Apoptose), falls die Reparatur nicht zum Erfolg führt.
Nach der heute plausibelsten Theorie der Krebsentstehung (Karzinogenese)
ist das primäre Krankheitsereignis eine Veränderung
in einem dieser „Wächtergene“, entweder durch
einen Kopierfehler oder seltener durch eine angeborene Mutation.
Dieses Gen kann dann den von ihm überwachten Teilschritt
nicht mehr korrekt begleiten, so dass es in der nächsten
Zellgeneration zu weiteren Defekten kommen kann. Ist ein zweites
Wächtergen betroffen, so potenziert sich der Effekt fortlaufend.
Wenn auch Apoptose-Gene (z. B. p53) betroffen sind, die in einer
solchen Situation den programmierten Zelltod auslösen müssten,
werden diese Zellen unsterblich.
Durch weitere Veränderungen der DNA kann die Zelle zusätzliche
Eigenschaften ausbilden, die eine Behandlung der Krebserkrankung
erschweren, darunter die Fähigkeit, unter Sauerstoffmangel
zu überleben, eine eigene Blutversorgung aufzubauen (Angiogenese)
oder aus dem Verband auszuwandern und sich in fremden Geweben
wie Knochen, Lunge oder Gehirn anzusiedeln (Metastasierung).
Erst durch diese Fähigkeit gewinnt der Krebs seine tödliche
Potenz: 90% aller Krebspatienten, bei denen die Krankheit tödlich
ausgeht, sterben nicht am Primärtumor, sondern an dessen
Metastasen beziehungsweise an Folgekrankheiten der Metastasierung.
Das Immunsystem versucht grundsätzlich, die unkontrolliert
wachsenden Zellen zu bekämpfen. Da diese aber in vielerlei
Hinsicht normalen Körperzellen gleichen, sind die Abwehrmaßnahmen
meist nicht ausreichend, um den Tumor zu kontrollieren.
Krebszellen sind häufig aneuploid, das heißt, sie
haben dann eine veränderte Chromosomenzahl.[2] Es ist Gegenstand
der Forschung, ob die Aneuploidie von Krebszellen Ursache oder
Folge der Erkrankung ist. Damit verbunden ist die Theorie, wonach
die Entstehung von Krebs nicht oder nicht nur auf die Mutation
einzelner Gene, sondern auf die Veränderung des kompletten
Chromosomensatzes zurückgeht.[3]

Mehrschrittmodell/Dreistufenmodell
Die meisten Krebsforscher gehen von einem „Mehrschrittmodell“
der Krebsentstehung aus. Das Mehrschrittmodell versucht die
Krebsentwicklung ursächlich zu verstehen. Die Proliferation
der relevant genetisch veränderten Zelle zu einem Zellhaufen,
ohne äußere Einflüsse im Laufe der Zeit, oder
schneller durch promovierende Einflüsse, vergrößert
dabei entscheidend die Wahrscheinlichkeit für eine weitere
relevante genetische Veränderungen im Rahmen des Mehrschrittprozesses.
Solche Veränderungen können wieder durch äußere
Einflüsse (krebserregende Stoffe) induziert werden, oder
durch genetische Instabilität der veränderten Zellpopulation
zustande kommen. Irritierende Reize können durch Erhöhung
der Proliferation diesen Prozess beschleunigen. Bis zu zehn
verschiedene Mutationen müssen erfolgt sein. Einige dieser
notwendigen Mutationen können vererbt werden, was erklärt,
dass auch sehr kleine Kinder an Krebs erkranken können
und dass Krebs in sogenannten „Krebsfamilien“ gehäuft
auftreten kann. Ein typisches Beispiel dafür ist das vererbbare
Xeroderma pigmentosum. Bei nahen Verwandten von Patientinnen
mit Brustkrebs ist die Wahrscheinlichkeit, Brustkrebs zu bekommen,
doppelt so hoch wie in der übrigen Bevölkerung. In
den dazwischenliegenden Schritten der Tumorentstehung (Promotion
und Progression) spielen nicht genotoxische Prozesse eine große
Rolle, was Beobachter dazu verleiten könnte, diese Einflüsse
als eigentliche „Krebserreger“ einzustufen. Die
eigentliche Malignität (bei malignen Tumoren) der entarteten
Zelle wird in der Phase der Progression erreicht. Die Begriffe
Promotion und Progression werden zunehmend vom Begriff der Co-Carcinogenese
ersetzt.
Das ältere sogenannte „Dreistufenmodell“ gliedert
die Krebsentstehung dagegen in Phasen: Initiation, Promotion
und Progression. So soll die Jahre bzw. Jahrzehnte dauernde
Latenzphase zwischen dem initialen DNA-Schaden, also der Transformation
einer einzelnen Zelle, und dem nachweisbaren Tumor erklärt
werden. Problematisch am Dreistufenmodell ist, dass die Begrifflichkeiten
Initiation, Promotion und Progression lediglich beschreiben
und nicht die Ursache erklären.

Historische Annahmen
1902 schrieb John Beard, dass Krebszellen trophoblastischen
Embryonalzellen glichen. Zu Beginn einer Schwangerschaft sorgten
diese Zellen dafür, dass sich der Embryo in der Gebärmutter
einnisten könne. Das Wachstum sei aggressiv und chaotisch.
Die Zellen teilten sich schnell und gewännen ihre Energie
aus der Zuckergärung. Sie unterdrückten das Immunsystem
der Mutter und produzierten humanes Choriongonadotropin (hCG),
das mittlerweile als Tumormarker anerkannt ist. Die Wucherung
stoppt erst, wenn der Embryo ab der siebten Woche Pankreasenzyme
erzeugt. Ohne diese Enzyme entstünde der bösartigste
Tumor, das Chorionkarzinom. Die Annahme, dass Krebstumoren Energie
aus der Zuckergärung gewännen (d. h. der Tumor würde
anaerob leben), war die Basis für viele überholte
Behandlungsmethoden.
Im Jahr 1908 entdeckten Ellermann und Bang ein Virus, das Leukämie
in Hühnern verursachte.
Peyton Rous war es dann, der 1911 aus einem Muskeltumor mit
der hohen Filterfeinheit von 120 Nanometern einen Extrakt filterte,
mit dem er wieder Krebs erzeugen konnte. Er vermutete in diesem
Extrakt ein Virus. 1966 erhielt Rous für diese Entdeckung
des Rous-Sarkom-Virus (RSV) den Nobelpreis.

Theorien zu Krebsauslösern
Entsprechend der oben beschriebenen Theorie sind vor allem
Einflüsse, die das Erbgut verändern, krebserregend.
Besonders empfindlich dafür ist die Zelle während
der Zellteilung; daher sind Zellen, die sich schnell teilen,
besonders anfällig. Auch Einflüsse, die das Immunsystem
daran hindern, entartete Zellen zu erkennen und zu beseitigen,
gelten als krebsfördernd. Besonders gefährlich sind
demnach:
* Physikalische Noxen
o Ionisierende Strahlung wie ultraviolettes Licht, Röntgen-
oder Gammastrahlung. Beispiel: Bei der Koronaruntersuchung mittels
Computertomographie erkaufen sich Patienten die erhöhte
Sensitivität mit einem gesteigerten Krebsrisiko. So errechneten
amerikanische Wissenschaftler, dass bei Zwanzigjährigen
eine von 143 mittels Koronar-CT untersuchten Frauen im Laufe
ihres Lebens infolge dieser Angiographie-Strahlung an Krebs
erkrankt, aber nur einer von 686 gleichalten Männern. Die
CT-Angiographie der Koronarien scheint vor allem bei Frauen
und jungen Menschen das Krebsrisiko nicht unerheblich zu erhöhen.[4]
* Chemische Noxen
o Mutagene Chemikalien. Die wichtigsten sind größere
polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Benzol, Chrom(VI)-Verbindungen
und Nitrosamine.
* Onkoviren (nach Schätzung der amerikanischen Krebsgesellschaft
etwa 17 % der Krebsfälle[5])
o Verschiedene DNA-Viren (z. B. Hepatitis B-Virus (HBV), welches
zum Leberzellkarzinom, und HPV, das zum Zervixkarzinom führen
kann)
o Verschiedene RNA-Viren
* Manche Tumoren sind von Tier zu Tier übertragbar, dazu
gehören das Sticker-Sarkom der Hunde und die DFTD (Devil
Facial Tumour Disease) des Beutelteufels.[6]
* Stammzellen, vor allem embryonale, können unter bestimmten
Umständen Krebs auslösen.[7]
* Die Million Women Study bestätigte die Annahme, dass
Übergewicht das Krebsrisiko steigert. Ein erhöhter
Body-Mass-Index ließ sowohl die Inzidenz als auch die
Mortalität folgender Krebserkrankungen steigen: Endometriumkarzinom,
Ösophaguskarzinom, Nierenkrebs, Multiples Myelom, Pankreaskarzinom,
Non-Hodgkin-Lymphom, Ovarialkarzinom, Mammakarzinom und Kolonkarzinom
nach der Menopause. Damit lassen sich laut Studienautoren 5
% aller Krebsfälle auf Übergewicht und Adipositas
zurückführen.[8][9]
* Psychische Ursachen
o Dass die Persönlichkeit oder bestimmte innere Konflikte
Krebs verursachen, hat sich nicht bestätigt. Es ist allenfalls
denkbar, dass psychisch belastete (z. B. gestresste) Personen
sich riskanter verhalten (z. B. mehr rauchen). [10][11]

Folgen des Tumorwachstums
Die Folgen bösartigen Tumorwachstums für den Organismus
sind sehr vielfältig und bei jedem Patienten individuell
sehr unterschiedlich ausgeprägt. Tumorwachstum kann einerseits
unmittelbar zu lokalen Wirkungen im Nachbargewebe führen.
Andererseits können Tumoren auch systemische (den gesamten
Organismus betreffende) Wirkungen verursachen. Entscheidend
für den Krankheitsverlauf ist häufig die Ausbildung
von Tochtergeschwülsten, die ihrerseits in den betroffenen
Organen zu einer Reihe von Funktionsstörungen führen
können.[12]

Lokale Wirkungen
Wenn Tumoren wachsen, können sie das gesunde Nachbargewebe
verdrängen, ohne es zu zerstören, oder aber zerstörend
in das Nachbargewebe einwachsen (invasiv-destruierendes Wachstum).
Beide Formen des Wachstums können zu lokalen Komplikationen
führen. So kann beispielsweise durch expansives Wachstum
ein blutführendes Gefäß komprimiert werden.
Die in der Folge auftretende Durchblutungsstörung des abhängigen
Gewebes kann dazu führen, dass dieses Gewebe abstirbt (Nekrose).
Infiltrierend-destruierendes Wachstum kann beispielsweise in
Hohlorganen wie dem Darm durch Zerstörung des Gewebes zu
Durchbrüchen (Perforationen) und Fistelungen führen.
Tumorfisteln führen häufig durch Infektionen zu weiteren
Komplikationen.[12]

Systemische Wirkungen
Tumoren können auf unterschiedliche Weise den gesamten
Organismus beeinflussen. Vom Primärtumor ausgehende Tochtergeschwulste
können sich in anderen Organen ansiedeln und hier durch
lokales Wachstum Gewebe zerstören und zu Funktionsstörungen
führen. Bei vielen Patienten kommt es im Laufe der Krebserkrankung
zu einem allgemeinen Kräfteverfall und Gewichtsverlust
(Tumorkachexie, Auszehrung). Zu den systemischen Wirkungen von
Tumoren werden auch sogenannte paraneoplastische Syndrome gerechnet.
Hierbei kommt es zu charakteristischen Symptomen in verschiedenen
Organsystemen, die letztlich durch den Tumor verursacht werden.
Beispielsweise kann ein Lungenkrebs zu einer Störung der
hormonellen Regulation des Wasserhaushalts führen (Schwartz-Bartter-Syndrom).[12]
Die meisten Patienten sterben nicht am Primärtumor, sondern
an dessen Metastasen. Die unkontrollierte Vermehrung vor allem
der Metastasen schädigt lebenswichtige Organe, bis diese
ihre Funktion nicht mehr erfüllen können. Häufige
unmittelbare Todesursachen sind Gefäßverschlüsse
(Thrombembolien) oder vom Organismus nicht mehr beherrschbare
Infektionen (Sepsis, Blutvergiftung).[13]
Einordnung der Krebsarten [Bearbeiten]
Bösartige (maligne) Tumoren unterscheiden sich von gutartigen
(benignen) Tumoren durch drei Kennzeichen: Sie wachsen
* infiltrierend: die Tumorzellen überschreiten Gewebegrenzen
und wachsen in benachbartes Gewebe ein
* destruierend: sie zerstören dabei umliegendes Gewebe
* metastasierend: sie bilden via Blut- und Lymphgefäßen
oder durch Abtropfung Tochtergeschwülste (Metastasen).
Die Stadieneinteilung erfolgt bei Karzinomen nach der internationalen
TNM-Klassifikation. Dabei steht T0 bis T4 für die Ausdehnung
des Primär-Tumors, N0 bis N3 für den Lymphknotenbefall
(lat. Nodulus lymphaticus) und M0 bzw. M1 für das Fehlen
oder Vorhandensein von Fern-Metastasen.

Sonderformen
Daneben werden noch semimaligne Tumoren und Präkanzerosen
unterschieden. Semimaligne Tumoren erfüllen nur zwei der
genannten Kriterien, Präkanzerosen sind entartetes Gewebe,
welches sich mit hoher Wahrscheinlichkeit zu malignen Tumoren
entdifferenziert, aber noch nicht infiltrierend und metastasierend
gewachsen ist.
Der häufigste semimaligne Tumor ist das Basaliom, ein
Tumor der Basalzellschicht vor allem der sonnenexponierten Haut,
der infiltrierend und destruierend wächst, allerdings nicht
metastasiert. Unbehandelt kann der Tumor das gesamte Gesicht
einschließlich der Gesichtsknochen zerstören.
Die weitaus häufigste Präkanzerose ist die zervikale
intraepitheliale Neoplasie, eine Wucherung des Gebärmutterhalses,
deren Zellen zellbiologisch Zeichen der Malignität aufweisen,
allerdings vom Gewebe her noch nicht infiltriert, destruiert
oder metastasiert haben. Zur Vorsorge wird Frauen der jährliche
Gebärmutterabstrich nach Papanicolaou, auch PAP-Abstrich
genannt, empfohlen, da Präkanzerosen sich deutlich besser
behandeln lassen.

Gewebeherkunft
Krebstumoren werden nach dem Typ des entarteten Gewebes klassifiziert.
Den weitaus größten Teil aller Krebserkrankungen
machen Karzinome aus, also Tumoren, die von Epithel ausgehen.
Diese werden nochmals differenziert in Plattenepithel- oder
squamöse Karzinome, die sich von verhornter und unverhornter
(Schleim-)Haut ableiten, und Adenokarzinome, welche sich vom
Drüsenepithel ableiten und je nach Ursprung und Aufbau
weiter differenziert werden. Vom Übergangsgewebe ausgehende
Karzinome werden als Urothelkarzinome bezeichnet und sind unter
anderem für den Blasenkrebs typisch. Eine weitere große
Gruppe sind die hämatologischen Krebsformen des Blutes
und der blutbildenden Organe, die sich in Leukämien und
Lymphome, auch „Lymphdrüsenkrebs“ genannt,
unterteilen lassen. Daneben gibt es seltenere bösartige
Tumoren, wie die vom Stütz- und Bindegewebe ausgehenden
Sarkome, neuroendokrine Tumoren wie das Karzinoid oder von embryonalem
Gewebe ausgehende Teratome (vor allem der Keimdrüsen).

Lokalisation
Die Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten
und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10) klassifiziert maligne
Tumoren nach ihrer Lokalisation.

Statistik
Statistisch gesehen entwickelt jeder dritte Europäer im
Laufe seines Lebens Krebs.[14] In Deutschland erkranken etwa
395.000 Menschen jährlich an Krebs, davon rund 195.000
Frauen und 200.000 Männer. Die meisten Fälle treten
im Alter von über 60 Jahren auf. Die unter 60-jährigen
machen mit etwa 107.000 Fällen nur rund ein Viertel der
Krebs-Neuerkrankungen aus. Einer US-Studie zufolge sterben weltweit
jeden Tag etwa 20.000 Menschen an den Folgen einer Krebserkrankung.
Insgesamt wird es danach 2007 etwa 7,6 Millionen Tote durch
Krebs geben – davon 4,7 Millionen in Entwicklungsländern.
Die Gesamtzahl aller jährlich weltweit neudiagnostizierten
Krebserkrankungen wird dieser Quelle nach mit 12,3 Millionen
angegeben. Dies ist die erste Schätzung dieser Art. Beim
Tod durch die Folgen des Rauchens rechnen Forscher weiter mit
steigenden Zahlen. Im 20. Jahrhundert sei der Tabakkonsum Ursache
für etwa 100 Millionen Todesfälle gewesen, im 21.
Jahrhundert sei mit etwa einer Milliarde Toten zu rechnen.[15][16]
Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 1.750 Kinder unter
15 Jahren an Krebs. Am häufigsten werden in dieser Altersgruppe
Leukämien, Tumoren des Gehirns und des Rückenmarks
sowie Lymphknotenkrebs diagnostiziert. Die neuesten für
Deutschland zur Verfügung stehenden statistischen Zahlen
(Krebsregister des Saarlandes) ergeben für den Zeitraum
von 1998 bis 2002 für alle Krebsarten eine relative 5-Jahres-Überlebensrate
von 55 Prozent. Nach dieser fünfjährigen Überlebenszeit
ergibt sich für die Überlebenden sodann meistens eine
durchschnittliche Lebenserwartung, die der von Gleichaltrigen
der allgemeinen Bevölkerung entspricht. Nur bei sehr wenigen
Krebsarten ist dies nicht der Fall, hier muss eine 10-Jahres-Frist
abgewartet werden. Von allen Krebsheilungen werden ca. 90 %
ausschließlich durch die lokal auf die Tumorregion gerichtete,
sogenannte lokoregionäre Behandlung, also durch Operation
und Strahlentherapie (»Stahl und Strahl«) erreicht.
Sehr selten gibt es auch Spontanremissionen. Sie treten nur
bei etwa 1:50.000-100.000 Fällen auf. Als Spontanremission
bezeichnet man ein komplettes oder teilweises Verschwinden eines
bösartigen Tumors in Abwesenheit aller Behandlungen oder
mit Behandlungen, für die bisher kein Wirksamkeitsnachweis
geführt werden konnte. Allerdings liegt die Wahrscheinlichkeit
solcher Spontanremissionen unter der Wahrscheinlichkeit einer
Fehldiagnose. Trotz intensiver Forschung gelingt es zur Zeit
nicht, gezielt Spontanremissionen therapeutisch zu induzieren.
„Wir beobachten seit 15 Jahren, dass die Krebssterblichkeit
in den USA und Deutschland sinkt“, sagt Nikolaus Becker
vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Den größten
Anteil am Erfolg schreibt die US-Statistik der Darmkrebsfrüherkennung
zu. Bei Männern sinke die Lungenkrebs-Rate, weil sie weniger
rauchten.[17]
Viele Malignompatienten tauchen in Krebsstatistiken offenbar
nicht auf. Oft werden bösartige Tumoren nur durch eine
Sektion aufgedeckt. In Hamburg hat man die zwischen 1994 und
2002 am Institut für Rechtsmedizin durchgeführten
Autopsien in Sachen Krebsdiagnose genauer untersucht. 8844 Sektionen
gingen in die Auswertung ein. Bei 519 Toten (5,9 %) fand sich
ein bösartiger Tumor. Nur 58 dieser Fälle waren dem
Krebsregister gemeldet worden. Zwei Drittel der Malignome waren
zu Lebzeiten bekannt, 27,2 % wurden erst bei der Sektion entdeckt.
Bei gut der Hälfte war der Krebs die Todesursache. Selbst
von den letalen Tumoren waren 17 % erst bei der Autopsie erkannt
worden. Damit scheinen die Krebsregister, die ja auf zu Lebzeiten
bekannten Tumorerkrankungen basieren, nicht exakt zu sein.[18]

Behandlungsmöglichkeiten
* Operation: operative Entfernung des Tumors und benachbarter
Lymphknoten.
* Strahlentherapie
o mit radioaktiven Stoffen
+ durch radioaktives Iod (Schilddrüse nimmt aktiv Iod auf)
o mit Röntgenstrahlen
o mit Elektronen oder Neutronen
o mit Protonentherapie oder Ionenbestrahlung (Bestrahlung mit
Protonen oder Ionen, die den Tumor umgebendes Gewebe schont)
o mit Mikrowellen (Aufheizung des betroffenen Gewebes)
* Medikamentenbehandlung
o mit Zytostatika („Chemotherapie“); die Krebszellen
werden an der Vermehrung gehindert bzw. gestoppt
o Hormontherapie, z. B. Testosteronentzug beim Prostatakarzinom
o Hemmung des Blutgefäßwachstums (Krebsgewebe lockt
Blutgefäße an, in Richtung des Krebsgewebes zu wachsen,
um es zu versorgen.)
o Immuntherapie (Steigerung der Immunantwort auf die Tumorzellen)
Immunologische Krebs-Therapie
* Radioimmuntherapie
o Diese Therapieform ist die Weiterentwicklung der Immuntherapie.
Die Radioimmuntherapie kombiniert die zielgenaue Wirkungsweise
der Immuntherapie/Antikörpertherapie mit der hohen Wirksamkeit
der Strahlentherapie. Bei der Radioimmuntherapie führt
ein Antikörper (Ibritumomab) eine krebszellenzerstörende
Strahlenquelle zielgenau zu den Krebszellen. Im Gegensatz zur
reinen Immuntherapie werden bei der Radioimmuntherapie nicht
nur die Zellen an der Tumoroberfläche zerstört, sondern
auch die Zellen im Innern der Tumormasse.
* Palliativmedizinische Behandlung zur Förderung der Lebensqualität
o Gabe von Schmerzmitteln
o Besserung des Allgemeinbefindens durch Schmerzbehandlung
o Ausreichende Ernährung
o Hemmung des Knochenabbaues
o Steigerung der Blutbildung im Knochenmark
o Symptomatische Behandlungen wie Aufdehnung von Stenosen durch
Bougierung oder Einlage von Stents
o Physiotherapie (speziell Atemtherapie bei Lungenkrebs)
* Alternative Behandlungsmethoden, unter anderem die Mistel-Therapie
oder die Verwendung von Amygdalin. Beide sind umstritten. Tatsache
ist aber, dass viele erfolgreiche Zytostatika (wie Vincristin)
ursprünglich in Pflanzen gefunden wurden. Diese Zytostatika
sind aber hochrein und hochkonzentriert und deshalb nicht mit
„Kräutertee“ oder ähnlichem zu vergleichen.
* Es gibt Experimente zur Krebsbehandlung mit Viren.
Die unbefriedigende Heilungsrate bei bestimmten Tumorerkrankungen
und die Nebenwirkungen der etablierten Behandlungsmethoden lösen
oft Ängste und Verzweiflung bei den Betroffenen und deren
Angehörigen aus. Dies führt unter Umständen zur
Hinwendung zu unkonventionellen Behandlungsarten, denen in vielen
Fällen der Nachweis der Wirksamkeit fehlt, und deren Grundlagen
meist einer naturwissenschaftlichen Überprüfung nicht
standhalten. Einige von ihnen werden als „Wunderheilung“
abgelehnt, andere hingegen als ergänzende Therapieverfahren
auch von der Schulmedizin akzeptiert.
Auch wenn – leider häufig – eine vollständige
Heilung nicht erreicht werden kann, ist in Betracht zu ziehen,
dass bei einem 75-jährigen Krebspatienten eine Lebenszeitverlängerung
von 1 oder 2 Jahren schon als ein sehr gutes Resultat zu betrachten
ist (ältere Krebspatienten sterben oft an etwas anderem
als am Krebs), während bei einer 45-jährigen Brustkrebspatientin
erst eine 10-jährige Rückfallfreiheit als „sehr
gut“ bewertet wird – denn sie hat eigentlich noch
eine deutlich höhere Lebenserwartung.
In den Industriestaaten überleben 75 von 100 Kindern eine
Krebserkrankung, während die krebsbedingte Mortalität
bei Kindern in Entwicklungsländern bei zwei Dritteln liegt
(The Lancet).

Krebsvorbeugung
Es sind nicht alle Faktoren bekannt, die die Krebsentstehung
fördern oder hemmen.
Um das Risiko einer Krebserkrankung zu vermindern, sollte ein
Aussetzen des Körpers gegenüber kanzerogenen Stoffen
vermieden werden.
Bedeutende krebsfördernde Faktoren sind:
* Rauchen und Passivrauchen
* Einatmen anderer Feinstäube (darunter Asbest, Ruß,
Autoabgase)
* Strahlung (radioaktive Strahlung bzw. Stoffe, UV-Strahlung,
Röntgenstrahlung)
Es ist zwar nicht bewiesen, dass man z. B. durch eine „allgemeine
gesunde Lebensweise“ das Risiko an Krebs zu erkranken,
verringern kann, aber diese kann auch bei anderen Erkrankungen
(etwa Herzinfarkt) vorbeugend wirken.
Eine Früherkennung kann bei vielen Krebsarten die Heilungschancen
verbessern – dies gilt vor allem für ältere
Menschen, da bei ihnen viele Krebserkrankungen häufiger
auftreten als bei jungen.
Wie Ernährung und Krebsraten zusammenhängen könnten:
Im Rahmen der EPIC-Studie[23] wird seit 1992 über 500.000
anfangs gesunden Teilnehmern aus zehn europäischen Ländern
auf den Esstisch geschaut. Außerdem werden deren Gewicht,
Größe und Körper-Fettverteilung registriert
und Blut abgenommen. Seit 15 Jahren werden alle neu aufgetretenen
Krebsfälle und anderen chronischen Krankheiten erfasst
und mit den Ernährungsgewohnheiten und Lebensstil assoziiert.
Im Lauf der Jahre konnten so immer mehr Erkenntnisse über
die Zusammensetzung einer „gesunden“ Ernährung
gewonnen werden, die einen potenziellen Schutz vor Krebs und
anderen Erkrankungen bieten könnten. Im April 2007 zogen
Wissenschaftler der Studienzentren am Deutschen Krebsforschungszentrum
in Heidelberg und am Deutschen Institut für Ernährungsforschung
(DIFE) in Potsdam-Rehbrücke Bilanz:
* Ein hoher Obst- und Gemüseverzehr schützt vor
Lungenkrebs und Krebs des oberen Verdauungstraktes. Vor allem
Männer mit geringerem Konsum profitieren von einer Erhöhung
auf 300 g Obst und Gemüse am Tag. Ein Zusammenhang mit
anderen Krebsentitäten ist nicht belegt.
* Alkoholkonsum ist bei Frauen mit höheren Sexualhormonspiegeln
verbunden. Frauen, die viel Alkohol trinken, haben ein leicht
erhöhtes Mammacarcinomrisiko.
* Eine hohe Ballaststoffaufnahme ist mit einem verminderten
Darmkrebsrisiko verbunden. Wer seinen täglichen Konsum
von 15 auf 35 g steigert, kann sein Risiko um 40% senken.
* Wer viel rotes Fleisch (auch Rindfleisch) und Wurstwaren isst,
hat ein erhöhtes Risiko für Magen- und Dickdarmkrebs[24].
Mit 100 g mehr rotem Fleisch pro Tag steigt das Risiko um 49%,
ein Plus an 100 g Wurst lässt es wohl um 70 % ansteigen.
Dies hängt auch erheblich mit der Nitrit-Belastung durch
Pökeln zusammen.
* Je höher der Vitamin-C-Spiegel im Blut, desto geringer
das Magenkrebsrisiko. Ein hoher Vitamin-C-Spiegel wirkt vor
allem bei hohem Fleisch- und Wurstkonsum vorbeugend gegen Magenkrebs.
Die Ascorbinsäure ist ein Reduktionsmittel und baut aggressive
Oxidantien ab.
* Reichlich Fisch zu essen, senkt das Risiko für ein Kolonkarzinom.
Körperlich sehr aktive Menschen haben ein geringeres Darmkrebsrisiko.
Bei Brustkrebs ist die Rolle der Bewegung weiterhin eher unklar.[25]
Zur Erklärung der präventiven Wirkungen von Obst
und Gemüse kommen einige Substanzen in Frage, die synergetisch
im Naturverbund wirken: sekundäre Pflanzenstoffe, Vitamine,
Mineral- und Ballaststoffe.[26] Zahlreiche Studien weisen auf
das Eingreifen von sekundären Pflanzenstoffen in die Krebsentstehung
hin[27]:
* Antioxidantien binden an Krebs verursachende freie Radikale.
* Carotinoide, Polyphenole, Flavonoide lagern sich an die DNA
im Zellkern an, wo sonst Karzinogene binden.
* Phenolsäuren, Glukosinolate, Sulfide hemmen die Aktivierung
von Prokarzinogenen.
* Glukosinolate, Monoterpene, Sulfide, Polyphenole regen karzinogenentgiftende
Enzyme an.
* Phenolsäuren, Ellagsäure, Ferulasäure, Kaffeesäure
binden Karzinogene, wonach diese ausgeschieden werden.
* Phytosterine, Saponine verlangsamen die Vermehrung von Tumorzellen
im Dickdarm.

Früherkennung
Bei den meisten Krebserkrankungen ist eine Früherkennung
wichtig. Nur selten, wie beispielsweise beim Lungenkrebs, ist
die Früherkennung bislang ineffektiv. Die Früherkennung
ist primär Aufgabe jedes Menschen und nicht bloß
des Arztes. Unbehandelt wächst der maligne Tumor solange,
bis das Organ bzw. der Körper zerstört ist. Da die
Gefahr einer Krebserkrankung für eine Bevölkerung
schwankt und u. a. von neu aufkommenden Umweltgiften abhängt
oder von der Eliminierung solcher Gifte durch Umweltschutzgesetze,
sowie durch das Ernährungsverhalten und der Bereitschaft,
sich vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen, aber
auch durch das Sexualverhalten (Durchseuchung einer Bevölkerung
mit möglicherweise krebserregenden Viren), muss für
jede Generation und jedes Land immer aufs Neue das individuelle
Krebsrisiko bestimmt werden.
Je eher ein Krebs erkannt wird, desto besser die Heilungsaussichten.
Es ließen sich mehr Krebskrankheiten heilen, wenn sie
früher erkannt würden. Aber nicht jede Früherkennung
bietet nur Vorteile (siehe auch Screening). Man tauscht ein
Risiko gegen ein Bündel anderer Risiken, wie falsch-positive
Befunde.
Für Männer sind regelmäßige Untersuchungen
des Arztes auf Blut im Stuhl und das Abtasten der Prostata wichtig,
für Frauen ein Abstrich vom Gebärmutterhals (systematische
Früherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs)
und Mammographie-Vorsorgeuntersuchungen (über 50 Jahren),
wobei der in absoluten Zahlen geringe Nutzen der Mammographie
mit dem Arzt besprochen sein sollte.
Auch mittels gentechnischer Untersuchungen ist es möglich,
bestimmte Krebsarten bereits im Frühstadium zu erkennen.
Dieses Verfahren wird in der Praxis jedoch selten angewandt.
Viele Krebserkrankungen werden vom Patienten selbst aufgrund
von Veränderungen erkannt. Ein Arztbesuch ist empfehlenswert
bei:
* ungewöhnlichen Schwellungen; Wunden, die nicht abheilen;
Veränderung der Form, Größe oder Farbe eines
Hautmals oder abnorme Blutungen
* chronischer Husten oder anhaltende Heiserkeit, eine Veränderung
beim Stuhlgang oder beim Urinieren, oder einen unerklärlichen
Gewichtsverlust
* fühlbare Veränderungen beim regelmäßigen
Abtasten der Brüste
Jede dieser Selbstuntersuchungen ist mit einem recht großen
Fehlerrisiko behaftet. Knötchen in der Brust können
gut harmlos sein, und andererseits können Laien bösartige
Brusttumoren erst ertasten, wenn sie schon 1 ml Volumen haben
– und mit großer Wahrscheinlichkeit schon metastasiert
haben.